Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 9 (1935-1936)
- Issue
- Heft 525 (21.2.1936)
- Date
- 1936-02-21
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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••ft# 4 Dil ITIMMI Nt. 525 — 21. Februar 1936 D tc Zion. Bezirkssektion und Wizo Prater sratulieren ihren Vorstandsmitgliedern Herrn und Frau La^ar Rokach ijur Vermählung ihres Sohnes Be. ijamin mit Fräulein Helene Groß und wünschen herjflichst 21&D 'Plö Kastein über Palästina Dr. Josef Kastein hält nach seiften wissenschaftlichen Vorträgen, die heim Wiener jüdischen Publikum den größten Erfolg gebracht haben, am 3. März im Offenbach-Saal (neben dem Porr haus, Treitlstraße 3), einen Vortrag Uber „Die Wirklichkeit Palästinas" Der Vortrag beginnt um XA9 Uhr. Es liegen schon jetzt außerordentlich viel Kartenvormerku ngeti vor, Kartenverkauf: siehe Inserat. 8iin!iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiliiliuiiuniiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiimiliii!iuiliimmiimiiiiin;iimi!ii!iu Ungarn gegen die jüdischen Angestellten Aus Budapest wird uns gemeldet: Heute interpellierte der liberale Abgeordnete Rudolf Ruppert in Angelegenheit der vor einiger Zeit angeordneten Aufnahme statistischer Daten über die Privatbeamten. Der Fragebogen enthält auch einen Punkt betreffend die Konfession. Ministerpräsident Gömböß sagte in seiner Antwort, es sei sicher, daß im Beamt enkorps einzelner Unternehmer die B eteiligung des Judentums überdimensioniert ist und dies in Kreisen der christlichen Jugend Mißfallen zu erregen vermag. Der Ministerpräsident ist überzeugt, daß diese Unternehmungen in Anbetracht höherer nationaler Gesichtspunkte diese Verhältniszahl zugunsten des Christentums aus eigenem Antrieb ändern werden. Er hofft, daß diesbezüglich keinerlei Druck angewendet werden muß. Viele Unternehmer haben dies bereits eingesehen. Es handle eich nicht um einen gewaltsamen Austausch und es ist übermäßige Empfindlichkeit, der statistischen Aufnahme diese Deutung zu geben. Nach Antiquariat 9 S. Rubinstein II., Aspernbrückangassa 3, Tel« R 41-0-87 Moderne Literatur, Hebralea, Judatca Beendigung dieser statistischen Arbeit wird man klar sehen und sich mit klaren Argumenten an die Unternehmungen wenden können, ohne daß hieraus Antisemitismus oder Verwirrung entstünde. Der Ministerpräsident teilte mit, daß eine Datenaufnahme in diesem Sinne auch in anderen Staaten im Gange ist. Die von der Regierung angeordnete Maßnahme gibt für niemand zu Beschwerden Anlaß, und auch die Benützung der Daten geschieht nicht in der Weise, daß daraus für wen immer Beschwerden entstehen könnten. Der Interpellant nahm die Antwort zur Kenntnis. * Die Antwort des Ministerpräsidenten sagt also, daß die jüdischen Angestellten brotlos gemacht und aus ihrem Erwerb hinausgeworfen werden. Ungarn würde sich sehr energisch wehren, wenn in einem Sukzessionsstaat eine ähnliche Maßregel gegen magyarische Angestellte vorbereitet würde, wobei die Unternehmer dazu bestimmt werden, in Anbetracht höherer nationaler Ge- Vom Club „Erez Israel*1 gratis nach Erez Israel sichtspunkte freiwillig ihre magyarischen Mitarbeiter dem Hunger zu überliefern. Es wird, schon um Nachahmungen in anderen Staaten zu verhindern, notwendig werden, Jüdisdie Jugendverbände Deutschlands — zionistisch Aus Berlin, 19. Februar, wird gemeldet: Der Verband der jüdischen Jugendvereine Deutschlands teilt mit: Nachdem die Sitzung der erweiterten Verbandsleitung des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands am 29. Dezember 1935 mit einer großen Mehrheit die Entscheidung zum Zionismus beschlossen hat, ist die Einordnung des Verbandes mit seinen 123 Bünden in die zionistische Bewegung vollzogen worden. Die Landesverbände haben die Verwirklichung dieses Beschlusses durch ihre Erziehungsarbeit vorbereitet und durchgeführt. Eine erste eigene Hachschara-Gmppe des Verbandes wird demnächst ln B e u t h e n ihre Arbeit aufnehmen. Die Jugendvereine in Aachen, Köln, Düsseldorf und Essen stehen außerhalb des Verbandes. Das Versagen des Völkerbundes Aus London wird gemeldet: In der Sitzung des Board of Deputies of British Jews (Vertreterschaft der jüdischen Gemeinden in England) am 16. d. wurde ein Bericht der Kommission für auswärtige jüdische Angelegenheiten verlesen, der eine Warnung an die Juden enthält, auf Seefahrten deutsche Dampfer zu benutzen. Es wird auf Berichte im „Stürmer“ verwiesen, aus denen hervorgeht, daß sich die Mannschaften der deutschen Dampfer ein Verdienst daraus machen, die jüdischen Passagiere zu bespitzeln, ihre Post heimlich durchzusehen und über alles, was sie wahrnehmen, nach Deutschland zu berichten. Der Bericht des Joint Foreign Committee befaßt sich auch mit den letzten Beschlüssen des Völkerbundrates in der Angelegenheit der jüdischen Flüchtlinge aus Deutschland und gibt dem Bedauern Ausdruck, daß der Völkerbundrat sich in der Beurteilung der Situation der Flüchtlinge s o große Zurückhaltung auferlegt hat. Obwohl der Rat definitive Entscheidungen nicht getroffen, sondern sie der Herbstsitzung der Völkerbundversammlung überlassen hat, hätte er doch sehr gut auf die bittere Quelle des ganzen Flüchtlingsproblems hinweisen können: die unmenschliche antijüdische Po- Restaurant Billet w: Bestrenommierte Küche Reichhaltige Menüs ä S V90 u. 2*60 II., Hammerpurgstal'gasse 3 (nächst Salztorbrücke) litik des heutigen Regimes in Deutschland. Immerhin habe der Rat beschlossen, das Schreiben des früheren Hochkommissars für die deutschen Flüchtlinge, James G. M a c- Donald, welches Entwicklung und Konsequenzen der deutschen Judenpolitik schildert, dem Völkerbundplenum vorzulegen, das wohl dieses Schreiben zur Grundlage seiner Entschließungen und seiner Beurteilung der ganzen Lage nehmen wird. In dem Bericht wird auch die Unzufriedenheit damit ausgedrückt, daß der Völkerbundrat wichtige Aufgaben der Flüchtlingsfürsorge dem Pfliehtenkreis des Hochkommissars entzogen hat. Befriedigt hat die Entscheidung des Rates, daß der zu ernennende neue Hochkommissar für die deutschen Flüchtlinge direkt dem Völkerbund unterstellt werde, und daß die technischen Hilfsmittel des Völkerbundes, sowie die Kosten seiner Arbeit ihm zur Verfügung gestellt werden. Schließlich habe der Völkerbundrat anerkannt, daß die Probleme der Flüchtlinge durch internationale Zusammenarbeit zu lösen seien und daß hierüber mit den interessierten Regierungen verhandelt werden solle. In der Sitzung wurde weiter mitgeteilt, daß bisher für den Hilfsfonds zugunsten der polnischen Juden 33.728 Pfund Sterling eingeflossen sind, über 8000 Personen haben hiezu beigesteuert. Man hofft, den Fonds auf 50.000 Pfund Sterling zu bringen. Zum Vizevorsitzenden des Board of Deputies an Stelle des zurückgetretenen Sir Isadore Salmon wurde Sir Robert Waley-Cohen gewählt. Oskar Strnad- Gedächtnisausstellung In den Räumen des Hagenbundes, I., Zedlitzgasse 6, veranstaltet jetzt der Österreichische Werkbund eine Gedächtnisausstellung für den jüdischen Künstler Oskar Strnad. Eine Fülle seines umfassenden Schaffens wird gezeigt. Man bewundert Oskar Strnad als Baukünstler, Bühnenbildner und Lehrer, als Plastiker, Maler und Kunstgewerbler. Liebevoll — in bescheidener Selbstverständlichkeit — haben seine Freunde und Schüler im Verein mit seiner „Mathilde“ einen durch die beschränkten Raumverhältnisse bedingten kleinen Teil seiner Arbeiten übersichtlich zusammengestellt. Eine bezaubernde Welt von Harmonie, Schönheit, Freude und Anmut umfängt den Besucher. Man sieht ganz unbekannte Jugendarbeiten, Der begeisterte junge Student in Italien — im Aquarell die Schönheiten Roms und Ravennas mit eigenartiger Charakteristik festhaltend — zeigt bereits die künftige Größe. Ebenso seine Porträts aus der Jugendzeit. Als Baukünstler sieht man seine Entwicklung aus der Formenwelt seines Meisters Karl König zur eigenen, überzeugenden Auffassung. Gleichgültig, woran er arbeitet — an einen Tempel oder an Arbeiterwehnhäusern, an Palästen, Villen oder Miethäusern, an Badeanlagen oder Stadtverbauungen, an Projekten für sein Ringtheater — überall — das ist so charakteristisch schöpft er aus seiner reichen Phantasio und seinem unendlich stark und fein empfindendem Einfühlungsvermögen in die gestellte Aufgabe, Eiee Macht InTel-Aolv standen und gefördert wird. So schenkte er uns 122 Theaterinszenierungen. Eine kleine Auslese davon — wohl sechs Räume füllend — zeigen seine Originaleutwttrfe für Wien, Prag, Berlin, London und Amerika. Mit keinem Besseren hätte Werfel seinen „Weg der Verheißung“ formen können. In drei großen Szenenbildern sehen wir Strnad als großen jüdischen Künstler, schicksalhaft die Tragödie des jüdischen Volkes bildend. Auch auf dem Gebiete der Kleinkunst bewundern wir Strnade Meisterschaft. Seine Gläser gehören zu den besten Erzeugnissen österreichischen Kunstgewerbes. Seine Möbel haben beispielgebend auf viele Generationen gewirkt. Jüdische Friedhofskunet brachte er zu neuem Leben. Viele jüdische Grabsteine und Grüfte nach seinen Entwürfen stehen auf Wiener Friedhöfen — der Grabstein für Oberrabbiner C h a j e s stammt von ihm. Seine letzte Arbeit — die Fertigstellung erlebte er nicht mehr —, das Bahrtuch für die geplante Überführung Theodor Herzls, ist eine Symphonie monumentaler jüdischer Kunst. Als Lehrer wirkte Strnad über 20 Jahre an der Wiener Kunstgewerbeschule. In überzeugender und hinreißender Beredsamkeit begeisterte er seine Schüler und versuchte ihnen seine Ideen zu schenken. Proben seines Wirkens als Lehrer sind in einem Saal zu seheu. Eine Fundgrube für Lehrer und Schüler. Als geborener Redner — denn er hatte immer unendlich viel zu eagen —, zählen seine Vorträge zu den eindruckvollsten Erinnerungen. Diese Ausstellung ist eine überzeugende Manifestation jüdischen Geistes, jüdischen Schaffens und jüdischer Kraft. Man sieht Strnad auf allen Gebieten der Kunst — ln der Welt anerkannt. Es ist Pflicht jedes Juden, diese Ausstellung zu besuchen. Innere Erdie Frage vor den Völkerbund zu bringen, erfaßt er haarscharf das Wesentliche und überder das Minderheitenrecht garantiert hat. setzt es in eine überzeugende Form. Überzeulm Friedensvertrag heißt es, daß in keinem [ gend aber nicht immer für seine Auftraggeber Staat jemandem aus seiner nationalen oder | — und so bleiben seine wertvollsten Ideen nur konfessionellen Zugehörigkeit ein Schaden Projekte. Doch seine unbändige Arbeitskraft, erwachsen darf. Darüber darf sieh auch seine verschwenderische Hingabe an Aufgaben Ungarn nicht hinwegsetzen oder — e& liej lassen ihn auf der Bühne eine Welt finden, wo füllt äüinü Jttjuidei^toxi aus« jüt von selbst phantasiebegabton Menschen vor- 14. März 1936 hebung und ein unendliches Glücksempfindem, ausstrablend aus dieser Zauberwelt der Schönheit und Harmonie, lohnen reichlich den Besuch. L. R Hocherfreut geben wir die Oeburt eines kräftigen Jungen bekannt. Chaim und Fanny Jagendorf Das Bahrtuch für die Herzl-Uberführung Der leider so frühzeitig verstorbene jüdische Künstler Professor Strnad war ein Freund der zionistischen Bewegung. Als ihm die von Frau Elso Grünbaum stammende Ideo mitgctoilfc wurde, ein Bahrtuch für die Überführung der Gebeine Herzls nach Palästina herzustellen, war er sofort von dieser Idee begeistert und in wenigen Minuten hatte er den Entwurf konzipiert, dessen Ausführung er leider nicht mehr erlebte, aber noch überwachen konnte. Das Bahrtuch wurde von jüdischen Künstlern hergestellt. Ida Kr uh webte das Tuch, die monumental wirkenden hebräischen Schriftzeichen stammen von Arthur Weiß. Die Stickereiarbeit lieferte das Kunstgewerbeatelier Geschwister Arzt.. Die Textetollen (aus den Psalmen, Ezechiel und Herzls „Judenstaat“) wurden von Direktor Viktor Kellner ausgewählt. Mit dem Bahrtuch, das dem Herzl-Zimmer in Jerusalem einverleibt werden wird, hat sich Strnad ein bleibendes Denkmal gesetzt. Cand. phil. erteilt Nachhilfestunden in Realschulfächern, Mathematik eto. Eventuell Hofmeisterposten. Erste Referenzen. Gold, VI., Garbergasse 6. „Das Land der Verheißung" Die Sonntags-Matineen mit dem Palästina- Tonfilm „Das Land der Verheißung“ erfreuen sich von Woche zu Woche steigernder Popularität. Die nächste Sonntagsaufführung findet am am 23. d., vormittags 11 Uhr, im Löicen- Kino, HL, Löwengasse, statt. Die Ansprache hält diesmal der V ize Präsident der Kultus g eine inde, Ob erb aur at Ing. Robert Stricker. Im Beiprogramm icird wieder die Tonfilm-Reportage „Rund um den Luzerner Zionistenkongreß“ gezeigt werden. Qejnkjz gh moAg&i — P&H6LOH SCÄÜtyt VOK üötofymt 1. bst Btnifiunfählakol* IN VALIDITSTS.RSMTIM t. für «In sorglose* Aller Airm.itNrM 9. Im AblabcnttaB* HIHTlRBUEBIUIllLtBftTni ALLGEMEINE VERSICHERUNG! A.-G. PENSIONS-VEREIN WIEN, I., SCHELLINGGASSE 1 Hachscharahkommission der Linzer Kultusgemeinde. Bei der ersten Sitzung der Hach-* scharahkonxmission wurde Herr Isidor Bruckner zum verantwortlichen Leiter für die Gartenarbeit gewählt. Zur Verteilung gelangen zirka 1400 Quadratmeter Boden, für die sich bisher neun Interessenten gemeldet haben, alle weiteren Interessenten mögen eich ehestens bei Herrn Bruckner oder In der Gemeindokanzlei melden. Die Zion. Bezirkssektion und Wizo Prater übermitteln der Familie Markus Bartfeld anläßlich des Ablebens der Frau Jente Jehudith Bartfeld den Ausdruck ihrer innigsten Anteilnahme. J. Segal-Rosenbach gibt am 8. März, um 8 Uhr abends, im Konzertsaale „Post“, I., Fleischmarkt 24, ein Konzert neubebräisohpalästlnensischer Lieder. Populäre Eintrittspreise. „Mlsrachi“, Landesverband für Österreich, Wien, II„ Praterstraße 60, teilt mit, daß am kommenden Freitag, den 21> d. M. aus technischen Gründen kein Onegg Sabbath’ stattfindet Sofiensäle