Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 9 (1935-1936)
- Issue
- Heft 513 (9.1.1936)
- Date
- 1936-01-09
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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' falte S DU STIMME Nr. 513 — 9. Jänner. 1939 Ohne Hebräisdi-Prufung kein Zertifikat In den letzten Jahren hat sich die Alijah derart vergrößert, daß aufs Neue das Problem der Kenntnis der hebräischen Sprache für die Olim akut geworden ist. Als die AHjah noch beschränkt war, konnten sich die OHm sprachlich und kulturell schnell in den Jischuw ein fügen. Das ist jetzt anders geworden. Die Vielsprachigkeit der Olim bedroht den hebräischen Charakter des Jischuw. Die Aufsaugung der Olim geht langsam vor sich und es kann, wenn nicht entscheidende Maßnahmen getroffen werden, die Zeit kommen, wo sie das Bild des Landes ernstlich gefährden. Alle Versuche zur Beseitigung der eingerissenen Übelstände sind bisher erfolglos geblieben. Darum hat sich die Machlakath-Alijah der Jevish Agency veranlaßt gesehen, strenge Hebräisch-Prüfungen der Olim einzuführen, damit von vornherein der hebräische Charakter der nächsten AHjah und die reibungslose Einfügung der neuen Einwanderer in die hebräische Kultur gewährleistet werden. Von nun an wird jeder Oleh wissen müssen, daß er nur dann ins Land fahren kann, wenn er die hebräische Sprache genügend beherrscht. Die neuen Vorschriften gelten bereit« von der Schedule April—September angefangen. Der Umfang der Prüfung erstreckt sich auf den Nachweis, daß der Oleh sich ohne Schwierigkeiten der hebräischen Sprache im täglichen Leb en zu bedienen vermag, seine Gedanken hebräisch ausdrüeken und hebräisch ohne Punkte lesen kann. Die Prtifungsvorschriften sind nicht einheitlich für alle Länder, da man naturgemäß die besonderen Verhältnisse in jedem Land berücksichtigen muß. Für Österreich gilt die Prüfungspflicht zur Schedule April— September 1936 nur für Chaluzim mit Zertifikaten. Sie erstreckt sich auf alle Olim von 18 Jahren angefangen, mit Ausnahme von Absolventen einer hebräischen Volks- oder Untermittelschule, wenn noch keine vier Jahre seit der Absolvierung der Schule verstrichen sind, ferner mit Ausnahme von Absolventen einer niohthebräisehen Schule mit wenigstens 10 Stunden wöchentlich Hebräisch, wenn noch keine drei Jahre seit dem Austritt aus der Schule vergangen sind, von Kindern der Olim bis 13 Jahren im allgdfheinen und Kindern der Olim bis 18 Jahren, die eine hebräische Schule oder einen Hebräischkurs besucht haben, und schließlich mit Ausnahme der Frauen der Olim. Wer bei der Prüfung durchgefallen ist, bekommt kein Zertifikat, kann aber die Prüfung zur nächsten oder übernächsten Schedule wiederholen. Die Organisierung der Prüfungen obliegt dem P alästina-Amt. Die Prüfungen werden zweimal im Jahr abgehalten, spätestens in den ersten Tagen des Monates März und September. Sie werden in Gruppen zu etwa 40 Kandidaten täglich durchgeführt. Die Examinatoren müssen qualifizierte Lehrer sein, die auf Vorschlag der Palästina- Ämter durch die Machlakath-Alijah der Jevish Agency ernannt werden. Die Examinatoren für die nächsten zwei Prüfungen sind bis zum 15. Jänner 1936 vorzuschlagen. Die Prüfungstaxe beträgt 100 Mills (österr. S 2.80). Die Examinatoren bekommen eine entsprechende Entschädigung für ihre Mühewaltung, die sich nach der Zahl der füT die Prüfung aufgewendeten Stunden richtet. Die Taxe für die Stunde beträgt 125 Mills. Normales Finanzleben in Palästina Jerusalem, 5. Jänner, (2. T. A.) Die Normalisierung des Geldumlaufes in Palästina macht weitere Fortschritte. Als vor einigen Monaten infolge der Kriegspanik eine Verknappung der Zahlungsmittel in Palästina eintrat, brachte der Leiter des Finanzdepartements der Palästina-Regierung, Johnson, größere Mengen von Münz- und Papiergeld im Gesamtbetrag von 1,600.000 Pfund in Umlauf. Da sich seither die Wirtschaftslage Palästinas bedeutend gebessert hat, konnten die neu ausgegebenen Zahlungsmittel zum Teil wieder eingezogen werden. Ende November war der Geldumlauf Palästinas um 700.000 Pf und gesunken, da entsprechende Beträge den Weg in die Bankinstitute zurückgefunden hatten. Die Lage der Banken hat sich weiter stabilisiert, so daß die Stützungsaktion der Regierung entbehrlich wurde. Ausschaltung der Juden in Österreich wird fortgesetzt Die Ita meldet aus Wien. Die Ausschaltung der Juden in Österreich wird mit unerbittlicher Konsequenz fortgesetzt. Mitten in der Aufregung über die Absetzung des jüdischen Präsidenten der Advokatenkammer und die bis auf wenige Ausnahmen erfolgte Entfernung der Juden aus dem Kammerausschuß kommt eine neue Botschaft: Die Krankenkasse für Handel und Verkehr hat zum Jahreswechsel den größten Teil ihrer jüdischen Angestellten vom Dienste enthoben, teilweise „beurlaubt“, oder in anderer Form zur Disposition gestellt, an ihrer Stelle christliche Angestellte von einer anderen Kasse oder auch kassenfrcmde herangezogen und bis auf eine einzige Ausnahme sämtliche jüdischen Abteilungsehefs und Gruppenleiter von ihren Stellungen als leitende Beamte entfernt. Das ist in einem Sozialversicherungsinstitut für Handel und Vorkehr geschehen, dessen beitragsleistende Interessenten sowohl auf der Arbeitgeberwie auf der Arbeitnehmerseite zum Großteile Juden sind. Die Sache hat folgenden Hintergrund: Von den bisher in Wien bestandenen vier Angestellten-Krankenkassen, der Krankenkasse der Handelsangestellten, der Industrieangestellten, der Bank- und Sparkassenbearnten und der sogenannten „Collegialität“, wird die letztere, die eine mehr freiwillige Wahlkasse war, aufgelöst und es bleiben ab 1. Jänner 1936 nur mehr drei Kassen bestehen: eine Krankenkasse für Handel und Verkehr, eine fiir Industrie und Gewerbe und schließlich eine für Finanzen und freie Berufe. Diese Gelegenheit wird nun dazu benützt, um ausgerechnet in der b estehenbleibenden' Kasse für Handel und Verkehr, deren musterhafte Einrichtungen durch jüdische Arbeit geschaffen wurden und deren berühmtes Gremialspital in der Nähe des Döblinger Friedhofes noch heute das Denkmal seines jüdischen Initiators und Gründers, des Philanthropen Pollak v. Parnegg, ziert, den Großteil der jüdischen Angestellten zu entfernen und die jüdischen Abteilungsleiter zu amovieren. Die von ihren Stellungen enthobenen jüdischen Angestellten wurden gruppenweise mit je einem oder zwei christlichen Angestellten in eine andere Kasse dirigiert. Die Leitung der anderen Kasse akzeptierte den Nichtjuden, den jüdischen Angestellten erklärte sie jedoch, daß sie keine Beschäftigung für sie habe. Sie gingen hierauf in ihre früheren Bureaus zurück, dort „beurlaubte“ man sie jedoch, was nichts anderes denn eine V ersefczung in den dauernden Ruhestand bedeutet, auf welche Webe junge und sehr arbeitskräftige jüdische Angestellte einfach aus dem Arbeitsprozeß ausgesclialtet werden. Die Aufregung über diese Behandlung jüdischer Angestellter, die sich nichts zuschulden kommen ließen, .aber wegen der Tatsache ihrer Zugehörigkeit zum Judentum — denn ein anderer Grund liegt nicht vor — um ihre Existenz gebracht werden, ist in jüdischen Kreisen sehr groß. NEUE FILME „Kluge Frauen.“ Die Wiener Uraufführung des Films „Die klugen Frauen“ findet unter dem Protektorat des Gesandten von Frankreich, Puaux, statt, und zwar am 13. Jänner im Buschkino. Der Premiere wohnen der Schöpfer des Films Jacques Feyder und die Hauptdarstellerin Frn.nQoise Rosny persönlich bei. Freitag, den 10. Jänner, erscheint im Kreuz- Kino „Das Schiff des Satans“, einer der gewaltigsten Abenteurerfilme Amerikas. In den Hauptrollen Spencer Tracy und Claire Trevor. „Es geschah in einer Nacht“ mit Clark Gable und Claude t-te Colbert in den Hauptrollen, ge-; langt kommende Woche im Opern-, Stnfa- und Votivpark-Kino zur Erstaufführung. „Romeo und Julia“. Die Besetzung dieses Metro-Goldwyn-Meyer-Großfdmes, mit dessen j Aufnahmen in den Ateliers soeben begonnen j wird, wurde wie folgt festgesetzt: Julia — Norma Shearer, Romeo — Leeli-e Howard, I Benvolio — Frank Lawton. Mereutio — Johnl Barrymore, Amme — Edna May Oliver,; Balthasar — William Henry. Graf Capulet —1 C. Aubrey Smith, Gräfin Capulet — Violet Kemple Cooper, Paris — Henry Daniels. I Tybalt — Basil Rafhbane, Bruder Lorenzo — Henry Kölker. Regie: George Cukor. Morgen Wiener Uraufführung der Warner-} Bros-Film „Caliente, die Stadt der Freude“ mit, Dolores del Rio. Die Handlung dieses Films besteht aus einer Menge lustiger Abenteuer, Die übrigen Hauptrollen spielen Pat O’Brien, der hier noch unbekannte Komiker, Edward Everett Horton, Glenda Farell, Winni- ’ fred Shaw und Leo Carillo unter der Regie von Lloyd Bacon. Spenden fiir den Kibuz*Wlnal Die von den Herren Dr. Otto Löwin und Eugen Pragor in der Sektion und WJZO XIII. am 21. November v. J. eingeleitete Sammlung für den Allgemein Zionistischen Kibuz Winai in Haifa ergab folgendes Resultat: Friedländer 5 5.—, Laster 5.—, A. Pollak 2.—, Frau H. —.50, G Holitscher 5.—, A. Kohn 10.—, Dir, J. Weiß 5.—, Alfred Kohn 1.—, Frau Kleinmann 1.—, Frau J. Brunner 1.—, Frau Reiß 5.—, Arch. Witschck 2.—, Dr. Otto Lewin 5.—, Frau Böhmer 2—. Apoth. Birnholz 2.—, Eugen Prager 2.—; zusammen S 53.50. Der Zionistische Landesverband dankt den Spendern für ihre opferfreudige Bereitwilligkeit. Billige Reisen nach Polen und Czernowltz veranstaltet das Reisebureau „Francopol", III., Rennweg 1, Tel. U 16-4-90, in geheizten Pullmannwagen und unter bewährter Führung. Das Reisebüro „In die Welt“, Dr. S. Tocker, IX., Lieehtensteinstraße 2, Tel. A 14-504, veranstaltet billige Reisen nach Polen und Palästina und werden Auskünfte über solche durch das obbezeichnete Reisebüro gerne erteilt. Der aus dem Passagierdienst mit Palästina bestens bekannte Dampfer „Tel-Aviv“ der Palestine Shipping Co. Ltd., Haifa, befaßt sich nunmehr in verstärktem Maße mit Gütertransporten und Übersiedlungen, und hat die Generalvertretung für den Frachtendienst für Österreich und CSR. der Firma Ullmann, Rink 6 Co., Wien I., übertragen. Der Dampfer hat Anschluß nach den wichtigsten Levantehäfen. Kinoprogramme KREUZ-KINO fcrtfSkS Vom 10. bis 13. Jänner: URAUFFÜHRUNG Spencer Tracy, Claire Trevor Das Schiff des Satans (DANTES INFERNO) Beginn: 4, 7*6, V28, V4IO Uhr KINO KERN im Prater Dir. Kern & I'erlmann — Telephon II 40-0-49 Erstu. Alleinaufführung für Prater u. Leopoldstadt BELA LUGOSI Das Zeichen des Vampyrs Wochentags: 5, 7, 9 Uhr, Sonntags: 2, %4, Va6, v*8, 7*10 Uhr KINO TEGETTHOFF im Planetarium am Praterstern Telephon R 41-0-20 ROTEHTURM URAUFFÜHRUNG Charles Laughton in ,Les Miserables* Beginn: 7*4, 7*6, 7*8, 7*10 Opern-KIno 1r“hÄ3 URAUFFÜHRUNG DOLORES DEL RIO CALIENTE (Die Stadt der Freude) Beginn: 4, 8/*6, Vs8, 9au Leopoldstädter Volkskine II., Rotensterngasse Telephon R 49-0-2:- Voranzeige Hans Jaray, Irene Agay in Hoheit tanzt (Holzer Wochentage 7A VA 7*1° Uhr, Sonn- und Feiertage 7*4 Uhr KRYSTALL-K I N O I., Prater, Strafle des 1. Mai Nr. 40 Telephon R 48-2-75 Erst- und Alleinaufführung für Prater u. II. Bezirk King Vldor’s Meisterwerk DIE WELT OHNE GELD (UNSER TÄGLICH BROT) mit Karen Morleyf Tom Keene Wochentags: 5. 7, 9 Uhr, Sonn und Feiertags: 8/*4. 7*6, 7*8, 7*10 Uhr Schweden Kino URAUFFÜHRUNG Ginger Rogers, Fred Astaire in LUSTIGE SCHEIDUNG Beginn : 7,4, 7,6. 7,8. 7,10 Uhr Robert Montgomery, Joan Crawford, Franchot Tone Schluß mit denfrauen Wochentags: 5, 7, 9 Uhr. Sonntags: 2, >/t4,7A VA V.lOUhr SCHAFFER-KINO VI., Mariahilferstraße 37 Telephon B 20-203 Joan Crawford, Franchot Tone Beginn : 8/*4, 7a6, 7*8, 7*1° Uhr STAFA-KINO VII., Mariahilferstraße 120 Telephon B 33-0-68 URAUFFÜHRUNG DOLORES DEL RIO CALIENTE (Die Stadt der Freude) Beginn: Vs4, 7*6, 7, 9 Uhr Votlvpnrh-Xino K'reKon”8A uSm#** URAUFFÜHRUNG DOLORES DEL RIO CALIENTE (Die Stadt der Freude) Beginn: 4, B/*6, 7a8, 7*10 Uhr Bezugsbedingungen: Monatlich S 1.50, vierteljährlich S 4.20. ganzjährig S 16.—. Für das Ausland: Deutschland vierteljährlich RM 3.—, Tschechoslowakei vierteljährlich Kö 24.—, Jugoslawien vierteljährlich Dinar 40. , Polen vierteljährlich Zloty 6.50, Ungarn vierteljährlich Pengö 4.20, Rumänien vierteljährlich Lei 123.—, übriges Ausland vierteljährlich Schweizer Franken 4.50. Postscheck-Konti: Österreich Nummer D 113.546, Polen Nr. 191.190, Tschechoslowakei Nr. 500.230, Jugoslawien Nr. 40.879. Eigentümer, Verleger und Herausgeber: Zionistischer Landesverband für Österreich, Wien. L, Marc-Aurei-Straße 6. — Verantwortlicher Redakteur: Alfred Oswald Rosegg, Wien, I., Marc-Aurel Straße 5. — Druck: Vernay A G, Wien. IX.. Canißiusgasse 8—10. Löset Blumenu kleine Beschenke u Trumath Regew (Schollenspende) te Keren ndeuhtMUU-il-