Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 9 (1935-1936)
- Issue
- Heft 505 (6.12.1935)
- Date
- 1935-12-06
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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V. b, b. Pnft dlMtr Nummer SO g Mm CA» I IXTSam 4L njuiumlimt «Mee I Redaktion und Administration; Wien, », Mare-Aurol-StraD» S. nr* »•> I ff IW1| 9* iieicunicr I799 I Tel.: U 22-5-81 RatfaktlonasehiuB Montag und Mittwoch vorm. JÜDISCHE ZEITUNG Dicke Beine/ starke Fesseln / Neigung zu Krampfadern er | / fordert zweckmäßige Behand- LJ lung durch unseren glasend ft Sr begutachteten „P ARADRUIT *- W Lastex* Gummistrumpf: dünn, ISr porös, faltenlos, haltbar, auskochbar, unsichtbar unter dünnen Strümpfen. Stück von S 9.- aufw. Fachfirma Bgndoefen-Itllhaiasdi Taborstraße 22 Gegründet D03 | ( 10* Rislew 5096) \ 9* Jahrgang -Makkabi beschließt Boykott der Olympiade Die BesdiTOsse derpalästinensisdie Landeskonferenz Jerusalem, 3. Dezember. (2. T. A.) Die Landeskonferenz des palä stinensischen Makkabi wurde nach Annahme von Resolutionen geschlossen, in denen die Schaffung eigener Ilachschara Kibbuzim des Makkabi, eine entsprechende Vertretung des Makkabi in den Palästina Ämtern und Zuteilung von Zertifikaten an Makkabim im Verhältnis zur Zahl der auf Hachschara befindlichen Mitglieder gefordert wird. Nach lebhafter Debatte über die Briinner Beschlüsse betreffend das Verhältnis zur Zionistischen Organisation wurden diese Be .Schlüsse mit 43 gegen 37 Stimmen g u t g e heißen. Die Weltieitung wird aufgefordert eine außerordentliche Weltkon f e r e n z zwecks endgültiger Klarstellung dieser organisatorischen Frage einzuberufen Es wurde eine Arbeitskommission eingesetzt, mit der Aufgabe, den Olim des Makkabi Arbeit zu beschaffen. An die Mnk kabim der ganzen Welt wurde der Appell gerichtet, die Siedlungsaktion für Kfar Hamakkabi energisch zu fördern. Die Konferenz sprach sich einmütig und entschieden gegen eine Teilnahme jüdischer Sportler an der Berliner Olympiade 1936 aus und for derte die Weltexekutive des Makkabi auf, an die Regierungen aller Länder zu apel- Üeren, daß keinerlei Druck auf jüdische Sportler für eine Beteili gung an der Olympiade in Deutschland ausgeübt werde. Haager Gerichtshof entscheidet gegen Danzig Haag, 4. Dezember. Der Internationale Gerichtshof im Haag hat heute das beratende Gutachten abgegeben, das der Völkerbundrat über die Frage eingefordert hatte, ob• gewisse von der Danziger nationalsozialistischen Regierung erlassene Verordnung mit der vom Völkerbund garantierten Verfassung vereinbar sind. Die Frage hat der Internationale Gerichtshof mit neun zu drei Stimmen dahin entschieden, daß die Verordnungen mit der Verfassung nicht vereinbar sind, und daß sie ein Übertreten nicht nur gewisser Bestimmungen, sondern auch gewisser Prinzipien bedeuten. Die drei Richter, die sich dem Urteil nicht angeschlossen haben, sind der polnische Richter Graf Roszworowski, der jugoslawische Richter und der italie-j nische Richter Anzelotti. Eine Liquidationsbank für die Jüdischen Vermögen in Deutschland Genf, 3. Dezember. (2. T. A.) Als Vertreter der Jewish Agency erschienen, wie bereits mitgeteilt, Dr. Artur R u pp i n und Dr. Nahum G 0 1 d m a n n vor der Expertenkommission des Völkerbundes, um ihre Ansichten über die Möglichkeiten für Auswanderung und Ansiedlung von Juden aus Deutschland zu äußern. Dr. Ruppin befaßte sich mit Einzelheiten seines Planes, etwa 200.000 Juden aus Deutschland in verschiedenen Ländern, darunter auch Palästina, anzusiedeln. Über den Inhalt des von der Jewish Agency der Expertenkommission vorgelegten Memorandums wird mitgeteilt, daß unter anderem die Schaffung eines L i q u idationsinstituts vorgeschlagen wird, das die Liquidierung des Kapitals-derjenigeil Juden ermöglichen soll, die aus Deutschland auswandern wollen. Den Auswan lemden, deren Zahl auf 25.000 bis 30.000 jährlich innerhalb der nächsten acht bis zehn Jahre geschätzt wird, sollen Kredite gegen Sicherstellung auf ihre Eigentumswerte in Deutschland gewährt werden. Die Mittel der projektierten Liquidations* bank sollen im Wege einer mit Hilfe desVölkerb undesinternational garantierten Anleihe beschafft werden. Nach Dr. Ruppin gaben Vertreter anderer jüdischer Organisationen ihre Gutachten ab. Vorher hatten sich zu denselben Problemen Vertreter nichtjüdischer Auswandererverbände geäußert. Die Forderungen der jüdischen Vertreter Die Vernehmung der Vertreter jüdischer Organisationen wurde am 2. Dezember mit den Darlegungen des Generaldirektors der JCA Louis Oungre abgeschlossen. Der Kommission, die ihre Arbeiten am 5. Dezember abzuschließen gedenkt und bis dahin noch eine Reihe nichtjüdischer Facnleute anhören will, liegen nunmehr 50 Projekte zur Bearbeitung vor. Es fand auch eine Beratung der Kommission ,mit einer Abordnung der jüdischen Organisationen statt. Dr. Bernhard Kahn sprach im Namen der gesamten Delegation. Er stellte die folgenden Forderungen: 1. Der Völkerbund solle nach der Einstellung der Tätigkeit des MacDonald- Konimissariats eine Körperschaft ersetzen, die den Schutz der Ausgewanderten unter unmittelbarer Aufsicht des Völkerbundes übernehmen soll. 2. Diese Körperschaft soll autonom und von einer Persönlichkeit von internationalem Ansehen geleitet sein. 3. Die Körperschaft soll auch die Befugnis erhalten, Verhandlungen mit der de 11 tschen Reichsregierung betreffend den Transfer jüdischen Kapitals aufzunehmen. 4. Staatenlos Gewordene soll arbeits- und paßrechtlicher Schutz gewährt werden. 5. Die Regierungen der Länder, in denen sich die Ausgewanderten zur Zeit aulhalten, sollen sich diesen gegenüber in Bezug auf Aufenthaltsrecht und Arbeitsbewiiligung weitherzig verhalten. 6. Es sollen Verhandlungen mit der deutschen Reichsregierung zwecks Ermöglichung einer geordneten, statt einer chaotischen, Auswanderung geführt werden. Der Vertreter der Jewish Agency Doktor Goldmann erklärte, falls den Juden in Deutschland der Transfer ihres Vermögens ermöglicht werden wird, könnten jährlich 25.000 Juden aus Deutschland auswandern, da,von 12.000 nach Palästina. Sämtliche Mitglieder der Abordnung erklärten, daß sie im Prinzip für ein Verbleiben der Ausgewanderten in den jetzigen Ländern seien und für die Weiterleitung nur insofern eintreten, als dies angesichts der Verhältnisse in den betreffenden Ländern unumgänglich sei. Für wenig Geld das gute Buch WMliillftr Buchhandlung a l’lUIIISr9 VII.,Siebensterngasse 13 Unser Schlager: 5 Romane guter Autoren nach Wahl (Liste gratis) In Kassette zusammen S 8*50 I Großes Jugendschriftenlager! 4500 Höuserverwa'.tungen Reparaturkredite Geldbesdiaffunsen Tel. A 48-9-M _SENSAL_ R. TAUBMAHN WIEN, II., NORDPOLS! RASSE 1,3 Kauf- und Verkaufs- Vermlttlungen kulantest Palästinaeinwanderer im November Jerusalem, 3. Dezember. Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur erfährt, sind im Laufe des Monats N ovember etwa 4500 Juden nach Palästina eingewandert. Die amtlichen Einwanderungszahlen werden erst zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht. Die Eimvanderungsziffer im Oktober war 5631. Chefsekretär Hall verläßt Palästina? Jerusalem, 3. Dezember (2. T. A.). Arabischen Pressemeldungen zufolge soll der Ohefsekretär der Palästinaregie« rang John Hathom Hall demnächst Palästina verlassen, tun e i n o n höheren Posten im englischen KoIoniaJdieinst zu übernehmen. Der Operationsschnitt Es ist ein verdientes Los, das den Verband der national deutschen Juden getroffen hat. Diese Vereinigung ist aufgelöst, ihr Führer Dr. Max Naumann, Hauptmann mit dom Eisernen Kreuz erster Klasse, in „Schutzhaft“ abgeführt worden. Der Verband hatte selbst unter den deutschnationalpreußischen Juden keine rechte Anziehungskraft entwickeln können, täuschte aber über seine Geringfügigkeit durch eine lärmende Agitation, durch Versammlungs- Sprengungen, durch Hetze wider die Ostjuden, Denunziationen gegen die Zionisten hinweg und gab sich noch germanischer als die begeistertsten Wotanisfcen. Seit Hitlers Machtergreifung fiel der Naumann-Verband in eine förmliche aggressive Ekstase. Er überschüttete den Führer Hitler mit Huldigungen, änderte den Namen in Verband nationalsozialistischer Juden um und zog sogar bei nationalsozialistischen Festen auf. Die SA. ließen die Leute der köstlichen Lächerlichkeit wegen gewähren. Bis dann — nach Nürnberg — der Schlag kam, der kommen mußte. Der Verband ist nicht mehr," und die Leute, die ihre Seele, ihre Ehre, ihre persöuliche Würde geopfert und sogar die Verachtung ihrer jüdischen Mitbürger auf sich geladen hatten, brechen mit ihrer phantastischen Selbsttäuschung zusammen. Und selbst wenn man, abseits von jeder Politik, die Tragik würdigt, die in diesem Schicksal liegt, muß man sie als folgerichtig und wohl begründet erkennen. Die unerbittliche Geschichte hat dem Judentum, nicht nur dem deutschen, die innere Haltlosigkeit der Assimilation in einem grausamen Kursus vorgeführt. Die Grundwahrheit des Zionismus, das Bekenntnis zum jüdischen Volkstum und die Notwendigkeit, das eigene Leben und das Leben des Volksganzen nur auf diese Basis zu stellen, ist von einer übergroßen Mehrheit im Judentum zurück ge wiesen worden, damals, als Herzl zum erstenmal darauf hinwies, daß eine Angleichung nicht nur unmöglich, sondern auch unsittlich ist. Die ganze seitherige Entwicklung hat Stein auf Stein zu dem ideologischen Gebäude des Nationaljudentums herbeigetragen, und es ist für den Zionismus keine Freude, daß keine Grundsätze in solcher Form bestätigt worden sind. Es ist ihm auch keine Genugtuung, daß der deutsche Nationalsozialismus, wenn er sachlich zu sein sich bemüht, eine Übereinstimmung zum Zionismus h'örauskonstruiert. Der deutsche Ministerialrat Dr. Lösener aus dem Innenministerium befaßte sich im ANTHRAZIT KOHLE BESTE QUALITÄTEN KOXS BASCH IV., ARGENTINIERSTRASSE 22 TEL SERIE U U-5-40