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Die Stimme · 1933-09-14 · Heft 300 (14.9.1933) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
6 (1933)
Issue
Heft 300 (14.9.1933)
Date
1933-09-14
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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V. b. fi. BEZUGS¬ BEDINGUNGEN OMtomrich monatlich S I'50, vierteljihrl. S 4" 20, ganx jihrl. . . . S 16 - Deutechld. viertel jihrl.. . . RM 3- Tachechoslowakei viertel]. . Kc 24 — Jugoslawien viertel jihrl. .Din 40- Po en vierteljühr lieh . . Zloty 6 30 Ungarn Vierteljahr lieh . . Pengö 4 20 Rumlnien viertel- Cnrl. . . Lei 120 — ehrigea Ausland vierteljihrl. Schw. Franken 4 SO Qw0 cJ4unjtiu& 6t Jahrgang Jüdtsdke Zeitung Wien, Donnerstag, 14, September 1933 (23. Elul 5693) Preis 35g Erscheint Jeden Donnerstag Redaktion und Administration Wien, L, Klrntneretrafie 28 Tel. R-27 4-85 Postsparkassenkonti: Oesterr. D 11.3-546 Polen . . 191.199 Tschechoslowakei . 500.230 Jugoslawien 40*879 Nummer 300 Regelung des. inieressensctiuizes Dis zum zusammeniriii des Weltkongresses Der Jfldlsdie Weltkongreß fflr Piarz 1934 elnhernfen Genf. Die Genfer jüdische Weitkonferenz hat für die Zeit bis zum Zusammentritt des Jüdischen Weltkongresses und der Einsetzung seiner ordentlichen Instanzen ein I n t e r i m s k o m i t e e mit der Aufgabe betraut, den Schutz der jüdischen Interessen wahrzunehmen. Dieses Komitee besteht im Wesentlichen aus dem Comit6 des D6I6gations Juives in Paris, das durch Heranziehung folgender neun Herren, die durch die Konferenz gewählt wurden, erweitert wird: Rechtsanwalt Leonce Bernheim und Rechtsanwalt Corcos (beide Paris), Dr. Balot, Paris, Dr. Nahum Goldmann, Jizchak Naiditsch, Dr. Nathan Feinberg, Genf, Dr. Wiszniak, Paris, Dr. Victor Jacobsohn, Mitglied der Zionistischen Exekutive, und Doktor Fischer, Paris. Außerdem werden noch weitere 6 Mitglieder in das Komitee kooptiert werden als Vertreter der Länder mit großer jüdischer Bevölkerung. Das Zentralbureau für die Fragen des jüdischen Weltkongresses wird seinen Sitz in Genf haben. Zweigstellen des Zentralbureaus werden in Paris und in Warschau eröffnet. In Amerika wird das Genfer Zentralbureau durch das Bureau des American Jewish Gongreß vertreten werden. Rasiere Dich gut und billig oesteireichisciies •Fabrikat Ueberall erhältlich /» KAI5ER5TR. 123 K.Alserstr. 6 S16 - S1&- S 20. i.1- S#: - Das Palästina- Informationsbuch war innerhalb 8 Wochen vergriffen! 2. Auflage soeben erschienen Im Urteil der sachkundigen Kritik: Bat beste uch smar ini II Präzise Beantwortung aller Fragen über Palästina- Verwaltung, Steuer, Recht, Zoll, Verkehr, Touristik, I Einwanderungsl-'Stimmungen, Existenzmöglichkeiten, I Zionismus. — Führer durch das Und. -- Hebräisches I Vokabularium in Lateinschrift. 120 Oktavseiten Tatsachen und Ziffern! Eine Undkarte. Im Inland S 4.20, im Ausland M 2 50. Schw. Fr. 3.—, Pengö 4 —. Zloty 5 — Kc 20.--. Dinar 45.— hei Vorauszahlung, inklus. Porto, erhältlich bei: „PAG" r. e. m. n. h„ Wien, hi., lammer Gürtel 9 Genf. Die zweite jüdische Weltkonferenz in Genf, die am 8. September mittags geschlossen wurde, hat beschlossen, den Jüdischen Weltkongreß für 1934 einzuberufen. Die Wahlen /uin Kongreß sollen auf demokratischer Grundlage bis Jänner 1 934 durchgeführt sein. Der Kongreßort soll noch bestimmt werden. Ueber die Art der Vorbereitung des Weltkongresses hat eine eingehende Aussprache staftgefunden, in der insbesondere die Frage, ob der Kongreß auf Grund allgemeiner, auf demokratischer Basis durchgeführten Wahlen zusammentreten oder ob er durch Vertreter der großen jüdischen Organisationen beschickt werden solle, behandelt wurde. Das Mitglied der polnischen Delegation Raßner, Vorsitzender des jüdischen Handwerkerverbandes, sprach sich gegen allgemeine Wahlen aus. Solche Wahlen dürften nie Selbstzweck sein, sie seien bloß ein Mittel, um die Teilnahme von Vertretern aller Bevölkerungsschichten zu ermöglichen. Im gegenwärtigen Augenblick aber würden Wahlen die Einigkeit in den zentralen Hilfskomitees beeinträchtigen. Raßner polemisierte auch gegen die von den Zionisten auf der Konferenz verfochtene These, daß die Palästina- Probleme der Zionistischen Organisation Vorbehalten und der Kompetenz des Weltkongresses entzogen werden sollen. Er wies darauf hin, daß die Zionisten auf der vorjährigen Weltkonferenz diesbezüglich anderer Meinung gewesen sind. Auch der Generalsekretär des zentralen Hilfskomitees in Polen, Redakteur Turkow, nahm aus denselben Gründen wie der Delegierte Raßner gegen die Ausschreibung allgemeiner Wahlen Stellung. Dagegen sprach sich der lettische Oberrabbiner und Abgeordnete Rabbiner Nurok für demokratische Wahlen aus. Der Kongreß hätte nur dann einen Sinn, wenn sich an ihm die breiten jüdischen Volksmassen beteiligen könnten. Im selben Sinne äußerte sich der Präsident des Pariser Verbandes jüdischer Hilfsgesellschaften Jefroikin. Er erklärte, wenn man auf die Durchführung allgemeiner Wahlen verzichte, so sei der Weltkongreß von vornherein zum Scheitern verurteilt. Ein jüdischer Weltkongreß könne nicht bloß aus Notabein bestehen, die niemanden vertreten, außer sich selbst. In längerer Rede begründete Abg. Dr. Gottlieb-Warschau die Notwendigkeit allgemeiner Wahlen. Diejenigen, die gegen solche sprächen, hätten kein Zutrauen zu ihren Kräften. Derselbe Standpunkt wurde auch vom Vorsitzenden der Jüdischen Partei in der Tschechoslowakei, Dr. Emil Margulies, und in besonders eindrucksvoller Weise vom amerikanischen Delegierten Morris Rothenberg vertreten, der die Aufrechterhaltung der demokratischen Prinzipien als unerläßlich bei der Verteidigung der jüdischen Interessen bezeichnete. Auch Dr. Tscherikower wünschte die Durchführung von Wahlen auf demokratischer Basis, doch müsse vorher das Programm des Weltkongresses genau festgelegt werden. An der Aussprache beteiligten sich noch eine Reihe anderer Delegierter, unter ihnen der Präsident des Zentralkonsistoriums der bulgarischen Juden Farchi und der Delegierte des Verbandes der jüdischen Gemeinden Jugoslawiens. Das Schlußwort hielt Dr. Nahum Goldmann. Er stellte fest, daß sich die Konferenz in ihrer Mehrheit für die Durchführung demokratischer Wahlen ausgesprochen habe. Sein Arbeitsprogramm werde der Kongreß selbst bestimmen, doch solle schon jetzt festgestellt werden, daß religiöse Fragen auf ihm nicht zur Erörterung kommen dürfen. Dr. Stephan Wise hielt eine Rede, in der er an den Völkerbund als die oberste Instanz internationaler Ordnung und Gerechtigkeit appellierte. Kohl«»KoUs »Aifflitaiit Basch» IV« Avacntinierstr. 12. Toi. Serie II *1-5-40 [In einer Entschließung wird der Völkerbund gebeten, eine jüdische Einwanderung größeren Stils nach Palästina zu ermöglichen. * * * Nach der Eröffnungsrede Dr. Stephen S. Wise* folgten Ansprachen vom Führer der französischen Delegation Leonce Bernheim, vom Präsidenten des Verbandes der Synagogengemeinden in London Morris H. Davis, vom Oberrabbiner von Rom und Vorsitzenden des Rabbinats des jüdischen Gemeindeverbandes Italiens Dr. Angelo Sacerdoti, vom Großrabbiner von Alexandrien Professor David Prato, vom Präsidenten der vereinigten Hilfskomitees Polens Doktor M. Gottlieb, vom Delegierten Südafrikas 1. Ochberg, vom Vertreter der jüdischen Partei Rumäniens Abgeordneten Michael Landau und vom Präsidenten der jüdischen Partei der Tschechoslowakei Dr. Emil Margulies. In seinem Referat über den Jüdischen Weltkongreß führte Dr. Nahum G 01 d m a n n u. a. aus: Das seit der ersten jüdischen Weltkonferenz im August 1932 vergangene Jahr hat die erhöhte Notwendigkeit des Jüdischen Weltkongresses bewiesen. Die Entwicklung hat gezeigt, wie unerläßlich die Schaffung einer autoritativen Instanz ist, die im Namen des gesamten Judentums der Welt den Kampf für die Sicherung der jüdischen Lebensrechte in allen Ländern und die konstruktive Tätigkeit für eine Besserung der sich von Tag zu Tag verschlechternden Situation der jüdischen Massen aufnimmt. Wenn auch Palästina das wichtigste Land für die jüdische Emigration aus Deutschland und anderen Ländern ist und bleiben wird und im Zentrum aller konstruktiven Aktionen zur Lösung der jüdischen Fragen in erhöhtem Maße stehen muß, so kann doch Palästina jedenfalls in den nächsten Jahren nicht die gesamte Zahl der Juden aufnehmen, die aus Deutschland auswandern müssen, so daß andere Einwanderungsländer gesucht werden müssen. Auch vom Standpunkt eines Zionisten gesehen, kann der Zionistenkongreß nicht die Aufgaben des Weltkongresses erfüllen. Die Zionistische Organisation und die Jewish Agency werden sich immer mehr auf die Bewältigung der sehr komplizierten Palästina- Probleme beschränken müssen, so daß für die Unzahl der anderen aktuellen Fragen des jüdischen Lebens in den verschiedenen Ländern eine andere Instanz geschaffen werden muß, die nur der Weltkongreß sein kann. Es kommt hinzu, daß die Richtlinien der zionistischen Politik, die sich naturgemäß um die Stellung der verschiedenen Faktoren der Welt zum Palästina-Problem in erster Reihe konzentrieren muß, in erster Reihe auf die Sicherung der jüdischen Lehensrechte in den verschiedenen Ländern ausgeht. Oer Gedanke des Jüdischen Weltkongresses hat an Popularität gewonnen « lm Laute des vergangenen Jahres, ltilir Dr. Goldmann fort, hat der Gedanke des Jüdischen Weltkongresses in den weitesten jüdischen Kreisen außerordentlich an Popularität •gewonnen und viele, die ursprünglich skeptisch und zögernd beiseite standen, sind inzwischen, durch die Macht der Verhältnisse belehrt, Anhänger des Weltkongresses geworden. Die von der Genfer Konferenz proklamierte organisatorische Grundlage des Weltkongresses, nämlich die Abhaltung demokratischer Wahlen in den Ländern, um die Delegierten zum Weltkongreß zu bestimmen, wird festgehalten werden müssen, trotz aller technischen Schwierigkeiten bei der Durchführung der Wahlen; ohne solche Wahlen würde dem Weltkongreß das verlorengehen, was ihn in erster Reihe von allen anderen bestehenden politischen Komitees unterscheiden wird und Ihm seine Autorität geben soll, im Namen der jüdischen Volksmassen zu sprechen. Es ist nicht daran zu zweitein, daß, wenn diese Konferenz sich entschließt, das Datum des Weltkongresses definitiv festzusetzen, und die Einberufung desselben als eine unwiderrufliche Tatsache proklamiert wird, verschiedene Gruppen und Kreise, die sich heute noch nicht zu einer positiven Beziehung durchgerungen haben, sich der Bewegung anschließen werden. Diejenigen indischen Kreise, die den Gedanken eines jüdischen Volke* \ 29 27

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