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Die Stimme · 1933-06-29 · Heft 287 (29.6.1933) · page 11

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Journal
Die Stimme
Volume
6 (1933)
Issue
Heft 287 (29.6.1933)
Date
1933-06-29
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nf, HT - ft, ftm? m$ Plg ffTTMMf SefleTT 0 Vortragskalender des zionistischen Landeskomitees Tag "Lokal' Redner Thema Proras*"- ■’m‘■ Cftfd Altes Rathaus, I„ Wipp* ilngerstraße 24 Dr. J. H. Körner „Palästina von heute“ Donnerstag, 30. Juni, 8 Uhr abende Cafd Hiatslngerhof, Xlir. Jtiletaipger Hauptstraße 29 Dr. Paul Berger „Der 18. Zionistenkongreß“ Hm . Gasthaus Buchwinker, X., Queilenstraflo JOR Dr. Oskar GrUnbaum „Der 18. Zionistenkongreß“ Montag, 3. Juli, s Uhr abepda Turmmal, XVII., ttötaersasse D Prof. Moses Rath „Der 18. Zlonistenkangrsß“ Montag, 3. Juli, 4 Uhr ebenda Zion. Iteim, XX., Jügerstraße Nr, »0 Dr. Z. F. Finkeleteln „Per 18. Zionistenkongreft" Dienstag. 4. Juli 8 Uhr abends Hotel Bayrischer Hof IL TaborstraBe 39 Dr. Z. F. Finkeistein Dr. Desider Friedmann Dr. OskB' Grünbaum Or. Josef lüwenberz Zum Todestag Herzls Dar 18. Zionistenkongreß und der Allgemeine Zionismus Mittwoch, 5. Jult, $ Uhr abends ZlOU. Helm, U-, Praterstraße Nr. 13 Dr, Oskar GrUnbaum Frau Sophie Löwenherz „Per 18, Ztonlatenkongreß“ Mittwoob, S. Juli, Uhr abend« Vortrags***!, VI., NelkenffMSO 9 Dr. Paul Berger „Palästinaaufbau und der 48, Zlonlstcnkongreß“ Mittwoch, 5. Jult, 8 lThr abends Hotal de France, I., Schottenring 3 Dr. Josef Löwenherz „Per 18. Zlonlstenkongreft“ Zwei Jubilare Das Dlenstlubllüum des Regierungsrates Dr. Wachstein Am 1. Juli begeht der Direktor der Kultusgemeindebibliothek. Regierungsrat Dr. B. Wachstein, sein dreißigjährige» Dienstjubiläum. Es dürfte für die jüdische Oeffentlichkeit von Interesse sein, einiges über seine Tätigkeit zu erfahren. im Jahre 1003 trat Dr. Wachstein in den Dienst der Bibliothek und schon in kurzer Frist zeigte es sich, daß die Wahl des jungen Gelehrten von Glück begünstigt war. Wachsteins ungewöhnlich großes Wissen auf allgemeinem wie auf jüdischem Gebiete, gepaart mit einer nie ermüdenden Arbeitskraft und Arbeitsfreude, kamen der Bibliothek ln glänzender Welse zunutze. Seine erste Aufgabe erblickte efün-der Feststellungund Aufnahme der Bestände, wie er denn auch all die Jahre hindurch den größten Wert auf die Katalogisierung legte. Vor allem ging er an die Anlage von Standortskatalogen, die eine rasche und leichte Uebersicht der Bestände erlauben und für die interne Arbeit von großer Wichtigkeit sind. Dann wurden die Zettelkataloge in Angriff genommen, die allmählich an Stelle der veralteten, schwerfälligen Bandkataloge traten. Besonders zu erwähnen wäre der hebräische Hauptkatalog, ebenfalls in Zetteln, da bis dahin ein solcher überhaupt nicht vorhanden war. Im Jahre 1911 trat Wachstein mit seinem ersten bibliographischen Werk in die Oeffentllchkeit. Es war dies der Katalog der Friedmanri-Sammlung, die über Wachsteins Anregungen von Salo Cohn, dem großzügigen Förderer der Bibliothek, erworben und derselben zur Verfügung gestellt wurde. Einige Jahre epäter erschien der zweite Katalog der Salo Cohnschen Schenkung, der Katalog der Halberstam- Sammlung, die allerdings schon im Jahre 1896 der Bibliothek von demselben Mäzen überlassen worden war. Gleichzeitig entwickelte Wachstein auch eine sehr rege wissenschaftliche Tätigkeit auf verschiedenen Gebieten (die Studien zu seinen großen Inschriftenwerken — um nur ein Beispiel anzuführen — stammen zum Teil aus dieser Zeit), aber über all den theoretischen Arbeiten vergaß er doch nie die praktische Arbeit in der Bibliothek. Aber erst 1919, als Wachstein nach dem Tode Dr. Münz’ die alleinige Leitung der Bibliothek übernahm, konnte er an die Verwirklichung vieler anderer Pläne schreiten. Die Bestände der Bibliothek wurden nach allen Richtungen hin bearbeitet und verschiedene neue Spezialkataioge wurden angelegt: ein Schlagwort- und Druckortkatalog, ein biographischer und ikonographischer und schließlich ein großer historisch-geographischer Katalog, der nun nach vielen Jahren mühsamer Arbeit seiner Vollendung entgegengeht. Dieser einzigartige Katalog, der keine Vorbilder hat, soll die gesamte in der Bibliothek vorhandene Literatur zur jüdischen Geschichte, nach Orten alphabetisch geordnet, umfassen. Er dürfte nach seinem Erscheinen zu den unentbehrlichsten Nachschlagewerken gehören. Die meisten von Waghsteln verfaßten bibliographischen Schriften: Autographe« Ofener Drucke, Spinoza-Bibliographie, Literatur über die jüdische Frau u. a. bilden nur kleine Ausschnitte aus den großen Katalogen und berücksichtigen nur die Bestände der Bibliothek. Andere, wie die allmählich auf vier Hefte angewachsene Bibliographie der Trauer- und Gedächtnisreden, verzeichnen dagegen alles, was nur irgendwie zu erfassen war und bildet mit Ihren vielen biographischen Daten ein unschätzbares Hilfsmittel für jeden, der sich mit jüdischer Geschichte befaßt. Hier zu erwähnen wären dann noch die alle zwei Jahre erscheinenden gedruckten Zuwachsverzeichnisse, die das Publikum Uber die Neuerwerbungen der Gemeindebibliothek unterrichten. Der Ver- BUHge Sommer- und Ferienreisen nach Polen. Wer billig und bequem nach Polen fahren will, benütze die Reise, welche am 15. Juli von Wien abgeht. Diese Reise führt nach Krakau, Lemberg, Tamopol und allen Zwischenstationen. Zur Bequemlichkeit der Reisenden wurde der Termin so erstellt, daß man sowohl acht Tage in Polen blei'ben kann als auch 30 Tage. Keinerlei Paß oder Visagebühren. Plätze werden reserviert. Weitgehende Ermäßigungen bei Hotelbesteilung oder bei einem eventuellen Kuraufenthalt in den Sommerfrischen Polens. Nähere Auskünfte: Internationales Reisebüro Schenker de Co., Wien, I., Schottenring 9, Tel. R 50-5-10, Reisebüro E, Ferstel, Wie», 1.« Kärntnerring 12. Tel. U 40-301. dßerung der Bibliothek widmet Wachstein viel Aufmerksamkeit. Jährlich werden große Summen, die aber leider doch nie genügen, für Bücheranschaffungen ausgegeben, um die Bibliothek, die dank Wachsteins Bemühungen zu einer der größten und bedeutendsten Institutionen der Gemeinde wurde, mit den nötigen wissenschaftlichen Werken zu versehen. Auch der Publikationenaustausch mit vielen anderen Instituten und wissenschaftlichen Vereinigungen und Schenkungen bereichern die Bibliothek ganz wesentlich. Diese reichen Schätze einer der größten jüdischen Bibliotheken finden denn auch ein zahlreiches, dankbares Publikum, das sich aus allen Schichten der jüdischen Bevölkerung zusammensetzt, welches in immer steigendem Maße das Institut frequentiert*. Neben den Besuchern der jüdischen Lehranstalten Seminar, Pädagogium, Chajes-Realgymnasium, die selbstverständlich das Hauptkontingent stellen, arbeiten hier viele Studenten an ihren Dissertationen, in denen sie jüdische Themen behandeln, sei es auf dem Gebiete der Geschichte, sei es auf dem der Kunst- und Literaturgeschichte. Außerdem führt Dr. Wachstein eine sehr rege wissenschaftliche Korrespondenz, denn täglich laufen aus aller Herren Länder wissenschaftliche Anfragen ein, die ihm Gelegenheit geben, sein großes Wissen in den Dienst der jüdischen Wissenschaft zu stellen. Leider erlaubt es der knappe Raum nicht, auf Wachsteins wissenschaftliche Leistungen einzugehen, die seinen Namen in den einschlägigen Gelehrtenkreisen berühmt gemacht haben. Es sei deshalb auf die von Archivar Saul C h a j e s im Aufträge des Vorstandes der Israelitischen Kultusgemeinde Wien verfaßte Bibliographie der Schriften Wachsteins verwiesen, die ein getreues Bild seiner vielseitigen wissenschaftlichen Tätigkeit bietet. Sie zeigt ihn uns als Historiker, Epigraphiker und Bibliographen und auch als mutigen, begeisterten Kämpfer für die Freiheit und Ehre seines Volkes. Es möge ihm noch recht lange vergönnt sein, seine verdienstvolle Tätigkeit im Dienste des jüdischen Volkes und der jüdischen Wissenschaft auszuüben. Oberfinanzrat Dr. Hugo Benedikt - ein Sechziger Die Wiener Zionisten wissen, daß Dr. Benedikt der Bewegung seit Herzls Zeiten angehört, daß er zu den ersten Mitgliedern der J. A. Y* Unitas gehörte, und nun, da er seinen 60. Geburtstag feiert, 6taunt man über seine jugendliche Frische. Dr. Benedikt« erstes Arbeitsgebiet war der Keren Kajemeth, damals noch Jüdischer Nationalfonds genannt. Er arbeitete in der Türkenstraße und viele der heute selbstverständlichen Sammelmethoden haben in ihm ihren Schöpfer. Benedikt gehörte auch wiederholt dem Landeskomitee an. Einen großen Teil seiner Kraft widmete er der «Hakoah», deren Präsident er in schwierigen Zeiten war. Dem «Herzl-Klub* gehört er seit der Gründung an. Dr. Benedikt erfreut sich in allen zionistischen Kreisen uneingeschränkter Beliebtheit. Er stellt über alles die Organisation und die Mitarbeit am Aufbauwerk. In letzter Zeit kehrte er wieder zu seiner ersten Liebe, zum Keren Kajemeth, zurück, Wie das Aufbauwerk auf Dr. Benedikt wirkt, zeigt ein Erlebnis aus den letzten Tagen: Er benötigte eine palästinensische Adresse. Man stellte ihnr das Adreßbuch «Kol Jisrael» zur Verfügung. Dieses nüchterne Buch begeisterte ihn wie ein spannender Roman. Stundenlang saß er über dem Buch und seine Augen glühten vor Begeisterung. Möge es dem Jubilar noch ungezählte Jahre gegönnt sein, für das zionistische Ideal zu arbeiten. Das ist der Wunsch aller Wiener Zionisten. T. Das zionistische Landeskomitee gratuliert auch auf diesem Wege Herrn Dr. Benedikt herzlichst zu seinem 60. Geburtstage. SekekebAbrecknung bis Freitag, tZ Uhr mittags, verlängert. Zionisten, nützet noch die tetzten Stunden zum SchehebKauf! DI« Arbeit des Keren Kn)e* meth Gg. Dr. F. K. hat an den Keren Kajemeth eine SpfWH von S 1380— abgeführt. Lag b’Omer-Aktion der «WIZO». Die Zentrale der «WIZQ» Oesterreich hat an den Keren Kalemftii afc Ergebnis der für den Keren Kajemeth und Keren durch geführten Lag b’Omer-Aktion den Betrag von S 778.-* abgeführt. Goldbuch Gisela Schor s. A. Für diese Eintragung rst eta weiterer Betrag von S 80,— eingegangen, Hermann Plaschkes-Garten, Für diesen Garten tat weiterer Betrag von S 44,66 eingegangen, Zur Komplettierung desselben fehlen somit noch S 226.45, , . ,. Silbernes Buch des Keren Kajemeth. Dr. Herbert Ku* durch Frau Dora Neumann (Nr. 160). Keren Kajemeth-Kommlssion ln Leoben, deren langjähriger Kommissär Herr Simon Gewing Leoben ist und der die Agenden de« Keren Kajemeth mit großer Hingabe seit Jahren führt, hat da« Ergebnis der letzten durch den «Britto Yrumpeldor» durchgeführten Leerung von S 60 — abgefUhrt. Die Abrechnung der Juni-Leerung. «Haschomer rladati» hat als erster die Juni-Leerung abgerechnet und das Ergebnis an den Keren Kajemeth abgeführt, Zionisten besorgen ihre Fahrkarten für In- und Ausland im Reisebureau,!., Seilergas®« 3, unter Berufung den Keren Kajemeth. Sammlungen bet Veranstaltungen. Die Sammlungen für den Keren Kajemeth bei Veranstaltungen und Versammlungen werden vom Keren Kajemeth-Bureau aus geleitet. Gg. Cb. Veratänidg ist berechtigt, im Namen des Keren Kajemeth die Durchführung der Sammlungen zu überwachen. Er ist berechtigt, nach Durchführung der Sammlung die gesammelten Gelder entgegenzunehmen und den sammelnden Gruppen Bestätigung über diese Beträge auszufolgen. Die gesammelten Beträge werden dem Kontingente der betreffenden Gruppen gutgeschrieben. Dies wird auch auf der Empfangsbestätigung vermerkt. Jugendgruppen, die bei Veranstaltungen der Verbände, denen sie angehören (z. B. Verband radik, Zionisten, Allgemeine Zionisten usw.) Sammlungen durchführen wo««* haben dies dem Keren Kajemeth zu melden, widrigenfalls müßte der Keren Kajemeth von sich aus Sammelgruppen zu diesen Veranstaltungen delegieren. Diese Anmeldung ist deswegen notwendig, um Kollisionen zwischen den sammelnden Gruppen zu verhüten, Rabbi Nachum Frledmatut von Stefauesti s. A. ln einer österreichischen Heilanstalt am 21. Siwan ist er nach langem Leiden ln »einem 53. Lebensjahr sanft entschlummert. Dieser Schicksalsschlag ist nicht allein tür seine Familie niederschmetternd, er trifft auch schwer seine Freunde und Verehrer. Seine hinterbliebene Frau und einzige Tochter trauern um einen guten, hingebungsvollen Gatten und Vater, und jene, denen er freundschaftlich nahe stand» um einen treuherzigen Freund, der ihnen vorzeitig entrissen worden ist. Rabbi Nachum Friedmann war väterlicher- und mütterlicherseits ein Urenkel des großen Rebben von Ruzhin s. A. Als ganz junges Kind von seiner edlen Mutter verwaist und jn ungünstigen Familienverhältnissen aufwachsend, mußte er sich sozusagen selbst erziehen und so ging seine geistige Ausbildung und Lebensgestaltung nicht ohne innere und äußere Kollisionen vor sich. b Seinem reichen Wissen und Talent verdanken wir eine Anzahl interessanter Schriften in hebräischer Sprache. Besonders hervorzuheben ist der Kommentar zum Traktat Awoth (Peru sch Man), eine Abhandlung über AestHetilc (Al Hajoti) und ein Essay über den Traum und seine Deutung (Hachalom Upttrono). Sein lebhaftes Temperament und sympathisches Wesen, sein Freimut und Esprit machten den Verkehr mit ihm zu einem wahren Genuß. Kein Notleidender hat sich, je vergeblich an ihn gewandt. Er war ein generöser Mensch, dem alles Kleinliche fremd war, ein opferwilliger Freund Erez Israels und treuer Mitkämpfer für die nationale Renaissance des Judentums. Ehre seinem Andenken! J. Fr. Eine interessante Neuerscheinung: Geht das Judentum unter? „Geht das Judentum unter?» Eine Erwiderung auf Otto Hellers „Untergang des Judentums» ist der Titel einer Schrift von Eli Strauß, die demnächst im Verlag des Zionistischen Landesverbandes für Oesterreich erscheint. Wir werden auf diese interessante Neuerscheinung noch ausführlich zurückkommen. Jüdisches Konzert im Beograder Radio im Beograder Radio wird am Dienstag, de« 4. Juli, 7 Uhr 30 abends, wieder ein jüdisches Kos* z e r t zu hören sein. Else Lasker-Schüler hielt sich kürzlich einige Zeit i« Zürich auf. Da Besorgnis über das Schicksal der groBm Dichterin herrschte, geben wir von ihrem Züricher Aufenthalt Kenntnis. Wichtig für Palästina-Touristen Im Palästinamte, Wien, I., Kärntnerstraße 28, ist der soeben erschienene, vom Zionistischen Informations-Bureau für Touristen in Palästina herausgegebene «Führer dureß das neue Palästina» zum Preise von S 1.50 «iMMtel». * Im Palästinamte Wien, I., Kärntnerstraße 38 ist das Palästina-Informationsbuch zu habe», Preis S 4.— (exklusive Versandspesen). Sämtliche Fragen, wie U e b e rsiedl un g s m ö gll chkeite n, Ein* reisebestimmungen, Existenzmöglichkelten usw. präzise beantwortet.

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