Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 5 (1932)
- Issue
- Heft 227 (12.5.1932)
- Date
- 1932-05-12
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 227 — 12. Mai 1l>32 üifc SUMME Seite Jüdisdkew fport ln der Stadt der Schwimm-Retthampfe Tagebuchblätter aus Palästina. Van Alfred 0 u t li. Haifa, I. April. A n frühen Morgen fanden sich im Bahnhof von Tel- Awiw die Schwimmer aller Nationen ein. Die Fahrt nach Haifa, der Stadt der Wettkämpfe, wurde nur in Chederah, einer blühenden Kolonie, unterbrochen. Wir Oesterreicher fanden im Haus des Dr. Eichenberg gastliche Aufnahme. Nach viel zu kurzem Aufenthalt ging es weiter. Wie bisher klappte es auch in Haifa organisatorisch tadellos; nach einem Imbiß im Hotel HerzHo bezogen die Leute ihre Privatquartiere. Nur besonderer Protektion hatten wir es zu danken, daß wir noch am gleichen Tag im Hafen trainieren durften. Alles ging früh zu Bett, die Redse lag uns in den Gliedern. Haifa, 2. April. In Autobussen fuhren wir nach Jemen und mußten im freien Meer üben, da der Hafenbau nicht unterbrochen werden kann. Nachmittags wurde im Beisein aller Gäste die neue Makkabi-Turnhalle eingeweiht. Herr Neumann saß als unser Vertreter auf der Ehrentribüne. Die Küstenstadt Haifa ist flicht rein jüdisch und doch drückte ihr die Makkabiah den Stempel auf. Die Athleten in ihren wappengeschmückten, bunten Hemden werden überall freudig begrüßt. In den Schaufenstern hängen Tableaux mit unseren Bildern. Das Bad soll schon ausverkauft sein. Nach der Feier in der Turnhalle fuhren wir auf den Karmel. Steile Serpentinen führen auf die Höhe und nach jeder Kurve bietet sich ein neues Bild. Wir lassen erst auf dem höchsten Punkt halten und genießen von oben den Blick über die sanft geschwungene ucht. Am Heimweg besuchten wir eine Wiener Familie, die schon seit sieben Jahren eine Pension auf dem Karmel unterhält. Als wir von dem Dachgarten beobachteten, wie die Lichter am anderen Ende der Bucht, in Akkon, auifbiiu.ivn und zu im^-ren Füßen d:e Stadt nur Meer in ihrer ganzen Schönheit sahen, verstanden wir die Liebe unserer Gastgeber zu diesem gottgesegneten Fleck Erde. Im Hafen, an dessen Ausbau Tag und Nacht fieberhaft gearbeitet wird, kreischt ein Riesenbagger und eine Feldbahn schafft in kurzen Zwischenräumen Steinmassen auf den weitausholenden Damm, der das Bassin des Hafens gegen das offene Meer abschließt. Wenn man die Intensität der Arbeit, die hier geleistet wird, erfaßt hat, wird man erst begreifen, welche Opfer das Schwimmfest heischt, muß doch an diesem Tag die Arbeit völlig ruhen und alle Kraft auf die Vorbereitung der Kampfbahn konzentriert werden. Im stillen Wasser Hegt ein englisches Kriegsschiff im Lichterschmuck, eine Flotille von weißen Segelbooten gleitet dem Ufer zu, den Kurs genau zwischen den regelmäßig aufleuchtenden Bojen nehmend. Auf der Heimfahrt waren wir alle still. Hier begegnet man Dingen, welche auch den Oberflächlichsten nachdenklich stimmen müssen. In diesem Lande haben Juden aller Klassen und Bildungsgrade eine Heimstätte gefunden. Wen immer man auch fragt, den Straßenarbeiter oder den Besitzer von vielen Dunam Boden, jeder ist hier glücklich und denkt nicht daran, nach Europa zurückzukehren. Und mit Staunen wird man gewahr, daß eine Idee imstande ist, Men.--eben von Grund auf umzuformen. Man begegnet im Land herrlichen Typen. Von den hier Geborenen, den «sab;:1?» gar nicht zu reden, diie reiten wie die Cowboys;aiad schießen wie die Zirkusschtitzen. Für mich sind *lie Maturanten und Absolventen der europäischen Hochschulen, welche Steine für den Straßenbau klopfen und dafür nichts 'bekommen als das Essen interessanter. Man kann sich in die Idec' vjie dieser Leute nur emfü'hlen, wenn man dieses Land tm Aufblühen sieht. Jede Arbeit hier ist für die Zukunft Wicufg lind vielleicht erst für die nächste Generation von Bedeutung. Diese Leute passen sich auch dem Land, dem Klima und der harten Arbeit mit einer Geschwindigkeit an, die den Jahrhunderte währenden Widerstand gegen d're Assimihi.ion im Gallith unverständlich machen würde, wüßte man nicht, daß nur ein Faktor diesen Umwandlungsprozeß so beschleunigt: die Idee, von der die hier Lebenden fanatisch besessen sind, den sie blind nachstreben, ohne auf Opfer und Mühen zu achten. Dieses Ziel heißt: der Aufbau Palästinas. Haifa, 3. April. Ich schreibe um Mitternacht noch schnell einige Zeilen. Der heutige Tag hat unsere Erwartungen weit übertroffen. Wir holllen, den schönen Pokal der Nationen, den der Hafenkapitän stiftete, mit unseren vier «Manderln» und drei Damen knapp zu gewinnen; es wurde ein triumphaler Sieg! Die «Schlacht» stand schon zu Mittag sehr gut und wurde am Nachmittag durch das glänzende Abschneiden aller unserer Kombattanten endgültig entschieden. Wir haben zwei Pokale erobert und waren überall Gegenstand des größten und herzlichsten Interesses. So gefreut haben wir uns selten über einen Sieg. Tagsüber kamen wir nur zum Essen für eine halbe Stunde vom Bad weg; dank ‘der Fürsorge unseres Leiters Neumann, der leichtes Essen bestellt hatte und sogar nicht vergaß, Tfinkwasser in den «salzigen» Hafen zu nehmen, überstanden wir den für alle arbeitsreichen Tag (Dreikurs und ich schwammen zum Beispiel jeder 2100 m und spielten überdies Wasserball), ohne jeden Zwischenfall. Am Abend waren wir ins Haus Goldschmidt in Bath Galium geladen und wurden als Vertreter des jungen Judentums gefeiert. Der Abschied von der gastfreundlichen Gesellschaft fiel uns sehr schwer. Franz Matzner dankte mit einer kurzen Ansprache und der Autobus führte uns nach Haifa zurück. Das Öepäck liegt bereit, morgen beginnt endlich der schönste Teil unserer «Sportreise*, die Fahrt durch Erez Israel, der Besuch der Städte und Kolonien. Wir freuen uns schon, mit dem Land und seinen Bewohnern in nähere Berührung zu kommen. Was wir bis nun zu Gesicht bekamen, ist begeisternd. Drei Hakoahner Im österreichischen National-Wasserballteam Im österreichischen Wasserballteam, das zu Pfingsten in Budapest an dem Länderkampf gegen die Tschechoslowakei und Ungarn teilnimmt, sind drei Hakoahner und zwar: Beck, Flesch und M e h 1 e r aufgestellt. Ringen Erfolge des Dauerschwimmers Stern Bei der im Zirkus Renz statfindenden Weltmeisterschaft für Professionalringen nimmt auch der Dauerschwimmer und gewesene Schwergewichtsmeister der Hakoah Ernst Stern teil. Dem jüdischen Athleten, der bis heute zweimal antrat, gelang es vorigen Freitag den Berliner Kinscherf mit «doppeltem Auszug aus dem Stand» in vier Minuten auf die Schultern zu drücken. Vorgestern kämpfte Stern gegen den hoch übergewichtigen Russen Smirnoff unentschieden. Dieser Kampf, der sehr spannend und aufregend war und von dem Russen in brutaler, roher und rücksichtsloser Weise geführt wurde, dauerte 15 Minuten. d. Revanchekampf Hirschl—Klapuch Die Vorarbeiten für die geplante Freituftveranstaltung des «Kiubs der Hakoahfreun.de» sind soweit vorgeschritten, daß sowohl der Termin als auch der Ort der Veranstaltung schon endgültig feststehen. Donnerstag, den 26. Mai (Halbfeiertag), abends, wird der Ringkampf zwischen der Prae r Polizei und der Hakoah in der Freiluftarena ngelmann, XVII., Jörgersfraße 24, ausgetragen. Dieses Treffen hat umso bedeutenderen Wert, als es zu einem Revanchekampf zwischen dem Schwergewichtsmeister Hirschl und dem Tschechen Klapuch kommen wird. Bekanntlich wurde bei dem seinerzeitigen Treffen im «Ronacher» anläßlich einer Veranstaltung des Oesterreichischen Kraftsport-Verband'es Klapuch Punktosieger über Hirschl. d. Die Gaumeisterschaft von Wien mußte infolge des i cieinbrechenden Regenwetters verschoben werden. Pfingsttoumeen der Hakoahner Für die Pfingstfeiertage wurden eingeladen: Die Handballer des Sportklubs Hakoah nach Graz, wo sie gegen die dortigen Hakoahner spielen werden. Die Jungmannschaft der Hakoah - Fußballer nach Graz. Die Fußballmannschaft des F. C. Hakoah nach Agram, wo sie gegen «H a s k» und «C o n c o r d i a» antreten wird. * Im Laufen «Quer durch Wien» besetzten die Hakoahner den zweiten Platz vor W. A. F. Touristen- und Skiklub Hakoah, I., Wlcsingerstraße 11. 15. Mai: Wassergsprcngr von Mauer führt Herr Fritz Haas. 15. Mai: Göller—Prelneck (Voranmeldung bis 6. Mai), zwei Tage, führt Herr Dr. Mandler. Abfahrt Westbahnhof um 5.65 Uhr. S 8.40. Jüdischer Sport- und SchUtzenverein „Menorah“, IX., Nußdorferstraße 16. Auskünfte und Anmeldungen ln den Amtsstunden: Donnerstag von 19.16 bis 22 Uhr. Training: Montag von 20.30 bis 22 Uhr, Donnerstag von 19.11 bis 20.30 Uhr. Studentenkorps „Haganoh’1 im J. S. S. V. „Nlenorah“. Anmeldungen: Montag von 2" bis 22 Uhr, Donnerstag von 19.15 bis 22 Uhr. Training: Juristen, Philosophen, Welthandel: Montag von 19 bis 2n.30 Uhr — Mediziner: Dienstag von 19 bis 20.30 Uhr . Techniker: Mittwoch von 19 bis 20.30 Uhr. Wiwtschaft Miitelstandsholonisation in Erez Israel Der Verband der Allgemeinen Zionisten ln Oesterreich hat Im Einvernehmen mit der Jewish Agency die Organisierung jener Zionisten ehrenamtlich übernommen, die sich ln Palästina ansiedeln wollen. Auskünfte werden im Bureau des Zionistischen Landeskomitees von Sekretär Dr. Glücklich erteilt. Die Leitung der Jewish Agency sowie deren Kolonisationsabteilung hat den Plan der Entwicklung von Wadi Chawarith soeben in seinen allgemeinen Umrissen fertiggestellt. Es soll eine sofortige Aktion zwecks Ansiedlung des Mittelstandes am ersten Sicdiimgspimkt beim Meere, der nach seiner Lage für die sofortige Kolonisation in Betracht kommt, begonnen werden. Es handelt sich hier um eine Fläche von 2000 Dunam am südwestlichen Punkt von Wadii Chawarith und gibt Möglichkeit für die Ansiedlung von 100 Familien. Diese Fläche enthält bloß leichten Boden. Im Zusammenhang damit wurde beschlossen, die zur Anpflanzung einer Plantage vorgesehene Fläche auf 14 Dunam für jede Wirtschaftseinheit festzusetzen. Außerdem wird jeder Ansiedler einen Platz von 2¥j bis 4 Dunam auf dem Sandhügel bei den Plantagen erhalten und noch eine Fläche von ungefähr 3 Dunam leichten Bodens, der für Orangenplantagen nicht in Betracht kommt im Zusammenhang damit geben wir folgende Einzelheiten bekannt: 1. Der Boden. Bekanntlich gehört dieser Boden dem K. K. L. Er wird dem Ansiedler in Pacht für 99 Jahre gegeben werden. Der Pachtschiiling beträgt ungefähr 100 bis 120 palästinensische Mill pro Dunam und Jahr, nachdem die Plantage fruchttragend geworden sein wird. 2 1 n v e s t i t: o n s k a p i t a 1. Da im allgemeinen die Mittelständler die Arbeit der Plantagenbepflanzung nicht kennen und einer Anleitung und einer Hilfe bedürfen, schätzen wir die Kosten der Bepflanzung eines Dunams Plantage auf 55 palästinensische Pfund. Wenn wir annehmen, daß der Kolonist mit seiner Familie sofort den Boden übernimmt und am Anfang bloß 10 Dunam Plantage bepflanzt, wird der Ansiedler folgende Summen benötigen: pal. Pfund 10 Dunam Plantage.550 Haus, Stall, Hühnersfall und Umzäumung .... 200 Kuh und Geflügel.. 35 Zubereitung von 5 Dunam (Pflügen, Umzäumung und Kanalisierung).. 50 Die Erhaltung der Familie durch 5 Jahre . 400 Pf. Abzüglich Arbeitslohn in der Plantage (ist in der Summe von 550 Pfund enthalten) und Arbeitslohn beim Bau ..... 175 _,, 225 Verschiedenes (Parzellierung, technische Aufsicht usw.) . ._. . ,_40 Zusammen . 1100 Wenn der Kolonist die landwirtschaftliche Arbeit selbst versteht oder sie gut erlernt und die Anpflanzung der Plantage auf eigene Verantwortung übernimmt, wird es ihm gelingen, die Summe von 55 Pfund bei jedem Dunam um 10 bis 20 Prozent zu verringern. Wenn jedoch der Kolonist stich allein ohne seine Familie auf dem Boden ansiedelt, und wenn er sien bloß mit dem Arbeitslohn, den er verdienen wird, begnügt und sich ein Haus erbaut, so wird die erforderliche Summe ungefähr 775 Pfund betragen. 3. D;e Pflanzung eines Pardes. Sollte der Kolonist sich nicht soiort ansiedeln und die Bearbeitung des Pardes einem anderen übertragen, so wird er einen Betrag von 550 Pfund für die Bepflanzung von 10 Dunam Pardes benötigen. 4. Nettoeinkünfte. Der Pardes wird im sechsten Jahr ungefähr 30 bis 40 Kisten pro Dunam liefern; im achten Jahre wird der Ertrag pro Dunam 80 bis 100 Kisten ausmachen; vom achten Jahre angefangen kann man den Ertrag eines Dunams Pardes mit 12 pal. Pfund annehmen und insgesamt mit 120 pal. Pfund pro Jahr. Dazu kommt der AV1GDOR HAMEIRI 81 DER CROSSE WAHNSINN Ai. jr. rraguug aus Uv >.i rlebräisciieii von Sem Wo;t. Zwei Stunden befassen sich schon alle mit dieser Angelegenheit und wissen nicht, was tun. Soll man einfach erklären, daß er simuliert? Das wäre ein wenig unangenehm! Ein Offizier und Simulant... Und dazu noch ein aktiver Offizier und Sproß einer angesehenen Familie! Ein peinlicher Fall! Plötzlich trat der Gefreite Margulies, der Telephonist, ein, um dein Leutnant Smrecsanyi, der sein Vorgesetzter war, eine Meldung zu machen. Margulies hat den Befehl erhalten, das Geheimtelephon, das unsere vorderste Linie mit der russischen Linie verband, auszubessern. Es war eine der wichtigsten und eine der gefährlichsten Arbeiten an der Front. Und jetzt kam er, um über den Erfolg zu melden. Margulies, der kleine Gefreite, sah sich um und verstand sofort, um was es da geht. Er schaute den «Verrückten» eine Weile an und meldete dann laut, fast schreiend, dem Leutnant Smrecsanyi: «Herr Leutnant, melde gehorsamst, ich habe das Geheimtelephon bis zur russischen Front gelegt. Sogar das Atmen des Feindes kann man hören.» Alle brachen in ein Gelächter aus. Der «verrückte» Stubnik wollte auch lachen, aber dann plötzlich legte er seine Hand auf den Mund und gab sich Mühe, ernst zu bleiben. Der Arzt, der ihn die ganze Zeit fixierte, stand auf, legte seine Hand auf die Schulter Stubniks, und sagte ganz ruhig, aber zähneknirschend: «Gemeiner Feigling!» Er stieß ihn vor sich her und sagte dann: «Marsch!» «Zum Rapport!» schrie der krebsrote Oberst Fieger. Das Gericht verurteilte den edlen Herrn Oberleutnant zur Degradation: Man nahm ihm einen goldenen Stern herunter. Von nun an war er nur Leutnant. Ich bat, man soll ihn mir nicht mitgeben zum Schutze des Hügels. Diese Bitte wurde erfüllt: Ich werde ohne den Helden Stubnik hingehen. Inzwischen stellte der Arzt den Margulies: «Wie ist es dir eingefallen, ihn zum Lachen zu bringen?» Margulies antwortete: «Melde gehorsam, das ist sehr einfach. Nur Trotteln wie er lachen über so etwas. Ein Verrückter lacht nur dann, wenn er will. Und es ist ja bekannt, daß der Herr Oberleutnant Stubnik kein Verrückter Ist, sondern ein Trottel.» Einundzwanzigstes Kapitel. Russische Weihnacht Auf der Nachtwache. «Wer lauert im Dunklen? Stillgestanden dort!» «Nur dein Bruder bin ich, Wirf die Waffe fortl» «Durchgang nicht gestattet! Hier weilet der Tod! Welche Botschaft bringst du?» «Göttliches Gebotl» «Woher kommst du, Fremdling, In der stillen Nacht?» «Ewigkeit und Frieden Hab ich euch gebracht.» Sag, wie ist dein Name, Sag’s im Mondenschein!» «Bin der Todesengel.» «Komm herein!» Die Nacht, in der wir die Anhöhe besetzt haben, war nicht besonders angenehm. Die ganze Fläche war mit leuchtend weißem Schnee bedeckt — auf die Entfernung von zweihundert Schritten konnte man sogar eine Katze sehen. Obendrein leuchtete der Mond von irgendwo her zwischen den weißen Wolken. Wir gingen und bahnten uns den Weg durch den Schnee: rechts und links von uns bildete sich ein mannshoher Schneewall. Ein galizischer Winter!... So gelangten wir zum Schützengraben jenseits der Anhöhe. Der Weg dauerte vier Stunden und acht Minuten. Und dieser heftige Schneefall war auch der Grund, warum es im Laufe der letzten Tage hier gar keinen Zusammenstoß mit dem Feinde gab. Die Russen griffen die Anhöhe, die ungefähr vor einem Monat in unseren Besitz gelangte, überhaupt nicht an. Nur jetzt, als die Nachricht kam, daß sie einen Generalangriff vorbereiten, war es nötig, auf der Hut zu sein. Es schien aber, daß der Schnee den Russen die Lust zur Offensive genommen hatte. So saßen wir im Schützengraben lange Zeit ohne «Arbeit». Und wir langweilten uns. (Fortsetzung folgt.)