Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 192 (10.9.1931)
- Date
- 1931-09-10
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 DIB STIMME Nr. 192 — 10. September 1931 Rnahctoin» Friedländer & Deutsch III IIUlllKflllU *l«n. I.«Selteattetteefmis« Er.t Tel. ü 28*1-28 XI., Zeutralfriedhof, neben dem 1. Tor. Tel. U 18-9.86 ln aller Kürze In Riga wurde ein jüdischer Schul- und Kulturverband für Lettland gegründet, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, den scharfen Gegensatz zwischen Hebraisten und Jiddischisten, der wiederholt zu heftigen Kulturkämpfen geführt hat, zu überbrücken. Prof. Albert Einstein tritt im Oktober I. J. wiederum eine Reise nach Amerika an, um seine wissenschaftlichen Arbeiten im Mount-Wilson-Obscrvatorium bei Pasadena fortzusetzen. ♦ In Madrid ist der Öberrabbiner von Argentinien ur.d Uruguay, Sabaty, eingetroffen, um von der spanischen Regierung die Genehmigung zur Abhaltung eines Weltkongresses der Spaniolen zu erbitten. In Budapest verstarb der Oberrabbiner von Bistritz und Präsident der Siebenbürger Orthodoxen Landeskanzlei Salomon Ulimann. *- In Kanada wird Propaganda für die Erlassung eines Gesetzes gemacht, auf Grund dessen erwerbslose Einwanderer, wenn sie sich zur Rückkehr in ihre Heimatländer verpflichten, die Reisekosten von der kanadischen Regierung erhalten sollen. * Die Schweizer Bundesregierung hat den bisherigen schweizerischen Konsul in Sidney, Eugen Bloch, zum Generalkonsul der Schweiz in Australien ernannt. * L>a die über die kürzlich erfolgten antisemitischen Vorfälle in Sofia geführte Untersuchung bis jetzt zu keinem Ergebnis gelangt ist, hat das jüdische Zentralkonsistorium an das Innenministerium ein Schreiben gerichtet, in welchem am restlose Aufklärung der Vorfälle und Bestrafung der Schuldigen dringendst ersucht wird. * ln Minneapolis, U. S. A., starb die älteste Jüdin Amerikas, Frau Sara Silbermann, an ihrem 105. Geburtstag. Wegen der schlechten Wirtschaftslage verzichtete der jüdische Gcneralgouvemeur Australiens, lsaac Isaacs, auf 1Ö Prozent seines Gehaltes und auf seine Richterpension. * In Wiznitz (Bukowina) fand am 12. August die feierliche Bestattung der vor etwa einem Monat in der Wizmtzer Synagoge geschändeten Thorarollen statt. * Die Londoner Nationale Liga beruft für den 2. November eine «anglo-arabische mohammedanische Demonstration* in der Albert-Hall in London ein, bei der u. a. der indische Mohammedanerführer Maulana Schaukat Ali sprechen wird. Angesichts der schlechten Wirtschaftslage der Juden Polens wird in der polnisch-jüdischen Presse der Plan erörtert, einen allgemeinen polnisch-jüdischen Kongreß einzuberufen, der Maßnahmen zur Rettung der polnischen Judenheit treffen soll. * Die jüdische Tuberkulose-Forscherin Fran Professor Lydia Rabinov'itsch-Kempner, Direktor des bakteriologischen Laboratoriums des städtischen Krankenhauses Berlin-Moabit, vollendet am 22. August ihr 60. Lebensjahr. Die luden im faschistischen Italien Im Gegensatz zu gewissen Andeutungen in der österreichischen und der deutschen antisemitischen Presse über antisemitische Tendenzen im italienischen Faschismus wurde dem Chefredakteur des «Egyenlöseg» Dr. Ludwig Szabolcsi, der sich jüngst in Rom aufgehaltcn hat, von zuständiger faschistischer Stelle auf seine Frage die strikte Antwort gegeben, daß die faschistische Bewegung nach wie vor jeder antisemitischen Tendenz vollkommen fernsteht. Zur Illustrierung der Lage der Juden im faschistischen Italien wurden einige Beispiele zitiert: In der italienischen Armee gibt es derzeit zwei jüdische Korpskommandanten, der General- Ingenieur der italienischen Marine ist Jude, desgleichen der Kronanwalt des Obersten Staatsgerichtshofes in Venedig und der Rektor der Universität in Rom. Der Großrabbiner von Mailand, der auch mit Papst Pius XL. freundschaftliche Beziehungen unterhält, hat vor kurzem eine mit dem Exzellenztitei verbundene Auszeichnung erhalten. Der Obeirabbiner von Venedig ist Kommandeur des italienischen Kronenordens. Der jüdische Musikabend findet Sonntag, den 27. September 1. J. (zweiter Tag Sukkoth), im Konzertsaale des Hotels «Post*, I., Fleischmarkt 24, statt. Ausführender J. Segal-Rosenbach (Tenor). Ferner wirken mit: Prof. Josef Z i m b 1 e r und Sam. Schwager. Es gelangen hebräische und jiddische Lieder (Gesang) und Rezitationen zum VoTtrage. Ausgewähltes Programm. Eintrittsßreise von S —.80 bis S 2.50. Karten zu naben: Jüdischer ochschulausschuß, IX., Zimmermannplatz 8, Tel. A 25-2-28, Bücherstube M. Rath, II., Taborstraße 20 a, Tel. R 43-1-58, Keren Kajemeth, I.t Kärntnerstraße 28, Tel. R 27-3-20, und an der Abendkassa. Ein Teil des Reinerträgnisses fließt dem Keren Kajemeth zu. — Am Klavier Kapellmeister Rudolf Beck. Jüdischer Sport FaaOball Wacker—Hakoah 2:0 (1:0) W. A. C.-Platz, 6000 Zuschauer, Schiedsrichter Lejolle. Eine anglückliche Niederlage. Die Hakoahner traten zu diesem Wettspiel in stark veränderter Aufstellung an. Unter anderem mußte für den verletzten Amster und für Wortmann Ersatz gestellt werden, ln der ersten halben Stunde hatte es ganz den Anschein, als sollte der neuformierte Angriff populär werden. Der Sturm in der anfänglichen Aufstellung Eisenhofer, Mausner, Heß, Mermelstein, Grünfeld inszenierte schwungvolle Angriffe, wobei besonders das vorzügliche Zusammenspiel des rechten Flügels angenehm auffiel. Es war bestimmt nicht Unfähigkeit der Stürmer, wenn die Hakoah in diesem Zeitabschnitt nicht zu Torerfolgen kam, und die bereits zur Schablone erstarrten Jeremiaden der «fachkundigen* Sportzeitungen kann man nur für die nach der Pause gezeigten Leistungen gelten lassen. Durch 30 Minuten führte die Hakoah ein ausgezeichnetes Spiel vor. Zweimal wurden die Torstangen bombardiert und eine ganze Anzahl von scharfen Schüssen verfehlten nur ganz knapp ihr Ziel. Wäre während dieser Zeit nur ein Tor geglückt, hätte das Spiel einen ganz anderen Verlauf genommen. Anstatt dessen gelangte Wacker auf merkwürdige Art zur Führung. Langer war aus krasser Offside-Position durchgebrochen, seine Flanke führte zu einem Eigentor Feldmanns. Nun zeigte es sich, daß den Hakoahnern hauptsächlich gesunde Nerven fehlen. Die Mannschaft klappte für den Rest der Spielzeit zusammen, die Stürmer wurden zaghaft und auch die Leistung der Halfreihe ließ zeitweise zu wünschen übrig. Als bald nach der Pause der sonst gut spielende Oppenheim auf lächerliche Art das zweite Tor verschuldete, war das Spiel endgültig verloren, da die meisten Hakoahner trotz Feldüberlegenheit nun ganz planlos operierten. Man wird den Eindruck nicht los, daß in dieser Mannschaft viel mehr steckt als sie bisher zeigen konnte. Der Start in der Meisterschaft war schlecht, das Ende kann noch sehr gut werden. Wenn das Publikum mehr Vertrauen haben wird, kann sich das sicherlich auf die Mannschaft, die nicht schlecht ist, günstig auswirken. Die Verteidigung war schwächer als vergangene Woche. Stroß spielte sehr ungleichmäßig, allerdings wurde er von seinem Half oft «hängen gelassen*. Im Half bot Placzek die beste Leistung, Drucker erreichte anständigen Durchschnitt, während Donnenfeld den schweren gegnerischen Flügel nicht halten konnte. Der Angriff konnte nur in der ersten Halbzeit gefallen. Der schwächste Mann war Eisenhofer, dessen Einbeinigkeit sich besonders unangenehm bemerkbar machte. Heß begann sehr gut, verlor sich aber in der Folge in endlosen Dribbeleien. Mermelstein hielt sich anfangs überraschend gut, klappte aber nach Halbzeit zusammen. Grünfeld ist ein guter, kultivierter Spieler und verfügt auch über einen schönen Schuß. Bei Wacker gefiel die Verteidigung, Windtner als Zentcrhalf und im Angriff der linke Flügel Langcr-Horvath am besten. Die Meidlinger waren um kein Jota besser, sondern nur glücklicher als die Hakoahner. Schiedsrichter Lejolle war objektiv, übersah aber beim ersten Treffer die klare Offside-Position Langer*. Hakoah beginnt mit schönen Angriffen. Scharfe Schüsse Mermelsteins und Grünfelds gehen knapp neben das Tor. Ein schöner Köpfler Heß’ nach Flanke Grünfelds trifft die Torsfange. Glücklicher sind die Meidlingcr, die in der 25. Minute auf die eingangs erwähnte Art zur Führung gelangen. Wacker kommt nun stark auf und kann bis Halbzeit eine klare Ueberlegenheit geltend machen. Knapp vor Halbzeit saust eine Bombe Mausners knapp über die Torlatte. Nach Wiederbeginn wechselndes Spie! mit leichter Ueberlegenheit Wackers. ln der 10. Minute läßt Oppenheim einen weiten Ball Pranz' fallen und Horvath staubt ab. Heß tauscht mit Donnenfeld Platz. Mermelstein spielt im Zentrum. Eisenhofer, der mit Mausner gewechselt hat, ist in der Verbindung unmöglich und stört die meisten Aktionen. Bis zum Schlüsse völlig planloses Spiel der Hakoah. H. Sp. Amtliche Verlautbarungen der Israelitischen Kultusgemeinde Wien Kundmaohung. . Die Einschreibungen in die hebräische Sprach- und Bibelschule, XX., Othmargasse 46, finden Dienstag, den 15. <L M., und Mittwoch, den 16. <L M., von 3 bis 7 Uhr abends im Saal I statt. Der Unterricht ist unentgeltlich. Wien, 8. September 1931. Der Vorstand. Predigten in den israelitischen Gemeinde- und Bezirkesynagogen. Am kommenden Neujahrsfeste werden in nachbenannten Gemeinde- und Bezirkssynagogen beim Hauptgottesdienst Predigten abgolialtcn, und zwar: Samstag, den 12. d. M. (1. Festtag): I., Scltenstettengasse 4 (Rabbiner Dr. J. Taglicht); III., Untore Viaduktgasse 13 (Prof. Dr. O. Baumgarten); V., Siebenbrunnengasse la (Rabbiner Dr. M. G. Mehrer); VI., SchmaJzhofgasse 3 (Rabbiner Dr. J. Drobinsky); VIII., Neudeggergasse Nr. 12 (Rabbiner Dr. M. Nauer); IX., Müllnergasse 21 (Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz); XIII., Eltolbergergnsse 21, (Rabbiner Dr. M. JLewin); XV., Turnergasne 22 (Prof. Dr. IC Kupfer): XVI., Hubergasse 8 (Rabbiner Dr. J. M. Bach); XVIII., Schojicnhauerstraße 39 (Rabbiner Dr. D. Feucht« wang); XIX., Dollinergasse 3 (Prediger Dr. A. Frankfurter!. Sonntag, 13. d. M. (2. Festtag): II., Tempelgasse 6 (Rabbiner Dr. M. Rosenmann); II., Pazmanitengasse (Rabbiner Dr. Z. Taubes); III., Untere Viaduktgasse IS (Prof. Dr. C. Baumgarten); X, Humboldtgasse 37 (Rabbiner Dr. A. Weiner); XI., Braunhubergasso 7 (Rabblnatskandldat Dr. S. Margulies); XX., Kluckygasse 11 (Rabbiner Dr. B. Murmelstein); XXI., Holzmeistergasse 12 (Rabbinatskamlldat Dr. N. Klar). Austritte aus dem Judentum Gartenberg Mordche Wolf, 7. August 1873, IX., Servitengasse 13; Damask Josef, 8. März 1854, IX., Althanplatz 6; Preis Melanie, 27. Februar 1900, IX., Althanplatz 6; Müller josef, 2. März 1890, XV., Loschkohlgasse 13; Helfer Hermann Alexander, 5. September 1906, XIV., Reindorfgasse 17; Dublnsky Anna, 27. März 1913, XIX., Sonnbergplatz 3; Engel geb. Hermine Herbst, 24. August 1895, X.- Viktor-Adler-Platz 3; Großmann Karl, 21. Juli 1901, XX., Karajangasse 27; Stem-Tirung Franz Herbert. 28. September 1902, XVIII., Türkenschanzstraße 18; Schlesinger Anny, 7. Oktober 1907, I., Biberstraße 14; Läufer Max. 21. Mai 1912, XX., Hannovergasse 7; Beck Friedrich, 20. Juni 1886, VUL, Albertgasse 32; Wiener Leo, 31. Dezember 1882, XIX., Hartäckerstraße 19; Doßmar Arthur, 23. Juni 1887, XVIIL, Herbeckstraße 51; Doßmar geb. Edith Manneberg, 28. Jänner 1890, XVIIL, Herbeckstraße 51; Doßmar Bernhard Leo, 27. Mai 1915. XVIIL. Herbeckstraße 51. Jüdisches Volksblatt BIELSKO Polnisch-Schlesien Einziges deutsch * sprachigjüdisches Organ Polens. Ständig wertvolle and illustrierte Beilagen _ _ Visrtsijlhr ich RN 3— Kt 20 — Zum Schulbeginn IWRI ONAUCHI Hebräische Schulfibel nach neuester und bester Met ode mit 40 fareigen Bildern, geb. . . S 3'60 In sämtlichen Sehulen eingeführt. — Alle Schulbücher für Volke-, Hauptu. Mittelschulen vorrätig Buchhandlung Josef Belf Wien, I., Rabensteig 8 Lebensversicherungs- QMÄKlI\f Gesellschaft mUlllÄ GEGRÜNDET IM JAHRE 1889 Versieherangsbeatand per Ende Jtrai 1980 .. 2660 Millionen Schilling Garantiemittei per Ende 1929 ... 878 Millionen Schilling Prämienand Zineeneinnahmen im Jahre 1929 ....... 150 Millionon Schilling Auszahlongen sn die Versicherten hn Jahre 1929 ...... 85‘/, Millionen Schilling Tätigkeitsgebiet der Gesellschaft: Oesterreich, Deutsches Reich. Tschechoslowakische Republik, Belgien. Rolland. Frankreich, Spanien. Italien. Ungarn. Pulen. Jugoslawien. Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Aegypten. Die Gesellschaft schließt zu billigen Prämien and günstigen Bedingungen Kapitals- und Rentenversicherungen jeder Art ab Neu eingeführt: KINDER-VERSORGUNGS-VERSICHERUNG (Auszahlung eines Kapitals bei Verheiratung, Studienbeftrag, Rückerstattung der eingezahlten Prämien bei Ableben des Kindes) InTallditätsversicherqng (Zahlung einer Rente bei Eintritt der Erwerbsunfähigkeit und Aussahlung des versicherten Kapitals nach reijlhriger Dauer der Invalidität) Eigentümer, .Verleger und Herausgeber: tfion •rischer Landesverband Air Oesterreich. Wien, 1., Kämtnvrstrsße Nr. 28. - Verantwortlicher Redakteuri Df« Sigmund 's*. u , w %!MMM% Wk* 4 ftlitammftt Nhft « Dmcki «tarn» Wti% VII* Urehmlddirstrafl« Nr. u * ^v