Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 159 (15.1.1931)
- Date
- 1931-01-15
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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-orno.c/jTiN "o g.Tj 2. b< ui .»»Seite t* fprnmmm— OIE STIMME Nr. 159 — 15. Jänner 1931 ■.. ...*.■■■... "■*> Pi tr t t a k I t r / s c F £ c < i t i c i t t \ i \ t! j Grabsteine Friedländer & Deutsch Wien, l.fSeltengtetteafftgM Nr. 2 Tel. V 28-1-28 ZI.« Zentralfriedhof, neben dem I. Tor. Tel. 0 18-0-86 Rabbiner Dr. Murmelsteins Amtsantritt Im Brigittenauer Tempel, Kiuckygasse Still, aber feierlich vollzog sich am Freitag abends diese Einweihung. Da erst ein Vierteljahr seit dem unerwarteten Tode des Rabbiners Dr. Abeies vergangen ist, sah nfan von einer prunkvollen Feierlichkeit ab. Der Tempel war gefüllt wie kein zweiter in Wien, und trotz des kalten Wetters standen draußen die Zuhörer. Der Tempelobmann Joset Kohn, ein Mann von 77 Jahren, aber rüstig und arbeitseifrig wie ein Jüngling, hielt an den neuen Rabbiner eine schöne Ansprache. Er skizzierte kurz das inhaltsreiche, wunderbare Programm des jungen Rabbiners, den seine Lehrer, Rektor Hofrat Schwarz, Prof. Dr. Krauß und insbesondere Prof. Dr. Aptowitzer so warm empfohlen haben. Hierauf hielt Rabbiner Dr. Murmelstein seine Antrittspredigt, in der er vom Stabe Mosis sprach. Der Stab begann als allgemein menschlcher Stab Adams und wurde dann in Abrahams Hand jüdisch. Er hat Moses während seines ganzen Lebens begleitet, verlieh ihm geniale Kräfte, machte aus ihm einen Dichter und Denker. Aber dieser Stab ist auch der Messiasstab, die Zukunftshoffnung des jüdischen Volkes in Erez Israel, an welchem Gedanken er als Lehrer in Israel bis an sein Lebensende festhalten will. Diese Rede verfehlte i^tht ihre Wirkung. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die im Judentum tief verwurzelte jüdische Masse der Brigittenau ihrem jungen Führer freudig Folgschaft leisten werde. Die Lehrkurse des Rabbiners Dr. Murmelstein haben bereits begonnen. Jüdischer Sport Die Generalversammlung des Sportklubs „Hakoah“ Die am 3. d. M. stattgefundene Generalversammlung über das 22. Geschäftsjahr nahm einen äußerst ruhigen und würdigen Verlauf. Deszö Herbst eröffnete die Versammlung und konnte Vertreter des zionistischen Landeskomitees, des Makkabikreises Oesterreich, den Ehrenpräsidenten Dr. I. H. Körner und Vertreter der Presse begrüßen. Er hielt sodann das Referat über die Tätigkeit der Leitung im verflossenen Vereinsjahr. Der Kassenbericht wurde vom Kassier Herrn Deutscher gehalten und wies lediglich einen geringfügigen Verlust von S 250.— auf. Die Aussichten für das kommende Vereinsjahr sind äußerst günstig und es ist zu erwarten, daß bei einer nur halbwegs fühlbaren Unterstützung seitens der Judenschaft Wiens angesichts der sparsamen und mustergültigen Geschäftsführung eine durchgreifende Sanierung im kommenden Geschäftsjahre zu erwarten ist. Nach dem Kassenbericht wurde der Revisorenbericht erstattet una dem Kassier das Absolutorium erteilt. Die Sektionsberichte brachten zum allergrößten Teil nur Erfreuliches, so die ausgezeichneten Leistungen der Ringer, Leichtathleten, Schwimmer, Fechter usw. Es ist nur zu bedauern, daß eine der schönsten Schöpfungen der Hakoah, das Orchester, mangels Interesse der musiktreibenden jüdischen Jugend nicht aktiviert werden konnte. Der Klubleitung wurde per Akklamation Dank und Anerkennung ausgesprochen. Der Permanenzausschuß hatte lediglich einen einzigen Antrag vorzulegen, den des jährlichen Hakoah-Opfers, wonach zur Ermöglichung lebenswichtiger Institutionen jedes großjährige Mitglied der Hakoah sich zur Zahlung von mindestens S 5.— jährlich, außerhalb der Beiträge, verpflichtet. Bei dieser Gelegenheit verdient auch hervorgehoben zu werden, daß die Fußballer, soweit sie Professionals sind, auf ihre halbe Gage verzichteten. Die Annahme des Antrages und die spontane Handlung der Berufsfußballer sind deutliche Zeichen für den Geist, der in der Hakoah herrscht. Die vom Permnnepzausschttß vor^elegte Liste für die Nett- Rheuma und Gicht. Bei rheumatischen, gichtischen Schmerzen sowie verwandten Krankheitserscheinungen liegt bekanntlich eine Stoffwechselstörung infolge fehlerhafter Blutbeschaffenheit vor. Zur Ausscheidung der schädlichen Bestandteile im Blute ist nun Togal in hervorragender Weise geeignet. Togal hemmt die Ansammlung der harnsauren Salze und vermehrt ihre Ausscheidung. wählen wurde einstimmig zur Kenntnis genommen. Es wurden folgende Herren gewählt: * Präsident: Deszö Herbst; geschäftsiührender Vizepräsident: Dr. Hugo Benedikt; Vizepräsidenten Robert Glücksmann, Dr. Josef Menkes, Max Schiffmann; Kassiere: Julius Rosenfeld, Leo Eisner; Schriftführer: Leo Königsberger, Alfred Rosenbaum; technische Referenten: Ing. Ignaz Olexlnzer, Ing. Richard Beck, Ing. Adolf Faber; medizinische Referenten: Xted.-Rat Dr. Julius Heufeld, Dr. Alois Heller, Dr. Markus Pfeffer; juristische Referenten: Dr. Josef Menkes, Dr. Paul Stern, Dr. Heinrich Schiffmann; Platzreferent: Sam. Z. Deutscher; Veranstaltungsreferent: Robert Glücksmann; zionistischer Referent: Dr. Hugo Benedikt; Beisitzer: Komm.-Rat Ignaz Pollach, Apotheker I. Groß, Ignaz Barchells, Philipp Reich, Hermann Greif, Dir. Szilard Cserey; Disziplinarausschuß: Dr. Jo3ef Menkes, Ing. Georg Farkas, Richard Gänsler, Dr. Paul Geiger, Rudolf klüger; Revisoren: Hermann Adler, Hermann Greif. Nun folgte ein Bericht des Präsidenten des Makkabikreises Oesterreich über die «Makkabiah 1932*. — Präsident Herbst dankte allen Erschienenen; insbesondere dankte er Sekretär Goldberg für seine aufopfernde Arbeit und schloß unter Absingung der Hatikwah die Versammlung. Kongreß des europäischen Makkabi ln Karlsbad. Anläßlich des XVII. Zionistenkongresses findet in Karlsbad eine Konferenz der europäischen Makkabi-Kreise statt, die sich hauptsächlich mit der Frage der Makkabiah befassen und der Ausgestaltung der Beziehungen zwischen Zionistischer Organisation und Makkabi dienen soll. Radioprogramm der Woche Donnerstag, 15. Jänner 19.30 Plastik der Gegenwart 20.00 Chorkonzert des österreichischen Sängerbundes «Stahlklang XI». 20.30 Menschen am Pol. 21.55 Abendkonzert. Freitag, 16. Jänner 19.30 Negerlieder aus Amerika. 20.00 Rund um den Stephansturm. 21.00 Kammermusik, 22.40 Konzert (Uebertragung aus dem Leharsaal des Hotel Krantz. DIAHABAPj Samstag, 17. Jänner 19.35 Vorträge des Deutschen Volksgesangsvereines Wien. 20.30 Operettenaufführung «Der letzte Einspänner*. 23.10 Abendkonzert. Sonntag, 18. Jänner 19.40 Arien- und Duettenabend. 20.30 «Liebfrauenmilch». 22.25 Abendkonzert Montag, 19. Jänner 19.45 Mozarts Violinsonaten. 20.30 Volkstümliches Konzert. 23.00 Abendkonzert. Dienstag, 20. Jänner 19.35 Die Bedeutung des Frauensports. 20.00 Opernaufführung «Die Lästerschule». 22.40 Abendkonzert (Uebertragung aus dem Leharsaal des Hotel Krantz). Mittwoch, 21. Jänner 19.35 Musikalische Miniaturen. 20.00 Hans Brandenburg: Aus eigenen Werken. 20.30 «Wenn sie groß geworden.» Anschließend: Abendkonzert aoaiODaalonioniaiainpionpi Lebensversicherungs- Gesellschaft GEGRÜNDET PHONIX IM JAHRE 1882 Versichernngsbestand per Ende Juni 1930 ••••••••. 2500 Millionen Schilling Garantiemittel per Ende 1929 .. 300 Millionen Schilling Prämienand Zinseneinnahmen im Jahre 1929 125 Millionen Schilling Auszahlungen an die Versicherten im Jahre 1929 .«••.. 28'/, Millionen Schilling Tätigkeitsgebiet der Gesellschaft: Oesterreich. Deutsches Reich. Tschechoslowakische Republik, Belgien. Holland. Frankreich, Spanien. Italien. Ungarn. Polen, Jugoslawien. Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Aegypten. Die Gesellschaft schließt za billigen Prämien and günstigen Bedingungen Kapitals- und Rentenversicherungen jeder Art ab Reneinge führt: KINDER-VERSORGUNGS-VERSICHERUNG (Auszahlung eines Kapitals bei Verheiratung, Studienbeitrag. Rückerstattung der eingezahlten Prämien bei Ableben des Kindes) Invaltditätsversichernng (Zahlung einer Rente bei Eintritt der Erwerbsunfähigkeit and Auszahlung des versicherten Kapitale nach dreijähriger Dauer der Invalidität) AmtlicheVerlautbarungen der Israelitischen Kultusgemeinde Wien An unsere Gemeindemitgliederi In einer Zeit großen wirtschaftlichen Elends ergeht an unsere Gemeindemitglieder die Aufforderung, die VoreinzaWung für die Kultussteuer 1931 zu entrichten. Kaum je war unsere Gemeinde mehr auf die rasche Einzahlung der Steuer angewiesen als jetzt. Nicht nur die Erfordernisse des Kultus- und Unterrichtswesens sind zu bedj-mken. Ganz besonders hangt die Aufrechterhaltung unserer Wohlfahrtsmstitutionen — Spital, Versorgungs- und Siqebenhaus, Jugendfürsorge usw. — heute mehr denn je ^or? der Opferwilligkeit aller ab. Die entsetzliche Not weiter Schichten der Juden«-.haft hat naturgemäß einen Hochbetrieb in unseren Wohlfahrtsansfalten zur Folge. Die Armen, die bisher von ihren bemittelten Angehörigen unterstützt wurden, wenden sich, von ihren inzwischen verarmten Verwandten im Stiche gelassen, uip' Hilfe an die Gemeinde. Kann da ihre Fürsorgetätigkeit abgjebaut werden, wie es die prekäre finanzielle Situation erfordern würde? Müssen nicht vielmehr die Anstrengungen gesteigert werden? Steuern werden immer, mögen sie noch so gerecht verteifj sein, von den Steuerpflichtigen als drückend empfunden. Abrr der Gedanke, daß ein Großteil unserer Kultussteuer entsprechend unseren religiösen Satzungen der Erhaltung voi| Werken jüdischer Nächstenliebe dient, sollte sie gerade heute, trotz der Ungunst der Verhältnisse erträglich erscheinen lassen. Wie viele von jenen, die sich gegen die Höhe der Steuer auflehnen, würden vor die Wahl gestellt: Zahlung der Steuer oder teilweiser Abbau des? Siechenheimes, des Kiriderambulatoriums usw., ohne Zögern die Steuern willig tragen. * Oft werden Widerstände gegen die Voreinzahlung der Steuer durch die unbegründete Besorgnis hervorgerufen, bei ungesäumter .Einzahlung eine Steuererhöhung zu riskieren. Die Verwaltung unserer Gemeinde, die mit größter Songe der Zukunft entgegensieht, hofft, daß über alle diese Hindernisse und Bedenken hinweg der alte jüdische Gemei'nsinn sich wieder bewähren wird. Wien, 12. Jänner 1931. Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien. Predigten in den israelitischen Gemeinde- und Bezirks- Synagogen. Freitag, den 16. Jänner 1931, werden bei dem um 4 Uhr 30 Minuten beginnenden Abendgottesdienst kl nachbenannten Gemeinde- und Bezirkssynagogen Predigten abgehalten, und zwar: VI., Schmalzhofgasse 3 (Rabbiner Dr. J. Drobinsky); VIII., Neudeggergasse 12 (Rabbiner Dr* M. Bauer); IX., Müllnergasse 21 (Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz); XIII., Eitelberggasse 22 (Rabbiner Dr. M. L. Leu/in); XVI., Hubergasse 8 (Rabbiner Dr. J. M. Bach)'; XVU11., Schopenhauerstraße 39 (Rabbiner Dr. D. Feucht- | wa:ng.) —Samstag, cj^n 17. Jänner 1931: Yz4 Uhr nachmittags: Religiös-populärer Vortrag (Zyklus: «Die Lqnj'rer und Lehren der Mischnah und der GemarähtJj; H„,( Pazmanitengasse 6 (Rabbiner Dr. Z. Taubes). 4 Uhr nacfhmittags: Exegetischer Vortrag, XIX., Dollinergasse 3 (Rabbiner Dr. A. Frankfurter). Israelitischer Jugendgottesdienst. Am Samstag, den 17.: Jänner d. findet um 3 Uhr nachmittags der jugendgotitesdienst für die israelitische Schuljugend in den Gemeinde- und Bezirkssynagogen statt. Austritte aus dem Judentum Unger Max Hans, 23. März 1890, IX., Thurngasse 17; Ullijnann Hans Emanuel, 17. Juni 1892, XVIII., Hockegasise 61; Stutz Alfred, 8. April 1884, XII., Jokygasse 55; Utajs Läszlo, 10. Februar 1887, IX., Clusiusgasse 9; Utas Aleuander, 30. September 1925, IX., Clusiusgasse 9; Wetter- Schneider Gustav, II. Februar 1899, XX., Rauscherstraße 9;. Tauber Julius. 7. Mai 1893, IX., Lichtensteinstraße 39; Wlxel Auguste, 28. April 1894, I., Ebendorferstraße 6; Berger Martin Heinrich, 17. Mai 1903, I., Bäckerstraße 8; Steiger, geb Paullne Deutsch, 13. Mai. 1892, Prag. Student erteilt Nachhilfe-Unterricht ln nstnrwfssen- 8chart>icheu Fächern, in Laiein u Griechisch. " Zusohr iftwn an: Kosenbaum. IX., Liechtensteinstraße Nr. 63/1. lange Lehrerin au$ Palästna, die sich studienhalber in Wien aufhält, erteilt hebräischen und englischen Unterricht gegen mäßiges Honorar. Gefl. Zuschriften unter ..Ausgezeichnete Kraft** an die Administration des Blattes. Bernhard Kohn WIEN, I.. HIMMELPFORTGASSE 20 KLAVIERE in allen Preislagen, neu von S1440 an ■i Kinderwagen tom einia-hsior oia zum einaiun üenrf orzeugi ENfiELRERß XX” Wallenateinplat* 8 HtiUMHllUUU Miaut XX. KiostornouDurrerstraße VI Billigst« Clnkautaquaita Uebarzeugen Sio sich QQlÜeOOOOOOonoonniiu, . Eigentümer, Verleger und Herausgeber: Zionistischer Landesverband für Oesterreich, Wien, I., Kärntnerstraße Nr. 28. — Verantwortlicher Redakteur: Dr. Sigmund Finkeistein, Wien, I., Kärtnerstraße Nr. 28. — Druck: «Inva», Wien, VII., Lerchenfdderstraße Nr. 1.