Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 125 (8.5.1930)
- Date
- 1930-05-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/3053752-3053859-3053878--1717-3057089- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Zionteten treffen sieh im Kaffee FQrstel Preis 35 Groschen V. b. h tl, Praterstn Nr. 25 Aboni*tuentpnU«i Vttr OMtotnrfeb: MotiatU 8. IAO, viertel]. 8 4.20, CM»j. S IS.— / Drttaohland: Monatl. Goldmark 1,—, vtortelj. Goldn&tk — I Tschechoslowakei Monatlich Ke .7.—, viertel], Ke 18.— / Jdgoelawlon: Monatlieh Dinar 14,—, vierteljlhrüeli Dinar 40.— I i Jfüdisdke Zeitung festen Donn^rstfatf 1 ggsdafteon iflWd Jtdlminimtkatijan: Wim» I., JtciafteiwidM^eMc T — gcfcpftow I» Polen: Monatl. Zloty 2.30, Tiertelj. Zltoy 6.b0yJ Ungarn: Monatl. Pengö 1.50, viertel]. Pengö 4.W I Rnmlnlen: Monatl. Lei 45.—, Tiertelj. Lei 185.— ) Bulgarien: Monatl. Lewa 30.—, viertel]. Lewa 80.— Belgien: Monatl. Belga 2.—, viertel]. Belga 8.— I Vebrlgee Ausland:. Monatl. Schweizer Pranken 1.50 3. Jahrgang Wlfo, Donnerstag, 8. Mai 1930 (10. Ijär 5690) Nummer 125 Am 13. Mai Wahlen zum Zionistischen Programm der Allgemeinen Zionisten zum bevorstehenden zionistischen Delegiertentag Wir waren im Interesse der Konsolidierung der / österreichischen Organisation bestrebt, einen Wahlkampf zu vermeiden und haben die “Aufteilung der Mandate zum Delegiertentag: nach 'dem 'Stärkeverhältnis der einzelnen5Grup-;;pen vorgeschlagen. Da unser Antrag. aber: nicht angenommen wurde, sind .wir jgezwpngen, i än die Wiener Zionisten zu a^peliierren.und .me 1 aufzufprdern, uns ihre Stimpphi ,^u g^ben,f wenn; eia bi’t nr^erem* nächst ' verständen AiÄ!/V •4. ttasfcr Verhältnis >■'int ^x^utive f.;■■■ -v;.': Organisation:-.;;' i'.o r -Die Exekutive wird aüf einem nach demokratischen Grundsätzen einbelüfeneh Weltkongreß von allen Delegierten gewählt. Dier Kongreß beschließt die in der nächsten Periode zu leist enden Arbeiten. Es ist daher Pflicht jedes Landesverbandes, die Autorität der Exekutive zu respektieren und mit allen Kräften dahin zu wirken, daß die normale zionistische -Arbeit geleistet wird. .’ , " Der Ernst der Lage in Palästina erfordert eine einige zionistische Organisation. Wir haben Vertrauen zur Person Weizmanns, der gerade durch sein Verhalten in letzter Zeit sogar nach dem Ausspruch bisheriger heftiger Gegner wieder bewiesen hat, daß er Anspruch auf unsere treue Gefolgschaft hat. Jeder Zionist hat das Recht der Meinungsfreiheit innerhalb der Organisation und hat das Recht, mit anständigen und unter Gesinnungsgenossen üblichen Mitteln dahin m wirken, daß seine Ansichten die Organisation beeinflussen. Aber Diskussion und Kritik, die überdies sehr oft einen wenig ernsten Charakter trägt, kann nicht die Hauptbeschäftigung der Zionisten seip.; Also weniger unfruchtbare und überhebliche Kritik und mehr Arbeit. 2. Gegen den Fraktiönsgeist in der österreichischen Organisation: Die Wiener Organisation, die niemals jene Bedeutung erlangt hat, die bei den Verhältnissen der Wiener Judenschaft leicht zu erreichen wäre, leidet an einem geradezu krankhaften Fraktiönsgeist, der jeden Ausbau unmöglich macht. Wenn uns auch die letzten Kultusgemeindewahlen den erfreulichen Beweis der Schlagkraft der Wiener Zionisten erbracht haben, kann es nicht zweifelhaft-sein, daß die Wiener Kultusstube dem Ansturm einer einigen, in sich geschlossenen zionistischen Organisation nicht widerstehen könnte! Statt ihre Kräfte gegen ihre Gegner zu sammeln, die mit Schadenfreude jede Lockerung unserer Organisation w&hrnehraen, statt ihre Stoßkraft zu erhöhen, verbrauchen die Wiener Zionisten einen Großteil ihrer Energien in inneren, kleinlichen Streitereien. Die Agitation def Wiener Zionisten wirkt nicht mehr nach an'ßen, fie erschöpft sich in Seelenfang innerhalb der einzelnen Gruppen. Sobald eich eine Fraktion ge bildet hat, wird sie zwangsläufig, um ihre Exi slenzberechtigung naohzuweisen, dort Gegensätze zu konstruieren bestrebt sein, wo sie in Wirklichkeit gar nicht bestehen. Sokanndie z|d.nistlsche Organisation, nicht zh'r Ruhe kommen und der Geist der Brüderlichkeit, in welchem wir an - unserem großen Wprke arbeiten sollten, weicht dem Mißtrauen, dejr Unduldsamkeit und nicht; selten edper unverhüllten Feindseligkeit.. . Also. Abban jenes gehässigen Fraktionsgeistes, def das Ansehen der Organisation; |htergräbt, arbeitswillige Menschen ' >|&rt(>Kiiiiid. uns inallen unsefceh Aktionen lähmt! r’t;• '’-^r- 3. Unsere Stellung, zu . den wichtigsten Prö- ‘ Meinen W i r lehn 6' n' d i e G e d a n k e n g4 n g e des Brith Schalom ab. Wir sind der von Weizmahn ausgesprochenen Ansicht, - daß eine Verhandlung mit-den Arabern, so notwendig sie selbstverständlich ist, zwecklos und schädlich bleibt, solange nicht von ihnen die B a 1 f o u r - P e k l a r a t i o n an e rk a n n t w i r d. EipÜstarke Organisation und ein machtvoller Ausbau unserer Stellung in Erez Israel werden uns unserem Ziele näherbringen als große Worte, hinter denen oft nur Kännegaeßereien stecken. Ein Spiel mit klingenden* Resolutionen ist bequemer als die ruhige, .geräuschlose Arbeit des Aufbaues. Fördern ,wir unsere Jugendbewegung, arbeiten wir än der Hebräisierung unseres Nachwuchses, wirken wir im. Einvernehmen mit den zionistischen Kultusmandataren, denen für ihre Tätigkeit Dank and Vertrauen der Organisation gebührt, an dem Ausbau des jüdischen Schulwerkes, machen wir größere Anstrengungen in Dingen der Chaluziuth, der Hachschara und wir werden weniger Zeit erübrigen zur künstlichen Aufbauschung geringfügiger Differenzen. 4. Die Frage der Landespolitik ist bei uns seit Jahren nicht ernstlich erörtert worden. . Eine gründliche Auseinandersetzung nach ruhiger und sachlicher Diskussion innerhalb der zionistischen Organisation ist dringend notwendig. /Wenn wir jetzt schon erklären, daß nach unserer Anschauung die zionistische Arbeit der Landesorganisation durch aussichtslose Bewerbungen nicht belastet werden darf, ist andererseits eine Aussprache darüber notwendig, wer in Hinkunft der Träger der Landeepolitik sein soll; das Zionistische * ü _ ■ - : . CESCHKÄ m KÄI5ERSTR. m fff Alse&str. e Landeekomitee oder . — wie in der Tschechoslowakei — ein für diesen Zweck zu schaffendes Organ. Die Entscheidung über diese Frage wäre nach unserer Ansicht einem im Herbst einznberufenden. außerordentlichen Delegierten iag vorzubehalten, dem auch die Entscheidung in anderen'wichtigen Fragen, für die erfahrungsgemäß der ordentliche Delegiertentag zu sehr .belastet ist, Überträgen werden könnte. Wer den Frieden in unserer Partei herbeiführ en will,; wer. eine ernste zionistische Arbeit. wünscht; wer der Ansicht ist, daß eine Bewegung, die ihrem .Volke ein eige-, nes $aiionalheim durch Arbeit ärkäin^fen willy / die Befähigu niehtthirch ewigen inneren Streit zn beweisen vermag, - der Warne am 13/ Ü. M:\ / die „Liste der Allgemeinen Zionisten"» Listenführer Df. Jekob Ehrlich. Kandidatenliste der „Allgemeinen Zionisten" zum ordentlichen Delegiertentag Dr. Jakob Ehrlich, Dr. Desider Friedmann, Dr. Josef Löwenherz,. Ing. Otto Kraßny, Doktor Dagobert Rybaczewski, Frau Sophie Löwenherz, Baurat Dr. Arnold Karplus, Mair Pais, Kom.-Rat Max Markus, Prof. Moses Rath, Doktor J. H. Körner, Frau Sabine Paß weg, Doktor S. Flnkelstein, Josef Wednstock, Kammerrat Moritz Kohn, Dr. Georg Weiner, Isidor Lebensohn, Direktor Wilhelm Epstein, Dr. Salomon Bohin, Dr. Rudolf Glücklich, Frau Ajalah Tar« takower, Emdl Nimhäuser, Dr. Abraham Schmerler, Dr. Susd Münz, Hermann Tropp, akad. Maler Lazar Krestin, Josef Altmann, Salo Sehmerler, Hermann Schwarz, Frau Frieda Haber, Doktor Emil Schmitz, Dr. Josef Pollaczek, Ludwig Bato, Simon Penper, Theodor Kollek, Frau Nehume Windschauer, Hermann Greif, Meier Schreier, Frau Josefine Modlinger, Dir. Siegfried Altmann, Dr. Henriette Rapaport, Doktor Sanel Beer, Moses Irorn, Josef Singer, Rosa Kohn, David Paporisch, Hermann Grünwald, Samuel Weintraub, Israel Piper, Julius König, Ferdinand Kornmehl, Wolf Beizer, Mendel Teig, Moritz Riß, Dr. Jakob Rosenthal, Ohaim Dörfler, Dr. Nahum Blauer; Dr. Siegfried Seidner, Doktor Alfred Großner, Univ.-Prof. Dr. Berhard Geiger. Ersatzliste Prof. Dr. Silbiger, Frau Salomea Rottenberg, Nathan Spindel, Moritz Teich, Simon Gaepard, Ing. Moriz Freundlich, Juda Singer, Dr. Fritz Kreith, Prof. Dr. Wilhelm Stein, Leo Seemann, Karl Heller, Frau Bronia Rokeaoh, Tini Sohäähter, Fanni Teichtal, Leon Schräge,. Efroim Thumin, Markus Gelband, Jakob Wahl, Israel Gotteamann, Juda Löw.