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Die Stimme · 1930-01-02 · Heft 107 (2.1.1930) · page 9

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Journal
Die Stimme
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 107 (2.1.1930)
Date
1930-01-02
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
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Nr. 10 7 DIE STIMME Stfte» Was Sie suchen - finden Sie bei uns! FUr den Herbft Warankus Bnnkard infolge Kleiner Regien spottbillig i Reichste Auswahl ln Pullovers, Wollwesten, Strümpfen Handschuhen, Trikotagen, Damen-, Herrenu. Kinder Wäsche. Pyjamas, Leinenwaren. Berufsklelder etc. En gros - en detail!•» RABCNSYSIG 3 (Ecke Selten Stettengasse) Bergmann Zlonlsllsdies leben ln Wien Mitteilungen des Landeskomitees Grganisationsabteilang Vor einiger Zeit ergingen an alle Obmänner der Bezirkssektionen Zirkulare, die bisher nur von einigen beantwortet resp. erledigt wurden. Diejenigen Obmänner, die es bisher nicht taten, werden ersucht, sich ehestens mit der Organisationsabteilung des L. K. ins Einvernehmen zu setzen. Die Sektionen werden ersucht, dem L. K. Berichte über ihre Veranstaltungen regelmäßig zukommen zu lassen. Die Sektionen, Gruppen u.?wM die der Landesorganisation angehören, werden gebeten, ihre Veranstaltungen wöchentlich bis spätestens Montag früh dem L. K. und nicht der Redaktion der „Stimme“ einzusenden, damit von hier aus ab nächster Woche vom L. K. ein übersichtlicher Veranstaltungskalender in der „Stimme“ veröffentlicht werden kann. In der Woche vom 6. bis 10. Jänner soll jede Sektion eine Versammlung mit der Tagesordnung „Fragen der Kultusgemeinde“ ednberufen. Redner mögen beim Ii. K verlangt werden. Die Arbeit des Keren Kajemeth 1 Fritz-Schmetterling-Garten Auf den Namen des jung verftorbenen, unferer Sache ganz befonders ergebenen Fritz Schmetterling, der Mitglied der Z. A. V. Libanonia und J. A. V. Emunah war, wird ein Garten im Chajes-Waide errichtet. Dicfer Tage führten die beiden Verbindungen an den Keren Kajemeth den erden Betrag in der Höhe von S 231.— ab. Spenden, eventuell Baumfpcnden, anläßlich „Jahrzeiten“ Eine Reihe von Pcrfonen ftiftet an den „Jahrzeiten" ihren. Verwandten Bäume auf den Namen der Verewigten. Der Keren Kajemeth erhielt diefer Tage von Frau Klara Winkler den Betrag von S 84.66 zur Erinnerung an den Todestag ihres Mannes Julius Winkler. Selbftkontingentierung Die in Oefterreich zum erftenraal eingeführte Selbftkontingentierung hat inzwischen in einer Reihe von Ländern Nachahmung gefunden. Sie ift z. B. in Polen und Litauen zur Grundlage der Kcrcn-Kajemeth-Arbeit gemacht worden. Die „Brith-Gordonia" hat die Selbftkontingentierung ihrer Mitglieder durchgeführt. Keine Büchfenteerung — ohne Keren-Kajemeth-Legitimation! Wir erinnern nochmals alle unfere Freunde dringend, von unferen Miltarbeitern bei der Leerung die Legitimation zu verlangen. Sie lautet nur für die betreffende Leerung (z. B. Dczemberleerung 1929). Außerdem muß der Mitarbeiter eine offizielle Bcftätigung des Keren Kajemeth (auf einer K. K.-D r u ck- (orte) auf den Vorgefundenen Betrag ausftellen. Spezialbeftätigungen auf Betrage von 10 Schilling aufwärts Abgefehen vom Ausweiis Ln der „Stimme“, verfendet der Keren Kajemeth jedem Büchfcninhaber, in dclTen Büchle mindeftens 10 Schilling vorgefunden wurden, eine Spezialbeftätigung. Adolf-Stand Gedenkfeier Anläßlich des zehnten Todestages von Adolf St a n d fand Montag, den 30. d., im Hotel Poft eine von der Zioniftifchcn Sektion Lcopoldftadc veranftaltete Gedenkfeier ftatt. Doktor Gelber begrüßte die Erfchienenen und würdigte in feiner Eröffnungsanfprachc die Bedeutung der Pcrfönlichkcit Stands. Löbl Taubes fehiiderte die politifchc Tätigkeit Adolf Stands, dem vor altem das zioniftifche Ideal und deffen Reinheit das höchftc Ziel gewefen ift. Stand hat jahrzehntelang die Zioniftifche Organifation in Galizien geführt und durch feine Reden den zioniftifchcn Gedanken bis in die kleinftcn Örtfehaften getragen. In feinem Leben war er ein Dulder und Märtyrer, dem in der Organifation alles nahe ging. Dr. Z. F. F i n k e 1 ft c i n gab in einer glänzenden Anfpradic ein fcharf umriffenes Bild der Pcrfönlichkcit Stands, die fich im Rahmen der Zeitepoche entwickelte. Stand, der ein berufener Schriftftcllcr gewefen ift, wurde durch den jüdifchen Alltag gezwungen, Politiker zu werden. Diefe Kompliziertheit in feinem Seelenleben riefen in ihm Konflikte tragifcher Art hervor. Er war der Geftalter des jüdifchen Schickfals in Galizien durch drei Jahrzehnte und der anerkannte Führer der jüdifchen Gcmcinfchaft in diefern Lande. Als Führer der Organifation verftand er es, die Mafien zu gewinnen und die Intelligenz an den Zionismus zu felleln. Sein Pathos, das ein Stigma der Prophetie in (ich trug, erleichterte ihm die Eroberung der jüdifchen MalTen. Stand war der eigentliche Prieftcr des Herzlichen Zionismus. Als aber die Ungandafrage hervortrat, fo mußte er (ich gegen den von ihm verehrten Meifter und Führer wenden, da fich in ihm das Gefühl der hiftorifchen Verbundenheit mit der alten Heimat gegen den momentanen diplomatifchen Uganda-Schachzug aufbäumte. Stand war ein eigenartiger Führer, der nur innerhalb der MalTen feiner Golus- Heimat wirken konnte. Als Flüchtling in Wien war er ein Entwurzelter und litt darunter, wie kein anderer. Als Mcnfch von Schkkfalsgröße trug er in fich die Tragödie feiner Genetation. Die fchwere Verantwortung feiner Führcrfchaft brachte ihn mit feinem eigenen Seelenleben fehr oft in fchwere Konflikte. Sein Name ift mit der Gefchichte des Zionismus für ewige Zeiten verknüpft. Ans dem Vortragssaal der «Emnttah». Im Rahmen der Vorträge des Vereines jüdischer Angestellten «Emunab* sprach letztens Dr. N. M. Gelber über Moses Mendelsobn. In seinem Vor trage schilderte der Referent die Epoche, der Moses Mendelsohn entstammte. Moses Mendelsohn wjrd als der Schöpfer der Aufklärungsbewegung bezeichnet und ist ihm in dieser Hinsicht von der Nachwelt viel Unrecht getan worden. Wenn man auch nicht behaupten kann, daß Mendelsobn zum erstenmal den Juden den Weg zur allgemeinen Kultur zeigte, denn schon lange vor ihm gab es innerhalb der Judenbeit Menschen, die für die allgemeine Bildung und Wissenzweige Sinn hatten, so liegt doch seine historische Bedeutung darin, daß er zum erstenmal die geistige Annäherung des Ghettojudentums an das europäische Kulturleben in die Wege leitete. Dr. Gelber schilderte sodann die Leistungen Mendclsohns als iSchriftsteller, Philosoph und Gestalter der Haskalah-Bowegung. w. Das Makkabäerfest Die Chanukahfeier des Pfadfinderbundes „Zirenu“. Am 29. Dezember fand im Theaterfaale des Hotel „Poft" eine Chanukahfeier ftatt, die von dem Pfadfinderbund „Zirenu" veranftaltet wurde. Der Abend wurde durch den Vortrag des bekannten Gedichtes von Zuckermann „Makkabäer“ eingeleitet. Die hierauf folgende reichhaltige Akademie fand bei den erfchienenen Freunden und Gäften eine fehr freundliche Aufnahme und großen BeifalL Im Laufe des Abends wurde dem nach Paläftina abgehenden Bundesführer Max Schrötter namens der Elternfchaft des Bundes der Dank und die Anerkennung für feine hervorragenden Verdienfte um den Bund ausgefprochen. Der Abend war äußerft gelungen und brachte den Veranftaltern einen befriedigenden Erfolg. Verein zionistischer Hochschüler «Theodor Herzl». Am 28. Dezember fand im Heim, II., Untere Augartenftraße 3$, die diesjährige Chanukafeier des Vereines ftatt, ehe, von den A. H. A. H. und ihren Damen, fowie zahlreichen Gäften überaus ftark bcfucht, einen anregenden, animierten Verlauf nahm. Der Abend wurde durch die Feftrede des Bb. Theodor Tartakower eingeleitet, der eine abwechflungsreicbe Reihe ernfter und heiterer Darbietungen folgte. In dem reichhaltigen Programm ragte ganz befonders die Wiedergabe jiddifchcr und hebräifcher Volkslieder durch Herrn Segal-Rofenbach hervor; der Sänger, der über ein prächtiges Organ verfügt, brachte die Lieder nicht nur durch MufikalStät, föndern auch durch ausgezeichnetes Einfühlungsvermögen in ihren volkstümlichen Geift zu fchönfter Wirkung und wurde mit reichem Beifall bedankt. Gefang und Scherz hielten Jung und Alt bis in die fpäten Nachtftunden beifammen. Kinder-Chanukahfeier der Zion. Frauengruppe II. Die am 29. Dezember im Feftfaale des Hotel Continental ftattgefundene Kinder-Chanukahfeier hatte' in jeder Beziehung einen außergewöhnlichen Erfolg. Der große Saal war bis auf das letzte Plätzchen, meiftens von Kindern, gefüllt, die die meifterhaften Darbietungen der jungen Künftlcr mit großem Beifall aufnahmen. Den Reigen eröffnetc der kleine Irom, der mit feltener Fachkenntnis die Chanukahlichter aozündetje. Ein ausgezeichneter Chor von Schülern und Schülerinnen des Chajes-Realgymnafiums fang das „Maos Zur“. Zu den Klängen paläftinenfifchcr Lieder wurden „Hora“ und andere paläftinenfifcjie Tänze zum Beften gegeben. Die reizenden Kinder Lea Bauer (hebräifche Rezitationen), Heny R o k c a ch (dcutfdie Rezitationen) erfreuten durch ihren meifterhaften Vortrag. Den Höhepunkt der Feier bildete das reizende Künftlerpaar, diic 4jährigen Fredy Langer und Jeanette Kuppermann, die bei klein und groß begeifterten Beifall hervorriefen. Die bekannte Pianiftin Frl. Hedwig Apfel brachte jüdifche Weifen meifterhaft zum Vortrage. Den Abfdiluß bildete ein herrliches Spiel „Die Menorah“, die glänzend von den jüngften Schülerinnen des Chajes-Realgymnafiums in ihren malerifchen Trachten dargcftcllt wurde. Im Rahmen diefes Spieles wirkten befonders die Deklamationen der kleinen W a f f e r und S o n ntag, die Rofenfeldfche Gedichte und einen Epilog glänzend zum Vortrage brachten. Das Arrangement dicfer gelungenen Feier lag in den bewährten Händen des H. Kawinar-Köfer. Die Conference hielt der junge Aron Imanuel Gelber. Er wußte das Publikum mit feinem Witz und feinen Suaden ganz befonders ftark zu fcffeln.- Ein befonderer Dank für diefes gelungene Chanukahfeft gebührt den Veranftaltern diefer Feier, der Zion. Frauenorganifation (Wizo) Leopoldftadt, unter Leitung der Gg. Frau Haber. Chanukahfeier der Wiener Misradii-Jugead. Ara 28. d. fand im Hotel „Poft“ eine überaus gelungene Chanukahfeier der Misrachi-Jugend ftatt. Nach der Eröffnungsrede des Herrn Präfidialmitgliedes Koppel Blum, der die erfchienenen Ehrengäfte begrüßte, zündete Herr Oberkantor Bohomilny in feierlicher Weife die Chaoukahliditer an. Oberkantor Bohomilny famt Chor fang hernach „Haneroth halalu" und „Maos Zur“ in gewohnt vorzüglicher Weife. Dr. Mehrer hielt die Feftrede. Das Orcbefter unter der vorzüglichen Leitung Max Opermanns brachte zwei Piecen, u. zw. „Bar Kochba“ und das Potpourri „Sulamith“ von Goldfaden. Diefe Darbietungen, die auf voller künftlerifcher Höhe ftanden, fanden ftürmifchen Applaus. Schriftfteller Jofef Grob las aus eigenen Schriften, in denen er fich als glänzender Schild er er des jüdifchen Milieus erwies. Eine wahre Glanzleiftung bot Herr Oberkantor Margulies. Seine Liedervorträge fanden begeifterte Aufnahme. Prof. Fritz Blum vom Burgtheatcr brachte Gedichte der Dichterin Bloch- Mahler in meifterhafter Weife zum Vortrag. Oberkantor Bohumilny fang hierauf im Solo einige liturgifche Gefängc. Konzertmeifter Jofef Z i m b 1 e r fpiclte in gewohnter künftlerifcher Vollendung. Das Publikum dankte dem Künftlcr mit ftarkem BeilfalL Zum Schluß gelangte eine Szene aus „Jankcl Joine Melamed“ mit Leo Geller zur Aufführung, die großen Beifall hervorrief. Die künftlerifdie Leitung und Conference verfah in vorzüglicher Weife Herr M. T ü r k 1. Das Arrangement lag in den Händen der Ch. K. Scheuermann und Ch. K. Blum. Allen Mitwirkenden und Mitarbeitern fei auf diefern Wege für die gebotenen Leiftungen nochmals beftens gedankt. Chanukahfeier im Dr.-Krüger-Heim. Am 28. Dezember fand im Dr.-Krüger-Heim für Lehrmädchen und jugendliche Arbeiterinnen, Wien, IL, Malzgaffe Nr. 7, die diesjährige Chanukahfeier ftatt, die wie immer einen glanzvollen Verlauf nahm. Der Präf. Ob.-M.-Rat Dr. Krüger begrüßte die erfchienenen Gifte und Vertreter der jüdifchen Gemeinde. Befondere Erwähnung verdient die überaus eindrucksvolle Rede des Herrn Dr. Pollak über die Bedeutung der Feier, die mit vollendeter Kunft vorgetragenen Rezitationen durch Ellinor Falk, die feinfühlige Begleitmufik durch Oberkantor Löwit, die von Fr. Steffy Maiden eräftudierten Tänze, die humorvoll durch Frau Dr. Hermine Krüger an gekündigte kleine Modefchau bezw. die entzückenden im Heime hergeftellen Toiletten, wie überhaupt die ganze unter der bewährten Regie des Anftaltsdirektors Adolf Reimfeh ftchende Veranftaltung bei allen Anwefendcn den ftärkftcn Eindruck hinterließ. Chanukahfeier im Paxmanitentempel. Am erften Chanukahabend fand, wie alljährlich, ein Fcftgottesdienft ftatt, bei welchem die Zöglinge der Talmud-Thora- Schule in Begleitung ihrer Eltern anwefend waren. Nach dem Anzünden der ChanukahBchter durch Oberkantor Müller verfammelten fich die Schüler und Schülerinnen der Bibclfchulc unter Leitung der Lehrer Dr. Banmgarten und Rudfki fowie auch die Eltern zu einer intimen Feier. Es war eine Herzensfreude, zu hören, wie die Zöglinge die Chanukahgedichte und -gelänge zum Beften gaben. Bei diefern Anläße erhielten alle Kinder eine kleine Chanukahbcfcherung. Dreißig unbemittelte Kinder erhielten Winterbckleidung. Außerdem wurde ein Gedenkblatt von Prof. Moriz Antfcherl verteilt. Mit einer Anfprache des Prof. Antfcherl wurde die Feier gefchloffcn. Vereinsnachrichten Große zioniftifche Verfammlung im XX. Bezirk. Sam: tag, den 4. Jänner, %8 Uhr abends, im Ziöniftifchen Lokale, XX., Jägerftraße 30, Große zioniftifche Verfammlung. Redner: N. M. Gelber, Dr. Jofef Löwenherz, Vizepräfidcnt der Ifr. Kultusgemeinde. In diefer Verfammlung wird über die Lage in der zioniftifchcn Weltorganisation und über den Zionismus in Oefterreich referiert werden. Verein zioniftifcher Hochfchüler „Theodor Hcrzl". Donnerstag, den 2. Jänner, präzife halb S Uhr abends, ira Heime II. , Untere Augartcnftraße 3 5, II. Stock, Tür 17, Eröffming der unter Leitung der Kollegin A. Glückftcin (Haifa) flehenden hcbräfchen Lefegemeinfchaft. Samstag, den 4. präzife halb 8 Uhr abends, im Heime II., Untere Augartcnftraße 3$, IJ. Stock, Tür 17, Vortrag des A. H. Dr. S. Schmitz: Vorläufer des modernen Zionismus. II. Abend (!.*o Pinsker). Jüdifche Hochfchüler und Hochfchülcrinnen zu neiden Veranftaltungen willkommen. Organifation zion. Frauen Oeftcrrcidis. Dienstag, den 7. Jänner 1930, j Uhr nachmittags, im Klubfaal Cafe Altes Rathaus, I., Wipplingerflraßc 24, I. Vortrag des Herrn Adolf Böhm „Paläftinakundc und Kolonifationswefcn“. Zioniftifche Frauengruppe IX. Montag, den 6. Jänner, findet im Klublokale des Cafe Bauernfeld, IX., L i echten Heinftraße 43, um halb 6 Uhr nachmittags der Vortrag der Kulturrefereutin der Wizo, Frau Martha Bondy, über den „Weltkongreß jüdifchcr Frauen in Hamburg“ ftatt.

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