Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 2 (1929)
- Issue
- Heft 54 (10.1.1929)
- Date
- 1929-01-10
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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MB fMHiUfeMI PIE 8TIMME Nf. 64 WISSEN / KUNST / LITERATUR ZurVerbreitung des hebräischen Buches Eine Aktion des Keren Kajemetfa Wi Erez Israel erscheint — nach amtlicher Statistik — täglich ein neues hebräisches Buch! Das kleine Palästina mit seinen 160.000 Juden erhält drei Tageszeitungen, eine große Anzahl Wochen- und Monatsschriften, ln der Diaspora wird das hebräische Buch nicht gekauft und daher nicht gelesen. Der Keren Kajemeth unternimmt daher eine Aktion, um das hebräische Buch zu popularisieren. Er richtet Monatsabonnemcnts ein auf Bücher einer Reihe in Erez Israel bestehenden Verlagsanstalten: «Lanoan* (Palästina-Bibliothek des Keren Kajemeth), .''Dwir», ümanuth», «Stybeta, «Dawan>, «Mizpeh». Abonnenicntsbcdingungcn: Monatlich S 6.— (1 Buch monatlich); monatlich S 3.— (6 Bücher jährlich); monatlich S 1.50 (3 Bücher jährlich). Jeder Vollabonnent (bezw. je zwei Halbabonnenten ä S 3.— monatlich) erhält 2um Schluß des Jahres ein Buch von ungefähr gleicher Größe unentgeltlich. Boykott gegen einen jüdischen Theater Unternehmer Der jüdiiehe Artiftenverein in Polen (Landeszentrale ’&'arfchau), welcher der Internationalen Union der Bühnen- Angehörigen angcfchloflen ift, überfendet uns ein Kommunique mit der Bitte um Veröffentlichung, in dem cs heißt: „Die Hauptverwaltung des jüdifchcn Artiftenvereines in Polen gibt hiemic bekannt, daß Herr Jakob Silbe rt aus New York die Konvention mit dem Verein gebrochen und mitten in der Thcaterfaifon fein Enfemble, deften Mitgliedern er die Gage für bereits durchgefpieltc Zeit f di u 1 d i g blieb, im Stich geladen hat; er ift unerwartet, während er vorgeblich Verhandlungen mit dem Arriftenverein führte, ins Ausland geflüchtet. Die Hauptverwaltung des jüdischen Artiftenvereines erklärt daher, daß gegen Jakob Silbe r t wegen feines böswilligen Bankrotts und unveraotwortlidier fkandalöfer Handlungsweife der öffentliche Boykott ausgefprochen wird. Die Betriebsräte der in- und aosländifchen Vcrcinsenfemblcs, die lokalen Vertreter des Hidifchen Artiftenverein« in Polen werden aufgefordert, za verhindern, daß der oben Genannte irgendwie im judifdten Theaterwefcn befchäftigt werde.“ (Herr Silbert, de rzum amerikanifch-jrüdifchen Theaterexport gehört, hat vor kurzem in Vien fein Heil an der Roland-Bühne vcrfucht, ift aber rafdt wieder verfchwunden. Die Red.) ton den Befürwortern der Expedition wörtlich erklärt, «sollte Noah nach der Sintflut wirklich auf dem Berge Ararat gelandet sein, so ist die Arche auch noch sicher dort vorhanden, zumal da auf dem Berge Ararat die Luft so dünn ist, daß die Arche trotz der inzwischen verflossenen Jahrtausende unmöglich verwittert sein kam.» Man hofft, die Arche bis zum Jahre 1933 gefunden und nach Chicago gebracht zu halben, wo sie eine «Hauptattraktion» der in diesem Jahre dort stattfindcndeai Weltausstellung bilden soll. Jüdisches Vokalkonzert Der Wiener jüdische Gesangverein veranstaltet Samstag, den 12. Jänner, %8 Uhr sbends, im Festsaal des Industriellauses, Wien, I., Schwarzenbergplatz 4, dn jüdisches V o k a 1 k n n z c r t, wobei Chöre von Achron, Engel, Ljow, Ssaminsky «sw. unter der Leitung des Chordirigenten A. Dzimitrovsky zur Aufführung gefangen. Mitwirkend: Igor Grünberg (Bartton) Und Jakob Gimpel (Klavlrrvirtuose). Restliche Karrten bei Buchhandlung R. Löwit, Wien, I., Rotentnrrm3traße; B-uchhandiung Rath, Wien, M, Taiborstraße 20, und F. Seliger & Co., II., Praterstraße 23, sowie an der Abendkasse im Industriehaus. Jüdische Künstlerspiele (Theater Reklame, fl., Praterstraße 34). Ein lustige: Traum rollt in den drei Akten «Dos Chasendb von Schweigcrt ab, in die der routinierte jüdischamerikamsche Bühnenmusiker Sekunda dne Fülle lebhafter Musik eingeflochten hat. Frau K a n i e w s k a ist das «ChasencH» und ulkt mit feiner Lustigkeit zwischen frommer- und Boxer-Letoensanschauung hin und her, bringt auch Chansondidagen mit viel Geschmack. Paul Breitmann und Lea Weintraub-Graf, die Damen Meiseis, Dreiblatt und Zelnik und die Herren Reismann, SigaU und Boyn sind mit Eifer um den Humor bemüht — Ab Freitag, den 11. Iänner, gelangt täglich die originaljüdische Operette «Die Wiener Rebbizyo» von A. Meiseis, Musik von Max Bryn, zur Aufführung, ln den Hauptrollen Vera Kaniewska und Paul Breitmann. FÜR Schach Kunstschacb L &. A. I~ KubbcL Kunstchronik __Kofcttt-Stiftung in Wien. Das in Wien seinerzeit durch Oberrabömer Dr. C h a j e s s. A. für die in Wien bestehende Kohut Memorial Foundation gegründete literarische Komitee hat sich am 2. Jänner 1929 unter dem Namen «Beirat der Kohut-SfoSfcuing» neuerdings wie folgt konstituiert: Obmann: Hofrat Rektor Prof. Dr. A. Schwarz; geschäftsführender Obmann: Prof. Dr. S. Krauß; Sekretär: Rechtsanwalt Dr. E Damask; Mitglieder: Prof. Dr. A. Aph> witzer, Rabbiner Dr. D. Feuchtwang, Hofrat Prof. Dr. S. Frankfurter, Rabbiner Dr. M. Rosenmann, Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz, Rabbiner Dr. A. Tagischt, Regierungsrat Dr. B. Wachstein. Eine jüdische Schriftstellerin erhält den Kleist-Preis. Wie der «Mainzer Anzeiger» mitteilt, ist die junge Schriftstellerin Anna Seghersin diesem Jahre mit dem Kleist-Preis ausgezeichnet worden. Sie ist eine Tochter des Mainzer Kunsthändlers Isidor N e i I i n g. Eine Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland. Der Philo-VerJag kündigt an, daß demnächst eine ^.Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland» /m . erscheinen beginnt. Die Zeitschrift wird streng wissenschaftlichen Charakter haben, keiner religiösen oder politischen Partei dienen, sondern sich lediglich die Ermittlung und Verbreitung geschichtlicher Wirklichkeit zur Aufgabe stellen. Herausgeber sind Professor Eibogen, Berlin, Professor Freimann, Frankfurt a. M., und Rabbiner Doktor F r e u d e n t h a i, Nürnberg. Die Redaktion liegt in den Händen von Dr. Fritz Friedländcr, Berlin, und Doktor Raphael Straus, München. Die Stadt Wilna subventioniert das jüdische Theater. Die Wiinaer Munizipalität hat dem jüdischen Theater in Wibta eine Subvention von 3000 Zloty bewilligt Ehrung eines ungarisch-jüdischen Malers. Der Budapest«* Maler Gustav Magyar-Mannheimer feiert sein äOjährvges Künstlerjtfbiläum. Der ungarische Staat hat ein Gemälde Mannheimers angekauft, das für den Empfangs- »aal der ungarischen Botschaft in Paris bestimmt ist. ln der Munkacsy-Aussteüung pries der Unterrichtmmister Graf Klebclsberg den greisen Künstler und bemerkte, daß sich die ungarische Kunst nicht den teuren Luxus der k o nfessionelien Voreingenommenheit oder des Klassenunterschiedes gönnen könne. Bei der Jubiläumsfeier für Magyar wird Klebeisberg die Eröffnungsrede halten. Die Arche Noah soll gesucht werden. Wie «Manchester Guardian» mekiet, beabsichtigt die Stadt Chicago aHeq Ernstes, eine Expedition nach dem Berge Ararat auszusenden, um dort die Arche Noahs zw suchen. Man «heint in Chicago fest davon überzeugt zu sein, die Arche des Stammvaters der Menschheit zu finden! «denn,», so wind a b c d C f g b WM »■ "Üi/Lm Weiß: Khj, Da$, Lhx, Sf3, fj, Bd3 (6 Steine). Schwarz: Kf4, Tc7, Sg7, ha (4 Steine). Weiß zieht und fetzt im zweiten Zuge mätt. II. F. Baird. a b c d e f g h mwJe\ Weiß; Ka7, Dai, Lfj, Sc3 (4 Steine). Schwarz: £04 (1 Stein). Weiß zieht und fetzt im dritten Zuge matt. Lösung der Probleme aas Nummer 33 Zwcizüger: Dd4—d8. Dreizügcr: i. Tg3—d3, Lf6 z, Dej-F 4 2, TXd* Kdj 2. D4 Tgx 3- DXez-i Drohung: 2. D4+ Unverlangte Manuskripte, denen kein Rückporto bettfegt, werden nicht surückgeseadeU Heuet JBdtfdiea Theeter (Känfterkabarett, Praterftrtße So). WochenfpielpUn: Freitag, den rt. d. Brftauf« ftthrung), Samstag, tan und Sonntag, den 13., »Ihr gebrochen Leben", Lebensbild ln vier Akten von M. Gebe!, Mufik von Ch. Wolf. — Montag, 14., „Eine Nacht in Kalifornien*. — Dienstag, tj., „Mafel Tow". — Mittwoch, iS., «Reifele von China". -- Donnerstag, 17., „Anftändige Menfchen". Der jüdische Jazzsänger Ai Jolson, der Hauptdarsteller des Films «Der Jazzsänger», der demnächst in Wien im ZentraMwno zur Uraufführung gelangt, ist heute der höchstbezazhlte Darsteller Amerikas. Seine Berühmtheit gründet sich in erster Linie auf seine unerhörte mimische Ausdrocksfähigleelt, mit der er, der Jude, den Niggersänger der ameriikam&ohen Revue spielt. Der Fifm «Der Jazzsänger» bringt die eigene Leöensgeschichte des Künstlers selbst, natürlich mit den für die dramatische Lösung unerläßlichen Romarmrtaten. Asa Joelson, wie Al Joteon von Haus aus heißt, wurde in Rußland als Sohn eines Kantors geboren. 8 Jahre alt kam er mit seinen Eltern nach Amerika, in das New Yorker Ghetto mit seinen berüchtigten Tenements. Des Vaters größter Stolz war der Gedanke, eines Tages seinen Sohn Asa als seinen Nachfolger zu sehen. Aber die Neigungen des Sohnes bewegten sich in einer anderen Richtung. Nooh als Schuikna/be spielte er bereits mit bemerkenswertem Erfolg auf dem jüdischen »Theater und weigerte sich nach seinem ersten Auftreten entschieden, die Schule weiter zu besuchen. Er verließ das Vaterhaus und trat in einem Wanderzirkus auf, dann als Kabarettsänger, anfangs ohne rechten Erfolg. Dann aber kam das entscheidende Ereignis seiner Künstlerlaufbahn. Bereits in Washington hatte Jolson reichliche Gelegenheit, das Leben und Traben der Neger za studieren und ein besonders einprägsamer Schwarzer war zeitweise sein Garderobier. Eines abends saß Al Jolson ziemlich niedergeschlagen in seiner Garderobe. Seine Nummer hatte wenig gefallen. In sein Grübeln hinein sagte plötzlich sein treuer Garderobier: «Du Massah müssen ausseh en als mich!» Die Idee gefiel joteon, et* greift den Rat auf und wird über Nacht als Niggersänger berühmt- In wenige Stunden war Al Jolson die große Sensation und ist es bis heute geblieben. Der FÄm «Jazzsänger» nach dem gleichnamigen erfolgreichen Theaterstück von Samson Raphaelson wurde in Hollywood unter Mitwirkung von Kantor Josef Rosenb I a 11 gedreht. » E- 1., ■ -"gggsigggcg'»' i', "itLirwawa» Magisches Quadrat 1. SdbwelfstertL 2. Stadt tn Japan. 3* Inneres Organ. 4- Absehen empfinden. 5- Na/defljantn. Waigrecht — Senkrecht. Versteckrätsel Soireien, Pudel, DlebstaW. Sergeant, Standarte, Stadtbahn, Jedermann, Utensilien, Frieren, Bedenken, Selguenr, Weihrauch, Persien, Fortgehen, Läuten, Raute. Jedem dieser obigen Worte sind drei aufeinanderfolgende Buchstaben zu entnehmen, die, anoinandergereflit, ein Zitat ans Schillers «Lied von der Glocke> ergeben. Auflösungen der Rätsel in Nummer 52. KreuzworträtseL Wag recht: 1. Tadel« 6. Tataren* 8. Arago. 10. Laute 13- Bar. 14. Mae. 16. Des. 17. Strom. 19. Rente. 21. Ate. 22- Kapitel. 23. EH. 25. Leid. 27« Ines. 28. Ga. 29. Acht 3a Gekl. 31. Ge. 32. Eros« 34. Omar. 36. Nfl« 37. Seminar. 38. One. 39. Nlnon. 41. Toast. 43« Ver. 44. Beg. 46. Ehe* 47. Euter. 49. Letal. 51. Etalage. 53. Aviso. — Senkrecht: 1* Tag. 2. Atom. 3. Da. 4. Erle. 5. Lea. 6. Tarock. 7. NudeL 8. Abtei. 9. Rar. 11. Ten/ 12. Esten. 15. Agil. 17. Stearin. 18. Maehren. 19. Renegat 20. Elegant’ 21. Algen. 24* Isere. 26. Das. 27. Ido. 33. Olive. 33 a. Eile. 35- Mose!. 37. Sorte. 37 a. Roetc. 40. Neu. 42. Aba. 44. Brav- 45. Glas. 48. Eta. 50. Ego. 52. U. Füllrätsel: 1. Ost* 2. Jause. 3 Sardine. 4. Rimesse. 5. Baron. 6. Trommel. 7. Katalog, 8. Tenor. 9* Inn. (Sudermann.) Scherz und Humor Die Rechnung Im Jahre 1840 wurde die Eifenbahn von Berlin nadal Potsdam eröffnet, mit der man in einer Stunde von einem Orte zum anderen gelangen konnte. Mit einem Wagen hatte rpap Immer drei Stunden und zu Fuß faft fedu Stunden gebraucht. Eines Tages fuhren zwei jüdifdic Freunde unmittelbar tudi dem Mittageften nach Potsdam, gingen dort in ein Kaffeehaus, und während der eine feinen Kaffee fchwarz trank, nahm der andere Milch. Auf den Vorhalt, es fei doch erft eine Stunde feie dem fteifchigen Mittageften vergangen, erwiderte der Miftröteri „Mein Lebtag war es von Berlin bis nach Potsdam wenigftens drei Stunden — was kann idi dafür, daß die Eifenbahn (o fchnell läuft?** R. ff, i 2 3 . 4 5 5| ■ '*amwtm i. >-«■« - . t > /