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Die Stimme · 1929-01-04 · Heft 53 (4.1.1929) · page 9

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Journal
Die Stimme
Volume
2 (1929)
Issue
Heft 53 (4.1.1929)
Date
1929-01-04
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
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Nr. 58 DTE STIMME Sdte 9 L, II., Klarrggasse 7. — Rosa Kr anfs, 9. Juni 1895, SaofnoJc, I., IX., Nußdorferstr. 40. — Robert Ko ton, 9. JuH 1900, Wöen, I., II., Tabors ti'. 69. — Wilhelm M ei sei, 20. Aipril 1898, Wien, 1., IX., Spitalgasse 21. — Hans Altschul, 2. Juni 1906, Triest, I., IX., Wiederhofcr giasse 3. — Josef Litwak, 27. Februar 1899, Lemberg, verh,, IX., Fuchstallergasse 1. — Heinrich Scher vorm. Hirsch, 1. Mai 1888, Tarnopol, 1., IX., Scrviten.gasse 10. — Viktor König, 27. November 1907, Wien, 1., V., Rechte Wienzeiie 85. — Eleonore Tesarz geb. Steiner gesch. Pescbek, 29. April 1901, Krakau, ger. gesch., V., Wiiedner Hauptstr. Nr. 114. — Gisela Kur da, 9. März 1902, Wien, J., VII., Riohtergasse 1 a. — Adolf Mayer, 14. Oktober 1900, Wien, I., II., Rueppgasse .19. — Jakob Boritzer, 26. Dezember 1886, Wien, ger. gesch., VII., Maria hilf enstr. 45. — Erika AJmosiino, II. Februar 1925, Wien, 1., XVIII., Edkpirgasse 43. — Judith Elz holz, 24. April 1883, Budapest, L, V., Rampersdorfergasse 19. —Friedrich Köhler, 27. September 1894, Wien, ]., Postbriiefbesfceller, V., Marganatengürtel 104. — Mathilde Wind, 12. April 1881, Radenin, I., V., Schönibrunncrstr. 85. — Irene Biegler, 10. Jänner 1879, Wien, 1., II., Ybbsstr. 31. — Marie Glas, 31. August, 1910, Wien, L, II., Heinestr. 41. — Fritz Laonpl, 28. September 1892, Wien, verh., VII., Döbiergasse 2. — Robert Mislap, .17. Juli 1883, Wien, 1., Ing., VII., Neustiftgasse 64. — Siegfried Bendäschofsky, 18. August 1907, Wien, I., IV, Hauptstr. 71. — Johann Berger, 22. August 1900, Wien, 1., XII, Fichtelgasse 10. — Margarete Hauser, 10. Dezember 1899, Wien, 1, Brunn a. G. — Sophie Fischer, 7. Mai 1907, Wien, 1, V, Hamibanr.gerstr. 14. — Johann Fritz, 29. Oktober 1898, Wien, 1, VI, Mainohettigasse 9. — Friedericke Wolf geb. Allina, 19. Aprill 1892, Wien, verh, XVIII, Messerschmiedgasse 46. — Eva W o 1 f, 1. August 1925, Wien, 1, selbe Adresse. — Mach old rekte GottboJd Back, 23. Maii 1866, L6va, verh, II, Vereinsg&ssc 10. — Egon Grflnihut, 8. März 1906, Tiesdwtz, 1, XV„ Kaximeliterhofgasse 4. Vereinsnachrichten Verband zionistischer HcchschiUerinnen. Bei dem am Mittwoch, den 9. Jänner, aam 8 Uhr abends, im jüdischen Zentrum (II, Untere Augartenstraße 35) stattfindemden Konvent spricht Dr. Leo Goldhammer über: «Jüd’ Süss Oppenheimer». Jüdische HochsohüJerinnen willkommen. Die Organisation Zionistischer Frauen Oesterreichs (W. I. Z. O.). veranstaltet unter dem Titel, ,«Die jüdische Frau und der jüdische Geist» von Jänner bis März d. J. drei Vortragszyklen. Die Vorträge iim Rahmen dieser Zyklen finden Jeweils Montaig um 5 Uhr nachmittags im lüuibsaal der «Hakoah», I, Wipplingerstraße 24, statt. Der erste Zyklus «Die jüdische Frau (Vortragender Dr. Viktor Kellner, Direktor des Chajes-Realgy mnasiums) beginnt Montag, den 7. J ä n n e r mit dem Vortrag «Grundsätzliches zur jüdischen Erziehung». Darauf folgen am 14. Jänner der Vortrag «Das jüdische Kind und seine Umwelt», am 21. Jänner «Die Bedeutung der hebräischen Sprache» und am 28. Jänner «Enziehung zur Idee». Der zweite, ebenfalls vier Vorträge umfassende Zyklus wird im Februar abgelitaiten. Thema: «Führende talniudische Gestalten», Vortragende Frau Cyla Waldmann. Der dritte Zyklus im März (vier Vorträge) hat das Thema: «Probleme und Epochen der jüdischen Geschichte». Vortragende Frau Elisabeth L u z z a t t’o. Anmeldungen an das Präsidium per Adresse Frau Sophie Lüwenherz, IX, Nußdorferstraße Nr. 42, oder Kulturreferat per Adresse Dr. Martha Hofmann, 111, Daponteigasse 13. Beschränkte Teiilnehmerzahl. Teilnehmerkarten pro Zyklus 2 Schilling. Verein zioniftifcher Hochfdiüler „Theodor Herzl“. Samstag, den j. Jänner, 8 Uhr abends, im Heim, IX, GlafergafTc 4, Vortrag des A. H. Dr. M. Groß: „Zioniftifche und niditzioniftifdie Kolonifationsmethoden“. Jüdifche Hochfchüler als Gälte willkommen. Volksbibliothek Zion (Wien, II, IO. Mohrengasse 3). Die ordentliche Generalversammlung findet Samstag, den 5. lännier 1929, um 7 Uhr abends, im eigenen Lokale, II, Kl. Mobrengasse 3, statt. Zionistische Bezirkssektion Brigittenau. Sonntag, den 6 d M. Ehrendbend für unseren Alterspräsidenten Löbl Taubes; Dienstag, den 8. <L M. Versammlung mit der Tagesordnung: «Die Bedeutung der Beschlüsse des Aktionskomitees; Referenten: Dr. Jakoib Weiner und Dr. Z. F. Finkeistein, ansäließend Diskussion. Alle Veranstaltungen finden im Heime, XX, Jägerstraße 30, um '/28 Uhr abends, bei freiem Eintritt auch für Nichtmitglieder statt. Demnächst werden Hebräischkurae für Anf.nger und Fortgeschrittene eröffnet. Anmeldungen allabendlich von 7 bis 9 Uhr im Sekretariat. , , Zionistische Bezirkssektion Leopotdstadt. Die ordentliche Generalversammlung findet Sonntag, den 6. Jänner 1. J, um 7 Uhr abends, statt Anträge für die Generalversammlung sind mindestens drei Tage vorher dem Sekretariat schriftlich einzureichen. «Brüderlichkeit», Jüdischer Wohltätigkeitsverein <IL, Untere Augartenstraße 11). Zugunsten der Bekleidungsaktion wurde am 28. Dezember in der «BahennerBar» eine selten gut besuchte Festakademie veranstaltet, welche durch ihr vorzügliches Programm einen glänzenden Verlauf nahm. Die Bekleidung fand am 25. Dezember im Souterrain des Cafe Rembraudt statt; die Zontralfürsorgestelle des Magistrats war durch Filrsorgerat Keller, der «Misraclii» durch Kultusvorsteher Viktor Baum in ger vertreten. Fünfzig Kinder versohämter, armer Familien wurden komplett bekleidet. Der Obmann des Vereines Mialkiel Grünwald und Kultusvorsteher Bau min ger hielten an die versammelten zahlreichen Festgäste Ansprachen* Der Verein wind in diesem Jahre noch eine M a z z 01 h a k t i o 11 und eine Ferienkolonie-Aktion zur Durchführung bringen. Den Firmen Carl Altmann, Gemgroß, Quisttner, Aetema, Silberetein & Eigner, Elling, Rotbberger u. v. a. Spendern wurde für die Beiträge zur Beikleidungsaktion, lebhaft akkiataäiert, innigster Dank ausgesprochen. Verein für jüdische Geschichte und Literatur in Wien ffll, Ferdinandstraße 23/8). Montag, den 7. Jänner, i/28 Uhr abends, im Klubsaale der «Haikoahi», I, Wipplingerstraße Nr. 24/26 (Cate Altes Rathaus), Vortrag des Herrn Komm.- Rates Theodor Ehren st ein: «Kunstsbistorisohes und über symagogale Fassadenkunst». Eintritt frei* Gäste willkommen. Zionistische Frauengruppe IX. Sonntag, den 13. Jänner, um y2ll Uhr vormittags, findet in der Urania eine Kindervorstellung statt. Zur Aufführung gelangen Vorträge und Märchenfilme. Karten *m Vorverkauf bei Frau Gisela Blauer, IX, Pflug,gasse 9, und Frau Klara Müller, IX, Wasagiasse 21. Teflephon U-24-7Q5. — Die Frauengruppe IX eröffnet demnächst einen unentgeltlichen hebräischen Sprachkurs für Anfänger und Fortgeschrittene unter persönlicher Leitung der Gg. Frau Rabinwitsch, Tochter des Ehrw. Oberrabbiners Koak von Jerusalem. Schriftliche and mündliche Anmeldungen an die oben genannten Stoße. — A,m Chamufcah-aßer-bischwat (26. Jauner) veranstaltet die Gruppe in den Pruniksälen des Hasvdelsmuseums (IX, Berggasse 16) einen Gesellschaftsabend mit Tanz. Karten im Vorverkauf an der oben genannten Stelle. Die Zionistisch-Akademischen Verbindungen und Vereine Oesterreichs. Sonntag, den 6. Jänner, im Festsaale der zionistischen Bezirkssektlou, VIII, Bennoplatz 1, General- Versammlung. Tagesordttnumg: 10 Uhr vormittags: 1. Eröffnung; 2. Rechenschaftsbericht; 3. Anbeitsrefenate. — 3 Uhr nachmittags: 1. Diskussion; 2. Statuten; 3. Neuwahlen; 4. Eventualia. Die zionistische Frauengruppe Mariahilf-Neubau veranstaltete am 16. Dezember in den Räumen des Cate Palace ein Ch anukahf est für Kinder, bei dem insbesondere 20 Waisenkinder mit einer Jause bewirtet und aüe Kinder beschenkt wurden. Im Rahmen dieses Festes fanden verschiedene künstlerische Vorträge statt, an denen sich die Kinder aktiv beteiligten. Für.diese wohl gelungene Veranstaltung gebührt der wärmste Dank den Damen Frau Rosl K o h n, Präsidentin der Wizo VI/VH, Frau1 Dir. Erna G u 11mar»n und Frl. Mirjam Morgenstern, die sich um das Zustandekommen dieses Festes in der vorbildlichsten Weise bemühten. * Malmonides-Institut Mittwoch, den 9. Jänner, um */27 Uhr abends, findet im Hörsaal 34 der phüosophischen Fakultät der Universität .im Rahmen der Universatätsvonträge des Instituts über hebräische Literatur und Geschichte des Judentums ein Vortrag von Dr. A. Kaminka über «Das Problem der göttlichen Gerechtigkeit in der Welt» statt ^ooeoeeoeoooooeooeoeeeeeoeoeoeooe Gümmistrümpfe NUR Rien,I.,9ilIergasse8t aaaaaoaaeaaaaaaaaaaaaaoaeaaaaeoaeaaaaat Das Recht auf jüdische Arbeit in Erez-Israel Die neuen Zwischenfälle in der Pflanzungs-Kolonie Petach-Tikwah. Das noch immer offene Problem der jüdifchen Arbeit in Paläftina, das den von uns berichteten neuen Zwifchenfällcn in der „alten“ Pflanzungskolonie Pctach-Tikwah zugrunde liegt, wird in einem Auffatz des paläftinenfifchen Korrefpondcnten der „Jüdifchen Rundfchau“ eingehend dargelegt; wir geben die Ausführungen hier wieder: Es Ichicn in der erftn Zeit der Orangenernte, als würde {ich ein erträglicher Zuftand in den Kolonien erreichen lallen und das Land von ähnlichen Störungen verfchont bleiben, wie fie das Vorjahr in Petach-Tikwah fah. Man hatte im Sommer bereits Verhandlungen angeknüpft, um einen beträchtlichen Prozentfatz jüdifcher Arbeit bei der Orangenernte zu garantieren. In der Tat hatte eine Anzahl von Pflanzern, die die Frucht am Baume an arabifche Händler abgaben und ihnen das Pflücken und Packen überließen, ein befonderes Abkommen getroffen, das dem Händler die Befchäftigung einer beftimmten Anzahl von Juden vorfchrieb. Man fah alfo der kommenden Ernte mit gutem" Mute entgegen und hoffte, daß die Arbeiter befchäftigt fein und Zwifchenfälle vermieden werden würden. Kurz nach Beginn der Arbeit fchien cs bereits, als ob man zu viel gehofft hätte. Es wurden hier und da Gerüchte verbreitet, daß gerade der Teil der Pflanzer, die die Ernte in QOOOOOOCHWIOOOO<MIOO<WKIQOOOQQC<WOQOOOOOO KAUFT FISCHE bei PFITZNER «Sfc HATZL II. Volkertplatz, Fischhalle (Tel. R 40-2-38) VI. Pligrambrücke, Fischhalle (Tel. B 24-4-23 X. Bel Llchtenstelnstraßo 112, Fischhalle (Tel. A 11-2-59) X. Columhasplatz, Fischhalle (Tel. U 47-1-30) Den ganzen Tag in feinstem Olivenöl gebackene heiße Fische eoooooeoooooeoooewiooeMioooooooooooooooo eigener Regie beforgten, ihre Früchte felbft pflückten und packten, keine oder nur wenige Juden befchäftigten. Seit Wodien fürchtete man, daß die Lage bei der Orangenernte noch zu Komplikationen führen würde, und die Zwifchenfälle der letzten Woche bewiefen, daß diefe Befürchtungen nicht unberechtigt waren. Wieder ift der Kampfplatz Petach-Tikwah, genau wie vor einem Jahre. Wieder liehen fidi die Vertreter der Arbeiter und die Vertreter der Pflanzer, die in Petach-Tikwah im „Waad Chaklai“ (Ausfchuß der Landwirte) organifiert find, einander gegenüber. Wieder kommt es zu Tätlichkeiten und wieder muß die Polizei eingreifen. Alfo ein ähnliches Bild wie im Vorjahre. Eine bedeutende Wendung zum Belferen freilich ift cingetreten, nämlich daß das Arbeitslofenproblera viel von feiner Schärfe eingebüßt hat und man deshalb hoffen darf, daß die Dinge jetzt leichter in Ordnung zu bringen find. Den Anlaß zu den Komplikationen gab zweierlei: Eine kleine Anzahl von Arbeitslofen, die während der Zeit der Ernte auf Befchäftigung gehofft hatten und nun cnttäufcht wurden. (In den Prelleberichten werden :oo bis 300 Arbeitslofe genannt, nach zuverlälligen Informationen fcheint die Zahl nicht einmal hundert zu betragen.) Außerdem cröffneten die Pflanzer in Petach-Tikwah ein eigenes Arbeitsbureau, das Anlaß zu den Unruhen gab. Bisher beftand in der Kolonie nur das Bureau der Arbeiterorganifation, das nicht nur die Aufgabe hatte, Arbeit zu verfchaffcn, fondern auch dafür zu forgen, daß fie gleichmäßig verteilt wurde und die Löhne (17J» Piafter pro Tag, entfpricht 3,50 Mark) aufr echtzuerhalten. Das neue Bureau überließ <fi« Feftfctzung der Löhne den Pflanzern, was in einigen Fällen zur Senkung des Preifes um Piafter führte. Zudem hatte das Bureau nur fchr wenig Arbeitstage zu vergeben, und die Arbeiter, die fich jeden Tag in Haufen vor dem Gebäude fammelcen, um auf Arbeit zu warten, kehrten leer heim. Die Erregung wuchs, das Gcdächntis an die Schwierigkeiten des Vorjahres waren noch frifch, und fo wurden an diefem Abend, als man das Bureau gefchloffcn fand, Fenfter eingefchlagen, Möbel demoliert und Papiere vernichtet. Die Polizei war zu fpät zur Stelle, weitere Ausfchrcitungcn wurden durch die Bemühungen der Vertreter der Arbeiterorganifation verhindert. Zurzeit lieht die Kolonie unter genauer Polizeikontrolle und jeden Abend kommt eine Abteilung britifcher Gendarmerie hin, um die Sicherheit zu garantieren. Die Exekutive der Arbeiterorganifation hat in einer Deklaration die Ausfchrcitungcn fcharf verurteilt und die Arbeiter aufgefordert, in jedem Falle lieh von der Anwendung von Gewalt zurückzuhalten. Der Gouverneur des Süddiftrikts, Campbell, hat der Kolonie am 17. Dezember einen Bcfudi abgeftattet und verfucht, zwilchen den Parteien zu vermitteln. Die Arbeiter verlangten die Befchäftigung der Arbeitslolen, worauf die Pflanzer erklärten, daß fie für die Arbcitslagc nicht verantwortlich feien und das Bureau nur zum Nutzen der Pflanzer eröffnet hätten. Der Gouverneur fchlr.g vor, die ganze Frage auf dem Wege des Schiedsgerichtes zu ordnen, wodurch auch Gelegenheit gegeben wäre, objektives Material über die Lage zu erhalten. Die Arbeiter akzeptierten dielen Vorfchlag, d i e Pflanzer lehnten ihn ab, cbenfo wie fic vorher den Vorfchlag der Arbeiterorganifation, ein gcmcinfames Arbeitsamt zu errichten, negativ beantwortet hatten. Damit blieb die Lage ungeklärt. Es wäre falfch, die Frage als ausfchließlich im Zufammcnhang mit der Ernte zu betrachten. Es handelt lieh wieder einmal um das gefamte Problem der jüdifchen Arbeit als folchc, wobei die Arbcitslofigkcit nur eine nebenfächlichc Rolle fpielt. Heute, wo an vielen Stellen die jüdifche Arbeit durchgedrungen ift — fall zu hundert Prozent in den neuen Pflanzungen —, wäre es vielleicht zweckmäßig, an die Schaffung neutraler Arbeitsämter heranzugehen, weil dadurch ein helleres Zufammcaarbciten zwilchen Pflanzern und Arbeitern erzielt würde. Es zeugt von großem Unverftändnis der Koloniften, daß lic diefen Vorfchlag, ebenfo wie den des Schiedsgerichtes, glatt abgelehnt haben, und cs ift andererfeits zu bedauern, daß die unbefonnenen Ausfchrcitungen der Arbeiter die ’Atmofphäre ungünftig beeinflußen. Es ift jedoch eine erfreuliche Erfcheinung, daß die oberltc Inftanz der Arbeiterorganifation fich offen gegen diefe Uebcrgriffc gcftellt hat, und man darf hoffen, daß der Konflikt in Kürze beigelegt wird. Bei der Dcmonftration wurde, wie bereits berichtet, eine Anzahl von Verhaftungen vorgenommen. Drei der Verhafteten hatten lieh nun, wie ajus Jerufalcm gemeldet wird, vor Gericht zu verantworten. Zwei der Demonftranten wurden zu je fechs Monaten, einer zu fünf Tagen Gefängnis verurteilt. ■ Die Union der jüdifchen Koloniften Paläftinas hat vor einigen Tagen eine Rcfolution angenommen, in der das Vorgehen der Arbcitslofen in Petach-Tikwah fcharf getadelt und die paläftinenfiifdie Arbeiterföderation (Hiftadruth Haowdim) für die Unruhen verantwortlich gemacht wird. Die Zioniftifche Exekutive wird aufgefordert, Maßnahmen zu treffen, die folchen Ausfchrcitungcn in Zukunft Einhalt gebieten follen. Das Beaintenproblein in Palästina Im «Haaretz» erörtert M. G. im Anschluß an 5die Bemerkung des neuen Higjh Commissioners über die Rolle der Beamtenschaft in den Kolonialländern das Verhältnis des jüdischen Jischuw zur englischen Beamtenschaft iim Lande. Der Aufsatz führt aus, Palästina könne nicht auf eine Stufe mit den Kolonialländern, in denen der Higfh Conimissioner früher tätig gewesen sei, gestellt werden. Eine der Haaptsch Gierigkeiten für die Entwicklung des jüdischen NatSonalheims in Palästina liegt gerade darin, daß die englischen Beamten In Palästina sich nur als Kolonialbeamte betrachten und kein Verständnis für die besonderen Aufgaben des Landes aufbringen. Zwar hat es unter den hoihen Beamten des Landes vereinzelt Männer gegeben, die — wie Sir Herbert Samuel, Sir Wyndiham Deeds, Lord Plumer und Sir Gilbert C 1 ay 10 n — Herz und Verständnis oder mindestens Gerechtigkeit und Vertrauen zum zionistischen Werke gehabt hätten. Aber die tagtägliche Politik und Verwaltungspraxis der Regierung ist nicht durch sie geschaffen worden. Man müsse mit großem Bedauern konstatieren, daß die Mehrheit der palästinensischen Beamtenschaft die be- <00000009000000000000000000000000000000 An unsere Leser! Wir bringen hiemit aur Kenntnis, daß das bekannte Musiikhaus Exoelsior, Wien, I., Adtergasse 5, und II., Kleine Pfarrgasse 28, sein reichhaltiges Lager in jüdischen und hebräischen Schallplatten durch die neuesten original amerikanischen Aufnahmen kantoraler und jüdischer Gesänge ergänzt hat. Zu Propagandazwecken wird eine große Serie von Schallplatten an diejenigen Leser unseres Blattes, die sich auf diese Ankündigung berufen, zu bedeutend ermäßigten Preisen abgegeben.

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