Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1 (1928)
- Issue
- Heft 47 (22.11.1928)
- Date
- 1928-11-22
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/3053752-3053753-3053799--0718-3056015- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nf. 47 DIE STIMME Seite ll Kunstchronik Alexander Kreta, der bekannte jüdische Musiker, hrefbt Im Aufträge des Großen Theaters in Moskau eine Oper, die hn altbabyIonischen Milieu spielt. Dubnows «Geschichte des Jüdischen Volkes» steht unmittelbar vor der Vollendung des letzten (10.) Bandes. Damit hat der greise Gelehrte, der in Kürze das 70. Lebensjahr vollendet, die Frucht einer vierzigjährigen Forscberarbelt unter Dach gebracht- Dubnow beabsichtigt nach Vollendung de« großen Geschichtswerkes eine Geschichte der chassldischen Bewegung in hebräischer Sprache zu schreiben. Eine Ausstellung des Jüdischen Buches wurde am 30. Oktober in Johannesburg (Südafrika) in Anwesenheit des Gouverneurs von Transvaal eröffnet. Otto H. Kahn restauriert das Parthenon. Seit etwa 250 Jahren, da der berühmte Parthenontempel In Athen durch eine venezianische Bombe beschädigt wurde, liegen zahlreiche Marmorsäulen dieses edlen Bauwerkes umgestürzt. Zu ihrer Wiederaufsteliung fehlen dfe Mittel, und aus diesem Grunde mußte auch ein Restaurierungsversuch, den die griechische Regierung vor einigen Jahren begann, eingestellt werden. Nun hat, wie aus Athen berichtet wird, der New-Yorker Jüdische Bankier und Kunstmäzen Otto H. Kahn, der vor einiger Zeit in Athen weilte, die zur Aufstellung und Restaurierung der umgestürzten Säulen des Parthenon« notwendige Summe der* griechischen Regierung zur Verfügung gestellt. Die Arbeiten werden iu kürzester Zelt in Angriff genommen werden. Der Kantianer Ernst Marcus gestorben, ln Essen verstarb in diesen Tagen der hervorragende Repräsentant der deutschen Philosophie der Gegenwart und ehemalige Richter Emst Marcus im 73. Lebensjahre. Von der Rechtsgelehrsamkeit kam Marcus zur Philosophie und hat sich als philosophischer Autodidakt zu einer führenden Stellung in der Philosophie der Gegenwart emporgeschwungen; er war der beste Interpret der Philosophie Kants, und er hat diese Philosophie durch eine besondere Form ausgebauit. Es gibt in mehreren philosophischen Zentren Adbeitsgemelnachaften, die sich mit dem Lebenswerk von Ernst Marcus befassen. Als Jude erhielt Marcus natürlich keinem LehrstuhL lOOjähriges Jubiläum einer Jüdischen Buchhandlung. Mitte November kann die jüdische Verlagsbuchhandlung M. W. K a u f f m a n n In L e I p z I g das Jubiläum Ihres 100jährigen Bestandes feiern. Das Unternehmen wurde 1828 von Wolf Kauffmann begründet, zu einer Zeit, da den Juden mit wenigen Ausnahmen der dauernde Aufenthalt in Sacltsen noch nicht gestattet war. Aus Anlaß Ihres Jubiläums hat die Firma ednen «Führer durch die neue Jüdische Literatur 1828—1928» herausgegeben. Arno Nadel als Maler. Der Dichter und Musiker Arno Nadel Ist auch ails Maler Interessant. Die erste Kolieklivausstelluivg seiner Pastelle Ist in Frankfurt a. M. kürzlich eröffnet worden. Ausgestellt sind 40 Blätter, darunter Pastelüe nach dem «Dybuk» der Hatenah von «Benjamin III.» in der Aufführung des Granowsky-Theatcrs und der «Artisten» in der Aufführung durch Max Reinhardt. Eine Anskigasse. Der Stadtrat von Ltda hat, wie aus Warschau gemeldet wird, beschlossen, eine Gasse nach dem jüdischen Folkloristen und Schriftsteller S. A n s k I, dem Autor des «Dybuk», Anskigasse zu benennen. Ferner wird eine Gasse der Stadt nach dem berühmten Dichter J. L. P e r e z, eine andere nach dem Begründer des Misrach! Rabbiner Reines, der in LW.a wirkte, benannt werden. Eta Denkmal des unbekannten Jüdischen Soldaten soll, wie uns berichtet wird, in Jerusalem errichtet werden. Der in Palästina wohnhafte Architekt Krakauer hat den Auftrag erhalten, den Plan des Denkmals zu entwerfen. deT einem demnächst zu veranstaltenden Wettbewerb unter den 1 fl d 1 sehen Künstlern aller Länder als Grundlage dienen soll. Paul Natan tritt In Wien auf. Dem Wiener Publikum Ist aus der «Freien Jüdischen Volksbühne» der ausgezeichnete Charakterkoml'ker Simon N a t a n in bester Erinnerung, der sich als Darstelter stärkste Beachtung errungen hat. Simon Natan ist seit der Auflösung der Wiener «Jüdischen Volksbühne» bei der Wilnaer Truppe tätig, wo er als Darsteiler und Reg!sseur außerordentliche Erfolge erzielt hat. Einer der stärksten Erfolge war Natans Inszenierung dar Scholem-AIecbem-Komödie «Schwer zu sein ein Jud». Diese Komödie inszeniert der Künstler trmrrtiehr anläßlich eines einmaligen Gastspieles In Wien an den «Jüdischen Künstlersplelen» (Theater Reklame, II., Praterstraße 34): das Wiener Publikum wird dabei Gelegenheit haben, Natan auch als Darsteller wieder zu begrüßen, da er di« männliche Hauptrolle in der einzigen Aufführung der Komödie spielt, die am D o n n e r s t a g, den 22. N o- ( vetnber, abends in den «Jüdischen Künsflersplelen» stattfindet. Diese Aufführung, bei der das gesamte Ensemble der «Jüdischen Künstlerspleie» mitwirkt, erhält besonderes Interesse auch dadurch, daß die hier gastierende Soubrette Vera K a n 1 e w s k a, die zum Liebling de« Wiener Publikums geworden Ist, in einer Jugendlichen komischen Rolle auftritt; auch Paul Breitmann hat eine tragende Roll« inne. Im 3, Akt der Komödie werden jüdische Volkslieder als Einlage gebracht werden. Ein Jüdischer Kunstabend. Die Z. M. V. «Mirjam» veranstaltet am J. Dezember 1928 in den Kunstseiden Pan (Wien, 1., Riemergasse) einen Abend, der ausschließlich jüdischer Kunst gewidmet ist. Im Koitzertteil gelangt unter persönlicher Mitwirkung und Leitung des bekannten Cellovirtuosen Joachim Stutschewsky ein neues , Programm zur Aufführung, darunter die Elegie von Lewin und Suite von Krein und anderes. Im zweiten TeM werden jüdische Lieder im Bilde künstlerisch dargestellt. Osslp Dyinow im Neuen Jüdischen Theater. Im Neuen Jüdischen Theater (Künstlerkabarett, II., Praterstraße 60) findet Freitag, den 23. November, die Erstaufführung von Osslp Dymows «Stärker als die Liebe», Lebensbild in drei Akten, Musik von A. Oischanetzky, statt. Die Novität wird Samstag, Sonntag und Montag (Pressevorstellung) wiederholt. Dienstag: «Sträfling 1305», Mittwoch «Der König der Geiger», Donnerstag, den 29. d. M «Glaube deiner Frau». Jüdische Künstlerspiele («Theater Reklame»* II-, PraterstraD« 34). Freitag, den 23. d-, und die kommenden Tage gelangt die Novität «Studentenliebe» von Freimann zur Aufführung. In den Hauptrollen gastiert das beliebte Künstlerpaar Vera Kaniewska und Paul Breltm a n n. FÜR MUSSESTUNDEN SSSK5 avertMgf«IM Rätselecke Redigiert von Joto Kreuzworträtsel« jd rq □ F M i Ö n 1 S INR1 r l U F 1 □ 77"“ T m IT“ Fs HM (14 vT D MM Fj u ■ T3~ m jir* ü Io h US 82 vi j m M t LJ rn w w~ ■ W □ Ll LJ I so j 1 □ i m d 34 1 I 35 i c Fl pl" ü 38 | -1! m 39 ■ «i l m h ITTl L_i “ 1 4i ■r 46 47 i II «8 LL UJ * ■ sT“ IBS |69 I i »3 | j |54 w ■ 66 c L! LJ fl m 3 □ MB dtf ' MMM ü u~ L .1 w 69 «3 j r Ul □ LL jp"“ L J Wagrecht: 3. Männlicher Vorname. 7. Deutfche Uni- ▼erfitätsftadt. 8. Englifdier Hafen am Golf von Arabien. 10. Europäifche Hauptftadt. 12. Nordifchc Tierart. 14. Gefchcnk. 17. Bereit, fertig. 18. Affyrifche Gottheit. 19. Schmelzglas. 21. Stadt in Algerien. 22. Schiffsteil. 24. Schwimmvogel, aj. Anflurm. 26. Sumpffieber. 28, Japanifche Münze (I J). 29. Abkürzung für „Eminenz“. 30. Fifch. 3r> Spielkarte. 33. Aegyptifchcr Sonnengott. 34. Einrichtung; Sinneswerkzeug; auch Stimme, jj. Gefellfchtfcszimmer. 36. Ausruf. 38. Sohn Noahs. 40. Verneinung. 41. Initialen eines ber. Religionsreformators. 43. Tennisausdruck. 43. Streng, genau. 48. Türkifcher Ehrentitel. 49. Fifchfctt. ji. Böfer Geilt. ja. Spiclkartenfarbc. 33. Vorbild. 33. Sache (lat.). 36. Sturm. 37. Weiblicher Vorname. 38. Vorfilbe. 39. Feldherr Maria Therefias. 60. Gewonnene Schlacht. 62. Paradies. 64. Alpcnpaß. Senkrecht: 1. Hirtengott. 2. Teil des Auges. 3. Englifche Graffchaft. 4. Waffe. 3. Gefchäftsvermittler. 6. Lebhaft» agil. 7. Franzöiifcher männlicher Vorname. 9. Benennung. 10. Fragewort, n. Vorderafiatifche Hochfläche. 13. Gcfandter. 13. Rumänifche Münze. 16. Wundfekrct. 17. Hautöffnung. 20. Sibirifcher Strom. 22. Griechifchcr Schlachtenort. 23. Gebirge in Syrien. 26. Schmal, nicht didk. 27. Altgriechifche Stadt in Böotien. 30. Kund (lat.). 32. Windfloß. 36. Stadt in Italien. 37. Viehfchar. 39. Germanifcher Voksftamm. 41. Neuitalienifcher Kurort. 42. Stadt in Frankreich. 44. Chinefifche Münze. 46. Wagenhalle. 47. Ausruhen. 48. Stadt am Kafpifee, 30. Feucht. 32. Hebcvorridttung. 34. Körper. 36. Fluß in Deutfchland. 61. Eifenhaltigcs Mineral. €}. Artikel. Auflösungen der Rätsel In Nummer 46 Kreuzwort-Kapselrätsel: Kapselwörter: I De, II. Ll, III. Er, IV. Ode, V- Ich, VI. Her, VH. Mann, VlH. In, IX. Eid, X. Al, XI. Ter, XII- An. — Wagrecht: 1. Paradies. 8. Kanone. 13. Odeum- 14. Speer. 16. Alias. 17. Iltis. 19- Inka. 20. Ave. 21. Nee. 22. Persien- 24. Beg. 25. Pagode. 26. Liebt 28. Eher. 30. Antigone- 34. Edelmann. 37. Reu. 38- Refrain. 40. Erbitten. 44. Angel. 46. Eidam- 47. Risiko. 49. Au. 51. Ale. 52. Abtei. 53. Eitern. 55. Anemone. 56- Nr. 57. Stand. — Senkrecht: 1. Poincarö. 2. Adele. 3. Rute. 4. Ami. 5. Is. 6. Episoden- 7. Senl- 8. Kranich. 9- Naab. 10. Olive. 11. Naegel. 1.2. Es. 15- Ekel. 18. Spagat 23. Ergo. 25. Pi. 27. Terno. 29. Hermann. 31. Nereiden. 32. Tuba. 33. Ernst. 35. Dag. 36. Eine. 39- Fakir. 41 Imam. 42. Tran. 43. Eibe. 45. Lateran. 48. len- 50. Und. 51. Ala. 53. Es. 54. It. Fülfrätsel: 1. Beispiel- 2. Ebenholz. 3. Tiberius. 4. Isabeila. 5- Mirabcau. 6. Rentabel. 7. Vorliebe. Magisches Quadrat: 1. Arrak. 2. Riege. 3. Regel- 4. Agent 5. KcUc. Jüdischer Sport Ein schwarzer Tag des jüdischen Sports Terror des jüdischen Publikums! — Appell zur Einkefir Der vergangene Sonntag, an dem in Wien sehr beachtenswerte jüdische Erfolge erzielt wurden, war dennoch kein Ehrentag des jüdischen Sportes. Auf dem Krieauer Platz der Iiakoah gab es Skandale, wie sie auch in der Zeit der Demoralisation des Sportes selten Vorkommen. Der erste Teil der Ereignisse hatte ausgesprochen a n t is e m i t i s c h e n Charakter und entsprang dem A-paciientum einer Gesellschaft von Rovvdies, die unter dem Namen «Wlener Stockballklub» den ausgebL'iebenen Stieg gegen die zweite jüdische Hockeyma-rmschaft Wiens Blau-Weiß blutig rächen m müssen glaubte. Die Gpuppe wollte nach dem Hockeyspiel durch die magistratMoh gesperrten Eingänge zum Fußballplatz vordringen, wo tun 2 Uhr das Meisterschaftsspiel H a k o a h—A Itmannsd 0 r f begann. Den strengen Vorschriften entsprechend, verwehrten Ordner den unerlaubten Eintritt, worauf die «Gäste» zu Tä 11 i c h k e i t e n schritten. Unter anderem wurde eiin Ordner mit einem Hockeystock, dessen bLutbedeckte Trümmer sichengestellt wurden, erheblich verletzt. Der verwundete Ordner will in dem Angreifer einen ehemaligen Spieler des S to c lc b a U k 1 u b s erkannt haben, der wegen schwerer Tumulte, darunter auch an einem Hakoah-Spiieler, bereits «zweimal auf Lebenszeit» disqualifiziert worden ist. Diesen beispielloser, Zwischenfällen folgten bald darauf auf demselben Platze Szenen, die umso Lebensversicherungs- GEGRÜNDET IM JAHRE 1882 Voreloht rungebeetand Garantiemittel Ende 1927 1 Milliarde und 600 Mil ionen Schilling 192 Millionen Schilling Prämien- und Zinseneinnahmen Im Jahre 1927 71 Millionen Schilling Tätigkeitsgebiet der Qesellbchaft: Oesterreich, Deutsches Reich, Tschechoslowakische Republik Belgien, Hoiland, Frankreich, Spanien, Italien, Ungarn, Polen Jugoslawien, Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Palästina, Syrien Türkei, Aegypten Die Gesellschaft sohlieSt zu billigen Prämien und günstigen Bedingungen Kapitals- und Rentenversicherungen Jeder Art ab NeuofngefOhrt: KINDER-VERSORGUNGS-VERSICHERUNG (Auszahlung eines Kapitals bei Verheiratung, Studienbeitrag, Rückerstattung der eingezahiten Prämien bei Ableben des Kindes) fnvaltdimtgvereiohoruno (Zahlung einer Rente bei Eintritt der Erwerbsunfähigkeit und Auszahlung, des versicherten Kapitale naoh dreijähriger Dauer der Invalidität)