Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1 (1928)
- Issue
- Heft 14-15 (4.4.1928)
- Date
- 1928-04-04
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 14 15 DIE STIMME Seite 7 Aus den zionistischen Ortsgruppen Wien Zehn-Jahr-Feier des Hechaluz. Am 29. März fand in den Olyropiasälen die von dem Oesterr. Landesverband „Hechaluz" gemeinsam mit dem Zionistischen Landeskomitee für Oesterreich veranstaltete Feier des 10. Jubiläums de® Welt-Hechal-uz statt. Diese Feier niahm einen überaus würdevollen Verlauf. Vor übervollem Saale hielt zunächst der Leiter des öslerr. Hechaluz den Opfern der Pionierarbeit in Erez Israel einen tiefergreifenden Nachruf in hebräischer Sprache, worauf im Namen des Zionistischen Landeskomitees Dr. Leo Goldhammer, für den der österr, Organisation angeschlossenen Jugendverband Direktor Dr. Viktor (Kellner, für die Wizo Frau Dr. Martha (Hofmann, für die Paale Zion Mendel Singer, für die Hitachduth Dr» Ch. Tartakow,er und Vertreter von Jugendverbänden Begrüßungen und Glückwunschansprachen hielten. Das Wesen und die Bedeutung des Chaluz würdigte Herr M a n o a c h aus Dagania, der bekannte Rezitator Jehuda Eh renk ranz las die Ballade von Tschernichowski „Baruch aus Mainz“, Josef Z i mtb 1 e r trug Vioiinkompositionen jüdischer Musiker vor, Oberkantor M a r g ui i e s sang in gewohnter Meisterschaft hebräische Volkslieder. Zionistische Bezirkssektion XII., XIV., XV. Am 27. März veranstaltete die Bezirkssektion in Gemeinschaft mit der Z. V. Jung-Juda im Festsaale des Vereinshauses, XV., Herklotzgasse 21 einen Vortragsabend, der sehr zahlreich besucht war. Nach der Eröffnung durch den Obmann der Sektion, Herrn Otto R u t ek, sprach der Präsident des Zionistischen Landes, komitees, Dr. Goldhammer, in Überaus fesselnder Weise über die Bedeutung des Pro-Palästina-Komitees. Der Referent Gezeichnete als Voraussetzung für das Gelingen des zionistischen Werkes die vollständige Aufklärung der Juden und Nichtjuden. Diese Aufklärungen haben starke Wirkung auf die Männer der geistigen Oberschichte der österreichischen Gesellschaft, die dem Pro-Palästina-Komitee beigetreten sind, geübt. Nur wenn es in den Köpfen der Juden und Nichtjuden licht werden wird, werden wir mit Erfolg arbeiten. Ein bedeutsamer Schritt auf diesem Wege ist das Pro-Palästina- Komitee. Als nächster Redner sprach Professor Dr, Willy Stein. In ^formvollendeter Rede legte er den Sinn und Zweck des Zionismus für die Juden Wiens dar. Der Pfadfinderbund „Zirenu", der in den Bezirken VI. bis VIII. und IX. die Jugendarbeit leastet, hat im Laufe seiner großen Jugendwerbeaiktion bisher zwei Veranstaltungen durchj geführt: Am 8. März fand im Saal des Veremsheimes, VIII., Bennoplatz la, ein Jugendmeeting statt, bei dem Herr Doktor Josef Löwenherz das Thema „Assimilation und Zionismus“ eingehend bekandelte. Er besprach sehr ausführlich die einzelnen Stadien der Assimilation, von ihrer Entstehung bis zu ihrer heutigen, modernsten Form, und parallel damit die verschiedenen Epochen der zionistischen Bewegung. Seine Ausführungen gipfelten darin, daß der Zionismus die Assimilation auf das schärfste bekämpfen müsse, da die Assimilation unter allen Umständen zur gänzlichen Vernichtung des Judentums führen muß, Das überaus interessante Referat wurde von den Jugendlichen, die den Saal bis auf das letzte Plätzchen füllten, mit großer Begeisterung aufgenoanmen. — Am 12, März fand im selben Saale eine große Juigendwerbeakademie statt, deren Programm durchwegs von Mitgliedern des Pfadfinderbundes „Zirenu" bestritten wurde. Zur Aufführung gelangten: Ein Puppenspiel „Die Königin von Saba", ein Lustspiel „Der Stammgast“ und der Einakter „Die Frau Hofrat" von Dr. Fritz Löhner-Beda. Die Darbietungen fanden bei den zahlreich erschienenen jugendlichen Gästen großen Beifall und es findet daher am 14. April eine Wiederholung dieser VeranstaL tung in erweitertem Rahmen im Josefssaal, VIII., Josefgasse, statt. Wiener-Neustadt Zionistische Ortsgruppe Wiener-Neustadt. Die Vorbereitungen zur Reorganisation der Ortsgruppe waren soweit gediehen, daß am 18, März iim Sitzungssaal der Israelitischen Kultusgemeinde der erste Vortrag stattfiinden 'konnte. Der Vorsitzende Dr Baue r begrüßte in seiner Ansprache unter dem zahlreichen, anwesenden Publikum, Vertreter aus Neunkirchen, Eisenstadt, iMattersdorf usw, Dr. Leo Goldhammer sprach über das neugegründete österreichische Pro-Pialästina-Komitee, Herr iM. D. Gros s, Führer der Misrachi, über das konservative Judentum und der Paiüstinaaufbau. An die beiden Vorträge, die dem regsten Interesse der Zuhörerschaft begegneten, schloß sich eine Debatte an/, in der u. a. Herr Kultusvorsteher Jaul erklärte, daß es ohne Rücksicht auf die politische und religiöse .Stellungnahme (Pflicht jedes Juden sei, das Palästinaaufbauwerk mit allen Kräften zu unterstützen. Gleichzeitig wurde in Wiener -Neustadt eine zionistische Jugendgruppe gegründet. Die Ortsgruppe hält im reservierten Saale des Caf6s „Bank“ jeden Donnerstag zionistische Vereinsalbende ab. Vereinsnachrichten Jüdisches Zentrum der Sozialen Hilisgemeinschait (II., Unt. Augartenstr. 35). Während der Halbfeiertage finden die Kurse regelmäßig statt. Hebräisch für Kinder: Erste Stunde nach Pessach den 13. April *von halb 3 bis halb 4 Uhr. Zionistische Frauengruppe Prater {II., Jungstraße 8). Samstag den 7. d. .M. 8 Uhr abends IV. Vortrag aus dem Zyklus „Jüdischer Gedichte". Anschließend literarisches Referat. Referentin: Dr. Amalie Kantor. Gäste willkommen. Steiner & Geller Atelier für feine Herrengarderobe fertig und nach Maß. Herrenmode, Wäsche und Krawatten. Reell und billig. Wien IV., Wledner Hauptstraße 65 u. 67 Telephon 52-2-37 TUCHHANDLUNG „ZUR SCHÄFERIN“ ALBERT HARDT Wien, I, Freisfngerg. 1 (Ecke Bauernmarkt) Original englische Damenmäntel* und Herrenmodestoffe Zionistische Frauengruppe IX. Montag den 9. April 8 Uhr abends im. Lokale der Lese- und Redehalle, IX., Türkenstraße Nr. 9, Vortrag aus dem Zyklus „Silhouetten jüdischer Dichter". Referentin Dr. Amalie Kantor, Gäste willkommen. Verein zionistischer Hochschüler „Theodor Herzl“. Samstag, den 7. April, um 8 Uhr aJbends im Heime, IX., Glaser. gas®e 4, Vortrag des Oberbaurates Ing. Robert Stricker: „Die gegenwärtige Lage im Zionismus" Akademische Gäste willkommen. Jugendverein „Erez Israel". Montag, den 9. April, halb 8 Uhr abend®, im Festsaale des Oesterreichischen Handelsmuseums, IX., Berggasse 16, Samuel Schwager-Abend (Ostjüdische Dichtungen), Mitwirkend: Sabine L a u b e r, Klavier. Zeire Wr. Hechaluz Hamisrachi (II., Große Schiffgasse 3) Klubsaal des Hotel Barschak). Samstag den 7. d. M. V o r t r a g über aktuelle jüdische Fragen. Anschließend Geselligkeitsabend mit reichhaltigem Programm. Mitwirkend u. a. Oberkamtor Länderer, Samuel Schwager und A. Hoff. Gäste willkommen. Verband Jüdischer Kaulleute und Gewerbetreibender L, Elisabethstraße 9, 1/10). Montag den 16. d. M. 7 Uihr abends im Cafe-Restaurant „Exzelsior" (ehern. Habsburg), I„ Rotenturmstraße 24, Plenarversammlung, verbunden mit Vortrag von Dr. Erwin Paneth, Sekretär vom Gremium der Wiener Kaufmannschaft : Protokollierungs-Novelle und Erwerbsteuerreform. ] Palästina [ Die neuen Faktoren Von Dr, Fritz Loewenstein (Jerusalem). Drei Faktoren sind es in der Hauptsache, die am Aufbau des jüdischen Palästina mitzuwirken haben: die Zionistische Organisation mit ihren Institutionen, Tochtergesellschaften etc.; das palästinensische Judentum und die Unternehmungslust einzelner Juden oder privater jüdischer Organisationen. Zu ihnen kommt als wichtigster nichtjüdischer Faktor die P a 1 ä s t i n a-R e g i er u n g, der die intensive Förderung des Aufbauwerkes durch das Palästina-Mandat vorgeschrieben ist. Von allen diesen Faktoren lag bisher in der Hauptsache die ganze Last des Werkes auf den Schultern der Zionistischen Organisation. Das hatte verschiedene Gründe: der Jischuw ist das Werk, das geschaffen werden soll, und es ist klar, daß im Anfang dieses Kind der gemeinsamen Bemühungen nur Objekt der Arbeit der anderen Faktoren sein konnte und erst langsam in die Rolle eines mitwirkenden Subjekts hineinwachsen kann. Anders mit der Privatinitiative: sie ist in Palästina kein neuer Faktor, im Gegenteil, man kann sagen, daß sie früher als die Zionistische Organisation selbst mit der Palästina- Arbeit begonnen hat. Denn, als vor 50 Jahren die ,,Bilu“ ihre ersten Kolonien schufen, als diese Be¬ BANKHAUS NI. ROHATIN WECHSELSTUBE: WIEN II., PRATERSTR. 50 Gegründet 1900 Tel. R-45-3-60 u. R-48-0-42 empfiehlt sich zur kulanten Durchführung aller Banku. Börsentransaktionen im Inu. Auslande. Geschäftsstelle der österr. Klassenlotterie. wegung dann in der Folgezeit weiter um sich griff, da war es zwar Geist vom Geiste der nationalen Erneuerungsidee, die organisatorische Form aber war privat. Auch in der Nachkriegszeit, als die Zionistische Organisation im Zentrum der Aktion stand, fehlte die Privatinitiative nicht gänzlich. Aber sie nahm doch nur sehr zögernden Anteil am Werk und beschränkte sich in der Hauptsache auf bestimmte begrenzte Zweige des Aufbauwerks, wie etwa die Orangenpflanzungen. Und was die Regierung anlangt, so ist es heute nicht mehr notwendig, auseinanderzusetzen, daß sie in hohem Maße die Initiative vermissen ließ, die das Mandat ihr zur Pflicht macht, und daß sie sich im ganzen mit wohlwollender Haltung begnügte. Das Verhältnis dieser Faktoren zueinander scheint einem Wechsel zu unterliegen. Bis zum Jahre 1925 konzentrierte sich das Palästina-Aufbauwerk zum großen Teil in der Ansiedlung unbemittelter arbeitender Elemente mit Hilfe und durch die zionistischen Institutionen. Auch die sich in der Entwicklung der Städte zeigende Privatinitiative wurde weitgehend von zionistischen Organisationen durch Kredite und durch die Schaffung allgemeiner Voraussetzungen, wie etwa Straßenbau und Sanierung, unterstützt. Dann begann jene häufig genug dargestellte Entwicklung: Beginn einer mittelständischen Einwanderung, die in bestem Glauben in Palästina auf eigene Verantwortung zu schaffen begann, aber angesichts ihrer Unkenntnis der palästinensischen Bedingungen vielfach Verluste erlitt, zum Teil wieder auswänderte, zu einem erheblichen Teil aber nach Ueberwindung der Kinderkrankheiten sich zu verwurzeln vermochte. Die Krise dieser Einwanderung hatte schwere Arbeitslosigkeit im Gefolge und dies wieder bewirkte eine übermäßige Anspannung der zionistischen Finanzen, da die Zionistische Organisation — ohne juristisch verpflichtet zu sein — sich moralisch für verpflichtet hielt, die Sorge für die Arbeitslosen zu übernehmen. Das führte zu den Beschlüssen des letzten Zionistenkongresses, die sich kurz dahin zusammenfassen lassen, daß die Zionistische Organisation eine Periode der finanziellen Sanierung braucht, bevor sie die ihr zukommende Rolle beim Aufbauwerk wieder zu übernehmen vermag. Diese Periode einer erzwungenen Selbstbeschränkung der Zionistischen Organisation in ihrer Tätigkeit hätte für Palästina leicht verhängnisvoll werden können. Zu sehr sind die zahllosen Werke des Aufbaus, zu sehr sind zahllose Existenzen mit der Zionistischen Organisation verbunden, als das nicht ein derartiges plötzliches Einschränken schwere Konsequenzen nach sich ziehen könnte. Die Wirklichkeit aber hat diese Erwartungen Lügen gestraft. Die drei Faktoren, die neben der Zionistischen Organisation eine Verantwortung für das Aufbauwerk zu tragen haben, sprangen in die Bresche und es ist ihnen gelungen, nicht nur die gefürchteten schweren Schäden zu verhindern, sondern sogar das Werk weiterzuführen. Hier ist in erster Linie das jüdische Palästina selbst zu nennen. Wir wollen davon absehen, auseinanderzusetzen, inwieweit das jüdische Palästina finanziell geholfen hat. Wesentlicher erscheint uns die moralische Haltung des Jischuw in der Krisenzeit, vor allem die Haltung seines bestorganisierten und festesten Kerns, der jüdischen Arbeiterschaft. Nicht umsonst hat der Oberkommissär Lord P lu m e r öffentlich erklärt, wie sehr ihm die Haltung der Arbeiterschaft imponiert habe und daß die Arbeiter die Situation gerettet haben. Ihre Hingabe, ihre Disziplin verhüteten jede Panik; ihre Umsicht und Findigkeit führte zur Ausarbeitung eines Notstandsprogrammes; ihre Energie zwang die Regierung, an die Ausführung dieses Programmes zu gehen. Die Regierung griff also vor allem unter dem Druck der Arbeiterschaft ein, die von der Zionistischen Exekutive unterstützt wurde. Ihre erste Leistung ist die Beschäftigung zahlreicher jüdischer Ar- {STIRNFALTEN Mundfalten, Augenfalten, Beutel unter den Augen veralterni Sie verschwinden ln 5 MINUTEN nach Gebrauch von V%|aM|* (ges. gesch.).EinfacheAnwen- «•#■■■■ düng! Der Haut vollkommen unschädlich 1 Fla »che S 3* -, Orlglnal-Tube S 4‘—, Mitteltube S 2*—. Zu haben ln Apotheken, Drogerien, Parfümerien. „DlM*-Laboratorium, Wien, H, Ob. Donaustraße 17. Telephon 45-5-95