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Die Stimme · 1928-01-05 · Heft 1 (5.1.1928) · page 16

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 1 (5.1.1928)
Date
1928-01-05
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 14 DIE STIMME Nr. 1 Die Krise des Makkabi-Welt- Verbandes Notwendigkeit der Schailung eines Makkabireferaies durch die Exekutive. Dem Makkabi-Weltverband geht es so, wie jetzt den meisten jüdischen Organisationen. Er ist krank, schwach und funktioniert nicht gut. Der Präsident des Weltverbandes, Direktor Spiegier, übt seit einiger Zeit wegen notorischer Arbeitsunfähigkeit des in Wien befindlichen Präsidiums, seine Funktion nicht mehr aus, weshalb die Geschäfte einem der aktivsten Kreise, dem tschechoslowakischen, übertragen wurden, wo sich Dr. Sonnenfeld der Sache angenommen hat. Der Makkabi-Weltverband zählt auf dem Papier an die 100.000 Mitglieder, erfaßt sie jedeelbnicht. Sie rekrutieren sich aus den dem Weltverband angeschlossenen Kreisen und gehören deren Turn- und Sportvereinen an. Die derzeitigen Makkabikreise sind: Palästina, Oesterreich, Deutschland, Tschechoslowakei, Jugoslawien, Rumänien, Türkei, Polen, Litauen, Schweiz, Belgien, England- Anläßlich der zweiten Amerikareise der Hakoah haben auf Grund der Vorträge Dir. Spieglers, mehrere Organisationen in New York und Chicago erklärt, dem Verband beizutreten. Die Aufzählung sieht nach einer Massenbewegung aus. Das ist sie aber leider nicht, obwohl die Voraussetzungen dazu geschaffen wären. Es fehlt an der notwendigen Organisation, die wieder nur durch etwas Geld, woran es aber vollkommen mangelt, geschaffen werden kann. Weder vom österreichischen Kreis noch von den anderen, sind die vorgeschriebenen Beiträge eingelaufen. Es konnte kein Sekretariat und ganz einfach der Kontakt mit den Verbänden nicht mehr aufrechterhalten werden. Uebrigens hat das Präsidium noch Schulden vom Wiener Kongreß-Tum- und Sportfest des Jahres 1925. Die 1927 fällige Generalversammlung mit den Neuwahlen, hat nicht stattgefunden. Bei der vor einiger Zeit in Brünn abgehaltenen Generalversammlung des tschechoslowakischen Kreises, der vom Präsidium Dir, S p i e g 1 e r und Herr Hochstimm beiwohnten, hat nun Spiegier die Geschäfte dem Dr. Sonnenfeld übergeben. Im kommenden Sommer dürfte anläßlich des vom tschechischen Kreis geplanten großen Sportfestes, im Zusammenhang mit dem Jubiläum des Makkabi in Brünn, dort auch die Hauptversammlung des Weltverbandes tagen. Um die Erfassung der einzelnen Kreise und ihrer Vereine, zu ermöglichen, wurde schon beim letzten Wiener Kongreß der Exekutive ein Memorandum überreicht, in dem zur wirksamen Ausgestaltung der Bewegung, die Schaffung eines Makkabireferates innerhalb der Exekutive verlangt wurde Mit der Einstellung von einigen hundert Pfunden wäre der Sache gedient. Es hätte ein Reisesekretariat erhalten werden können, das den Zusammenhang der einzelnen Kreise, sowie ihr Funktionieren zu bewerkstelligen hätte. Um nur ein Beispiel zu geben: Der Kreis Polen, der berufen wäre, infolge seines großen jüdischen Umfanges, führend zu wirken, kommt nur mit seinen sogenannten B i e- 1 i t z e r Vereinen in Betracht. Die großen Zentren Warschau und Lemberg sind für den Weltverband gar nicht erfaßt. Die Exekutive konnte sich bisher zu einem praktischen Schritt nicht aufraffen. Ihre ganze Initiative bestand in einem Rundschreiben an die zionistischen Landesverbände, die aufgefordert wurden, die Ziele der Makkahibewegung zu unterstützen. Das heißt, die Wünsche des Weltverbandspfäsidiums wurden an dieselbe dürre Quelle zurückgeleitet, welche die Makkabibedürfnisse schon bisher nicht zu befriedigen vermochte. Dieser tote Punkt konnte bisher nicht überwunden werden, da man sich bei der Exekutive zu einer größeren Beachtung des Makkabigedankens leider noch nicht entschlossen hat. Die Turn- und Sportbewegung ist überall längst schon als bedeutender Faktor des nationalen Gedankens und der Volksrenaissance erkannt worden. Sie wäre berufen, dem Zionismus die körperlich und geistig nötige militante Grundlage zu geben. Mit bescheidenen 'Mitteln könnte Großes geschaffen werden, Viel kostbare Zeit ist auf diesem Gebiete versäumt worden. Schon beginnt die jüdische Jugend wieder in das Fahrwasser der Assimilation abzuströmen und sogar in den jüdisch-bewußten Vereinen zeigen sich Symptome der nationalen Abbröcklung. Noch ist es vielleicht nicht zu spät. Noch kann der Zionismus kostbares Chaluzmaterial heranziehen, zögert die Exekutive noch lange, dann verdorrt der Makkabigedanke und das nationale Judentum wird ohne Jugend und Nachwuchs dastehen. Hebräischer Club „Mop". Zion, Landeskemitee, Kolloramt. Hebräische Trauerfeier für öberrabbioer Prof. Dr. II. P. Chajes Vortragender: Dr. Zivi Diesendruck Dienatag, den lO. Jänner 1928, im großen Olympiaaaal, Wien I, Bothgaase um 8 Uhr abends, Reglebeltfag S 1*-, fOr Jugendlich« S --50. Die Glanzleistungen der Hakoah'Schwimm er Im letzten Jahre 12 Meisterschaften erobert und 13 österreichische Rekorde aulgestellt. Die Erfolge und die Tätigkeit der Schwimmsektion der Wiener Hakoah bedeuten ein besonderes Ruhmesblatt in der Geschichte des jüdischen Sportes. Die „wasserscheuen" Juden als Hauptfaktoren des österreiohischen Schwimmsportes und als Stützen seiner internationalen Repräsentanz, das ist eine Großtat, die der Lebenskraft der jüdischen Körperkulturentwioklung das beste Zeugnis ausstellt und im Gegensatz zu den Niedergangserscheinungen der jüdischen Sportidee besonders optimistisch stimmt. Die Erfolge der Schwimmer und Schwimmerinnen des großen Wiener jüdischen Sportvereines weisen imponierende Ziffern auf. Von 2 1 österreichischen Meisterschaften konnte die Hakoah 12 erringen, von 36 österreichischen Rekorden 13 für sich entscheiden. Die Strom meisterschaft „Quer durch Wien" 1927 wurde abermals von Fritzi Löwy und Alfred G u t h gewonnen, Jn der W ass erba 11 meis t er ■ schaft blieben die Hakoahner in zehn Spielen unbe- Wird die Gemeinde Wien auch den jüdischen Sport fördern? Bevorstehendes Subventfonsanstfciien des Jüdischen Sportverbandes. Das Präsidium des Jüdischen Sportverbandes ist ernstlich bestrebt, die notleidenden kleinen Vereine endlich einmal lebensfähig zu gestalten und ihnen jene Tätigkeit zu ermöglichen, die der wieder erstarkende Amateurgedanke erfordert. Außer Reorganisationsmaßnahmen und Fusionen ist eine materielle Förderung nötig. Wie wir erfahren, werden die Herren F ö 1 d e s und Dr. Beer demnächst bei der Gemeindeverwaltung der Stadt Wien vorsprechen, uni für den Jüdischen Verband eine Subvention anzustreben. Der wiederholt von der Gemeinderepräsentanz geäußerte Standpunkt, daß die Stadt Wien »konfessionelle« Vereinigungen nicht unterstütze, wird mit dem Hinweis auf die Subventionen von christlichen oder katholischen Verbänden beantwortet werden. Der Jüdische Sportverband Oesterreichs umfaßt mehr als 1000 Sporl- 1 e r und hat Anspruch auf Subvention durch die Gemeinde, die ja genug jüdische Steuergelder einnimmt. Es ist zu hoffen, daß die Gemeinde Wien das berechtigte Ansuchen bewilligen wird, was den kleinen jüdischen Vereinen zweifellos durch Verschaffung von Spielplalzgelegenheitcn etc. neue Impulse geben würde. Die Wasserballmannschaft des Sportklubs Hakoah, welche die Meisterschaft von Oesterreich innehat. siegt und verloren nur einen einzigen Punkt in einem unentschiedenen Kampf, Von den Rekordinhabern der Blau-Weißen ist vor allem Fritzi Löwy mit fünf Bestleistungen (Freistil über 100, 200, 300, 400 und 500 Meter) zu nennen, dann Hedy Bienenf eld, welche die Strecken über 50, 100, 200 und 400 Meter im Bruststil beherrschte. Goldb erger ist es gelungen, den lange Jahre gehaltenen österreichischen Rekord über 100 Meter Freistil zu brechen. Die 4X100 Meter im Freistil für Herren sind eine Domäne der Hakoah, die Damen (iB ienenfeld, Bratmann, Kohn, Löwy) haben sich die 4X100 Meter Freistilstaffel geholt und Hedy ßienenfel d—lldy iKohn —Fritzi Löwy stell#h in der Lagenstaffel über 3X100 Meter ein Trio dar, das in Europa höchstens noch von einer holländischen Damenstaffel übertroffen werden kann, Bei den im letzten Sommer in Bologna ausgetragenen Europameisterschaften gelang es der Bienenfeld und der Löwy, für Oesterreich drei dritte Plätze zu besetzen. Was die Arbeit in der Sektion, um die sich in hervorragenderweise nebst vielen anderen die Herren Dr, Heller und die Brüder Werthe^mer bemühen, besonders charakterisiert, ist der »Umstand, daß alles Eigenbau ist; der Nachwuchs außerordentliche Fähigkeiten zeigt und auch der Massensport nicht zu kurz kommt. Das alles sind die Früchte des reinen Aniateurismus, der die Vorkriegstradition der Fußballer fortsetzt und im Geiste der Ideale der jüdischen Sportidee lebt und gedeiht. Das jüdische Publikum könnte die hier geleistete Propaganda nicht sohöner belohnen, als ihr durch Schaffung eines eigenen Schwimmbades neue, mächtige Impulse zu geben. Die Eishockeymannschaft der Hakoah, eine Gründung der jüngsten Zeit, repräsentiert trotz der noch geringen Spielerfahrung ihrer Mitglieder auf dem Eise bereits gute zweite Klasse, Die Sektion erfaßt so ziemlich alle Landhockeyspieler des Vereines und steht unter der Leitung von Hugo Neumann und Hans Wald. „Jüdisches Benehmen" — eine Ehrenbeleidigung. Seinerzeit hat der Konflikt des derzeit in Amerika befindlichen ehemaligen Hakoahspielers Häusler mit dem Schiedsrichter G ö b e 1 großes Aufsehen hervorgerufen. Göbel hatte dem Hakoahner »jüdisches Benehmen« vorgeworfen, wovon er bei der ersten Verhandlung freigesprochen wurde. In zweiter Instanz fand der Richter, daß der inkriminierte Ausdruck doch eine Ehrenbeleidigung darstellt und legte dem Schiedsrichter nahe, sich bei Häusler zu entschuldigen, Göbel gab nun eine umfassende Ehrenerklärung ab, mit der sich Häuslers Rechtsanwalt schließlich zufrieden gab, Hakoah trägt am kommenden Sonntag ein Freundschaftsspiel gegen Wacker in Meidling aus. Der zweite Schwimmklubkampf Hakoah—Iwask dürfte am 31. März im Dianabad ausgetragen werden. Die erste Begegnung gewannen die Hakoahner, I I Redaktionsschluß Montag abends; später einlangende Verlautbarungen und Ankündigungen, deren Publikation in unserem Blatte gewünscht wird, können in der lauienden Wochennummer nicht mehr Aufnahme finden, Wir ersuchen allen Manuskripten, die uns nicht über Verlangen eingesendet werden, Rückporto beizulegen, da sonst Rücksendung nicht erfolgt. HfiiiiaillBfwiftillfimiit^w Moses Rath »SfathAmenu1 Ple Lehrbuch der hebräischen Sprache für Schul- und Selbstunterricht mit Schlüssel und Wörterverzeichnis Einführung In die Literatur einzige praktische Methode zur Erlernung der hebräischen Sprache in Wort und Schrift mit deutscher Unterrichtssprache. | „Sfath Amenu" ist ferner in polnischer, englischer, § ungarischer und rumänischer Sprache erschienen Das 400 Seiten starke Buch ist gut ausgestattet und kostet gebunden nur S 3*60 Die englische Ausgabe kostet S T— In 6 Auflagen mit Uber 120.000 Exemplaren verbreitet. — Bei größeren Bestellungen hoher Rabatt. Bestellungen sind zu richten an: 1M. Rath Verlag» Wien II, Taborstr. 20a | l!jiflltt>jjjia^!!l^

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