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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1920-02-06 · 5 (6.2.1920) · p. Seite 71

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
37 (1920)
Issue
5 (6.2.1920)
Date
1920-02-06
Page
Seite 71 (sequence 15)
Language
German
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■&T,;h~ v . .ifr;?fifc^^ 4$eit*s?i . ' .Al$*di^^^^ Besitz ftänmeny erol>eVten » sie - die^ größere, Hälfte des Landes, ab der anderen kleineren zerschellte--, ihre Kraft. ^f^f^iD^d^^ax, der König; von Babylon, den Thron;%f^fc Ip&oneii^ da ^MoI:er seinei^obe^ungsla]^e;n^t tder, Besitznahme;P^[ästinas aif. - Alexander der Große, suchte es.auf,. und Ma bfuldigte.ihm; als aber^-seinjifeiö^eidhi«zerfiel«.und .die Ptolömäer und "SeleUc'iden miteinander wechselvoU' kämpften, war Palästina immer der Schlachtboden, aiä-dgm-, die Würfel sdes Erfolges!. fielen. Dias weltgebietende Rom . kämpfte - sich., fast. bis feiU_ Tjpde, ium es zu. besitzen:, sandte-seine besten ^e|^erren. aus', ium es' zu besiegen!, Und da erst wurde es.:,^lfetäÄ$gv^ertrja^n)3»eiA.un4.jn eaaga-S^hcutthuTafen umgewandelt. Was nachher folgte, bis auf Napoleon. I., der vOtt der,Oksi^ajier?)a,us.^h: [die, 4so^eud ..ausgestreckte ijfaad,:vi)mÄn^al.,^ lAl^OflQQk^'. T#le des Kidron zum^Ziele ,wäb^ totte/war jn^^ Platze , des'/einstigen Heiligtumes?, wie wenn nur . von-dort '.'.ääs>dae ,^eltl?ehe^ch^g;;ihr. Ziel erreichen könnte, in>. denv,wallenden- Wogen mit .seinen Stürmen unter Arabern und Türken, Tartaren,. Mongolen und der Auf^uhlung der ganzen Christenheit. Ströme von Blut, ein Ozean au Tränen sieh' über, den heißen* Bodenergießend; bis -jetzt in dem .großen, grausen Weltkriege; wieder dem Haup tsieger^- deirmeerumschlingenden■_■ Britannia, Palästina/als!. Trophäe, als endgültiges! Öiegestaon'ument zu. ieigen * zU * werden, scheint. Was gibtdiesem .vielgepmften iPänd^hen;.seinen örörienscheinP^Siiid es seine wundervollen,Berge,des Libanon, lauf denen sich die Pracht aller jahreszeiten, der Schnee aufaden Gipfeln und .die . Palmen zu. seinen.vFü^en, das Stelldichein .geben, bei welßli^m. s|ch; Sonuner und -Winterzugleich zusammen- rinden!? . Sind es seine köstlichen .Bäche, die im rätselhaften Jordan zusammenfließen, indem .'Fluße,dessen Ausgang niemand kennt, wohin er mündet, und der fc'eine stürmischen Gewäsiser durch die tiefste Niederung der ganzen Weltx. i'^OO Meter unter dem Meeresspiegel, daidniwäfet-I?: Sind es' seine fruchtbaren Täler, seine balsamis'chen Wälder oder seine - gesegneten Triften? Gewißii.s'chön, bezaubernd schön müssen sie einst gewesen s'ein,; jetzt aber.sind..sie jnijr;mü'hfe:el% "aufgeforstete, ,■ zum :giioß;en -Teil verkarstete^ am Schweißie des' Angesichtes' mühevoller .Arbeit erneuerte Bodenflächen. Jal Schön.-wäret du .einst, als1 deine Söhne dort s'aßeu unter Feigenbaum und Weinstock Und die Milch hqräbfl'pß^äus. den Eutern der zjahlreiehen Herden lmd jdie schwellenden Früchte aufsprangen, übersät- ^igWvom Safte, so daßi der süße Extrakt herabfloß zur Erde, die Worte;Uer>>Bibel iwahr. maphönd^ daß es1 ein Land ist, in welchem „Milch! Tmd .Honigi fließt". .AJ)er. das war. .nicht .seine Schönheit, die es(der ^<Ifih'el'rli$^ .den Ahnen .so teuer bis-zur -Sölb'statifopferuUg werden, ließ. Dieses! Land, es war für: das ^tellektuelle„-und von Religion gesättigte Juda -4eUer;und; kostbar, weil es sich dort mit Herz und •-Seeleausleben. ko.np.te > als die Stämme hinaufwall- - ten na^'h >Jerus'^oiajirriy tum. im Hieiligtum sich mit seinem -Gotte zu vermählen; als die Priester festlich ^.g^^Me1^m.:4>lä)i'^dem;..^eißi in geordneten;-Reihen standen,- um-mit silherneh;nnd goldenen GeJMenefür die Hunderttausende der Gottsucher ihren Dienst zu v^emeiÄen-;—alsder/- mr m amtierende-Hohep-riest^ 1 Myriaden^begeisterter^ ^cteau . :vmagassidenz, abernoch immer» rikfat auf derselben; sie -sprechliehen Namen Gottes! in Reinheit, Anda^btound 'Heiligkeit gemütdurchschauernd. hiaausrief' und damit den* Höhepunkt der -Ekstase -exklioDamte. All'das ist dahin! ... 'Mm>- mlh ein i neues;.»Paiäs!tmaj.erstehien 1 aVför&i es tmik 'diesem»religiösen JnfeHekt sieh, erneuemiodea* •es-dera-ur> nationale Wiedemufbau eines' ifefeiaen > LändehetiS' bleiben, für den - wir ■■■■ zweitausend [ Jahre ^unsäglicher .-.Leiden, ertragen? Wir. wissen es* ndeht; i&berdem-'Pilger,, der »den .heiligen Boden küssen> die geweihten -Atemaüge.; des. sbmirnungsvollen Landes: in sich > aufnehmen»will, dem. schwebt vor allem sein von Religion gesättigtes Land der Väter vor Augen, ery.stF.ebt. s.ehnsiucht&voll seinem geheiUgten Mittelpunkte* :zu. Da, steigern sich ihre Effekte von Sfeufe zu Stufe. fEr erblickt. die gelblich: leuchtende, Küste, die auf;den Berg;.hinauf.. sich ziehende .Hafenstadt,.. mit .ihren orientalischen. Dächern- undsGhlanken .Miaareten, —!.aher c darauf ist sein Auge nicht gerichtet, nur auf;deö?ßoden hinzusinken, ihn mit^ednen Händen, gleich- •sam-zu-.fassen, ihn inbrünstig zu küssen — denn. es ist der Boden, auf dem Josua ,gekämpft, Debora ihr Siegeslied angestimmt,. Jesaias mit Feuerzungen geredet, David die Psalmen gedichtet, Saiomo seine Weisheit hat leucht0n lassen, Esra die Bibelkunde erneuert hat, Hillel sie verbreitet, Rabbi Akiba sie dem Verständnisse erschlossen und Rabbi Juda hanassi die letzten Strahlen iderselben in die jüdische Welt hinausgesendet hat. : INun, steht er, der Pilger, endlich auf dem heiligen Boden, aber doch unbefriedigt, seine Sehnsucht; geht weiter als nur bis her. Er muß .weiter ziehen, es geht die Fahrt nach JerJis'chdajini! Est geht durch Orangerien und Olivenwälder, über Berge und karstem .Geistein, er langt endlich an dem Ort seiner Sehnsucht an, er sieht die mehreren hundert Häus^&en, die die Stadt außerhalb umrahmen, die sie wie ein Ktanz umgebenaber was sind ihm diese? Er will die Mauern .sehen und die zeigen sicih h&naüf mit delm noch höheren schlanken „Migdal Dte-vid", dem w-ahrhaften späteren Phlabaelturm — der Pilger macht sich einen gewaltigen Riß in sein Gewand; denn es gibt ihm auch einen Riß in seinem Herzen — hier vfor diesen Mauern, wo so viel jüdisches Blut geflossen, nach so vielen unzähligen Belagerungen, als fes Inoch jüdischer Besitz war, und noch nachher, als es seine Besitzer wechselte, als Millionen fremder Völkerschaften sich dort die Köpfe blutig schlagen — und doch ist da noch immer nicht das Ziel der Pilgerwanderung, da ist sie»(noch immer nichts!die Stelle, (die er sucht — sie ist innerhalb der Mauern, und er zieht weiter. Wohin? Zum .Mariaiierge hin, wo das eigentliche Heiligtum stand! Und'-der müde Hlger ,läßt sich führen durch Gäßchen und Sträßchen, durch düstere und kümmerliche, — mit, klopfendem Herzen . und fliegendem Pulse, langt er vor der hohen Mauer an,, die sich wie eine unüberbrückbare Scheidewand ^aufrichtet vor der Vergangenheit eines ganzen Volkes. Die mächtigen Quadern, die noch von Salomen heratammen, sie sind benetzt, gebräunt von den Tränen, die seit Jahrtausenden hier vergossen wurden, wie glanzvoll p oliert von den heißen Küssen der sehnsuchtsvollen Lippen der Getreuen — nun glaubt \ sich'der Pilger am Zieleseiner WünscheX

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