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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-08-29 · 34 (29.8.1919) · p. Seite 450

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
34 (29.8.1919)
Date
1919-08-29
Page
Seite 450 (sequence 14)
Language
German
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Seite 546 Dr. BLOCH'S WOCHENSCHRIFT Nr. 34 baerrEeier, geeignet, Bestellt aus drei Teilen, dem Psalm 1173 der Gh^ 30. Sie ist für. Manner- und gemischten Chor, Soli iund Orchestern begleitung mit hebräischem und deutscoem Texte^ zuletzt auch füE- Chor, Soli, lüavier-, Harfen- und Harmonium-. begleitung, gesehrieben. „Die- Abarbanel-Ouvertüre", da?, -andere Werk, in spezifisch-jüdischem Stile gebaut, ist für großes Orchester bestimmt. Diese Werke in die Oeffent- Jicirkeit zu bringen und für sie das ihien gebührende Interesse zu erwecken, sollte eine Aufgabe der jüngst sich', regenden Bestrebungen zur Pflege jüdischer Musik sein. Gleichzeitig* würde dem Komponisten,-,, der, zu einer.... Aufführung und VeröffentHchung aus Eigenem nicht die- Mittel hat, materielle Hilfe und Schaffehsfreudigkeit daraus erblühen... •in diesem Sinne an das jüdische Gefühl und Kunst-/ interesse "appellierend, hoffe ich/ daß die jüdische Welt' diese, aus «cht jüdischem Herzen hervorquellenden Musikwerke sich' bald zu eigen machen und in ihren National- «ehatz. aufnehmen wird. '; ' Prof. Jul. Gottlieb. Esterka. Esterka führte ihn in ihre Stube, ließ) ihn auf dem Poistersitz Platz nehmen und setzte sich an seine Seite. ' _ „Ich> liehe Euch/' sagte sie, „und-will Euch gehören." „Esterkal" ' : \ \ \;.; : >\ .; •'; „Hört mich! erst zu Ende. Ich will Euch gehören, doch' niemals1 in einer- Weise, die mir mein Glaube und die " gute -Sitte verbietet. Nehmt mich zur Frau." „Das ist nur dann möglich', wenn du d^cb taufen läßfc" " ' . .. „Das werde ich' nie." - . '; „Wie also?" * ,; „Es genügt mir, wenn Ehr mich' vor einer Ämtsperson und zwei Zeugen zum Weibe nehmt, mir zugesteht, daß ich! als Eure Frau meinen Glauben und meine Gebräuche befolge wie Ihr die Euren und daß die Mädchen aus unserer Ehe im! mosaischen Glauben erzogen werden ebenso wie die Söhne, die ich1 Euch schenke, im christlichen, worüber ein Pergament in christlicher und hebräischer Schrift] auszustellen und mit allen .Uütersclbürifteii sowie mit . dem. königlichen Siegel zu versehen ist." v „Was würden meine Großen sagen?" rief der König, „<was mein Volk, wenn ich' die Jüdin auf den Thron helfen Wollte?" Der König seufzte und' stand auf.. „Gib! mir-" dich1. Ich' will als deine Frau, einfach und bescheiden, fern .dem Hofe, fern der Welt leben. Alles will ich' dir opfern,/nur meine Ehre nicht" „Ist dies dein letztes1 Wort/ Esterka?" „Mein letztes, König Kasimir/' Der König steutzte und stand auf. „Gib!-mir Bedenkzeit, ich! werde mich1 mit meinen Getreuen beraten." ' - „Tu es." ~Der König ging hinaus1. Vor der Türe wartete sein treuer Wenglinski mit den Pferden. Als1 Kasimir sich! in den Sattel schwang, hielt ihm.' Esterka den-Bügel, dann reichte sie ihm die Hafcd, und ehe sie .es hindern konnte, hatte der König sie an seine * - x * - * Lippen gedrückt. Esterka saß! eine'S Abends am Fenster und blickte träumend hinaus in den Sturm der^^wirbelnd\en Schneeflocken. Die Ampel, die an eiserner Kette von der Decke herabfiel, hüllte sie geheimnisvoll mit ihrem roten Lichte ein und wiarf spielende Funken auf ihren mit goldigem' Zobel besetzten und gefütterten Kaftan, "der sie bis1 zu^en Sohlen hinab ~ einhüllte. . Da1 sang die Türe in den Angeln. und König Kasimir stand auf der Schwelle. Esterka erhob sich' rasch! und breitete die Arme nach' ihm aus, er aber warf den Reitermantel und die Mardermütze mit . dem' edelsteinbesetzten Reiher ab und warf sich1 "zu ihren Füßen nieder. „Mein König I" rjtef sie ihn zärtlich umschlingend.—• ■■■ - . ■ . - , ' ' :• : * „Dein. Sklave,'-erwiderte er, „mit dem' du machen kannst, was! du nur willst." . : ■ - „Dann mache ich, meinen Gatten aus" dir." „Wie du willst," erwiderte Kasimir, „ich1, ergebe mich dir auf Gnade und Ungnade." . Schon am folgenden Tage fand die Vermählung des' Königs1-mit der schönen Jüdin im Hause Meilechs statt. Der Kanzler Mnis'chek Setzte-die Heiratsurkunde auf, stellte die nötigen Fragen und sprach! die; Eheschließung feierlich aus. Der König selbst steckte den Ring an EsterkaS Finger, und sie folgte seinem Beispiel. Als1 Zeugen fungierten Wenglinski und der Starost von Sandömir. - ( Es war die erste bürgerliche Ehe,- die in: dem christlichen Europa geschlossen würde, und zugleich die erste Ehe eines Christen mit einer Jüdin": Nach1 dem' Hochzeitsmahl, an dem" nur die wenigen Vertrauten teilnahmen, _zog der König "selbst Esterka den rötsamtnen, goldgestickten Hermelinpelz an, Jden er für sie mitgebracht hatte; und nachdem sie sich ganz' in weiße, undurchdringliche Schleier eingehüllt hat,te, trug Kasimir die süße: Beute auf seinen Armen hinaus' und in den bereit stehenden Pr-achltschlitten. Beim silbernen. Klang der ScheUen undr de: Schmettern , der Trompeten, bei Fackeiglanz. unl Peitschenknall zog Esterka als Herrin in dem' Schlosse zu Lobzo'wi ein, das1 Kasimir der Große, der reichste Herr Schier Europas, mit königlicher Pracht ausgestattet hatte. : ' " - ■ .. . Sie fühlte sich' im Anfang betroffen und eingeschüchtert durch den Luxus|, der sie umgab, aber ihr Herr und Gemahl, der König, wollte es-so/ und da sie nur von einem Gedanken erfüllt war, dem, ihn glücklich! zu machein, |Sq fand 'sie sich auch iji diiese ihr erst unheimliche Umgebung. i Am Hochzeitsäbend hatte ihr der" König selbst, nach1 polmseher Sitte vor ihr kniend, die roten Saffianstiefel, die sie trug, ausgezogen und ihr die kleinen, türkischen mit Gold gestickten? und mit Hermelin gefütterten Pantoffel angezogen. . „Nun: holdes5 Weib> bin ich nicht in der Tat dein Sklave?" fragte er, noch immer vor ihr auf den Knien, mit einem-glücklichen Lächeln. „Ja," erwiderte sie, während ihre schönen Arme aus1 dem' ^weichen Duft des Hermelins' hervorkamen, in den sie der König eingehüllt hatten •„du. bist es und Üü sollst es1 "bleiben. Mit unsichjtbären Ketten will ich! dich' fesseln und mit einem süßen Joch beladen, aber iehf werde dir eine mildje Herrin sein." Und sie hielt Wort. Sie verstand es so sehr, Kasimir, den flattenhäften, den das "Volk, weil er ebenso weise: als1 verliebt .war, den Salome Polens nannte/ zu erobern und zu binden, ihn So; vollständig - glücklich' zu machen, Üaß sie trotz ihres eingezogenen Leb eins nur zu bald die Eifersucht der polnischen Damen von Adel erregte. Sie ließen ihr täglich neue. Beschimpfungen an die Mauern von Lobzow; Schreiben, wie: Schheiderstochter! — Hof einer Jüdin! •— Königin von Jerusalem.

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