Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 18 (9.5.1919)
- Date
- 1919-05-09
- Page
- Seite 270 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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„Dr. Moch's WechenschrifP Pt: IÄ Pvüärjchek, ÜUNI Schristführer Herr HcrMnn Frankl und Frau Berta Jellinek. AMchüffe: die Herren S, Br-rüW^er^/D-r/''Mrckert.- HaM, -Armin Mein, Rudolf 'Moritz Löweusohn, Dr. Alois Luftig, Em. Kobiczek, JngP Friedrich Seligmann und Frau Fanny Steger., OrKMisattM der AmeftMM der Witter Brthaus-- Wereme. Am 4. Maid. I. hat eine Versammlung dqr Wiener Ä^rm-pA und BethansveremsangesLelllen stattgefunden, die von allen Kunstkategorien zahlreich besucht mar - und einen geradezu feierlichen Verlauf nahm'. Sämtliche Redner und Teilnehmer wurden sich der unabweislichen ' Notwendigkeit bewußt, eine auf breitester demokratischer Grundlage aufgehäute Organisation zu schaffen, die der unwürdigen und unerträglichen Lage, in welcher sich diese Gruppe der jüdischen NeligionsbeamLen befindet, .ein Ende bereiten und ihr die Rechte und Lebensöedin- MngM erobern soll, auf die sie vermöge ihrer Bedeutung und Stellung im jüdischen Kultusleöen Wiens vollen Anspruch hat. Auch über die Wege und Ziele einer Wchen Organisation herrschte volle und klare Einmütigkeit, was rn eryer einstimmig angenommenen program- - matschen Resolution zum Ausdrucke kam, deren Peröfientfichung sich zwar vorläufig Schwierigkeiten entgegenstellen, die aber .spätestens anläßlich der" konstituierenden Generalversammlung publiziert werden wird. Das dürfte voraussichtlich in vier bis fünf 'Wochen der Fall fein. Inzwischen sollen die ersten Anfangsäktionen ruhig und besonnen vorbereitet werden, um sie nicht durch ein übereiltes Borgern zu schädigen. Nur für den Fall, ofe in der Zwischenzeit, unvorhergesehene Ereignisse eim irtten sollten, die ein sofortiges ^Eingreifen notwendig Machen, wird das vorbersiLends Komitee als - vorläufiger- VollmachlträgLr der bereits beigetreter-en Mitglieder alles ' Entsprechende vorzutehren suchen. det Trost darin finden, wenn Ähr , das Uobermatz Euer mütterlichen Liebs einem „Sominvrkmd". schenken werdet. Besinnen, wir uns selbst unserer Pflichten gegen die immer noch Aermeren und bauen wir so Brücken der. Liebe zu den jungen Herzen der Besitzlosen P Die kleinen Gäste werden im schulpflichtigen Alter sein, sie werden Euch nach'ärztlicher Untersuchung gesund, rein und nett gekleidet geschickt, so daß.'Ihr eine Kelle Freude an ihnen haben werdet. V; . '.' * Wir hoffen zuversichtlich, daß alle, an die sich unser Aufruf richtet, recht bald uns die Adresse senden werden,- wohin der sehnsüchtig wartende Gast geladen wird. Viele Familien haben uns schon-Zusagen gemacht, allein noch viele tausende fehlen uns. Auch Geldspenden erbitten wir, da die Durchführung der Aktion große Mittel erfordern wird. Die näheren Bestimmungen über die Aufnahme, der Kinder, welche durch den Verein „Soziale Hilfsgemeinfchaft Anitta Müller" erfolgen soll, werden zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben werden. Anfragen wegen Uebernahme von Kindern, Zufagen, Zustimmungen und. Geldspenden bitten wir an Soziale Hilfsgemeinschaft Anitta Müller, Aktionskomitee .-Wiener Kinder zu Familien aufs Land", 1. .Bezirk, Schottenring 25, zu senden. Oberlandesgerichtsrat Dr. Ludwig At t m an n. ' Bernhard Gold st ein. Professor Dr. Adolf Lorenz. P ~ Gemeinderätin Anitta Müller. Dr. Paul Vittorekli, Präsident des Verfassungsgerichtshofes. Professor Dr. Julius Z a p per t.; Wi«M Kinder W FMnMsrr aufs Land. Das Elend unserer armen Kinder ist noch diesem ärgsten Hungerwinter ins Riesengroße gewachsen. ES ift so groß geworden, daß sogar die ^Kommissionen unserer ehemaligen Feinde schleunigst Hilfsaktionen eingeleitet haben. Voll Genugtuung haben wir vor einigen Tagen die Nachricht vernommen, daß mit Hilfe der Ententestaaten. und der Neutralen auch heuer trotz her verschlechterten Verhältnisse die im Vorjahre so segensreich wirkende Aktion „Kinder aufs Land" wieder ermöglicht, wird. Das alles genügt aber nicht. Wir dürfen die Sorge um unsere Kinder nicht allein fremder Hilfe überlassen. Viele tausende Großstadtkinder werden noch übrigblei-- ben, für die ein paar Wochen Landaufenthalt nicht nur Glück und Freude, vielleicht auch Leben und Gesund-. Heit Weutet. Auch diese müssen die notwendige Kräftigung fin d en. <,; Darum soll jede Familie, die heuer auf dem Lande selbst Erholung finden wird, oder ständig in der fcfyor*. iim. Umgebung Wiens und in den besser versorgten Gegenden Deutschöst-erreichs wohnt, an ihrem Glück eich armes, nahrungs-, bist- und freudebedürftiges Kind auf ein paar Wochen teilnehmen lassen. Wenn heute auch an unserem Tische kein- Aeberfiüß mehr herrscht,/ vergessen wir nicht, daß andere noch viel weniger haben. Wo vier satt werden, laM noch ein fünftes essen! An das Mutterherz wenden. wir uns vor allem! Mütter! Denkt in Dankbarkeit, an den Augenblick, da -Euer-Sohn ßtii aus dem Felde heimgekehrt ist! Und' . Ihr,- denen der Krieg das Lieber genormnsn hat, wer¬ Brratryitz in Berlin. In der Geschäftsstelle des AuZwärtigen Amtes für die Friedensverhandlungen fand am 31. März,/wie „W. T. B." Meldet, eine Sitzung zur Beraturig der jüdischen Fragen bei den Friedechsp.er h-a-n vor: Gleichberechtigung und Gleichstellung der Juden und des Judentums in allen Ländern der Welt, also auch Beseitigung aller Gesetze, Verordnungen und Verstimmungen, die Beschränfiingen lediglich für Juden Mb halten. Forderungen über die nanonale und kulturelle Autonomie in den neugeölldeleu Staaten in dem Umfang, den die Mehrheit der dortigen Juden fordert, sowie Festsetzung solcher politischen, adnkinistra iven und ökonomischen Bedingungen Kr Palästina, daß seine Entwicklung zu -einem' von der gesamten Jud-enitzeit getragenen, autonomen Gemeinwesen leommou^'6Ljfti) gesichert wird. Ferner wurde unter lebhaftem Beifall Entschädigung von. Pogrom- 'opfern durch den betreffenden Staat verlangt, endlich Einsetzung eines - internationalen Ausschusses mit ,der Aufgabe, darüber zu wachen, daß die Grundsätze und Beschlüsse der.Friedenskonferenz hmsichtlrchllder^Juden durchgeführt werden. -;; '; Die Tatsache, daß die deutsche AeMernng bei den 'Beratungen Mer -Me auf der Friedenskonfere M zur Verhandlung; gelangenden! Fragen eine ' besondere Sitzung für die j nd i sch e n A/n ge lög e n'h e i t e n am gesetzt hat, ist ein deutlicher Beweis dafür, bajj die : leitenden Staatsmänner der neuen deutschen /Republik ebenso großes Verständnis wie Interesse für die polb litische Wichtigkeit der WiMn Fragen besitzen. Die von/ Lev jjüdifchen S achverstLndligenko m'-- mission vorgebr achten Forderungen stimmen - inhalt-