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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-05-02 · 17 (2.5.1919) · p. Seite 260

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
17 (2.5.1919)
Date
1919-05-02
Page
Seite 260 (sequence 16)
Language
German
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f ffcTjnr» ,rni<ijiraaaoa Sekte 378 ,Dr. Bloch'S Wochenschrift" M. 17! i i i H [\ if]!■! 4 4 : 1 i n; i 4-i jV f: H i'i |l i i Ernas in den ersten Jahrhunderten der übliHm Aera ist entweder in einem' aramäisch gedachten Krmsthebräisch oder Zn richtigem AramMch geschrieben. Das hebräische Evangelium der Ebioniten war der Sprache nach aramäisch und nur die Schrift war die des geschichtlichen Judentums der Esrareform. , Viel arger mar es' noch um die jüdische Diaspora bestellt. Schon im fünften vorchristlichen Jahrhundert siedelten sich die Juden in Aegypten im Zeichen der. gramÄschen Sprache an. Die Iudenschast der ägyptischen Grenzdistrikte lebte um die Zeit Nechemias, .wie die Papyri -von Elephantine beweisen, in einem Zustand vollständiger Aramaisierung. Die aramäische Sprache Wurde dann von einer anderen noch fremderen Sprache, die selbst aus dem' Gottesdienst die hebräische Sprache restlos verdrängte, in großen. Teilen der Diaspora abgelöst. Die griechische Diaspora fing sehr nahe an.- Am Küstengebiet PaEinas inCafareä Maritima, im einstigen Astartetürm, las die jüdische Bevölkerung im dritten Jahrhundert der üblichen Aera . das Schma in griechischer Sprache?) Die Juden der Diaspora waren derart hellenrsiert, dem Mutterboden entfremdet, daß sie sich über den Unterschied 'zwischen AräMaisch und Hebräisch nicht ganz im klaren waren. So ist es der Fall chei Philo. Im Äristeasbriefe. der irgendwo im' zweiten oder dritten vorchristlichen Jahrhundert in Alerandrien von einem griechischen Juden verfaßt wurde, muhte besonders hervorgeh oheir werden, die eigene Sprache der Hebräer fei eine von der aramäischen verschiedene. Das stolze, altersgraue Phönizien, dessen Anfänge im NebÄ der Vorzeit sich verlieren, das trotzige, zähe, eigensinnige, feine SonderarL mit ritualistischenr Eifer wahrende Israel, konnten, der Sttztzflut fremder Spra-- Hen HemAwegs stündhWen? und' 'Rotz' das von feinem Mhrboden losgelöste, vom, Senntenium territorial weit gifchiedene Pumervoll. . erwies - sich sprachzähe. Welche' merkwürdige Erscheinung! Die nicht selten vorkommende Tatsache, daß isolierte Volksteile in der Fremde ein archaistisches Ge- - präge zeigen (vgl. Altnordisch am Island, Altfranzösisch aus der Insel Man), mußte hier infolge des größeren Gegensatzes überraschend und blendend wirken. Karthago, diese Hochburg' des Westsemitismus, mußte daher Ln die Bibel hineiNinterpretierL' werden. Die Septuaginta Verstand unter , den Inseln Elischa in der Bibel Karthago (Ezechiel 27, 7), wobei vielleicht eine Eri^mnerunq an die GlUasage mitspielte. Der Orientalist Iere- Zmias glaubt, daß darrrnter an., betreffender Stelle wirklich. die Insel Menninr. südöstlich von Karthago, genkeint wird?) Ebenso übersetzten die Siebenzig Tharschisch^ überall im Alten T^tament mit Karthago, worauf Eusebius 1 in seinem Onömastikon, das dann Hieronymus ins La-,. machen sich bemüßigt sah?)?Di^e Ansicht hielt auch Hieronymus in seiner Vulgäta- ..-Übertragung aufrecht^(vergl. Bart .h agjirimtfs. pegotisto’ tui "Ezechiel 27. 12). Jonathan in seiner aramäischen : ProphetenÄberjetzuna stand ebenso hinsichtlich der' Identität von THarschisch--Kartbago. wie in so mancher am derer Beziehung auf dem' Standpunkt der alerandrinischen Judenheit?) - '?.>.■ In der Literatur der Juden Palästinas und Babyloniens, diel, in den erstenJahrhunderten der üblichen Aera entstanden ist; iM TaMud und in den MidrasLiins - wird nicht selten des pumschen Afrika gedacht, aber' stets *) eruftÖI,,711,1? . v . - »)lJerevlias'.tzDrls Alte'Testament im Lichte des Men Orients S; Leipzig 1916. 7 4) Hieronymus: Liber de situ et nominileus löcorum. Migne XXCI, 933. *) Largum Jonathan Kön I, 10, 29, 33, 49, Jer. 109. im guten Sinne. „Das (römische) Reich ist stolz und übermütig, es hach jedoch bloß vier residenzfähige Städte: Äphia (Ephesus?), Äletandrien, Karthago und Äntipchien."o) „Afrika" fj>ropria> — das Punierland, wird rm rabbinischen Schrifttum mehrfach betont, ist ein so' gittes Land wie Palästina.') Die Kananäer Afrikas sind ein gvttesfürchtiges Volk?! Tyrus und Karthago sind, nach Auffassung eines jüdischen Gelehrten des dritten Jahrhunderts n. Ehr., die Grenzvuntte, bis wohin man Israel kennt und den Vater imHimMslehrt?) Die Primer galten bei den Juden at£ -beispiellos gerecht, worüber.man kuriose Dinge erzählte?). Charakteristisch sticht von diesem so gepriesenen Gerechtigkeitssinn der Punker der Vorwurf der Verlogenheit, der fid»*s (»unica. ab, den die Römer dem karthaginiensischen Hanöelsvolke zuweilen machten?) (Forts, folgt.) Ing- Jos«' L: Die Orgelfrage erachten wir für hinreichend erörtert. Wenn auch - dem, was ^Sie gegen die Ausführungen .von. Prof. K. Vorbringen. Die Berechtigung nicht abzustreiten ist, können wir doch die Spalten der „Wochenschrift" nicht diesem jedenfalls wenig zeitgemäßen Thema ausschließlich widmen. M. Eine neuerliche Erörterung der . Denkschrift des Schulrat»- Vrvf. T s chiastnv können wir unmöglich wieder ansnehmeu. Die Mitwirkung bon Nichtjuden beim 'Gottesdienst tii der Synagoge hält auch er für unangemessen; Pros. Krauß erklärt es als-religionsgesetzlich für z u lä ssiz, das; ein jüdischer Organin in, der Synagoge an Sabbat- und hohen Feiertagen — auch am Versöhnungstag >— die Orgel spielt. Damit ist Ihre offene Anftage erledigt. Auch der Vorwurf, warum kein '„amtierender Rabbiner" zu Rate gezogen wurde, ist unbegründet.- Die Mitglieder des Organisaliwskomitees (versichere daßsie' eind gemeinsame Sihung beim Herrn Oberrabbiner Ehäjes abgehalten, wo dieser erklärt habe daß ihm persönlich die Orgel als unjüdisches Instrument wohlunsympathisch ist,. daß jedoch eine religiösgesehliche Behinderung ihrer enventuellen' Einführungnicht vorwalte und daß auch er lieberdie Verwendungeines jüdischen. Organisten, vorziehen würde. Herr Oberrabbiner Ch-ajes bekannte sich zu den Ausführungen des Professors V nach dreier Seite. Es ist somit der DorunkLft gegen' das Orgänisatiönskomit'ee, daß es „verabsäumt habe", rabbinisch« Gutachten einzuholen, durchaus unberechtigt. — Es geht überdies nicht, diese Diskussionen ins Unendliche fortznspinnen. Kantor, G. Siehe oben! Zahlreiche Leser. Es ist wahrlich tief beklagenswert, .daß so viele unserer Religionsgenossdn noch iminer nicht di:- Tendenz des -^Wiener Mittag" kennen. Sonst wäre es ja ausgeschlosftn, daß sie gerade der Samnrlung dieses Blattes Spenden überweisen. M. K„ Leopokdstadt. Elne jedenfalls nicht gewollte, abe» immerhin gelungene .Aneinanderreihung zweier Nalizen. Zuerst bringt die ^Sieichspost" die Geschichte -von dem Kettenhandel, bei dem das^Ehristenpolk angeblich verhungert und -unmittelbar daran schließt sich der -Bericht von der aufreizenden Kohle'nverschwendung durch einen wascheMen arischen. Villenbdsitzer. Daß aber das' Christenvolk erftiert, darüber findet sich in, der unparteiischen „Reichs- -post" natürlich kein Sterbenswörtchen. «)' Siphre zu Deuter 25. N Thosephthä Sabbat VII. *) Jkruschalmi Schebuoth VI. °) Mnachoth 110.». . °) Midrasch Rabba Leviticus' XXXVll. 4 A\\ jene P. T. Pieser' innerlialb DeiitschjsteiTeiclis, welcKe es bisher verabsäumt haben, die in Nr. 13.beigelegteff Pösterlägscbeine zum; Begleiche ihres fälligen Abonnements zu; benützen, erlaubenwir uns in den nächsten'Tagen Postaufträge in der Höhe des Abonneme.itsbetrages zu richten. Die geebi’ten Abonnementen werden gebeten, um Stönmgen in der Blattzusendung zu vermeiden, diese Postaufträge unbedingt einzulösen. Me Admiaistration. Herarrsgeber mü» verarMvortücher Redakteur: Dr. Josef S. Bloch. — Druck vsu L. Beck L Sohn, Wien, VII. ' ' O '

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