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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-03-14 · 11 (14.3.1919) · p. Seite 157

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
11 (14.3.1919)
Date
1919-03-14
Page
Seite 157 (sequence 13)
Language
German
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seit« tti w* 11 ftt. Bloches Wochenfchrifi ,3^ «Llaube mir, meinen innigsten Dank ausgufprechen Für die' gütige Uebersendung der kleinen Gedichtesammlung, die ganz besonders gehoben worden ist durch die beigedrUcktr Gedenötzde' Sr, Ehrwütden, des Herrn Rabbiner Dr. Grünwald. Daß Euer Höchwohlgeboren, diese von meinem sel. .Vater für Ihren, von ihm überaus geschätzten Verein verfatzten Festgedichte vor wahrscheinlicher Vergessenheit liebevoll geschützt und in ein so schön ausgestattetes Bändchen vereinigt haben, ist 'ein rührendes Zeichen der Pietät, - Sehnlichst wünsche ich, daß mit Gottes Hilfein bald folgenden friedlichen Zeiten, dieser edlen Huldigung für ihren verewigten Freund und Anhänger auch der materielle Erfolg für Ihre Schützlinge beschieden sein möge, . An Euer Hochwohlgeboren erlaubt sich mein Mann nebst seinem verbindlichsten Danke auch viele freundliche Grütze zu richten. Als Heines. Zeichen meiner Dankbarkeit übersende ich imittels Postanweisung 50 Kronen, Dieses Büchlein ist zu beziehen oder wird durch Post zugeschickt durch den Verein Zur Bekleidung' und Unterstützung armer, alter Männer israelitischer Konfession, 2. Bezirk, Ferdinandstratze 19.;! Fchmi Neuda, geb. Schmiedk. Zu ihrem 100. Geburtstage. Selbst in bewegten Zeiten, wie in der fetzigen, düjrsen wir edler und guter Menschien nicht vergessen und so wollen wir dgr Verfasserin der „Stunden der Andacht"dder am 6. Mürz 1819 W Eibenschitz in Mähren aeborenen RaWnerstochter Farmi Schmie dl, verehelichten N e u d a, anläßlich ihres 1OO. 'Geburtstages in Ehren gedenken. Mit welch umfassenden jüdischen undallgemeinen Kenntnissen damals unsere Mädchen ausgestattet wurden, gerat uns unsere Fanni am besten, die al^ funge Witwe- und Mutter Weier Söhne von 1856 an, wo sieihren .Mehrten Gatten Rabbiner Abraham Neuda*) in Loschitz in Mähren verlor, durch, ihr literarisches 'Wirken sich einen guten Namen machte und sich. Mm größten Teil mit Wen Kindern ernährte. Ihre „Stunden der Andacht" sind noch heute eWs der populärsten Andachtsbücher für Wische Frauen, die aus ihrer „Neu da" so gerne bei Freud undLW und an 'Sabbaten und Festtagen beten und dadurch ihr Herz zu. . Gott erheben. Sie schrieb auch Erzählungen für unstre Jugend, um diese fürs .Judentum! Lu begeistern. .Ihr verewigter, um Wei Jahre längerer hochgelehrter Bruder weiland Rabbiner -Dir. Mraham Adolf. Schmie dl in Wien, hätte, noch gerne seiner Schwester Fanni Erzählung : „Aus' dem Leben meines >Gro.ßVaters", in der der Großvater beider, R. Moses Karpe-« les, in seinem Leben und Wirken geschildert wird,-veröffentlicht, der fromme Wunsch blieb leider unerfüllt; Fanni schrieb auch für 'französische und deutsche Blätter geistvolle Aufsätze. >Ajm 16. April 1894 starb sie zu Meran und wurde am .Darauffolgenden Rüsttage zu Pessach -auf der jüdischen Abteilung des Döblinger .Friedhofes' gu Wien zur ewigen Ruhe gebracht. Dr. .SchmiM ^hrte .seine ’ Schwester, die er innfgl lichte, durch einen .Geistvollen, sehr warmen Nachruf. Ihr Andenken sei gesegnet! Wien, am 6. März 1919 Moritz Antscherl. *) Als dieser auf dem Krankenbette lag, trat eines Tages der Wiener ' Prediger M a n h e i M e r, ^tzer auf einer Badereise nach einem Kurorte sich befand, unerwartet in die Rabbinerstube, um seinen kranken Amtsbruder zu besuchen. Freudentränen entquöllen reichlich .den Augen Des kranken Rabbiners und seiner ihn unermüdlich pflegenden Gattin Fanni. Manheim e r, der «ine nahmh.afte Geldsumme von Wiener Freunden mitgebracht hatte, gebot den Tränen beider Einhalt und gab sich alle Mühe, .die tiefbewegten Gemüter des-Patienten, und seiner guten Gattin zu beruhigen? ' '' Frcm Ajmra Brandt, st M. Mittwoch, den 2b. Feber 1919 fand unter zahlreicher Beteiligung die Beerdigung einer hochgebildeten Dame zur letzten Ruhestätte statt, die sich in weiten Kreisen gerechter Sympathien erfreute. Es wgr' dcks chenbegängnis der Frau Anna Brandt, deren fegeMrejches Wirken in dem Frauen-Wohltätigkeits-Verein „Providentia", die Heimstätte ff'yr schwachsinnige Kinder^ II., Darwingasse 5, für alle Zeiten verewigt. Frau Anna Brandt hat mit ganzer Seele und mit aller Energie diesem Verein gedient, ihre reichen Geistesgaben und ihre ungewöhnliche eBredsamkeit hat sie in den Dienst des Vereines „Providentia" gestellt, die Errichtung der ständigen Heimstätte für die unglücklichen schwachsinnigen Kinder hat sie als Krönung ihrer Lebensarbeit angesehen. sie trauert ihr zärtlicher Gatte, Miö dem sie 46 Jahre in treuer Liebe vereint war, trauern Kinder und Enkel und zahlreiche Verehrer, di-e ihr -über das Grab hinaus ein treues GedenÜen bewähren. Unter den Anwesenden bei der Beerdigung waren der Gefamtvorstand der „Providentia", die Kinder der Heimstätte unter Führung von Frl. Pollak. Rabbl. Dr. Grün wald hielt ihr einen ergreifenden Nachruf. Im NaMen des Vereines sprach Präsidentin-Frau Sidonie Wolf Worte innigen Gedenkens. ., Wien. In der letzten Kuratoriumsitzung der Zentralstelle. für Wische soziale Fürsorge wurde dem bisherigen Vizepräsidenten, Hofrat Dr. B. Rappaport, der bei der jüngst erfolgten Konstituierung mit RüE? sicht auf seine vielfache anderweitige Inanspruchnahme auf eine Wiederwahl in das Präsidium der Zentral stelle verzichtete, der wärmste Dank des Kuratoriums für seine mehr als zweijährig Amtstätigkeit einstimmig ausgesprochen. , -WiMtst VrochsnfaMmkung für Kdifchs Arme, 7. Bezirk, Reubaugafse 49. { Aus dem Jahresberichte dieses Wohltätigkeitsoereines entnehmen wir, welch rege Wirksamkeit entfaltet wurde, um der zahllosen Schar unserer verelendeten Glaubensgenossen dank der Unterstützung edler Menschenfreunde Hilfe zu bringen. Es wurden nicht bloß Effekten, Wäsche, Kleider und Schuhe verteilt, sondern auch größere Eeldunterstützungen gewährt, um zur Linderung der stetig wacylenden- Not beizutragen. Zn der am 4. d. M. abgehaltenen Generalversammlung wurde au Stelle des verstorbenen Gründers und Obmannes, Herrn Salomon Bauer. Herr Dr. Moritz B au er zum Obmann, Frau Helene.B r i n g s zum ^Obmannstellvertreter, Herr Siegmund Löwy zum Kassier, Frau Wilhelm Herb ätsch ek zur ersten und Frau R. sGo ldschlag zur zweiten Schriftführerin, gewählt^ d__; Wien-Döbling. Die diesjährige ordentliche Generalversammlung des Tempelvereines für den 19. Bezirk findet Sonntag den 16. März, halb 10 Uhr vormittags, im Tempslgebäude, 19. Bezirk, Dollmergaffe 2, statt. '__ SBlen. (Todesfall.) Am 19. Februar d. I. starb hier Herr Jakob Muschel im Alter von 79 «Jahren, der durch seine Bildung, Rechtschaffenheit und biederen Charakter sich auszeichnete. Die Leichenfeierlichkeit fand unter zahlreicher Beteiligung statt. Aus Schmerz über den Verlust des Schwiegervatris jsr«te ihm sein erst 33jähriger Schwiegersohn, Herr /Oskar Beck, infolge eines Hetzschlages plötzlich in iden Tod. Um ihn trauern seine Gattin und zwei kleine Kinder. Am sechsten Traujdctagbetete .Herr Prof. M. Antscherl das Maariio--Gebet »vor. Nach Beendigung des Gebetes richtete er an '.die Trauernden in Gegenwart des ganzen Minjans herzliche Trostesworte, die alle Anwesenden tief ergriffen- _ _ S. Wien. Herr Dr. Heinrich Thaler, Wien, II , Eizer- .ningasse 12, wurde Zum Gerichtsdolmetsch, der rmgw rischen Sprache fürden Oberlandesgerichtssprengel, ernannt. -. /

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