Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 9 (28.2.1919)
- Date
- 1919-02-28
- Page
- Seite 117 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3020846-3022353-3022362--27568-3052992- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Ar 3 Gr. «och^l Wochenschrift Sette IO diese jetzt, daß ihre Saat so schxecktich aufgeht.und 'haß man jetzt auchl das'gegen andere Macht, was sie MAn dick Juden stets beantragt haben? Diese Leute..sollten sich wahrlich ^in ihrer jppltti! von der tieWntzLM .ParcckÄ aus den Sprüchen 'der Väter belehren lassen, WÄche da lautet: Ein Weiser sah! einen Totenkops auf dien. Wellen treiben. Da sagte er zu ihw: „Du bist.Ktötjet worden,, weil du andere getötet hast. Mer dije, welche dich getötet haben, werden das gleiche Schicksal erleiden." Das sollten sich alle christlichsozialen Schwärmer für Krieg und Gewalt merken. Wenn die von ihnen tier^ langten und wenigstens verteidigten Pogroms die Richtung ändern, heißen sie Kommunismus.! ' Wer Sehnsucht nach Heiterkeit hat, braucht nur den Gedankengängen des teutschen Hauptorgmrs in Wien zu folgen. Kürzlich! beschäftigte sichdieses Blatt mit Weimar und stellte fest, daß in der deutschen Nationalvckcsamntzlang die deutsche Art der Ordnung und der hebräischü Geist der Zerstörung um! die Herrschaft ringend UM.dem Mangel an Juden, abzuhelfen, werden einfach die Redner je nach dem Geschmack des Schreibelts in Arier .ünbi Judenknechte eingeteilt. Dabei widerfährt es der auffallend echten T r i er in Z ie tz, weil sie revolutionär sprach, daß sie m den semitischen Rednern, kam. Diele einfache^ aber imponierende Geschichtseinteilung hat den vergnüglichen Schluß, daß jeder echte deutsche Mann und Feind der Zerstörung in .Weimar in -der Opposition sitze. Wer ist nun wirklich in der Opposition? Die unab, hängigen Sozialisten, die zum SpartakisMus neigen. Das ist der politische Scharfsinn eines Blattes, das täglich die Juden ausroltet. * - *; Karl Hermann Wolf wird vielleicht nicht Mehr in die Nationalversammlung einziehen. Dieser tüchtige Agitator und fleißige Judenfresser, der dem österreichif« scheu Deutschtum zahllose Niederlagen und.Schädigungen gebracht hat, paßt auch nicht mehsr in eine Leit, welche für hohle Schlagworte keinen Sinn hat. Nieder -mit den Juden, ist kein Programm, und nieder mit den! Tschechen, ist lächerlich. Mehr weiß und kann er nicht und seine Kriegsreden und Hohenzollernverehrung zogen nun ihn selbst in die RumpelkaMmer. Gx wird auch, schwert lich von jemandem' vermißt Werden. Und wenn er wirk-i lich das gesagt hat, was in mner Montagszeitung von' ihm erzählt wird, so: Muß man an der Gesundheit seinep .fünf Sinne zweifeln. Der Korrespondent der „Timles." befragte in seiner Gegenw!art den deutschböhmischen Landeshauptnrann Lodgemann nach' der Ursache der pol- -Nischen Pogrome. Darauf soll Wolf eingeworfen haben, die Pogrome seien eine wohltätige Einrichtung. ÄdO?- mann hatte die Geistesgegenwart, einzuwersen, sein Gesinnungsgenosse hätte die Frage nicht verstanden, w!eil .er schwerhörig sei. Man wag die Entschuldigung gelten lassen, wenn Man will/ Wer. sie sieht deM Geiste unk^i der Denkungsart Karl Hermanns verdächtig ähnlich. Was würde der Menschenfreund wohl sagen, wenn sich Raubmorde und Münderungen gegen ihn (und seine Familie richten würden?'' Es ist interessant, zu sehen, wd er ungefährdet in Wien sitzt und die Pogrome lobt, wäh-, reitd er sich^zualeich Mer die tscheMschen .Gewalttaten in Böhmen beklagt.' ' Mer ist schuld qml Bskschewismus? j Der bekannte preußische General Haff Mann äußerte sich deM Korrespondenten des „Neuen Miensö Journals" gegenüber in München: ,! . " „Der Bolschewismus ist die größte..Gefahr nicht nur Ur Deutschland, sondern ,für die ganze Welt. DerDob f-chewiswus ist eine Pest. Rußland kann diese Pest infolge seiner b^ondms gearteten MDhMnM überstehün,. Deutschland aber mit seinem differenzierten und difftz zilen Wirtschaftsnetz würde an ihr unrettbar Mgrunde gehen, zum mindesten aber auf Jahrhunderte wirffchaftlijch äusgehöhlt sein. Darum ist es die unabweisbare Pflicht aller deutsch und' national denkenden -Elements, sich im Kampfe gegen den Bolschewismus geschloffen hinter die Regierung Ebert-Scheidemann-Noske zu stellen. Es war ein Fehler, daß. man.Joffe nach Berlin hat ziehen laffen. Darüber besteht kein Zweifel, daß auch die Entente allen Grund hat, diese < Pest zu Drchten. Die hermetische Absperrung der von den feindlichen Truppen besetzten deutschen Gebiete laßt dies deutlich erkennen. Sicher ist, daß, wenn es nicht gelingt dieser aus Rußland eingeschkeppten Bjölkerseuche beizukommen, der gesamten Welt Unheil und schwerste Störungen des Wirtschaftslebens drohen." Soweit Herr General H offMann. Wer aber hat den Bolschewismus nach Rußland gebracht? Pie Bolschewiken, denen die Grenzen Rußlands versperrt waren und die feit dem Beginn des Krieges in der Schweiz weihen, Haffen die naiürllche Sehnsucht, nach Ausbruch der russischen Revolution nach Petersburg zu eilen. Die Entente weigerte ihnen den Durch-' Mg. Da kam Deutschland, und zwar das -Kaiserliche Deutschland, den Führern der Bolschewiken zu Hilfe und ermöglichte jhn'en den Durchzug durch Deutschland. Man beförderte das Gift in des Feindes Land. Der Führer der solcherart durch Deutschland freundlichst beförderten PolsichewikeNkompagnie Herr Lenin schrieb int August 1917: : „Die zuvor nie erschauten Greuel, und Leiden des langen Krieges rufen die in unerträglicher Lage schmachchnde Masse zu EhNpörung auf und praherN uns rasch der proletarischen Weltrevolution." Lenin ward sodarm, den kaiserlich Deutschen zu höchster Freude, das Haupt der BoffchewikenherrschaU Map beförderte die Seuche mit voller Absicht und bedachte nicht, daß von den künstlich verseuchten Quartieren das Gift sich nach weiten Strecken 'verbreitet, l Und so geschah es denn. Gerade die Marine, (Wilhelms Liebling u'nd Spielzeug, wird die Stoßtruppe deutscher Revolution. . - Wie Ludendorff dm BoWrucksmus unterstützte. Prag, 19. Februar. Die ..Tschecho-flowakische Korrespondenz" bringt Auszüge aus der Publikation des Nordamerikanischen Informativ nsausschuffes, welche eben von Bern aus verschickt wird und welche 70 Dokumente enthält, auf welche Art dier eichsdeutsche Regierung, die Reichsbank und die deutschen Gewerbekreffe die Bolschewiken unterstützt haben. So zuM Beispiel ord? nete das Größe deutsche Hauptquartier aM 12. Januar 1918 durch ein vertrauliches Zirkular an, sich uM die Wiederwahl Trotzkis, Lenins. Kamenews und Joffes in das Zentralerekutivkomitee zu bemühen. Die Reichsban? hat aM 8. Januar 1918 unter dem Siegel der Verschwiegenheit 5 0 Millionen Rubel inGold als Subvention der Sowjetregierung zur Unterstützung der Roten Garde und der boWewikffchen Mahkagitatoren geschickt. Die kaiserlich deutsche Regierung, durch die selbständige/Politik Südrußlands und Sibiriens beunruhigt, stellte das Verlangen, vperlaßliche ^Emissäre in diese Gegend zu entsenden» welche fux eine einheitliche russische Sowjetregierung arbeiten würden. Ein großer Teil der Enthüllungen ist durch photographische Aufnahmen illustriert. '