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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-02-14 · 7 (14.2.1919) · p. Seite 90

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
7 (14.2.1919)
Date
1919-02-14
Page
Seite 90 (sequence 10)
Language
German
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?■-: ) " .MMaMLkreL, - GEeinderLtin, Borsitzende der Sozialen HikfSgemeinschaft " ' '. Oskar Neurath, ' -Obm.-Stellvertreter des „Jeschurum" (Organisation für die thoratreue Jugend). Mar P a p p e n h e i m. Obmann des jüd. Schulvereines .für den 9. Bezirk. Medigmalrat Dr. I. Samuely, KulKisvorsteher, Obmann des Vereines zur Errichtung und Erhaltung von Kinderhorten. Vorsitzender des Kuratoriums des Heimes für jüdische Kinder. ' - -- Josef Stern. Hortleiter des Theresien-Kreuzervereines. Ortsschulrat Moriz Ungar, Oberoffizial der israel. Kultusgemeinde - ‘ (Abt. „Kinderfürsorge"). BraKSwa. Am 2. November 1918 ist die Einwohnerschaft der Stadt Blazowa, bestehend aus 250 Familien, überfallen und ausgeplündert worden. Nichts ist den Unglücklichen geblieben. Weder Kleidungsstücke, noch Wüsche, Beschuhung, Bettzeug und Möbeln blieben verschont, alles haben die Räuberbanden mitgeschlepyt. In vielen Fällen hat man Schuhe und Oberkleider den wehrlosen Opfern vom Leibe gerissen. Sämtliche Fenster und Türen sind ausgebrochen und' in vielen Häusern sind die Oefen demoliert worden. Ja, sogar die von den Bauern um teures Geld gekauften Lebensmittel, wie Getreide, Mehl und Kartoffeln, sind teils wegqeschlepvt. teils— durch Begießen mit Petroleum— an Ort und Stelle ungenießbar gemacht. Der materielle Schaden Leträat etwa 4,000.000 K. Heber achtzig Leuts sind, derart mißhandelt und verwundet worden, daß sie wochenlang-in ärztlicher Behandlung stehen müssen, vermögende Familien von gestern sind in grösste Rot geraten, haben beute weder Brot noch die Mittel, sich solches zu beschaffen. Wir - wenden uns daher an alle Wohltäter mit der verzweifelten Bitte: Schickt uns, wer kann. Geld. Kleider. Wasche und Schube auf Adresse Ioel Liebet.JBlazowa. Galizien. und schüft Greise. Weiber und Kinder vor der grausamen Kälte und Hunger! Blazowa. den 21. Januar 1918. .. Für den Jüdischen Nationalrat: . Abr. Reüch, F. Jnt-r at er, Salomon ' N e i ß. religiöse« Gebote gehorchend versprechen, dem Staate, dem Gottes Ratschluß uns 'Zumeist, in Glück und Unglück Treue bewahren und unsere Kinder-unverbrüchlichen Liebe zu. ihm'erziehen zu wollen. Indem wir Sie-im Namen unserer'Gemeinde begrüßen, lassen Sie uns die Hoffnung hegen,-fürunsere Gott und der« Vaterland und allen Mitmenschen geweihte religiöse und kulturelle Tätigkeit wohlwollende Förderung hei der Regierung zu finden." _ ' Ludmhs GMer seMckeir. Aus Berlin wird uns berichtet, daß Sonntag der berühmte Literaturhistoriker und Goetheforscher Professor Ludwig Geiger gestorben ist. Mit seinem Hinscheiden hatdie, neuere Germanistik einen bleibenden Verlust erlitLen. Geiger, ein gebürtiger Bteslauer, hat unsere Kenntnis der Dichtung der deutschen Renaissance sowie des Zeitalters der Klassiker durch eine ganze Reihe wertvollster Beitrage bereichert. Als Herausgeber hat uns Geiger Teile von Burckhardts ,. Geschichte der Renaissance", den Briefwechsel zwischen Schiller und Körner und Teile von Goethes Briefwechsel in kritisch einwandfreien Ausgaben geschenkt und das Goethe-Jahrbuch durch 33 Jahre redigiert. Ludwig G ei g e r iss mir 5. Juni 1848 als Sohn des berühmten Rabbiners Abraham Geiger in Breslau geboren, hat somit das 70. Lebensiabr überschritten. Bon seinen Schriften erwähnen w'r fe n w: „Johann ReuMn. sein Leben und seineWerke": „Das Studium der hebräischen Sprache in Deutschland vom Ende des 15. bis Mitte. des 16. Jahrhunderts"; „Nikolaus Essendog, ein Humanist und Theologe des 16. Jahrhunderts"; „Die Geschichte der Juden in Berlin": „Petrarca": „Deutsche Satiriker des 16. Jahrhunderts". Mit dem licht- und lebensvollen Werke „Abraham Geiäer" hat eri876 seinent vers'niaLen^ Vater das ber-sschste Denkmal kindlicher Liebe errichtet. Ferner veröffentlichte er: „Renaissance und Humanismusin Jtossen": „Vorträge und Versuche": „Geschichte des geistigen, Lebens der preußischen Hauptstadt": „Berl'ns aeiniges Le^en"; „Augustin. Petrarca,- Rousseau"; „Geschichte der Juden in Deutschland". Von 1630 bis 1903 war er Herausgeber des Goethe-Jahrbuches. In der Folge bschienm: „Karoline .von Günderode und ihre.Freunde": „Dichter und Frauen": „Aus Alt-Weimar": „Michael Sachs und Moritz Veit". Nach dem Tode von Gussav K arpeleS als Leiter der „Allgemeinen Leitung des Judentums" berufen, hat er, die Trad'ti-n treulich wahrend, dieses Oraan.irn Geisse der Preßburg. Bei dem mt Regier'Mgs^ebäude ssattqefupdmen Empfang des slowakischen Ministers Dr. S r obar begrüßte Oberrabb'ner Akiba Schreiber die Regierung in denMer Sprache. Dr. E. Lichtner hielt in ünaarischer Svrache in Betretung der israelitischen Konareßoememde falqende Anlvrache: „Sehr geehrter Herr Minister! Jahrtausende umspannt die Geschichte des Judentums und die Kette mächtiger Geschehnisse, die es werktätig oder betrachtend erlebte, hat in ihm die religiöse Anschauung gefessint, im Vergehen. und Entstehen von Staaten'das Walten Gottes zu sehen. Ihnen, Herr Minisser, und Ihren Mitarbeitern hat die Vorsebuna eme der höchsten Aufgaben. das schöpferische Werk einer Staatsgründüng, zugemessen. Gottes Seaen rubt auf dem Merke, wenn in der Vollbringung Starke mit Weisheit: und Liebe gepaart iss. Trägern einer so hohen 'Sendung iss es' nicht zuzumuten, daß sie heute Worte nrbeknder Freude von uns erwarten, während das Land, an das uns Än täusendfähriges Band und die Pflicht tiefinniafter Dankbarkeit fesselt, aus zahllosen Wunden gualvolle^Leiden^erduldet. Auf um so höheres Vertrauen glauben.wir. schöben zü'dürfen» wenn^wir --- auch dem liberalen Iu^enheit Deutschlands redigiert. G ei g e r. der Professor an der Berliner Universität war, hat auch die Eroe-N'sse seiner Forschungen in hinreißenden Vorträgen den Hörern vermittelt, und war erss vor einigen Monaten geleaentlich seines 70. Geburtstages der-Gegenständ allgemeiner Sympathiekundgebungen. Breslau Das - iüd.-theol. Seminar zu Breslau, beging am 27. Januar zum 65. Wale 'die Gedächtnisfeier für seinen Stifter, den verewigten Kommewienrat Jonas F r a e n ck e l. Anläßlich dieser Feier sind die Herren DDr. Moritze Freier und Hugo Kr a k a u e r. nach- .dem sie die.theologisch-wissenschaftliche und talmudischrabbinische Prüfung bestanden haben, als Rabbiner entlassen w o rd en.. . . . . Aus der Geschichte des Seminars im abgeläufenen Studisniahre iss noch, folgendes hervorzuheben : Das Lehrerkollegium hat ssch neu konstituiert. Das Amt des Seminarrabbiners iss Herrn Dr. S.. H o^o - m i tz Mertraaen. worden. In das dadurch erlediate .Amt iss vom Kuratorium auf-Vorschlag des Lehrerkollegiums /Herr Dr. Jfak H e i n em a n n aus Frankfurt- ^> 50?.

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