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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-08-16 · 32 (16.8.1918) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
32 (16.8.1918)
Date
1918-08-16
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite ölü Ak. AWKls der fleißigsten und aufmerksamsten SchMer des Religionsprofessors Landau war, sofort zur militärischen Dienstleistung eingerückt und meldete sich als Offizier fteiwMg. zur Fliegertruppe.' Er besaß das M.ilitärverdiensftreuz, das Signum laudis, die silberne und bronzene DaHerkeitsmedaille, und das. Kä.rl-Truppenkreuz. Nun hat ihn das grauseKriegsgeschick seiner tieftrauernden Familie und dem Vaterlande, für dessen Nahm er heldenhaft kämpfte, jäh entrissen. Der junge Offizier wird im Heldenbuche der österreichischMNgärisch^n Armee neben den zahlreichen anderen jüdischen Meldensöhnen, aus die 'wir unsere haßerfüllten Gegner aufmerksam machen Annen, einen ehrenvollen Matz einnehmen. Auszeichnung. V K. u. t Ntarine-Maschinenbjauing enieur 2. Klasse Karl Jonas Schachtitz wurde mit dem goldenen Verdiensttreuz mit der Krone am Bande der Tapserkeitsmedaille ausgezeichnet. Mch dem Jode ausgezeichnet. Demam 24. Dezember 1917 gefallenen Leutnant d. R. Fritz Weiß wur^e^ das! MUftärverdienstkreuz 2. Klasse mit der Kriegsidekoration und den Schwertern für tapferes Verhalten verliehen. Zum vierten Mate ausgezeichnet. Achert Vernfeld, FHnriK d. B. des k. u. k. Ulanenregiments Nr. 6, Kaiser Josef II., Besitzer der bronzenen Tapserkeitsmedaille, des Karl-Truppenkreuzes, der bwiHenen Ehrenmchjaftle Mm Roten Kreuz mit der. KriegsdÄrratwu, wurde neuerlich! für tapferes Verhaltenvor dein Feftch e mit der silbernen Tapserkeitsmedaille 1. Klasse ausgezeMnet. . , . Kedenkstein Mr einen gefallenen Ketden. Vor mehr denn Sahresfrist siel auf dem östlichen Kriegsschauplatz der mit der.silbernen TapferkeitsmeßaUe ausgezeAhnete Kadett Philipp Adler aus Franzenshad fty jugeMichen Wter von 19 Jahren und wurde auf dem Felde der Ehoe mit militärischen Ehren von den Kameraden zur ewigen Ruhe bestattet. Die vornehmen Angehörigen des gefallenen Melden scheusten weder Gefahr noch Kosten und fuhren'bis' an die Front, die irdischen Ueberreste ihres Sohnes aus der fremden Erde zu holen und sie in heimatlicher Scholle .zu betten. Erst vor einigen Tagen setzten die Eltern im Zeichen stillen Wohltuns ihrem geliebten Kinde euren schlichten Denkstein. Den Text dazu schrieb! ein väterlicher Freund und religiöser Jugendbildner Philipp Adlers. Hier der Vers: Ms Oesterreichs tapferen Heeresscharen, , ' Noch Mrt und morgenjung an Jahren, . > ^Wlt Muhe hier ein prächtiger Held. Wohl'ftomm sein Herz,doch stark sein Degen: Er schlug den Feind aus allen Wegen lind schichte treu' de.r Heimat Feld. Ruhe sanft! - J; * . Du' halfff dem Vaterland zum Ruhme! Ruhe sanft! .! Zu Ehren auch dem Judentume! Dem gefallenen Helden wird von seinen Mvertvandten/ und Freunden ein ehrendes Andenken bewährt. MoAnschnst - j ch. 32 Oberrabbiner ff*. Güdrman«. Bon Dr. Heinrich Schreiber. Zu meinen Füßen rauscht und braust das fallende Wasser der Gastemer -.Ache und übeMut vergebens die schmerzliche Erregung, in die mich die Truuerkunde versetzt hat, daß -der. greise Oberrabbiner der Wiener Gemeinde das Irdische, gesegnet hat; 84 jährig, in mehr als 50 jährigem ehrwürdigen Dienste. Er hat seine Tage beschlossen und sein Werk vollbracht, , sein langes, gorrgeweihtes und gottbegnadetes Leben vollendet fast an vem Tage, an dem die Gemeinde den erkürten Nachfolger im Amte , investiert hat. Freilich, was. zählt dem Teilnahmslosen der Tod eines 'Greil es in dieser furchtbaren, schrecklichen Zeit, in der täglich Hekatomben jungen und sprühenden Gebens aus der blutigen Walstatt hingestreckt werden, in der Mt und Entbehrung Menschen sonder^Zahl unbarmherzig fortrasft. Indes auch, hier macht es .nutzt die Zahl. Man muß die Bedeutung des Toten wiegen und diese wiegt bei unserem Verluste, schwer. Er. reißt eine breite Lücke in das Leben unsere Großgemeinde, der erals «Leelenhirte vorgestanden war. Schon sein äußerer Mann gebot die Ehrfurcht. Der mittlere, festgebaute, fast zur Behäbigkeit geneigte Leib trug >einen mächtigen Kops, dessen frische, rosig angehauchten Wangen von einem üppig wallenden, vormals blonden, jetzt in blendender Weiße strahlenden Patriarchenbaft umflossen waren. Eine leicht gewölbte Hakennase gab dem sonst sanften, durch ein blaues MgeupMr durchleuchteten Profil den Zug der Festigkeit und .Energie. Das Antlitz strahlte Güte, durchsprüht von Geist und forschendem Sinn. . Wenn aber die Brust sich hob, der 'Lauft der Zähne sich, öffnete, um den Strom der Rede -Md des getragenen Wortes - durchzulassen,- ftei>es ' in - der Predigt oder unter dem Trauhimmet öder draußen aus dem Leichenselde, manchmal auch im Vortragsfaale oder in den weiten Haften massiger Versammlungen, da erstand der volle Zauber seines Wesens, der Reiz seiner Kunst als Tempelredner und Volksredner. -Sein Organ hafte einen dunklen, fast 'dumpfen Timbre. Schon dies sessefte, packte jedoch, wenn es zu jenem wohftautendqn Schmelz des vollen .Mordes anschwoll, der den Hörer aus den Höhepunkt des Themas hinaustrug, das im meisterhaften Ausbau einfachj und ungesucht, aber.in. edler Sprache mü schneidiger Schärfe und unfehlbarer Sicherheft von seinen.Kippen floß. Seine Sätze gäben sich lapidar, < fast zyklopenhaft und ohne Mstand aneinandergerecht und übereinandergeschichtet. Zuweilen klang die Rede halblaut und gleichförmig,' daun wieder, schlügen starke und pathetische Akzente durch und wenn es dem Mläß sich schickte,"^ögerte sie nicht, die Lichter schalkhafter Laune blinken zu lassen oder grollende Töne strafender ZurechMeisung von sich zu geben. Seme Predigten waren Belehrung, und Erstaunen (einzelne sollten in unsere Lehr- und Lesebücher vernommen werden); seine Trauerreden sangen das Lied inniger Hingebung; seine Grabreden durchzitterte der trM Schaft. von 'Wehmut, der M mit dem hellen Klang der Tröstung mischt. In seinen Volks- und .Versammlungsreden .ab er wuchs er zur Vollendung und Vollkommenheit hinan; da gab er sich ganz; da schöpfte, er aus dem Füllhorn seines Wissens, aus den Tiefen seiner Seele; da erklang der sonore Orgelton einer mächtigen Beredsamkeit, die gleich züngelnden Flammen emporschlng; du war er Seher und Prophet; Weiser und Mahner im biblisch-klassischen Stft. Da stand und sprach er in saszinierender SMnheft; mft wüchsigem Mstäkt strich er >über die Tasten der Geschehnisse, mft vollen

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