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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-05-17 · 19 (17.5.1918) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
19 (17.5.1918)
Date
1918-05-17
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Sette 299 Dr. BtoH'S WochenMtst Auszeichnungen für Verdienste um die Ingendfürsorge. Ztz Der Kaiser Hut'verliehen: - . ^ab a s Krregskreuz für ( Zivilyerb teuste 1. ,.-K l a s se: Frau Valentine Freifrau v.. S p ringe r, geb. Freiin v. R o ths chil d; bas Kriegskreuz für Zivitverbienste 2. Kla s.se: Frau .Johanna. F r ö h l ich Edlen von K a n y on, Frau Sofie Grünfeld, dein Generaldirektor des Gisela-Vereines Herrn kais.. Rat Richard Rafael K'önigsberg.er, Frau Betti Kolm, Frau Josefine Paul-Schiff,. Frau Dr. Eügenie Schwarzwald, Inhaberin einer Mädchen-Mittelschule; bas Kriegskre.uz für Ziv ilverd reuste 3. Klasse: Frau Hermine Kadisch, Frau Elsa Eveline Klärmaun, dem praktischerr Arzt Herrn Dr. Edmund K o Hu, Frau kais. Rat.Hermine Krüger, dem Rabbiner in Bielitz Herrn Dr .Markus Steiner. Mach dem Tode ausgezeichnet. Seine Majestät der Kaiser hat verliehen: das silberne Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitslnedaitle dem einer Kriegssenche erlegenen Ldft.-RcchnungsünLeroffizier 1. Kl. Moritz Schwarz, Befest.- (Grüppe: das silberne Verdienstkreuz am Bande der- TaPferkeitsmedatle dem einer Fliegerbombe zum Opfer ge- (fällmen Patrouitlerrsührer Ignaz Weisz, J.-R. Külhepgarten _oder zurück in den Ehnder? . (Ei na An re g u n g z nur jud i s ch e n I u g e n b t a g e.) Durch diese Frage sei hiemit ein Thema zur Diskussion gestellt, dem der'stattfindende österreichische jüdische Jugendtag eine besondere Aktualität verlehht, das aber . auch sonst gerade jetzt unsere Aufmerksamkeit beanspruchen darf. Die Juden Galiziens und :d er Bukowina . treffen Vorbereitungen zum Wiederaufbau ihrer Heimstätten oder sind -schon im Begriff, sich in chren Gemeinden wieder wohnlich einzurichten. Hiebei wird an die Frage, herangetreben, ob eine durch die besonderen galizischchüdischen Verhältnisse erklärliche Erziehungsinftitution,- nämlich der C h e d e r f ü r v o r s ch u(l P f l i chtige- Kinder, seine Wiederauferstehung feiern oder einer modernen Erziehnngsstätte, dem jüdischen 5lindergarten,- Platz schaffen soll. Ich setze als bekannt voraus, daß im Osten-der weitaus überwiegende Teil der jüdischen Jugend im vorschulpflichtigen Alter zwecks Erziehung dem Cheder überantwortet wird. lieber feststchende-Tatsachen, wie z. B. welch große Bedeutung der -Erziehung..-eines -vörschuMkichtigew Kindes für seinen späteren Lebenslauf zukommt, und wie nachhaltig das Milieu, in dem sich ein Kind dieses Afters bewegt, auf leine spätere Entwicklung einwirkt,' sich weiter ansznlassen. wäre überflüssig. Es kann dahergleich die Frage gestellt werden: Ist der Cheder. das geeignete,Erziehungsinstitut, in dem ein Großteil der östlichen jüdischen ,-Ju.gend>.enlpqrwcMen soll? / Darf, ersich in seiner vielgeschmähten Gestalt auch bei der Neuordnung der Verhältnissewieder etablieren? Soll er ,weiterhin infolge (feister gänzlichen Unzulänglichkeitfto Erziehungszwecke nicht nur wertvolle Kräfte der Kinderseele verkümmern lassen,-sondern auch die Gesundheit der Kinder gefährden? Wer schoneinen Cheder> wie ich ihn vor Angen habe, sah oder gar selbst einmal dort fast der weiß, daß-er von wohlgesinnten, sonst aber ganz unwissenden und ungebildeten Männern betrieben wird, denen jede Eignung zum Erziehungswerk fehlt. Einen erzieherischen Einfluß übt der Cheder auf die Zöglinge, die in des Lehrers Privatwohnung in Unordnung und Schmutz zusammengepfercht sitzen, überhaupt nicht aus'. Nutzlos verbringen die Kinder, deren Geist und Gemüt nach- Erbauung und Zerstreuung sich sehnt, den Tag,- dessen öder Verlauf hie. und da nur durch unmethodischen, gedankenlosen „Jvri"-Unterricht unterbrochen wird. So im Frühling und Sommer, so im Herbst und Winter. Für eine Berührung milder Natur, ein Befassen der Kinder mit Spiel, Gesang oder sonstiger angemessener Beschäftigung ist im Cheder weder Zeit noch Raum. Kein Wunder, daß die Kinder dort bald alle Frische und Fröhlichkeit einbüßen und zu ihrem Schaden.frühreif und ernst werden. Da die Dinge im Cheder so liegen, muß in diesem Belange des Erziehungsweseus unser Leitsatz sein: Lassen wir den CHede r u ich t j.u ieder erstehen, schaffe n w i r an s einer St elfe mW - de'rne j üdi s che KindergärtenZ'in 'd ie Luft, La ch. t und .eottite ein d r i n g t,. 'au s .de n c n un - sere Kinder au Geist und KörpeiJ gestärkt hervorgehen. -- In welche,u Sinne die Krüdergärteir einzurichter? und zu leiten sind, ist eine,'Frage der Organisation und soll vorläufig außer Betracht bleiben- . . 'jr Eurem etwaigen Einwano, daß uns derzeit geeignete Lehrkräfte fehlen, sei durch gden. Hinweis bchruf begegnet, daß zahlreiche Fraueh ünb-Mädchen ans dem Osten während der vier KrieKjahre sich in den-westlichen Städten in ähnlichen Institutionen ■ (Kindergarten, Horten n. dgt.) erfolgreich.-Betätigten, und bei ihrer Intelligenz gewiß hinlängliche-(Eignung besitzen um.nunmehr bei ihrer Rückkehr.'in hie Heimat sich —-- natürlich nicht unentgeltlich — .chechWache mit Erfolg zu widmen, weuigstensDso lauge,'' bis durch. Einrichtung von. Speziälkursen für Kindergärtnerinnen ein geschultes Personal aüsgebildet wird. Diese llebergangszeit wird höchstens ein bis zwei.Jahre währen. . Zum Schlüsse die attermichtigste Frage: Woher d Ke Mittel zur Errichtung der Kindergärten nehnren? Deren Aufbringung kann meiner Ansicht nach nicht schwer fallen. Gelang es, für den Deutschen Schutverein durch die Baustejnsammlnng Peter Roseggers mehr als zwei Millionen Kronew aufznbringen, so dürfen wir hoffen, daß ein foßwichtiger Zweig der Jugendfürsorge, wie der in Rede stehende, mindestens rausend unserer Volksgenossen Und ihrer Korporationen zur Zeichnung eines Bausteines (von je Lausend Kronen veranlassen wird. , ,/ Auf diese Weise könnten wir z. B. in der Zeit von Pfingsten bis Ende 1918 eine Million .Kronen dem zu errichtenden ,.J ü d i s ch e n Kinder g a r t e n - F o ub s" zusühren, mit welchem Betrage das hiemit unterbreitete Projekt verwirklicht werden kann. Ganz verfehlt' wäre es, bei dieser Aktion .zwischen dem Osten und Westen eine Scheidung machen zu wollen. Tenn der Ostjude von gestern ist der Westjnde von morgen, abgesehen davon, daß sich der angestrebte Zweck wohl in den Rahncen der großen Kriegsfürsorgeakrionen und besonders der durch das .Kaiserwort /.Für das Kind" gekennzeichneten Bestrebungen einfügen läßt, bei welchen eine Scheidung zwischen dem Osten und Westen der Monarchie-wohl nicht am Platze wäre. Dr. I. Kimm ei, >em. Präses der Vereinigung jüd.. Hochschüler . „Bar-Kochba".

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