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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-02-01 · 5 (1.2.1918) · page 1

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
5 (1.2.1918)
Date
1918-02-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Mr. 5 Zentralorgan kür die gesamten Interessen des Audentums OG (? DO Ck -ooolt. t. Postsparkassenflmt : Llearisg-Vorkehr: 810.976 OO . / Rediktion und Administration: Wie» / II/,. Praterstraße 9 Telephons 45*359 QO—— -—o o Wieit, I. Februar 1918 oGr O Erscheint jeden Freitag Brief-Adresse: Wie«. II/,. Praterstraße 9 Telegramm-Adresse: Bloch'» Wochenschrift. Wir« 0<r- Bezugspreis: Halbjährig 10 Krone» Ganzjährig 20 Kronen Einzelexemplare 50 Heller ■»teige«: Sie 2mal gespaltene Petitzeile 80 Heller . iDo Inhalt: L e i.r ä'r r i k e 1: Die Juden und der Kapitalismus. —. Die Hilfsaktion in Tientsin. — Aus der Woche: „Rumänische Bestialitäten . gegen Kriegsgefangene;" Pogroms in Beßarabien; die deutsche .Judenhett für hie Friedenskdnserenz: die Türkei und dre?Jude«^ vevorstehenhe Ausrufung PMstinas als? jüdischer Staat. — Ter Wiederausbau des Leopoldstädler Tempels. — Auszeichnungen? ' . — Fünf Auszeichnungen. — Sechsfach ausgezeichnet. — Bier Brüder mit 10 Anszelchnungen. — Eisemes KreuzzweiterKlasse — Austauschinvalide. ^- Jüdische -Familien im Felde. Liste der jüdischen^österreichisch-ungarischen ^Soldaten.. — Nachrichten ans der Kriegsgesangenschaft Feldbriese. — Ko rre sp on d enzen: Spendenliste für die Plenarsitzung des Kultusvorstandes vom 6. Jänner 1018. — Die Armen der Leopoldstadt. — Die Volksküchen nach israelitischem Rttus. tvährend der Kriegszeir. — Hilsswerks-LandesversamMlung in Newyork. — Ber m is chtes. — Feuilleton: Aus dem Leben des hohen RabbiLöw. — Literatur.— Briefkasten.—Inserate. Die Inden und der Kapitalismus Von Dr. Heinrich Schreiber. . Mas müssen die Juden nicht alles? Mer sich ergehen lassen!. Welchen heftigen unMhMlichen Vorwürfen sind fie: ^cmsgesetzt auchjdeshalb, weil sie angeblich im. Kapitalismus ausgehen, der Plütökratie völlig untertan sind! Man -/Mtzcht, lvenn.:Man besvnddD nngch-Ädig sein will,'vom jüdischen Kaprtah von jüdischen Banken, Börsenjuden, dem Tanz der Juden um das' goldene Kalb ^— durchfwegs Schlagworte, welche den jüdischen Goldhunger stigmatisieren sollen. Für alle Answüchse und Entartungen des Kapitalismus aber werden natürlich in erster Linie , die Juden verantwortlich gemacht, denn sie seien es, die das? Kapital beherrschen und die ihm vornehmlich dienen. , Das Kapital sei der Götze, vor dem sie sich beugen, die Jagd nach dem Gelde die Richtschnur ihres Lebens, dcrs. Leitmotiv ihres Strebens. Ich will an dieser Stelle die Juden gegen diese ungeschlachten und ungerechten Vorivürfe nicht verteidigen., Mir ist es hier um etwas anderes zu tun. Wenn man ehrlich! sein will', darf lchan nicht vergessen, daß unsere Zeit gelenkt ist von den Grundsätzen einer kapitalistischen Gesellschaftsordnung, die das gesamte staatliche, gesell- . schaftliche und soziale Leben in ihren Bann schlügt, und daß naturgemäß, wie glle länderen ZKenfchen, auch die. Juten davon .keine Ausnahme Mächen, weih sie der gleichen Ordnung unterworfen sind. - Sicherlich gilt auch dies: sie stehen darin hinter den anderen nicht zurück. Um es klipp und klar heraus Ln sagen: Tie'Juden stellen auch aus diesem' Gebiete ihren Mann, sie haben auch hier vielfach 'eine führende und richtunggebende Stellung, wie.überall, so auch in/allen Zw eigen der Wirtschaft und des Verkehres, wo ihüen die gleiche BewegunKfreiheit mit den anderen Bürgern gelassen ist. Ter jüdische Kaufmann, ' miemns ihn der verchrunAwürdigeSigm. Mey e r in sei- NE QUsgeMichneienibibWgraPhiischen WeM geschildert h at, sch eine solche typische Erscheinung, die der ökonomischen?^MMr.nIg/.'d'es Landes unbedingt, zur Zierde gereicht ÄW.ZE Rachyhmü^ . Herausforderin. Und ' wer das aus' gezeichnete jüngste Buch des bekannten Volkswirtes Dir.. Friedrich, Hertz Wer „die Produktionsgrundlagen der österreichischen Industrie" aufschlägt, wird auch dort in fesselnden und instruktiven Worten belehrt, daß der jüdische Unternehmungsgeist und das jWische llnternehtchr-. tum ein Ferment des heimischen Marktes Hilden, welches, schöpferisch und bahnbrechend gewirkt hat und ohne Krise der Gesamtwirtschast unmöglich vermißt werden könnte. Selbst Werner Sumbart, der in feinen-Werken verschiedentlich mit den Juden ins Gericht geht, kann sich ihrer Bedeutung für das Wirtschaftsleben nicht verschließen, und. auch er muß ihnen den Zoll der Bewun-- derung und der Anerkennung abstatten. Wie jedes Tling seine: Licht- und Schattenseiten hat, zeigt sie Mich der Kapitalismus- und er wirft seine Reflexe auf alle Individualitäten, die in seinem Bereiche sich ergehen. Das aber sind nicht allein die Juden, sondern alle Glieder jener Kettedie die Gesellschaftsordnung Zusammenhalt, welchen Glaubens sie auch immer sind. Tie Andersgläubigen aber bilden auch! hier entschieden die Ueberzahl, nicht allein absolut, sondern auch im relativen Verhältnis zur jüdischen Bevölkerung. Das jüdische Kapital unterscheidet sich, nicht vom christlichen; höchstens, daß jüdischer Reichtum auch die Pflichten des Besitzes, ausgiebig erfüllt. Indessen, auch auf kapitalistischem' Gebiete stoßen die Extreme aufeinander. Wird den Inden ibre Vorliebe für kavitaliMcbe Tendenzen vorgehalten und Welgenommen, so muß in einem Atem-" Mge zugegeben werden, daß gerade aus ihrer Mitte von jeher die schärfsten -Bekämpfer und geistvollsten Widersacher des Kapitalismus hervorgegangen sind. Man denke nur an M a r x, der mir seinem Hauptwerke „Das Kapital" der geistige Führer der antikapitalistischen- Bewegung und Schule geworden ist, der ihr das tvissenschaftliche Rückgrat geliehen hat. Seine Adepten -- sind Juden sonder Zahl. Freilich schallt uns immer und immer wieder das Wort entgegen, auch das feien spekulative. Köpfe, die. Wasser' predigen und Wein trinken. Man tvM den anttkapitaliMschen Wg innerMb jüdischer So-

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