Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 47 (7.12.1917)
- Date
- 1917-12-07
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Nr. .47 Dr. Blochs Wochenschrift Seile 773 Korporal Aron 'S t e m p-le r ' zeichnete sich bei der jchigen Offensive durch nachstehende Tapferkeiten ans: Währeüd des-Angriffes brachte der Kompagnie ein feindliches flankierendes Maschinengewehrfeuer Lroße Verluste bei, Trotz des heftigen Gewehr- und Handgranatenfeuers sprang rr gegen das Maschinengewehr und vernichtete dasselbe durch eine Handgranate. Durch diese Tai war die weitere Vorrückung bedeutend erleichtert. Außerdem ergriff er, als! die eigenen Handgranaten zu Ende' gingen, einen Verschlag mit italienischen Handgränaten, "der knapp vor der feindlichen Stellung lag, und brachte ihn in die eigene Stellung, wo die Granaten mit Erfolg vertuend et wurden. Korporal Stempler, der bereits!,mit der silbernen Tavferkeits'Medaille 2.- Kl. airsgezeichnet ist, erhielt für die geschilderten waten die „große Silberne". : Einj.-Freiw. Fischel -H alpern. Im Zivil Hochschüler an der med. Fakultät der Lemberger Universität, rückte ersim Jahre 1916 zutN Militär ein. Anfangs dieses Jahres ging er mit einem! Marschbataillon an die italienische Front itzb, machte die 10. und 11. Offensive mit und wurde mit der bronzenen. Tapferkeitsmedaille dekoriert. Er zeichnete sich stets durch Pflichteifer in jedpm ihm zu- . gewiesenen-.Dienste aus und' erwarb sich die Zufriedenheit feiner Vorgesetzten. Leider war es ihm nicht gegönnt. den günstigen Fortschritt unserer jetzigen Offensive zu erleben. Am ersten Tage der Offensive fiel ein Granatenvolltreffer in seine Deckung und der allseits beliebte Einj.-Freiw. Halpern erlitt den Heldentod. Die - silberne' Dapferkeitsmedaille 2. Klasse wurde ihm nach dem Tode verliehen. - Auszeichnung zweier Söhne eines Wiener jüdischen Lehrers. - Tie beiden Söhne des in weiten Kreisen bekannten städtischen Lehrers-und Vizepräsidenten des Armenrates im 2. Bezirk Salomon Kulka, die' seit Kriegsbeginn auf fast allen Kriegsschauplätzen fochten und gegenwärtig an der italienischen Offensive rühwlichst teilnehmen, wurden von Sr. Majestät denk Kaiser wegen tapferen Verhaltens vor dem Feinde gleichzeitig ausgezeichnet. Fliegeroberleutnant Ernst Kulka erhielt das Signum laudis mit den Schwertern am Bande der Tapferkeitsimedaille, Oberleutrrant Paul Kulka das goldene BMienstkreuz mit der Krone am'Bande der Tapferkeits- Medaille. . - ' Aus dem Iekdpostöriefe eines Ariers. : „Egyenlöfeg" veröffentlicht den nachfolgenden, äußerst iütcressanten Feldpostbrief: Frühling! war^sl Einsam ritten wir-von der Vöjusafront, als er zum. Maschinengewehrkurs nach Durazzo ging, «stundenlang' plauderten, wir über die'Flora Albaniens.' Ich sah ihn damals zum erstenmal und gewann hiebei einen Einblick in sein goldenes, gütiges Herz. Eist bescheidener, ruhiger, wohlerzogener und hochgebildeter junger Mann. Sehr arbeitsam, spricht aber niemals von sich selbst. Güter Soldat-und verläßlich: das ist Bela Hofstätt er, der Leutnant. .--Seine Brust äst einewahre Auslage. Ich frage, ihn. wo er - sie bekommen hat, er antwortet nur zögernd, denn er will nicht prahlen. .'. Erst später und von anderen erfuhr ich, daß er Jude ist, daß er anrJsonzo wiederholt zu fünft in italienische- Stellungen eindrang,- von dort häufenweise Beute - einbvachte und selbst der italienische Posten erschrocken, -zu Stein erstarrt, ohnmächtig das Unglaubliche änstarrte. Kleine silbeMe Tapferkeitsmedaille.' Tann besetzte er mit einigen Leuten beim'Lovcen die Babiathöhe, rannte, stürmte vorwärts, ccm den 406 Mann starken Montenegrinern, die auf die Bergspitze züeilten, um sie zu besetzen, zuvorzukommen. Und Hofft ä tter. war damals sehr krank. Er erhielt die goldene Tavferkeitsüredaille. Ein halbes Jahr später verteidigte, er mit elf Bosüiaken denGradicaberg und trich die stürmende italienische Truppe. in die Vojusa zurück und nimmt ihr sogar ihre Maschinengewehre ab. Hiefür erhielt er das Militärverdienstkreuz 3. Klasse. Dann machte. er einige Braoouren bei der Uebersetznng der Vosuja. Zu diesen Unternehmungen chatte, er sich stets als erster aeineldet. Tonn übernahm er die Führung einer freiwilligen Albanertruppe und operierte sehr schön in der weiten Wildnis an exponierten stellen: Einmal begab ich mich in dieser Wildnis in ein albanisches Dorf und fand dort, eine geschmackvolle kleine Villa. Hofft älter hatte sie sozusagen aus Nichts errichtet. Mit den primitivsten Mit-., telu, indem er selbst im Urwald das Material suchte, bohrte und schnitzte er. Hofstätter besteht aus lauter Achtung und Zuvorkommenheit. Nur einmal sah man ihn in gereizter, Stimmung, als ihn sein Kommandant nicht in die bis zu den Knien reichenden, außerordentlich reißenden gelben Wogen der Vojusa lassen wollte. Er fühlte sich verletzt,, sprach eine Woche lang mit niemandem. Und doch wurde er bloß deshalb zurückgehalten, weil er malariakrank war und 40 Grad Fieber hatte. Bei den nächstfolgenden Anlässen schwimmt er bereits in der Vojusa, bricht zu den Italienern ein, bewirft sie mit Handgranaten und. lehrt zurück. Er wurde für die Allerhöchste Anerkennung vorgeschlagen. Nun ist er nicht mehr an der Front. Er ist fort, zum.. Kader. Er . drückt sich nicht, sondern erzieht Soldaten. Schön sind die Heldentaten, wurden sie doch auch vom König anerkannt. Aber der König — der erste Ungar — fand es entsprechender, die mit der Goldenen zurückzuberufen, um aus Rekruten Soldaten zu kneten. Deshalb wurde auch Hofstätt er von hier fortgenommen, um Helden zu erziehen und- Vaterlandsliebe zu lehren. Diese paar Zeiten stammen.nicht von einem Inden (und wie wenig ist er diasl), sondern von einem wahrheitsliebenden Schreiber. Unser Kamerad Hofftätter, an den wir alle mit der größten Liebe denken, ist in Budapest wohnhaft, diplomierter Maschineningenieur und ein Sohn des Fabrikanten Gutmann Hofstätt er." e «öd» fr| ‘ KorrespondenzLn. Wien. Unter überaus großer Teilnahme fand am 25. November, 11 Uhr vormittags, die feierliche Eröffnung des vom Vereine „Kaiserin Elefabeth-Heim für Kriegswaisen, Lehrmädchen und Arbeiterinnen" errichreten „Kriegswaisenheimes im 2. Bezirk", Malzgasse 7, -statt. Dos „Kaiserin Elisabeth-Heim", welches bereits aui eine zwantzigMhrige ersprießliche Tätigkeit -zurückzublicken vermag, hat, wie aus der vom Bereinsvor.- stande herausgegebenen Festschrift hervorgeht, seit seiner Gründung Wiele Hunderte Mädchen in feinem Heim er-, zogen und'in einem ihren-Fähigkeiten entsprechenden gewerblichen Berufe untergebracht. Wurden schon früher bei der Aufnahme der Schützlinge in das Heim verlassene und Waisenmädchen besonders berücksichtigt, so hat der Weltkrieg mit seinen großen Opfern an Menschenleben das Augenmerk der Vereinsleitung in erhöhtem Maße auf die Pflicht gelenkt, ihre in zwanzigjähriger Tätigkeit bewährten Kräfte in den Dienst-der Fürsorge für die Kriegswaisen zu stellen. So reifte denn der Gedanke ’ *'! iss ■ CiO M'!