Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 28 (20.7.1917)
- Date
- 1917-07-20
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 28 Seite 457 Dir. Moch's Jägerregiment Nr. , Besider . des' Signum laudis, känchft mit der italienischen Front. 5. Sigmunds Buchs- Halter. Leutnant, Besitzer des SianuM laudis, der großen nM kleinen silbernen TavferkeitsMedaille. kämpft an der russischen Front. 6. Karl, Kaufmann, Feldwebel» ist feit der Mobilisierung auf deM Kriegsschauplätze. in letzter Zeit an der italienischen! Front. Der Schwiegersohn. Josef Schreck. Kaufmann, ist.seit Kriegsausbruch einaerückt und Macht gegenwärtig in einem ,Budapester Kriegsspital Dienst. (Mitteilung! des Feldrabbiners Hoffmann.) SaMuel Asse r. Kaufmann in FuvesgyarMat. hat vier Söhne und drei Schwiegersöhne iM Kriege. 1'. Adolf. 36 'Jahre ult, Vater zweier Kinder, ist bei der Mobilisierung eingeruckt, geriet bei PrzeMysl in GefanaenschUft und befindet sich! seitdem in Sibirien. 2. Bela, 33 Jahre ult. Macht als Honvedhüsar ständigen Dienst. Er ist anläßlich der Mobilisierung sofort eingeruckt und wurde Zweimal verwundet. 3. Josef, Marinesoldat, dient bereits seit fünf Jahren ununterbrochen. 4. Desider. 35 Jahre alt, Vater Meier Kinder, ist anläßlich! der Mobilisierung eingeruckt. In den Kämpfen gegen die Italiener geriet er schwerverwundet in Gefangenschaft, wo er sich als Invalid auch heute noch befindet. Die Schwiegersöhne. Jakob Jzsak. Vater von vier Kindern, 48 Jahre alt. Macht seit eineinhalb Jahren Militärdienst. Aron Mo-;es. 35 Jahre alt. Vater von drei Kindern, tft seit Kriegsausbruch ständig an der russischen! Front. Melchior G rü nb erg er versieht seit der Mobilisierung ununterbrochen Militärdienst. Zwei Wiener Äerzle, Dr. Hugo Deutsch und — Dr. W. W. Tauber. Zwei bekannten Wiener Merkten wurde in diesen Tagen, fast gleichzeitig, eine Ällerhöchste Auszeichnung verliehen. Doktor Hugo Deutsch erhielt das Ritterkreuz des Frarch Josef-Ordens mit der Kriegsdekoration und den Schwertern, Doktor M. M. Täuber die silberne Militärv>erdienstmledaille am Bande des Militärverdienstkreuzes Mit den Schwertern. Beide sind Auszeichnungen. wie sie Truppenärtzten in der Reserve nur selten zuteil werden. Was aber noch bemerkenswerter ist. iü. daß dies bereits Dr. Deutschs fünfte und Dr. Tauberes vierte Kriegsauszeichnung ist. Erster^r besitzt das Karl-Truppenkreuz, das SignuM laudis. das goldene Verdienstkreuz mit der Krone und das Ehrenzeichen 2. Klasse V0M Roten Kreuz mit der Kriegsdekoration. letzterer das Karl-TrUppenkreuz. das SignuM laudis am Bande - des Militärverdienstkreuzes mit den Schwertern und das Ehrenzeichen 2. Klasse vom Roten Kreuz mit der Kriegsdekoration. lieber RegiMentsartzt Dr. Deutschs Verdienste sprach die ..Oesterr. Wochenschrift" vor einiger Zeit ziemlich ausführlich. Er ist auch seither noch nnunterbrochenwie seit Kriegsbeginn. als Chefarzt eines Infanterieregiments tatkräftig und segensreich wirksam und erfreut sich unausgesetzt der höchsten Ächtung und Wertschätzung seiner Vorgesetzten und der Liebe und Verehrung.seiner Untergebenen. Sein sonniges GeMüt und sein launesprudelnder Geist versöhnen auch jetzt seine Umgebung \ mit den schweren Momenten, die den Krieger nicht verschonen. Er ist den ,,Wehmlutkriegern" ein „Trostgeber". Dein Namen Dr. TauVer's, der als Schriftsteller bekannt, sind die Leser dieses Blattes auch schon hier - begegnet. Er steht ebenfalls^ mit Ausnahme einer Unterbrechung infolge einer Verwundung seit - Krieäsbeginn im! Felde. Erst, als Assistenzarzt an der Seite des Dr. Deutsch tätig, wurde er später als Oberarzt znM Chef- Wochenschrift arzt eines schweren Artillerieregintents beknfen, in welchen' Wirkungskreis er auch jetzt noch tätig ist. Der Aerztestand hat alle Ursache, auf diese seine Mitglieder stolz zu sein. Kaisererinnerung an der Krönt. Obertierarzt Paul Reisinger, . Feldartillerieregiment, dem während dreijährigen Frontdienstes wiederholt die Auszeichnung zuteil wurde, vvn Sr. Majestät angesprochen zu werden, erzählt als Augen- und Ohrenzeuge im „EgyeUlöseg" die folgende hübsche Episode aus dem - Frontleben unseres Kaisers, welche von der demokratischen Auffassung Sr. Majestät auch den Soldaten an der Front gegenüber beredtes Zeugnis ablegt. Fm Frühjahr 1915 wurde das . Korpskommando, dessen Kommandant General Cz. war, verständigt, daß es vom Thronfolger (unserem jetzigen Kaiser) inspiziert werden wird und dieser den Wunsch habe, die Herren des Stabes (zu dem auch der Unterzeichnete gehörte) kennen zu lernen. Das Korpskommando war damals in dem 15 Kilometer von KoloMea entfernten, zur Gemeinde Slobodka-Lesna gehörigen kasteklartigen Gebäude der jüdischen landwirtschaftlichen Schule nntergebracht. Diese Anstalt wird von einer 1700 Kat. hoch umfassenden Baron Hirsch'scheu Gutsstiftung erhalten. TrotzdeM die Anstalt hier eine ausgedehnte Wirtschaft betreibt, eigene Spiritussabrik und eine Milchindustrie ersten Ranges besitzt, weist sie ein Jahresdefizit Von ungefähr K. 50.000.rauf, welches jedoch von einer philanthropischen Gesellschaft, die in Paris ihren Sitz hat, aus eigenem gedeckt wird. In der Anstalt erhalten in normalen Zeiten 40—50 jüdische Schüler unter Leitung von 5—6 jüdischen Lehrern landwirtschaftliche Ausbildung!; infolge des Krieges ist die Zahl der Schüler auf 30 herabgesunken. Das Niveau der Schüler entspricht übrigens in allem demjenigen der ungarischen landwirtschaftlichen Lehranstalten. An dem milden Frühlingstage hatte der gesamte Generalstab erwartungsvoll auf der Terrasse des herrlichen kleinen Kastells' Platz genommen, während die Jugend der landwirtschaftlichen Schule mit dem Lehrkörper an der Spitze sich bescheiden in Pen..Hof des Kastells, am Eingang, zurückgezogen hatte. Der Thronfolger war in seinem Auto bloß von seinem Flügeladjutanten und dem Kommandanten der xlten Armee. Baron B. P., begleitet. Als nun der spätere Generaloberst den Thronfolger zuerst zum KorpskoMmando geleiten wollte und der Thronfolger die in schöner Reihe ausgestellte Anstaltsjugend init dem Lehrkörper erblickte, begab er sich zuerst zu diesen, ließ sich durch den Direktor die Lehrer Vörstetten, reichte jedem einzelnen die Hand, richtete an sie verschiedene Fragen und nahm, nachdem er auch die Schuljugend besichtigte, herzlichen Abschied vvn der jüdischen Anstalt. Leider haben die Russen kurz nach diesem hohen Besuche die Anstalt gründlich zerstört, die Mustergültig eingerichtete Spiritusfabrik angezündet, altes Verbrennbare verbrannt, und als wir Slobodka-Lesna wieder zurückeroberten, war von den Russen in deM verwüsteten und ansgeraubten Kastell nichts anderes zurückgeblieben, als ein von ihnen mitgebrachter schöner, großer M e t a l l s a r g. Jüdische Offiziere öei den 37-ern. Auszeichnungen: 1. Amigo Emanuel, Leutnant, SignuM laudis; 2. Aszodi Otto, Oberleutnant, Signum laudis; 3. Atlasz Mor, San.-Leutnant, silberne TapferkeitsMedailte 2. Klasse; 4. Blau Isidor, Einj.-Freiw.-Feldwebel, Mediziner, silberne Tapferkeits- Medaille 2. Klasse; 5. Berger Ferdinand, Oberleutnant,