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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-06-29 · 25 (29.6.1917) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
25 (29.6.1917)
Date
1917-06-29
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 418 Nr. 25 Dr. Gloch'S Wochenschrift" MäLchen-UnterstiüHittn^s-Verein. An den Schulen dieses hvmanitären Vereines. finden die Eirffchreibungen für das Schuljahr 1917/18 für den ersten Jahrgang der zweiklasfigen Handelsschule und ft'ir den einjährigen kaufmännischen Fortbildungskurs Montag, den 2. Juli 1917 /für Schülerimren mit den Anfaugsbuchstabeu A—Kh Dienstag, den 3. Juli (für solche mit den Anfangsbuchstaben L—Z), jedeslnal von 3—4 Uhr nachmittags, statt; die Einschreibungen für die Frauengewerbeschule, für Weißsnähen und Kleidermachen Dienstag den 3. und Mittwochs, den 4. Juli, von 10—1 Uhr vormittags. Der Unterricht wird in allen Abteilungen unentgeltlich erteilt. Ausnahmsbewerberinnen — mittellose israelitische Mädchen, die das 14. Lebensjahr zurückgelegt haben —, können sich in Begleitung ihrer Eltern oder Obsorger in der Schulkanzlei, 9. Bezirk, Seegasse 16 Ä, melden. Beizubringen sind Geburts-, Wiederimpf- und Schulentlassungszeugnis. Wien. Der Verein ^Kinderstützte", 16. Bezirk, Hubcrgasse 8, welcher alljährliche eine große Anzahl von Kindern irr feine Ferienkolonien entsendet,-ist im Begriffe, eine bereits zusamtnengestellte Kolonie von Kindern, deren Väter eingerückt sind, irr das chm von einem Wohltäter zur Verfügung gestellte Heim zu entsenden. Der Verein kämpft infolge der fürchterlichen Lebenswittelteuerung mit schweren Sorgen und bittet edle .Wohltäter, die ihr Herz für die Kinder unserer Soldaten bewahrt haben, die Bestrebungen der Vereinsleitung gütig st zu unterstützen. Geld und Spenden aller Art .übernimmt das Sekretariat des Vereines, Wien, 16. Bezirk, Hubergaffe 8. Austritte aus dem Judentum vom 17. bis 23. Juni 1917; „ Bandler Mar, Nvrdwestbahnbeamter, geb. 31. Januar 1875, Wien, 6. Bez., Mariahilferstratze 17. Eisenberger Louise, geb. Schnabel, Fabrikantenswitwe, geb. 23. November 1874, Wien, 7. Bez., Mariahilferstratze 126. Eisner Antome, geb. Hinkicka, geb. 3. Juni 1673, Wien, 9. Bez., Nutzdorferstratze 50.—. Fiala Marie, Handelsangestellte, geb. 6. Februar 1668, Bönson (Böhmen), 16. Bez., Neulerchenfelderstratze 84. Furch Lochar, k. u. k. Leutnant in der Res., geb. 3. Februar 1897, 8. Bez., Schmidtgasse 14. Krafft Ludwig, Jurist, geb. 4. dkovember 1889, Wien 3. Bezirk, Obere Weingärberstratze 11. Körner Margarete von, geb. Hecht, geb. 16. Mai 1878, Königshütte (Oberschlesien), 3. Bez.» Oberzellergasse 10. Mauchner Dr. Ernst Ritter von, Arzt, geb. 8. Januar 1889, Wien, 4. Bez., Mayerhofgasse 4, Ratz Irene, Kontoristin, geb. 6. August 1393, Oedenburg,. 1. Bez., Postgasse 1, Rosenfeld Lazar Dr. Nied., geb. 13. Februar 1845, Panitz, 12. Bez., Schönbrunnerstratze 170. Schuchof Anna, geb. Mayer, geb. 12. Januar 1863, Wien, 17. Bez., Kalvarienberggasse 12. Als Opfer der letzten italienischen Offensive erlag Sanitätsfähnrich Ernst Galander aus Nagykikirda (Ungarn) am 13. d. M. einem' Kopfschuß. Das Begräbnis fand am 14. d. M. auf dem! Militärfriedhof in O. statt. Die Grabrede hielt Feldrabbiner Dr. Michael. H a lstam. Die amvesenden OMziere bekundeten große Teil-, nähme. Büden. Herr Dr. Siegmund K r a u s z ist nach 34 nwnatige'r Felddienstleistung zurAckgekehrt und hat seine Praxis wieder in Baden beftWien, K'arlplatz 19, ausgenommen. , Fremde Sprüchett in fudrscher Schrift^ Von Matthias Mieses. Das -älteste uns bekannte jüdisch-deutsche Druckwerk wurde durch- Elias Levita in Venedig im Jahre 1509 veröffentlicht. (Die Erzählung voir Bevy of Hamptoun.)^2) Einige Jahre später, im Jahre 1514, sah sich bereits ein deutscher christlicher s Gelehrter, Johannes Boeschenstein, genötigt, die Unrschreibweise deutscher Worte in jüdischer Schrift zu erklären.^) Jüdisch-deutsche Literaturwerke von der Zei", die beut 14. Jahrhundert vorausging, sind auf uns nicht gekonttmn. dürsten aber vorhanden gewesen sein.' Die hebräische Bearbeitung der Tafelrunde/ die aus dem Jahre 1271 herrühren fioXT,95) läßt vermuten, daß die Juden bereits im 13. Jahrhundert in enger Fühlung' zur Literaturproduktion Deutschlands standen. Deutsche .Nixen" kommen in einer hebräischen Quelle bereits im 12. Jahrhundert vor?o) was auf ein frühes Bekanntsein der Juden mit der deutschen Märchenwelt hiuweist. Die ältesten deutschen Glossen in hebräischen Schriftwerken sind bereits bei Nascht, einem nordfranzösischen Autor des 11... Jahrhunderts, zu finden. Die jüdisch-mundartliche Literatur Deutschlands erlitt aus dem germmnifch-echnographischen Gebiete in den letzten. Dezennien des 18. Jahrhunderts einen schineren Stoß durch die. Aufklärung, siechte jedoch dort noch tief ins 19. Jahrhundert hinein. Eine jüdischi-deut sch-m u n d a r tliche Satire erschien noch im Jahre 1856 in Fürth in zweiter Ausgabe?^) Jüdischf-deutsche Bühnenstücke wurden für Westösterreich,ische Inden in'Wien in den Bierzigcrjahren anfgeführt?b) In Galizien. Rußland, Rumänien, Nordamerika befindet sich noch .in der Gegenw.art die jüdisch-deutsche Literatur in einer eigenen Mundart, die bereits zu einer sprachlichen Selbständigkeit ansgereist ist, in vollster Entfaltung. Pie Schrift dieser sogen, jiddischen Literatur ist die hebräische. Die hochdeutsche Literatur in jüdischer Schrift ist erst ein Kind der Sechzigerjahre des achtzehnten Jahrhunderts. Sie entstand als der' protestantisch-deutsche Literaturdialekt von den Juden rezipiert wurde und ihre konfessionelle Konsistenz noch so weit unbeschädigt war, daß der Sprachwechsel für ihr Alphabet keine Wandlnnp Hervorrufen konnte. Die ersten hochdeutschen, von Juden verfaßten. Blich er (1760 Jehuda Minden: Uebersetzung der Choboth Halbaboch von Bachja. 1762. eine anonyme Historie, die im Kreise der Genoveva-Sage hineinzugehören scheint) wurden mit hebräischen-Typen gedruckt,^) ebenso die ersten von Juden redigierten Zeitungen in hochdeutscher Sprache/ die Dyrrhensirrter privilegierte Zeitung (1771), die Prager Monatsschrift (1802)stoo) Mösts Mendelssohn, die Leuchte der Aufklärung, veröffentlichte seine in elegantem, musterhaftem Hochdeutsch verfaßte Uebersetzung des 93) Steinschneider: Archiv für das Bibliothekwesen, II, 18. Monatsschrift für Wissenschaft des Judentums, XLll 74. 99 Johannes Boeschenstein: Elemintale lnlrodiictorium , in hebraeas ltleras hebraice e teutonic! legendas (Exemplare davon nur noch in Heideberg un i Oxford). 9V Neubauer: Revue des dtudes juives V 142 J. 1882 cef Steinschneider: Serapeum 186v p 146. Thosphoth zu Joma, 54 d. Bergt. M. Grünbäum: Gesammelte Aussätze zur Sprach- und Sagenkunde. 205. Berlin 1901. "" -") Josef Herz: Posse. Fürth 1856. ") Wolf: Geschichte der israel. Kultusgemeinde in Wien, 178. Wien 1861. ") Steinschneider: In Serapeum, I. 1664, v. 55. i°°) Jewish Encyclop.: IX, 602.

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