Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 13 (30.3.1917)
- Date
- 1917-03-30
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr, 13 Dr. MM'S WMrnfchrist" ' Sette iss Presse“, Herrn Moriz Ren e di k t, für die aüßer- . ordentliche Publizität, die er den wichtigen Bestrebungen unseres Vereines gegeben hat sowie allen Zeitungen für die wohlwollende Berichterstattung. Wir danken den verehrlichen Humanitätsvereinen, Kultusgemeinden und Korporationen, die uns1 mit Rat und Tat unterstützt haben, sowie den Komitees und den Persönlichkeiten, die für unseren Verein Sammlungen veranstaltet und erfolgreich durchgeführt haben. Wir danken der k.k. priv. allg. ös!t. Bodenkreditanstalt für die kostenlose Durchführung unserer Finanztransaktionen sowie allen Firmen, die unsere Bekleidungisäktion durch' bevorzugte Lieferungen und Bewilligung von Ausnahmspreisen gefördert haben. Wir danken endlich der großen Zahl der Wohltäter, die unserem Vereine hochherzige Spenden und Beiträge zugeführt haben und dadurch dauernd in der Liste unseres Vereines als Stifter, bezwJ. Gründer geführt werden, sowie allen unseren Mitgliedern, die uns durch regelmäßige Beiträge in den Stand Setzten, unser Werk zu beginnen. Sie alle haben sich ein bleibendes Denkmal errichtet und ihre Namen verknüpft mit dem edelsten Werke wahrer Nächstenliebe, das die Geschlechter überdauern wird. Unsere Berichtsperiode umfaßt erst acht Monate, und zwar die ersten acht, Monate unserer und der Sektionen Tätigkeit.! Wohl ist viel Unheil abgewendet worden, vieles Leid wurde gestillt, viele Tränen getrocknet, viele Kinder wurden gerettet. Aber wir stehen erst am' Anfänge unserer Aufgabe; der Rahmen ist geschaffen worden, jetzt gilt es ihn auszufüllen. Tausende Kinder sind noch in Heimen unterzubringen, die untergebrachten Kinder müssen genährt, gekleidet und erzogen werden1. Die Fürsorgetätigkeit, die sich naturgemäß! auf mindestens1 10 Jahre erstrecken muß, erfordert ganz ungeheure Geldmittel. Die bisherigen, oft ‘recht namhaften Spenden und die uns zur Verfügung stehenden Einnahmen7 aus den Jahresbeiträgen unserer Mitglieder reichen bei weitem nicht aus1, auch nur einen Teil unserer Aufgabe zu lösen. Wir appellieren daher neuerlich an alle Wohltäter und Menschenfreunde, uns die Vollendung des begonnenen Werkes durch Zuwendung -von Beiträgen und Spenden und durch Sammlungen zu ermöglichen, und wir hoffen, daß uns'ere Bitte auch diesmal nicht ungehört ver- . hallen wird, auf daß die dem Elend entrissenen Kinder heranwachsen und gedeihen und erzogen werden zu güten Juden und treuen Bürgern unseres Vaterlandes und zu nützlichen Mitgliedern der menschlichen Gesellschaft. » * '• Nach Erstattung des Kassenberichtes durch den Kas'senverwalter Herrn Ernst Simon sowie des Revisionsberichtes durch Herrn Isidor Wachtel teilt der Präsident Herr Dr. Edmund Ko hn mit, daß unter anderen der isr. Humanitätsverein „Bohemiä“ B’nai B’rith, Prag, sowie Herr Max Ritter v. Gut mann ihr Fernbleiben entschuldigen und verliest folgende Telegramme: „Für die freundliche Einladung bestens dankend, bedaure, an der heutigen Generalversammlung nicht teilnehmen zu können. Habe Dr. Rarnas’ ersucht, unser Zentralkomitee zu vertreten. Uebersende herzlichste Wünsche, die Versammlung möge die bisherige, so ersprießliche und von allen anerkannte opferwillige Tätigkeit des geehrten Vereines befestigen. Hofrat S a r e, Zentralkomitee (Sektion Krakau).“ — „Der illustren Jahresversammlung ihre Huldigung darbringend und volles Gedeihen ihren Beschlüssen wünschend, empfehlen sich in Dankbarkeit als Vereins7 e'chützlinge die RzeSzower KriegsWaisen." Außerdem ist folgendes Schreiben eingegangen: „Die k. k. Landesregierung für die Bukowina dankt für die ihr mit dem dortseitigen Schreiben vom 10. d. M. zugekommene Einladung zur Generalversammlung des Vereines, ist jedoch mit Rücksicht auf den verminderten Personalstand leider nicht in der Lage, zur in Aussicht stehenden Generalversammlung der Vereins'mitglieder einen hierseitigen Delegierten zu entsenden. Nach wie vor wird die k. k. Landesregierung! allen edelgesinnten Bestrebungen des Vereines ihre besondere Aufmerksamkeit zuwenden. Die Landesregierung wäre für eine seinerzeitige Zusendung des Berichtes über die Generalversammlung sehr verbunden.“ ' Namens des Zentralkomitees für jüdische Waisenfürsorge spricht der Präsident der Sektion Lemberg, Herr Dr. Emil PärnaS, dem Verein den Dank für seine Tätigkeit in Galizien aus und erklärt, daß ohne die werktätige Hilfe des Vereines eine ersprießliche Tätigkeit des Zentralkomitees überhaupt nicht möglich gewesen Wäre. Als Hauptbeteiligter schildert Redner die furchtbare Notlage der jüdischen Waisen in den meisten Städten Ostgaliziens, die durch Verheerungen, Epidemien sowie durch Verschleppungen tausender Familienväter verursacht wurde. Angesichts der großen Zahl der jüdischen Kriegswaisen, deren Väter im Kriege gefallen sind, hat es sich auch' gezeigt, daß die den galiziSchen Juden nachgesagte Entziehung vom Militärdienste unwahr ist. In Ostgalizien allein befinden sich derzeit mehr als 4000 Kriegswaisen. Herr Dr. Parnas dankt den hohen k. k, Ministerien für Galizien und der Finanzen sowie Herrn Hofrat Brückner für das lebhafte Interesse für die Kriegswaisenaktion und begrüßt nochmals die außerordentlich segensreiche Tätigkeit des Vereines, der durch prompte Beistellung der benötigten Geldmittel und Bekleidungsstücke sowie durch unermüdliche Arbeit ungeheures Elend gelindert hat. Der Leiter des. Kriegshilfsbüros des hohen k. k. Ministeriums des Innern, Se. Durchlaucht Herr Doktor Eduard Prinz v'on und zu Liechtenstein, führte aus, er habe sich verpflichtet gefühlt, in der General- . Versammlung des Vereines zu erscheinen, um liier seinen lebhaften Dank für die so erfolgreich eilige-, leitete Aktion auszusprechen. Der Gedanke, das Hinterland zur Unterstützung der unglücklichen Kinder der fvom Kriege heimgesuchten Länder zu mobilisieren, sei von diesem1 Vereine, allerdings zunächst auf konfessioneller Basis, ausgegangen. Das Kriegshilfsbüro, welches pflichtgemäß sich mit der Bewilligung dieser Sammlung zu befassen gehabt habe, habe geglaubt, im Interesse der Einigkeit zwischen den Konfessionen und. Nationen die gleichzeitige Einleitung einer Sammelaktion des gesamten Hinterlandes zugunsten aller notleidenden Kinder Galiziens und der Bukowina anregen zu sollen, um' derart den Unglücklichen in diesen Ländern, ohne Rücksicht auf Konfession und Nation, einen Beweis der Symnathie aller übrigen Länder zu geben. Dadurch habe diese Aktion einen großösterreiohischen Charakter erhalten, wie er kaum einer anderen Kriegsfürsorgeaktion innewohne. Dieser österreichische Gedanke sei noch besonders dadurch zum Ausdruck gekommen, daß es dank des Entgegenkommens der an der Sammlung für jüdische Kinder beteiligten führenden Personen gelang, die Aktion derart einzurichten, daß es jedermann möglich war, zugunsten der Angehörigen seiner Konfession oder ohne Rücksicht auf die Konfession seine Spende zu geben. Die gegenseitige Abrechnung der bei der