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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-03-16 · 11 (16.3.1917) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
11 (16.3.1917)
Date
1917-03-16
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 172 ÄZ Äloch'S Wochenschrift" Nr. 11 Schaffung von Waisenhäusern in Gtryx und' Mos'ciska sowie von Tageshorten in Grodek und Sadora-Wisznia in Vorbereitung. Durch! Vermittlung des Zentralkomitees, Mw. seiDr Vertrauensmänner gelangen auch die staatlichersetts bewilligten, leider bisher sehr bescheiden gehalwnen Unterstützungen an häuslich untergebrachte Kriegswaisen (per Kopf 5 Kronen Monatlich) zur Verteilung. Dank der Fürsorge des Vereines' zur Rettung verlassener jüdischer Kinder Ln Wien konnte auch eine recht ansehnliche Bekleidungsaktion in Angriff genommen werden, und -zwar wurden Mher 1500 Paar Schuhe, 508 Meidchen, 765 KnaheNänzMe,^ 595 Winterkrägen (Mäntel), 100 Sweater, ' 960 Leibchen, 800 Paar Strumpfe, '840 Taschentücher uird 1153 sonstige Wäschestücke zur Verteilung. gebracht. Es . wäre interessant, wenn auch seitens der Sektion Krakau Näheres Wer die TätiAell des dorttgen Bureaus berichtet würde, man wird dann ein Gesamtbild von der für das ganze-Land in Angriff genorNmenen Arbeit erhalten. Auch wäre es wünschenswert, wenn in Kürze einige Daten Mer die im Lande selbst aufgebrachten Geldmittel und Mer die Zahl der für den Wiener Verein ängeworbenen unterstützenden Mttglieder veröffentlicht wurden. B. . . k. DrWgerGe Bitte Wr unsere Wischen Krieger an der . SWttrMr Moni. Zum drittenmal werden wir, allem Anscheine nach, das- Pessachfest im Getümmel des Weltkrieges begehen. Der i Augenblick der Weltruhe ist. noch> nicht, gekommen. .Jstes schon für den frommen, gesetzestreuen, zivilen Jehuda unter den Heuer obwaltenden Umstanden Merans schwer und mühsam, das Möttge zu beschaffen, um den rituellen Anforderungen des schönen und gestrengen Festes gerecht zu werden, so besteht diese Schwierigkeit um so mehr für die von^eM'rÄig'iöfem BeMiKMg^'vielfach''ganz äbgeschlossenen Feldgrauen. Und. doch wird die-jüdische Gesamtheit und jAer einzelne gute Jude nichts unterlassen, um auch Heuer der Schwierigkeiten Herr zu werden und-das geliÄte heilige Fest in gewohnter, altererbter Bätersitte zu feiern. Darf daunserer braven, heldennrütigen Vaterlandsverteidiger und der glaubensgenössischen Kriegsgefangenen vergessen werden? Gewiß! nicht. JÄ>er, der einen Sohn, einen Bruder, Freund oder Verwandten im Felde hat, weiß und Muß fühlen, was' im Herzen des Teuren vorgeht, wenn der Zettpunkt des wechevollsten der Feste, das Pessachfest mit den herrlichen Sederabenden herannaht. Wer noch dazu, wie der mitgefertigte Mttitärseelsorger, Gelegenhett hat, mit den Sowaten in religiöse FMlung zu treten und immer Winzer die flehentlichen. Bitten zu vernehmen, ihrer für die. ritueUe WssüHpersorgung eingedenk zu sein, wird begreifen, wieso MÜn sich, wenn 'auch nicht leichten: Herzens, entschließen kann, mtt einem! Weckrufe/ wie den vorliegenden, der auch im Vorjahre an dieser Stelle erschien, an die ohnehin .stark belastete. jüdische Oeffentlichkeit heranzutreten. .. Die besten, und edelsten Mischen Söhne Oesterreichs mid Ungarns. stehen hier gemeinsam mit ihren' Kameraden anderer Konfession in treuer,. todesverachtender Wacht gegen den wälschen Erbfeind.. Sie verdienen/ daß auch-ihren heißen seelischen Wünschen, wenn auch : unter ' D'en^'WweiffM/-DMrn, Rechnung getragen werde. - Bon derk. ü. kj: zuständigen miliÄrischen Oberbe- Mrde wird/ wie Km Borjghreauch heuer. Mer Einschreiten des ' Gefertigten das1 g^vohnte, verständnisttrnige Eutg^enkommen in weitmvglichstem Maße nicht ausbleiben. Schritte zur Beschaffung der Mazzoth sind auch zweckentsprechend eingelchtet worden, weshalb es die Gefertigten unternehmen, schon jetzt die Bitte auszusprechen : . Helfet uns,' Euren Söhnen und Brüdern, Gatten und Anverwandten (ferner den religiösen Kriegsgefangenen) eine große seelische Sorge abzunehmen und Hfftfrömjmes,, für Gott, Kaiser und Vaterland treu- Wagendes Herz zu erfreuen. -? 17 Gegen tausend jüdische Soldaten und 'Kriegsgefangene wurden voWes Jahr Mit MaWth! und -teilweise auch mit Wein versehen. Mehr als 100 Mann von Meran und Umgebung erhielten volle rituelle Verköstigung während der ganzen Festdauer. Leider mußten viele zu spät eingelangte- oder der Berhülttnsse wegen unerfüllbare Wünsche unserer lieben Feldgrauen-unerfüllt bleiben. Wir hoffen, daß dies letztere Heuer nicht der Fall sein wird müssen, wiewohl die Anzahl der rituell zu verköstigenden Soldaten bedeutend größer ist. Die Namen und Zuwendungen aller Spender werden der k. u. k. Militärbehörde bekanntgegeben und in den Zeitungen ausgewiesen. Für die Konimission zur rituellen Verköstigung der M. Armeeangehörigen und Kriegsgefangenen im Bereiche des XX. KorpskomMandos des Heeres-Gr.-Kommandos' FM. Erzherzogs Engen. . Der k. u. k. Feldräbbiner beim Heeres-Gr.-Kommando FM. Erzherzog Eugen, XX. KorpskomMändo. Dr. Adolf A l t M a n n, Rabbiner und Prediger sür SMtirol in Meran. Jakob B e r m a n n, . Pauk B e r g e x, Kassier. Schriftführer. - Sendungen an die k. n. k. israek Militärseelsorge (Feldrabbiner Dr. Ältmann, Meran). Bad Nauheim. Im dritten Kriegsjahre! Die Nachwelt/ wenn sie nicht, was Mn^ pMögMfchM>EÄA grausigere KatastrophenFich gewöhnt^häben -sollte, als wir sie im jetzigen Weltkrieg erleben, spätere Geschlechter werden im Rückblick auf diesen Rekord Menschlicher NervMleistung immer wieder.auf die Frage zurückkommen: Wie haben die Menschen das ansgehalten? Welches Herz gehört dazu, diese Anspannung! aller körperlichen und geistigen Kräfte jahrelang in ununterbrochenem, täglichein, aufreibenstem Ringen mit allen Mächten, die der Menschheit Feind sind, zu ertragen! Welche Leistung des zentralen Muskels, während Tod und Not ringsumher, oft im eigenen Hause, int engsten Kreise, unser Seelenleben aus dem Gleichgewicht gebracht, zu immer neuen Opfern sich! bereit zu halten! . Bei diesen schier übermenschlichen Anforderungen an unser. Herz und der unübersehbaren Zähl von Herznenroseerkrankungen, als Folgeerscheinung des Kriegszustandes, taucht diesmal, doppelt freudig! begrüßt, wie eine rettende „Insel der Seligen" aM Horizont unserer Reisewünsche und Erholungspläne das liebliche Nauheim auf. Gern würden wir es ein „Idyll des Friedens mitten im Sturmesbrausen des Völkerhasses" nennen. Doch ein Blick in das sonst so gedänchst, sein abgetönte Leben des vornehm-schlichten Kurortes belehrt uns, daß auch hier der Krieg! seinen! Tributfordert. Die im Zeichen des Roten Kreuzes stehende werktätige Hilfsbereitschaft hat auch hier ihr Lager ausgeschlägen und die wackeren Streiter für Hof: und Herd, die. an .den Heilquellen Nauheims Genesung und Auffrischung ihrer erschütterten Nerven suchen, f'ie und ihre Pfleger und Pflegerinnen beherrschen noch immer, wie in den beiden Vorjahren, das Stadtbilds Höchstens/ mit denk -Unterschiede/, daß der mit Kriegesausbruch verschwundene - internationale Charakter dieses WeWkurortes immer kräftiger, wenn auch nicht int Zivil,' so doch: iM Militär sich.geltend macht, indem neben den deutschen und öfter-

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