Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 9 (2.3.1917)
- Date
- 1917-03-02
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Seite 183 Nr. s Dr. Bloch's Wochenschrift" ner tu Fogaras. Bei. Kriegsausbruch lueldete er sich freiwillig zur Dienstleistung und wirkte an den der-» schiedenen Fronten als Feldrabbiner. Er wurde ' vor einigerr Tagen ditrch GränatMitter schwer verwunde: und in ein Feldlazarett gebracht, wo er,an den erlittenen Berletzungen starb. Hermann Langberg. Die „Bistritzer Ztg." Nr. 15 meldet: ^lin 6. Februar beging in Borgo der als Landsturmhauptmann hier im Dienste siebende Kommandant und Organisator des Bukowinaer Militär-Veteranenkorps Herr Hermann Langberg , in feierlicher Weise oas Jubiläum der 35 jährigen Angehörigkeit an den Verband und 25 jährigen Leitung desselben. Äus diesem Anlässeveranstaltete das in -Gorgo diensttuende Veteränenkorps unter Führung des Oberleutnants Gerbel dem Jubilar feierliche Ovationen. Hauptmann 'Langberg hat seinen seltenen patriotischen Eifer und seine Anhänglichkeit zum Kaiserhause in hoher Weise bekundet. Fünf Söhne und einen Schwiegersohn hat er ins Feld geschickt, daß sie, in die Fußstapsen des Vaters tretend, ihre Pflicht als gute Patrioten erfüllen. Einzig und allein der Initiative des Jubilars ist die Entstehung des Kaiserin Elisabeth- Denkmals in Czernowih zu verdanken. Erzherzog Leopold Salvator, der bei der Enthüllung zugegen war. sprach dem Schöpfer der Idee besten Dank aus. Dan? des segensreichen Wirkens des Kommandanten L a n g b e r g um die Ausgestaltung der Bukowinaer Veteranenvereine wurde ihm von Seiten sämtlicher Bukowinaer und galizischer Veteranenverbände die Ehrenobmannschaft übertragen und ein Ehrensäbel überreicht. Auch als militärischer Schriftsteller leistet er Ersprießliches, und das von ihm herausgegebene Blatt „Der Bukowiner Kamerad" vertritt rein Verbandsangelegenheiten. In der gegenwärtigen .schweren Zeit verrichtet das Bukowinaer Veteranenkorps, aus tzitzernowitz unter der bewährten Leitung seines Kommandanten glänzende Etappendienste mit Strammheit und Ausdauer.. Erwähnenswert ist auch die Gefangennahme des Kommandanten durch die Russen in Czernowitz, als er den Wachtdienst seiner Mannschaft inspizieren wollte. Diesen Umstand benutzten die russischen und französischen Zeitungen dazu, um die Gefangennahme eines österreichischen. Generäls in alle Welt auszüposaunen. Es ist dem glücklichen Zufall zu verdanken, daß die. Russen beim Abzüge!des Internierten vergaßen. Der Jubilar blickt also auf ein-' echt -militärisches^ tznsrstkü'mmes Leben zurück. " Heldentod. Die „Meraner Zeitung" vom' 24. Februar meldet: Den Heldentod fand am 19. ds. an der italienischen Front Kadettaspirant des . . . . Jnf.-Reg. Felix Buchs bäum, absolvierter Handelsakademiker, der jüngste Sohn des Herrn Wilhelm Buchsbaum, Villabesitzers und Obstexporteurs hier. Hauptnrann Richard Weber, Kommandant seines Bataillons, berichtet über des Gefallenen letzte Stunden: „Heute wollte ich' Ihnen einige Aufnahmen aus unserer gegenwärtigen Stellung übermitteln und . hiebei Mitteilung machen über den Ausgang und Erfolg eines vorbereiteten Angriffes auf die feindliche Linie. Den zur Durchführung dieses Angriffes notwendigen Vorarbeiten hat sich speziell Ihr Sohn Felir mit seiner ganzen ^Person und .in Heller Begeisterung gewidmet. Es ist daher eine besonders harte Pflicht, daß gerade ich derjenige sein muß, der Ihnen von einer Schicksalsfügung Nachricht zu geben hat. die uns alle ganz unvorbereitet traf und aufs schmerzlichste berührt. Felir drang als Erster'seiner Gruppe in die feindliche Stellung, ein, durch sein bravouröses Beispiel alle seine Leute mir sich reißend. Da, ganz erfüllt von dem erhebenden Gefühl des Sieges, inmitten der mutigen Freiwilligenschar, ereilte ihn das Schicksal. Eine Handgranate machte diesem jungen und hoffnungsfreudigen Leben ein Ende. Furchtbar war für uns alle, seine Kameraden, dieser Schlag, und umso schmerzlicher, als es Felir -nicht vergönnt war, die Früchte seines tapferen und im höchsten,Grade erfolgreichen Verhaltens zu genießen. Ich spreche im Sinne aller, wenn ich Sie versichere, daß Ihr nun in Gott ruhender Sohn sich in besonderem Maße der Wertschätzung seiner Vorgesetzten, der -Anhänglichkeit seiner Untergebenen und der vollsten Sympathie aller seiner Kameraden erfreute. Er war ein lieber, ganzer Kerl! Die Umstände, unter welchen er den Heldentod fand, lassen uns nur seinen Verlust doppelt schmerzlich empfinden. Wir werden ihn übermorgen, halb 3 .Uhr nachmittags bestatten. Seinen Nachlaß hoffe ich Mnen in nächster Zeit durch einen Herrn des Bataillons übersenden zu können. Der Brief, den er mir kurz vor dem Angriffe mit dem Wunsche Übergabi Ihnen denselben gegebenenfalls zukommen zu lassen, .folgt anbei. Seien Sie ynd' Ihre Familiemeines und" äfM seiner Kameraden tiefgefühlten Beileids versichert und es möge Ihnen. in Jb>em Sünnerze ein Trost sein, daß Felix als einer u serer Besten, wie viele andere, sein junges Leben dem Vaterlands zum Opfer brachte." _ Am 26. v. M. verschied infolge eines schweren, int Dienste erworbenen Leidens Herr Doktor Moritz Mehrer, Einjährig-Freiwilliger in einem .Artillerieregiment. Jas 5vjäHrige Iuöitäum des Jempekveremes im Mezirke Alsergrund. Der Tempelverein für den 9. Bezirk „Chewra Beth Hatfilah" mit seinem herrlichen, von dem unvergeßlichen Architekten und Künstler Max Fleischer erbauten Tempel, dem schürten und weihevollen Gottesdienst nnd seinen verschiedenen Wohlfahrtsinstitutionen hat im Leben der israelitischen Gemeinde Wiens eine einflußreiche Stellung gewonnen, und es war wohl angebracht, den Erinnerungstag der vor fünfzig Jahren erfolgten Vereinsgründung zu eitlem Gedenksest zu gestalten. Der aus diesem Anlasse vom Vorstände herausgegebenen Festschrift entnehmen wir über die Geschichte des Vereines die nachstehenden Daten: „Als im Herbst 1914 fünfundzwanzig Jahre seit der Einwübunq unseres Tempels u-rim ei, w.. n, mye wir m Hinvl.ck auf die Kriegslage von jeder Feier ab. Wir hofften, den nicht mehr fernliegenden Zeitpunkt des fünfzigjährigen Bestandes unseres Bethausvereines mit größter Festlichkeit und frei von allen Sorgen begehen zu können. Diese Erwartung hat sich leider nicht erfüllt. Aber tnbetoi wir uns zu einer kurzen Uebersicht ü'ec das nun feit »ns rer Gründung ooUeitö te kalbe . alrhundert anschicken, empfinden auch wir in unserem engeren Kreise mit tiefem Dank, wie sehr die Tapferkeit unserer Soldaten das Bestellen aller du gerN've > I it tulwuen s .,»m nna aewaon .stet. Infolge ihrer ökonomischen und örtlichen Lage waren die jüd'sckiei <ii-wo»iler d-s 1 ,e rundes von 'Jlnfava an bei der Befriedigung ihrer religiösen Anforderungen auf sich angewiesen. So allein erklärt sich die Tatsache, daß hier unser Verein, und nicht die Kultusgemeinde, der Schöpfer und, unter wesentlich geänderten und erschwerten Bedingungen, auch der Erhalter der vornehmsten religiösen Einrichtung geworden ist. Erst in einem verhältnismäßig späteren Zeitpunkt, während des Kriegsjahres 1866, hat das immer intensiver werdende Bedürfnis wackere und fromme Männer zu der Gründung unseres Vereines geführt. Ueber das erste Dezennium hinaus genügte das damalige kleine Betlokal den Anforderungen. Erst gegen das Ende der Siebzigerjahre wurde — in engem Zusammenhang mit dem Anwachsen der jüdischen Bevölkerung in unserem Bezirke und mit dem Verlangen nach einem auch moderneren Ansprüchen Rechnung tragenden Gottesdienst — ein frischer Zug bemerkbar. Regelmäßig abgehaltene Dorstandssitzungen, gedruckte Rechenschaftsberichte für die öffentlichen Generalversammlungen, aber auch mancherlei Verbesserungen im Innern, z. B. die Anstellung eines Rabbiners, sind Zeichen dieser neuen Ordnung. Nachdem schließlich zwei Filialgottesdienste an den hohen Feiertagen nicht mehr ausreichten, faßte der Vereinsvorstand rm Jahre 1884 den Beschluß, ein ausreichend großes, würdiges, den modernen Ansprüchen der Schönheit und Sicherheit gleichmäßig entsprechendes -Gotteshaus zu erbauen. Den schweren Weg bis zur Ausführung dieses mutigen Entschlusses hier zu schildern, ist nicht möglich, noch weniger, alle die Männer zu nennen, die in niemals erlahmender Tatkraft und in selbstloser Opferfreudigkeit seine Vollendung herbeigeführt haben. Nach dem im Jahre 1öö9 erfolgten Einzug in unser neues Haus haben die Angelegenheiten unseres Vereines einen befriedigenden Fortgang genommen. Ausgestaltung des Gottesdienstes, regelmäßige Predigten, Jugendgottesdienste für Volks¬ und Bürgerschüler, seit 1904 auch für Mittelschüler, ferner für Lehrlinge, alljährliche Mädchenkonfirmation mit vorangehendem Konsirmationsunterricht, seit 1900 selbständige Führung von Trauungsagenden und manches andere in der inneren Verwaltung und Ordnung unseres Tempels — dies Alles waren wir im Rahmen der uns gewährten Möglichkeit auszugestalten bemüht. Wir haben viele Jahre hindurch in dem von uns gegründeten Moses Montefiore-Verein eine hebräische Bibelschule mit jährlichen Beteiligungen an die Schüler unterhalten uM wir erfreuen uns an dem regen Emporblühen des von edlen Frauen geleiteten, unter unserer Mitwirkung gegründeten Vereines „Frauenhort". Auf eine erfreuliche Erfahrung wollen wir hier ohne Verzagtheit und im unerschütterlichen Vertrauen auf die Zukunft nur kurz verweisen. Die Zahl unserer Mitglieder ist in Anbetracht der jüdischen Seelenzahl unseres Bezirkes leider nur gering. Wir haben wiederholt diejenigen ständigen Besucher unseres Gottes-