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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-09-29 · 39 (29.9.1916) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
39 (29.9.1916)
Date
1916-09-29
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 39 Tr. Bloch'L Wochenschrift Seite 641 Sechs Söhne im Aekde. Wilhelm Zeisel in Brünn, der als Unteroffizier int 25. Jägerbataillon die Okkupation Bosniens und der Herzogewina in: Jahre 1878—1879 mitgemacht hat, hat sechs Söhne für Kaiser und Vaterland gegeben. O t t o, Reservist, wurde im Jahre 1914 bei Krasnik schwer verwundet, ist Invalide. Rudolf, aktiv gedient, wurde im Jahre 1914 am 24. Oktober am San schwer verwundet; er wurde mit der silbernen Tapferkeitsmedaille 2. Kl. ausgezeichnet und wird seit obiger Zeit vermißt. Artur, Landsturmmann, wurde im Jahre 1915 in den Karpathen verwundet und rückt am 10. Oktober 1916 wieder ein. B r u n o, Landsturmmann, Ist in den Tiroler Bergen. Leo, Landsturmmann, dient beim Fest.-Art.-Regiment Kaiser Nr. 1. Egon, Landsturmmann, ist am 1. August 1916 zum Infanterieregiment Nr. 8 eingerückt. Aach dem Jode ausgezeichnet. Der Kaiser hat dem vor dem Feinde gefallenen Oberarzt d. Cv. Dr. Otto Adler, Ldstbat., in Anerkennung tapferen Verhaltens das Militärverdienftkreuz 3. Klasse mit der Kriegsdekoration verliehen. Ketdenlod des Kadetten ^5eo Mergk. Dr. Samuel Rappaport, Gutsbesitzer in Kalinka bei Zloezow, der gegenwärtig honoris causa auch "oie Rabbinatsagenden in Zloezow versieht, berichtet in Form eines Brieses nachstehendes! über den Tod eines herrlich veranlagten, ebenso patriotisch als warm jüdisch empfindenden Jünglings. Er schreibt u. a.: Am 13. August erfuhr ich, daß man einen infolge Lungenschusses schwer verwundeten jüdischen Kadetten nach meiner Besitzung Kalinka, wo sich jetzt ein. Feldspital befindet, gebracht habe. Sofort begab ich mich hin und fand einen blutjungen, sehr hübschen Mann hoffnungslos darniederliegen, er befand sich hei vollem Bewußtsein. Als ich ihm sagte, daß er sich im Hause eines Bruders in Israel befinde, der auch Rabbiner sei, schien er überglücklich und erzählte mir in ausführlicher Weise über seine Lebensverhältnisse. Er bat mich, seiner alten Mutter zu schreiben, allen Ängehörigen Grüße zu übermitteln und verlangte dann, ich möge mit ihm beten. Am nächsten Tage weilte ich wieder bei ihm, der Zustand schien vorübergehend gebessert. Am dritten Tage ließ er mich frühmorgens rufen, ich sah zu meinem Schmerze, daß der Kranke seinem 'Ende entgegensehe. Er ergriff meine Hände und ließ sie nicht mehr los', bat mich nochmals, an die Mutter zu schreiben, dankte mir für die Teilnahme, begann dann von selbst laut das „Schemahgebet" zu sagen und schlief in meinen Armen für immer ein. Auf mein dringendes Verlangen gestattete das Vorgesetzte Kommando, daß Mir die irdische Hülle behufs Bestattung auf dem jüdischen Friedhofe in Zloezow heransgegeben werde. Ich geleitete die Leiche in der Nacht bei -strömendem Regen in die Stadt, sorgte für Totenwache, rituelle Waschung und Bekleidung und um die Mittagsstunde haben wir den jungen Helden nach altjüdischer Zeremonie zur ewigen Ruhe gebettet, worauf ich das Kaddischgebet verrichtete. Die Kultusgemeinde hat ein Ehrengrab unentgeltlich bewilligt, auf dem Grabe befindet sich eine provisorische Holztafel, die Namen und Todes-- tag in deutscher und hebräischer Sprache enthält, außerdem ein Mögen Dovid-Schild. Ueber den jungen Helden erhielt ich von seinem Kommandanten nachstehende Auskunft: Er stand im Alter von 21 Jahren, war ein vielversprechender ungarischer Dichter, dem die führende literarische Kritik eirje schöne Zukunft voraussagte. Ueberaus vornehm und edel, war er von seinen Vorgesetzten geschätzt und von der Mannschaft buchstäblich vergö teet. Eine überaus mutige und tapsere Natur, galt er als der tapferste in seinem Kreise, meldete sich freiwillig zu allen gefährlichen Unter nehmnngen, wobei sein Wahlspruch war, daß der Jude an Wagemut alle zu überragen bestrebt sein möge, da er dies seiner jüdischen Ehre schuldig sei. Am 5. Juni d. I. wurde er für tapfere Führung seines Zuges bei Werbijovka zum Kadetten ernannt und erhielt die silberne . Tapferkeitsmedaille. Am 12. August meldete er sich bei Manajow freiwillig zu einem sehr gefährlichen Patrouillengange, wobei er von der totbringenden Kugel ereilt wurde, nachdem er seine Aufgabe glänzend erfüllt hatte. Er wurde zu einer zweiten Auszeichnung vorgeschlagen. Ehre dem Andenken dieses tapferen Soldaten und treuen Juden. . . . Kpfer des Krieges. Die jüd.-akad. Verbindung „Makabep' in Lemberg, die erst kürzlich zwei ihrer besten Mitglieder durch den Tod auf dem Schlachtfelde verloren, beklagt nun neuerdings den Hingang eines selten ideal veranlagten Bundesbruders, des Einjährig-Freiwilligen Ossiziersaspiranten JUDr. Isidor Meller, der in den letzten Kämpfen im Osten bei einem kühnen Patrouillengang von einer feindlichen Kugel ereilt wurde. Nachdem er kurz vorher mit der bronzenen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet worden, war er neuerdings zu einer Dekoration vorgeschlagen. Der frühzeitige Tod Dr. Meilers bedeutet einen schweren Verlust nicht bloß für die Verbindung, der er angehört, sondern auch für die zionistische Organisation in Galizien, so besonders für den Jüdischen Nationalfonds, in dessen Dienst er sich mit seltenem Eifer betätigt hat. Ehre seinem Angedenken! Auszeichnungen jüdischer Krieger mit dem Eisernen Kreuze. Bisher wurden 7506 mitgeteilt, in der vorliegenden Nummer 124, zusammer» 7630. Das Eiserne Kreuz 1. Klasse. Aplerbeck (Kreis Hörde). Hermann Jonas, Beobachtungsossizier bei der Feld-Luftschisferabteilung 18. Berlin. Kammergerichtsreserendar Leutnant Nudols Cohn (R. d. E. K. 2. KI.). Charlotterbucg. Bataillonsarzt Dr. Edmund H a d r a, Frauenarzt (R. d. E .K. 2. KI.). Nürnberg. Chemiker Dr. phil Otto R o s e n 1 h a l, Leutnant der Res. im bayerischen Ersatz-Feldart.-Rgt. Das Eiserne Kren; 2 Klasse Ardhause». Eesreiter Joses K I e i n h ä u s e r, Inhaber des Bayer. Militär-Verdienstkreuzes 3. Klasse. Alsenz. Joses Rothenberg, Dizewachtmeifter bei einen« Twisionsstab. Airnaberg (Erzgebirge). Kanonier Paul R e u m a r k, im Feldart.-Rgt. Nr. 246. Bebra. Stabsarzt Dr. Oppenheim. Berlin. Einj.-Gefr. Kurt Aaro n. Unteroffizier d. L. Otto B e n d i x. Offiziers-Stellvertreter Wilhelm Borchardt. San.- Unterofsizier Leopold Hirsch. Einj.-Kriegssreiw.-Eefr. Paul I a - cobsohn. Eesreiter Salli Jacobsohn. Landsturmmann Paul I a n y. KriegssrelW^Unterossizier stud. jur. Hans Königsberger. Bataillonsarzt Dr. Adolf Levy (K.-J.-B.). Unteroffizier Kurt Levy. Kriegsfreiw.-Unterofsizier Aler Levy. Stabsarzt d. Res. Eugen Liliernthal. Vizewachtmeister d. Res. Res. Fritz P i ck. Feldzahnarzt Rudolf S e e g a l. Unterossiz'.er Fritz Cassirer. Leutnant Assessor Dr. Hans Friedmann, Branereidirektor (Habel'sche Brauerei). Vizewachtmeister Felir Levy. Feldrabbiner Dr. Jacob Sänger, bei der Eiappeninspektion 1 1. Dr. Leopold S ch a y e r, Abteilungsarzt. Berlin-Erunewald. Kriegsfreiw.-Kanonier Oberprimaner Ernst S i in o n. Funker-Unteroffizier cand. pbil. Walter Simon. Berlin-Hallenser. Kriegssreiw.-Unterossizier Chemiker Dr. Hans A l t e r 1H u m. Assistenzarzt Dr. Karl Beer. Berlin-Steg ktz. Res. Mar Weil.

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