Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 37 (14.9.1916)
- Date
- 1916-09-14
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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N 37 Dr.- Bloch'S Wochenschrift Seite 609 Sflnitätsfähnrich Josef Ringel, J.-R., im Juli 1915 mit der goldenen Tapserkeitsmedaille ausgezeichnet, erhielt für wiederholtes Ueberbringen wuchtiger Befehle im schwerstenfeindlichen Feuer, Rekognoszierung feindlicher Stellungen und Vorführung eigener Truppen zum Angriffe die silberne TapferkehtsMedaille 1. Klasse. Herr Adolf Neufeld, k. k.^Ldst.-Rechnungsunteroffizier 1. Klasse, seit Kriegsbeginn eingerückt, wurde für besondere Dienstleistung vom Roten Kreuze taxfrei mit der silbernen Ehrenmedaille mit der Kriegsdekoration ausgezeichnet. Goldene Hapferkeilsmedaisse. Armin Heller, Zugsführer im Infanterieregiment Nr. 93, hat sich als diensthabender Unteroffizier einer Kompagnie bei einem nächtlichen Angriff auf ein Dorf ausgezeichnet. Wie nämlich „Egyenlöseg" meldet, ging er inmitten des feindlichen Feuers die Kompagniefront in ihrer ganzen Länge mehreremate ab, begeisterte seine Mannschaft durch Wort und Tat in solchem Maße, daß sie bis (an die Stellungen .des Feindes vorstürmlen. Später trug er einen seiner verwundeten Leute im feindlichen Feuer nach hinten bis zum Hilfsplatz. Er hatte schon bei einem früheren Anlaß die silberne Tapferkeitsmedaille erster Klasse und das Eiserne Kveuz zweiter Klasse erhalten, jetzt wurde er für sein heldenmütiges, aufopferndes Verhalten vor dem Feinde mit der goldenen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Mehrfach ausgezeichnet. Arthur Singer, ein Sohndes verstorbenen Rimaszombater Oberrabbiners S. Leo Singer, im bürgerlichen Leben Universitätshörer, versieht seit November 1914 an der Bukowinaer Front seinen Militärdienst. Der 22 jährige tapfere Soldat wurde am Kaisers Geburtstag Leutnant. In Anerkennung seiner Dienste und seines heldenmütigen Verhaltens wurde er bereits dreimal, ausgezeichnet. Er erhielt die bronzene Tapferkeitsmedaille, die silberne Tapferkeitsmedaille 2. Klasse und jetzt wurde ihnt abermals die silberne Tapserkeitsmedaille 2. Klasse verliehen. ,1-., ) Emmerich Barta, welcher am 1. August zum Ldst.- Leutnant ernannt wurde, hat außer der bronzenen zweimal die silberne Tapserkeitsmedaille 2. Klasse erhalten, welche ihm der Thronfolger am 24. August eigenhändig an die Brust geheftet hat. Er ist der Sohn des Bereg-j szaszer Kaufmannes Philipp Beermann. („Egyenlöseg".) Die silberne Tapferkeitsmedaille 2. Klasse erhielten zum zweitenmale Fähnrich d. R. Karl Katz, J.-R., und Kadett d. R. Alexander Lövinger, J.-R.; ferner Leutnant d. R. Leopold Safier, Ldwreg. Aer Erfinder der Ielddampswäscherei. Ldst.-Jng.-Leutnant Geza Zoltan hat, laut Meldung des „Egyenlöseg", zu Beginn des Krieges eine Felddampfwäsche mit Bad konstruiert, welche vom k. u. k. Kriegsministerium angenommen wurde, woraufhin auf sämtlichen Kriegsschauplätzen solche Wäschereien eingerichtet wurden. Ingenieur Zoltan hat im Kriegsministerium eine eigene Abteilung für seine Wäschereien erhalten, für welche er die Manipulationsmannschaft und die kommandierenden Jngenieuroffiziere ausbildet. Zoltan bereist ständig sämtliche Kriegsschauplätze, inspiziert die Betriebe der Dampfwäschereien, denen es zu danken ist, daß an den Fronten keine Epidemien wütete und die Truppen der Schützengräben — infolge der Waschung, Desinftzierung, Ausbesserung ihrer Leibwäsche und der warmen Bäder für ihren Körper — gesund bleiben und erfrischt, mit erneuter Kraft sich auf den Feind werfen können. Geza Zoltan wurde für sein erfolgreiches Wirken durch seine sinnig konstruierte Feldwäscherei von Sr. Majestät mit dem goldenen Berdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Seine Auszeichnung mit dem Ritterkreuz des Franz Josef- Ordens und die Beförderung zum Oberleutnant steht ihm gleichfalls bevor. Leutnant Ar. Mar Kuranda. Am 8. d. M. hat Dr. Max Kuranda, Leutnant in einer Maschinengewehrabteitung, Sohn des ehemaligen Direktors des Wiener Bankvereines, Herrn Felix Kuranda, den Heldentod erlitten. Der Verblichene, der im jugendlichen Alter von 28 Jahren gefallen ist, war ein Mann von ungewöhnlichen Fähigkeiten und intensiver Bildung und hatte vor dem Kriege eine sehr geschätzte Tätigkeit bei einer ersten Berliner Bank entfaltet. Der ältere Bruder des Gefallenen, Herr Ignaz K it - rand a, steht ebenfalls im Felde. Den Eltern des Verstorbenen wendet sich die allgemeine Teilnahme weiter Kreise zu. Are jüdische akademische Verbindung „Anitas" im Ietde. Heldentod ihres getv. Präses, Leutnants Walter Hirsch. In den ersten Tagen des Krieges gegen Rumänien, am 1. September d. I., ist bei Orsova der i. a. B. der jüdischen akademischen Vereinigung „llnitas", Rechtspraktikant beim Kreisgerichte in Olmütz Walter H i r s ch, als Leutnant in einem Feldkanonenregiment im heldenmütigen Kampfe gefallen. Leutnant H i r s ch, dessen beide Brüder gleichfalls im Felde stehen, ein Sohn des Advokaten Dr. Moriz H i r s ch in Müglitz, hat seine Studien an der Wiener Universität absolviert und stand im 26. Lebensjahre. Der tapfere, unerschrockene Offizier war ein mit glänzenden Eigenschaften des Charakters, des Geistes und Gemütes ausgestatteter Mann, der mit leidenschaftlicher Liebe und mannhafter Treue an seinem Volke hing. Seine umfassende Bildung, sein temperamentvolles, mit Klugheit und Güte gepaartes Wesen stellte er ganz in den Dienst der jüdischmationalen Sache, der er sich als Student in der „Unitas" anschloß. Zum Präses der Verbindung berufen, hatte er wiederholt Gelegenheit, seine hervorragenden Fähigkeiten zu erweisen, indem er die Interessen der jüdischen Studentenschaft vor den akademischen Behörden in schwierigen Situationen mit der ihm eigenen Entschlossenheit wahrnahm und immer dort zu finden war, wo es der Gemeinsinn erforderte. Er erfreute sich deshalb auch großer Wertschätzung und Achtung bei allen, die ihn kannten. Durch den Tod des sowohl als Offizier wie auch als Mensch stets pflichtbewußten und pflichtgetreuen jungen Juden Walter Hirsch hat nicht nur die schwergeprüfte Familie und seine Verbindung, sondern das jüdische Volk einen braven Sohn verloren, dessen Andenken nicht vergehen wird. Aer Soßrr des ßhervra-Arästdenlen. „Egyenlöseg" schreibt: Er war kaum 19 Jahre alt. als auch er zu den Waffen gerufen wurde. Er rückte als Einjährig-Freiwilliger ein und wurde nach seiner Ausbildung zu Hilfsdiensten qualifiziert. Diese Zuteilung gefiel jedoch dem tapferen Jüngling nicht, denn ersah, daß alle seine Freunde und Mitschüler in den Krieg