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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-09-14 · 37 (14.9.1916) · page 2

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
37 (14.9.1916)
Date
1916-09-14
Page
– (sequence 2)
Language
German
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<Seite 606 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 37 Jahre 1573 finden wir einen Inden namens Jesaja ben Josef als Sekretär des Fürsten Alexander Mircea?) Besonders interessant ist es, %n erfahren, daß im Jahre 1591 ein Jude namens Emanuel aus dem Thronen der Moldau, auf die Verordnung des Sultans, säst oder sitzen sollte?) Lu bemerken ist noch, daß nach der geschichtlichen Überlieferung' der Vertreter Englands hu Konitantinopel in dieser Sache für denselben eingetreten ist und gewirkt hat. Am Ende des 1. Jahrhunderts war in Fokschani Rabbiner der jüdischen Gemeinde -der jüdische Gelehrte Rabbi Nathan Nara Hannover, Verfasser des Buches: „Schaave Zion". Aus verschiedenen Quellen ersehen wir, dast in den letzten 3 Jahrhunderteil viele Juden aus der Türkei, Galizien und Rußland nach Rumänien eingewandert sind, und zwar aus Einladung der rumänischen Fürsten. Ganz ausführlich zeigt uns. dies ein Dokument aus dem Jahre 1768, in dem der Fürst Gregor Johann Kalimach seiner Freude darüber Ausdruck gibt, daß, seinem Ruse Folge leistend, viele Juden nach Rumänien gekommen seien. Viele Chroniken erzählen uns von den Beschäftigungen der Juden in Rumänien, aus denen hervorgeht, daß die Juden dortselbst Kausleute, Bankiers und?:■ewerbetreibende waren. Aber auch an Verfolgungen hatten die rumänischen Juden rricht wenig zu leiden. Ein Dokument aus den: Jahre 1579 besagt uns, dast der damals regierende Fürst Peter der Hinkende sogar die Ausweisung der Juden aus der Moldau beschlossen hatte?") Die Ursache zu diesem seinem Vorhaben ist uns nicht bekannt, doch scheint es inehr als sicher, dast die Ausweisung, nicht stattgesunden hat. Die Juden hatten auch bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine Judensteuer zu entrichten, und sie dürften ihre Bethäuser nur aus Holz bauen. Die Erteilung von Erlaubnissen, jüdische Bethäuser zu errichten, oblag überhaupt dem Fürsten. Bei Gericht hatten sie auch, eine andere Gerichtsbarkeit als die Nichtiuden. Doch! war das' Los der Juden im allgemeinen ein ziemlich gutes. Nur. in oer Walachei hatten sie mehr zu ertragen, da die. Walachen ihnen zum größten Teil immer feinde lich gesinnt waren. In den Revolutionen der Jahre 1770 und 1806 suchte das Volk die Juden .zur Taufe zu zwingen, und besonders ergreifend ist die Geschichte einer jüdischen Frau, die man zwingen wollte, mit ihren vier Kinderchen zum Christentum überzugehen. Die Frau sagte nämlich, daß sie bereit sei, dem Wunsche ihrer Zwmger zu willfahren, aber die Kinder will sie eher tot als getauft sehen. Daraufhin wurden in ihrer Gegenwart die vier Kinderchen getötet und sie nachher aufgefordert, zum Christentum überzutreten. Nun lachte die unglückliche Mutter bitter und sagte: „Ach, ihr Dummköpfe! Ich fürchtete, dast Ihr mich, töten und meine Kinder gewaltsam taufen werdet. Jetzt aber — fürchte ich nichts mehr und werde als Jüdin sterben!" Sie ries dann laut das „Sch'ma Israel" und liest sich von den Verfolgern aufs grausamste töten?H Das jüdische Volk hat auf rumänischem Boden eine ruhmreiche Geschichte, mit dem kostbaren Blute heiliger Märtyrer hat es den Boden gesättigt und genährt, daß es mit ihm verwachsen wurde. So lauten die Zeugnisse der Geschichte. b) Hasdeu, idem, S. 80. 9) Hormuzache. <5e|. Schriften, Bd. III, Seite 153. — Dr. E. Schwarzfeld: „Ein Jude. auf dem Throne der Moldau", im „Anuar pentru Jsraeliti", 7. Jahrgang. 10) Magazin für rumänische Geschichte, S. 174. 11) Gedenkbuch des Vereines für jüdische Geschichte in Rumänien „I. Barasch". Eine Ehrentafel de» österreichisch-ungarischen Iudenschaft. >(Bis Cu de August 1916 ungefähr - 13.000 .M'iiMs dekvrationen an Juden verliehen.) Die „Oösterreichische Wochenschrift" verzeichnet seit Kriegsbeginn alle wichtigeren, .auf die Beteiligung der jüdischen Bevölkerung am Weltkriege Bezug habenden Daten. Insbesondere war es unser Bestreben, alle bisher bekannt gewordenen Auszeichnungen jüdischer Offiziere und Soldaten unserer Armee, wie auch die Namen der Gefallenen, zum' ewigen Gedächtnis zu verzeichnen. Die hieraus resultierenden Ziffern sind keineswegs erschöpfend. Weün auch im Laufe der Zeit in ganz vereinzelten Fällen irrtümlicherweise ein Nichtjude in die Liste aufgenommen wurde, so ist die Zahl jener Juden überaus groß, deren Namen weggeblieben sind, teils weil sie übersehen, teils weil die Zugehörigkeit der Namensträger zum Judentum nicht einwandfrei sestgestellt war. In dieser Hinsicht dürsten insbesondere viele Namen von Offizieren und Soldaten der Honvedtruppe fehlen. Mit umso größerer Genugtuung dürfen wir heute unseren Lesern eine Tabelle vorlegen, aus der auf eine annähernde Ziffer der für tapferes Verhalten oder vorzügliche Dienstleistung vor dem Feinde ausgezeichneten jüdischen Offiziere und Soldaten geschlossen werden kann. Ein genaues Bild dürfte uns jedoch erst das nach Ende des Krieges erscheinende Monumentalwerk des Schriftstellers Moriz Frühling, „Die Juden in der'Wehrmacht Oesterreich- Ungarns", liefern. Von der nicht weit hinter 13.000 Dekorationen zurückstehenden Gesamtziffer entfallen etwa zwei Drittel auf ^Personen des Mannschaftsstandes, ein Drittel auf Offiziere und Militärbeamte. Än erster'Stelle sei die Anzahl der an jüdische Manuschaftspersonen verliehenen Tapferleitsmedaillen sunt 6632 beziffert, darunter 86 goldene, 947 große, 2756 kleine silberne, 2846 bronzene lTaPferkeitsmedaillen. Diesen Auszeichnungen reiht sich die Zahl von 358 Militärverdienftkreuzen 3. Klasse mit der Kriegsdekoration, die nur an Offiziere für besonders tapferes' Verhalten verliehen werden, würdig an. Doch dürfte sich, wie oben erwähnt, sowohl die erste als die zweite Ziffer in Wirklichkeit erheblich höher stellen. Sehr stattlich ist die Anzahl der Signum laudis (Allerhöchste belobende Anerkennung). Sie beträgt 2689 und wurde teils für tapferes Verhalten, teils für vorzügliche und aufopferungsvolle Dienstleistung vor dem Feinde zum größten Teile an Frontoffiziere wie auch an Militärärzte und Auditore verliehen. Von sonstigen Auszeichnungen feleu zunächst die an Generale und Stabsoffiziere verliehenen registriert. In diese Rubrik gehören 3 Komturkreuze des Franz Josef-Ordens, 2 Ritterkreuze des Leopold-Ordens und 22 Orden der Eisernen Krone 3. Klaffe. Doch wurden mehrere Orden der Eisernen Krone an vor dem Feinde gefallene jüdische Reserveoffiziere verliehen. 215 Ritterkreuze des Franz Josef-Ordens wurden zumeist an höhere Militärärzte und Militärbeamte verliehen. Auf dieselben Kategorien verteilten sich 710 goldene Verdienstkreuze mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille. 421 goldene Verdienstkreuze wurden an jüngere Militärbeamte, Sanitätskadetten, Fähnriche u. dergl. verliehen. 1315 Feldwebel und Rechnungsunteroffiziere erhielten das' silberne Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille, 260 rangsjüngere Unteroffiziere das silberne Verdienstkreuz, 14 das eiserne Verdienstkreüz mit der Krone. 140 Offizieren und Unteroffizieren wurde die belobende Anerkennung des Arm'eekomtnandos. ausgesprochen. Ferner verzeichnete unser Blatt 2 -Eiserne Kreuze 1. Klasse, 22 Eiserne Kreuze 2. Klasse, 28 deutsche Krieger-

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