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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-09-08 · 36 (8.9.1916) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
36 (8.9.1916)
Date
1916-09-08
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 36 Tr. Bloch's Wochenschrift Seite 593 einem besonderen Befehl belobt. An diesen Kämpfen nahm Isidor Nußbaum als Zugskommandant teil und erlvarb sich die große silberne Tapferkeitsmedaille. Engen Michelstädter, Fähnrich, Sohn des verstorbenen Gyöngyöser Getreidehändlers Adolf Michelst ädt er, wurde, nachdem er an der Front eine Verletzung erhielt, mit der großen silbernen Tapferkeits-« Medaille ausgezeichnet. Dies ist bereits feine zweite Auszeichnung, da er schon seit längerer Zeit Besitzer der tleinen silbernen Tapferkeitsmedaille ist. Ignatz K a r d o s, israelitischer Taubstitmmenlehrer, Freiwilliger, Feuerwerker bei einer schweren Haubitz-Division, wurde für wiederholte hervorragende, tapfere Dienstleistungen vor denr Feinde mit der kleinen und der großen silbernen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. _ („Egyenlöseg".) Ein zweifach ausgezeichneter Matrose. Wie Feldrabbiner Freudige r im „Egyenlöseg" berichtet, hat Armin Farkas sein drittes Jahr bei der k. u. k. Marine gedient, als der Krieg ausbrach. Volt Pota kam er ans die „Zenta" und nach deren glorreichem Ende — er hatte sich durch, Schwinrmen gerettet — geriet er auf den serbischen Kriegsschauplatz. Hier versah er verantwortungsvollen Dienst. Für seine Dienste auf der „Zenta" wurde er mit der ^großen silbernen Tapferkeitsnredaille ausgezeichnet, während er für bei späteren Anlässen bekundetes tapferes Verhalten vor dem Feinde vonl deutsch?n Kaiser ntit dem E fernen Kreuz attsgezeichnel wurde. Bei der k. u. k. Marine haben sich jüdische Matrosen durch ihre Tapferkeit und ihre Kaltblütigkeit wiederholt hervorgetan. Mach dem Höbe ausgezeichnet. Sc. Majestät der Kaiser hat verliehen: das Militärverdienstkrenz 3. Klasse mit der Kriegsdekoration für tapferes Verhalten dem seinen vor dem Feinde erlittenen Verletzungen erlegenen Leutnant irr der Reserve Hermann Weint raub, J.-R. Herr Leo Berget, Neffe mrd geschäftlicher Mitarbeiter des Hoflieferanten W. Berget, ist als Kadett, dekoriert mit der fifberuen Tapferkeitsmedaille, am 28. August gefallen. Liste der in Men vom 15. Juki öis 15. August öeerdigten Offiziere und Mannschaften. Beeerdigt: 17. Juli: Jatzob Raubvogel, Inf. des 89. Juf.-Rgts., Hilfsdieustkomp.; 19. Juli: Ludwig Schwarz, Zugssühreiz Tit.-Feldwebel des Houved-Jnf.-Rgts. Nr. 9; Moses Spielmann, Kanonier des 10. Eebirgsart.-Rgts.; 27. Juli: Mar Steinhardt, Laudsturmmanu der Wiener Militär- Polizei; 25. Juli: Walter Winternitz, Einj.-Freiw. des Feldart.-Rgks. Nr. 8; 30. Juli: Ignatz Hecht, Inf. des Jnf.-Rgts. dir. 70; Mar Rrurralder, Landsturm-Kanonier der Landsturmartillerie, Abteilung 12 2; 1. August: Issa. Langsam, Inf. des 28. L.-Jnf.-Rgts.; 3. August: Dr. Jfak Jonas, Ers.-Res.-Jnf. des 95. Jnf.- Rgts.; 6. August: Hersch Perlnrann, Inf. des Jnf.-Rgts. Rr. 40; Mendel Fallt, Feuerrverker; 8. August: Walter Man», Gefreiter des Jnf.-Rgts. dir. 5, 2. Komp.; 14. August: Leopold Hufserl, Inf. des Jnf.-Rgts. Rr. 3. Die Beisetzung der Leiche des vor denr Feinde gefallenen I. U. C. Felix M e n d l, Oberleutnants im Ulanenregiment Nr. , fand am 28. August in Saaz statt. Zur Leichenfeier hatten sich sämtliche Honoratioren und Korporationen eingefunden. Statthaltereira, S ch m i d t mit der Beamtenschaft, Bürgermeister W o st r 0 mit den Stadträten, alle in <-aaz anwesenden Offiziere sowie die Garnison der in saaz stationierten Regimenter, die Damen vom Roten Kreuz und die Verwundeten der Saazer Reservespitäler gaben dem Gefallenen, der sieh ob seines liebenswürdigen Wesens allgemeiner Beliebt heit erfreute, das Geleite zu dem Ehrengrabe auf dem israelitischen Friedhofe. Heldentod eines jüdischen Müserrlichrers. Desider WeiSz, Lehrer am Knabenwaisenhaus der Pester ifrael. Kultusgemeinde, hat, lvie „Egyenlöseg" be richtet, auf denr russischen Kriegsschauplatz den Heloeu tod gefunden. Er war seit Kriegsausbruch an der Front, kämpfte bei Lublin, damr bei Lemberg, ivurde im Jahre 1914 Kadettaspirant und legte im Frühjahr 1915 tue Offiziersprüfung ab. Im Oktober 1915 machte er am San mit seiner Abteilung 2 Offiziere und 300 Mann des Feindes zu Gefangenen und erhielt die silberne Tapfer keitsmedaille 2. Klasse. Er wurde das Opfer der großes, russischen Offensive vor einigen Wochen. Er fiel östlich Kolomea und wurde auch daselbst begraben. Der Verstor bene, ein Sohn eines jüdischen Lehrers, richtete am Tage seiner Einrückung ein längeres Schreiben all seine Eltern. auS welchem bereits ein Todesahnen spricht. Der Brief enthält u. a. die folgende bezeichnende Stelle: „Ich habe meinen traurigen Brief in der Zuversicht an Euch gerichtet, daß auch Ihr mit der Situation im reinen und imstande seid, mit reifem, überlegendem Verstand über die Geschehnisse zu. urteilen. Deshalb gebrauchte ich die offene, aufrichtige Sprache. Wir sind ja Menschen, unser aller Schicksal liegt in Gottesband. Rach meiner Meinung darf niemand ein e s Patrioten, eines Soldaten unwürdige Gedanken hegen. Auch ich bin von diesem Bewußtsein durchdrungen und sehe deshalb mutig und entschlossen den Ereignissen entgegen. Aus dem Beispiele meiner Vorfahren, s o w o h I m e i n e r u n g a r i - > ch e n, als auch meiner jüdischen Vorfahren, schöpfe ich Entschlossenheit, Todesverachtung. Wie oft haben sie es bewiesen, daß unsere Religion eine Religion der Tapferkeit ist und daß wir auch selbstaufopfernde Märtyrer werden müssen im Dienste eines solch heiligen Zieles, wie es das Vaterland und di e Religion sind. Ich habe gar keinen Grund, mich von einfältiger Furcht beherrschen zu lassen, wenn ich einer Pflicht, selbst um den Preis meines Lebens, entsprechen mutz, wie es die patriotische Pflicht eine ist. Jeden mutz ein gewisser Stolz erfüllen, daß er auch dabei sein kann, wo es gilt, die Ehre des Vaterlandes, des Königs zu verteidigen. Auch ich bin stolz darauf, und seiet auch Ihr stolz daraus, daß Ihr drei Söhne habet, die bereit sind, ihr Leben für ein heiliges Ziel zu opfern. Nicht der Kummer, nicht die Sorge sollen über 'olche Eltern Macht Haben, sondern der erhabene S t o l z, das Selbstgefühl, jenes beruhigende Bewußtsein möge Euch beherrschen, daß es Euer Verdienst, Euer Ruhm ist, drei wahrhafte, tapfere, pflichtbewußte Söhne diesem Vaterlande gegeben zu haben, die ihrer soldatischen Ehre, ihrem Schwure stets bis in den Tod treu bleiben werden. Deshalb richtet sich an Euch, liebe Eltern, die Bitte, banget nicht um das Leben Eurer drei kämpfenden Söhne. Wir werden in guten Händen sein, denn Gott empfehlen wir unsere Seele." Mach dem Sohn der Mater. Eine herzergreifende Todesanzeige veröffentlicht die Familie Zeisler im „Egyenlöseg": „Seinem 22 jährigen, einzigen, ans dem Schrachtselde gefallenen Sohn ist nun der Vater nachgesolgt! Gleichfalls infolge seiner im Felde erhaltenen Verivnndung, starb im Alter von 49 Jahren in Budapest der zärtlichste Gatte, der hingebungsvollste Sohn, Bruder uito Verwandter Adolf Zeisle r, Landsturm Trainsoldat, Schuh Händler in Keeskemet. Das einzige Ziel seiner Arbeit, sein Augapfel war fein einziger Sohn, und als das Vaterland ihn von ihm forderte, gab er ihn hin! Dann trat er an seine Stelle, um weiter zu kämpfen, weiter weiter. . . . Die Welt hat einen ehrenhaften, vslichtbe

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