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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-09-01 · 35 (1.9.1916) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
35 (1.9.1916)
Date
1916-09-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 584 Tr. Bloch's Wochenschrift Nr. 35 Wir bitten, unseren! Vereine als Mitglied beizntreten und ihm durch Spenden die Erreichung seiner Zwecke zu crinöglichen. Wim. lV e r l o b n n g.) Dr. phil. Jakob B r o n n e r hat sich mit Fräulein Edith Epstein, Tochter des Herrn Adolph Epstein in Breslau, verlobt. Arbeit für Ftüchttingssrauen und -Mädchen. Der Galizische Hilfsverein eröffnet dernnächst in Wi n eine Arbeitsstätte für Flüchtlingsfrauen und -Mädchen, die in der Erzeugung von Filet spitze u Unterricht erhalten. Der Unterricht dauert nur einige Wochen, und es ist dafür gesorgt, daß die ausgelernten Arbeiterinnen, soweit das vorhandene Material reicht, fortgesetzt Beschäftigung erhalten, die umso lohnender ist, j' inehr Uebnng die Arbeiterinnen in der Herstellung d'e'er Spitzen erlangen. Anmeldungen für diesen Unterricht werden im Bureau des Hilfsvereines, 9. Bezirk, Berggasse 4, I. Stiege, Tür 14, Ln den Vormittagsstunden entgegengenoinmen. Außerdem hat der Kali zische Hilfsverein die Absicht, solche Arbeitsstätten auch in denjenigen Kultusgemeinden zu errichten, wo sich derzeit eine größere Anzahl Flüchtlinge aus Galizien und der Bukowina aufhält. Es ist bereits von einigen Kultusgemeinden (Kennt sch, Lundenburg, Schaffa, Ung.-Brod) an den Hilfsverein mit der Bitte hcrangetreten worden, den dortigen Flüchtlingen Arbeit und Verdienst zu schaffen, und er hat sich gerne dazu bereit erklärt. Er läßt jetzt eine Anzahl tüchtiger Frauen und Mädchen aus Flüchtlingskreisen in der k. f,. ApstaltZtir Frauen-Hausindustrie in Wien Zu Lehrerinnen in der F i l e t t e ch n i k heranbilden und beabsichtigt, nach Ab - lauf der jüdischen Feiertage in der' Provinz, und zwar zunächst in den genannten Orten, mit dem Unterricht zu beginnen. .( Sollten sich noch andere Kultusgemeinden, in denen sich eine größere Anzahl Flüchtlinge aufhält, um Arbeit für diese bei ihm bewerben, so ist er gerne bereit, auch dorthin Lehrerinnen Zu entsenden. Einschlägige Ansuchen sind an seine Adresse: Wien, 9. Bezirk, Berggasse 4, zu richten und mit einem Verzeichnisse, das die Namen und die Herknnstsorte der arbeitswilligen Frauen und Mädchen enthält, zu versehen. Es wird jedoch ersucht, dies so rasch als möglich Zu tun, damit die Vorbereitungen hier und in den betreffenden Orten noch vor' den Feiertagen beendet lverden können. _ Austritte ans dem Judentum vom 20. bis 26. August 1916. Brandrisky Rosalia, Bedienerin, geb. 22. Mai 1854. Wien. Pfarre Alservorstadt, 1. Bez., Wachtelgasse 1. Cizek Alois Abraham, Kleidermacher, geb. 31. Mai 1877, Eroh-Jeritz (Böhmen), 9. Bez., Borschtegasse 11. Hahn Katharina, Kleidermacherin, geb. 29. März 1891, Wien, II. Bez., Rochmayergasse 4. Hecht Melanie, Malerin, geb. 18. März 1896, Wien, 8. Bez., Laudongaffe 26. Zakubetz Maria Anna, verehel. Jokel, geb. 30. März 1883, Wien, 2. Bez., Valeriestratze 44. Katz Rosa, geb. 13. Februar 1689, Wien, laut Zuschrift des Stadtrates Brünn. Lindner Hugo, k. u. 1 Oberleutnant, geb. 18. September 1874, Orlau, Bez. Freistadt, 2. Bez., Kleine Sperlgasse 1. Mayer Auguste, geb. 22. .August 1892, Czernowitz, 4. Bez., Frantenberggasse 9. > Neusew Grete, geb. 11. Oktober 1894, ' Wien, . 16. Bez., Heigerleinstratze 14. 1 Sachs-Wiesner Friederike, geb. 22. Oktober 1900, Wien, 4. Bez., Rainerplatz 7. Schrenzel Frieda, Schauspielerin, geb. 14. Februar 1388, Wien, 9. Bez., Löblichgasse 10. Schwarz Friedrich, akad. Maler, geb. 1. März 1889, Wien. 8. Bez.„' Lercheufelderstrahe 48. Wiener Gustav, Kaufmann, geb. 11. Januar 1883, Prag, 7. Bez.. Kandlgasse 16. _' Blüten des Renegatentums. Die „Jüdische Zeitung" bringt folgende Mitteilung: Auf Grund einer Annonce der Firma Eduard Belak & So., Geschäftsstelle der k. k. österreichischen Klassenlotterie, Wien, 1. Bez., Börsegasse 14, wonach sie eine Kontoristin sucht, meldete sich bei Herrn Eduard Belak ein Herr, der ihm ein Offert seiner Nichte einhändigte. Als Herr Belak erfuhr, daß es sich um ein jüdis ch e s Mädchen handelt, erwiderte er, daß er prinzipiell Juden nicht aufnehme. Herr Belak wurde dann von Bekannten zur Rede gestellt, wie er, als Jude, die Aufnahme von jüdischen Angestellten verweigern könne, woraus er sich entschuldigte, daß sein Koinipjagnon, der der Sohn eines getaufte n Ist! d e n i st, se i n e I ü d i n i m Bure a u n i ch t d u l d e. . . . * Es ist sehr bezeichnend, daß Herr Belak so sehr der antisemitischen Ueberempfindlichkeit cii'es Täuflings, so wenig aber seinem eigenen jüdischen Gewissen und seiner fast auss chlie ßl ich jüdischen Knn dschaft Rechnung trägt, die keinesfalls dem antisemitischen Grundsätze der Firma Belak L Co. huldigt, was sie auch! hoffentlich entsprechend beweise:! wird. . . Licsmg. Vergangenen Sabbat „Nachainu" fand im Jnbiläunis-Tempcl des Bezirkes Liesing und Umgebung die Konfirmation des Gymnasiasten Walter, Sohn des Wiener Kaufmannes (derzeit Perchtoldsdorf- Gustav Hessel, statt. Anschließend an die Gastrede Professor Naschers, des Lehrers des Konfirmanden,- richtete der bekannte Redner an den Konfirmanden eine Ansprachie und dankte für die namhaften Spenden, welche die Familie Hessel den wohltätigen Institutionen des Tempelvere'ncs gewidmet hattet Wie kantoralen Funktionen versah Kantor I. O e st e r r e i ch e r. Öffentliche Danksagung. fDie in Jamnitz (Mähren) befindlichen Kriegsflüchtlinge aus der Bukowina ersehen es als Herzenspflicht, dem Zweigvereine „Mähr.-Budwitz" des mährischen Landes- und Frauenhi'lfsvereines vom Roten Kreuz, speziell dem k. k. Bezirkshauptmann Herrn Minsk daselbst, wie seiner hochgeschätzten Gemahlin den innigsten Dank auszusprechen. Erschöpft vor Hunger und Durst, langten wir nach langer, betriebsamer Fahrt in Mähr.-Budwitz an, woselbst wir am Bahnhof seitens der Labestation des Roten Kreuzes in mensch>enfreundlichster Weise aufgeaommen und gelabt wurden. Die ganze Nacht hindurch standen uns der hochgeehrte Herr Bezirkshauptmann und seine hochgeschätzte Gemahlin tröstend und aufrichtend zur Seite, und unter dem Schutze dieses hochgeehrten k. k. Funktionärs' fühlen wir uns sicher geborgen. In Jamnitz bei Mähr.-Budwitz, das uns als Wohnort Angewiesen wurde, erweisen sich die Mitglieder der dortigen israelitischen Kultnsgemeinde ebenfalls human. Möge ein gütiges Geschick allen unseren Wohltälern und Gönnern vielfältig die erwiesenen Akte der Menschenfreundlichkeit entgelten! Jamnitz, den 16. August 1916. ' Die Kriegsflüchtlinge aus der Bukowina in Jamnitz (Mähren).

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