Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 19 (12.5.1916)
- Date
- 1916-05-12
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Nr. 19 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 321 liehen. Es ist dies Dr. D e u t s ch's zweite allerhöchste. Auszeichlmng, nachdcnr er bereits Besitzer des Signum laudis mn Bande des Militärverdienstkreuzes wurde. Dr. Hugo Deuts ch, gegenwärtig Regimentschefarzt des k. u. k. Infanterieregiments Nr. 72, steht seit Anbeginn des Krieges als Druppenurzt int Felde. Stets ein aufopferungsvoller und wohlwollender Arzt und Berater der ihm gesundheitlich anvertrauten Mannschaft, machte er sämtliche Phasen dieses großen Feldzuges mit, inkmer und überall, im ersten Augenblicke, in vorderster Linie Hilfe leistend und Trost spendend. In der: aller-i schwersten Tagen, Lublin, Jwangorod, Karpathen, fand er stets das richtige Wort, ein Wort Volt Witz mtb Optimismus, um die Stimmung der Apathie und Düsterkeit in die der fröhlichsten Laune urplötzlich Umschlägen zu machen. Der Humor, der im Felde so sehr notwendige, ist neben seiner ärztlichen Fähigkeit der prägnanteste Borzug feiner Persönlichkeit. Was Wunder, wenn dieser vorzügliche Mensch von Borgesetzten, Kameraden linb Untergebenen hochgeschätzt, verehrt uub geliebt wird und im ganzen Armeekorps als muftergebend gilt und beliebt ist. So hat denn diese allerhöchste Auszeichnung wirklich einen der Würdigsten erreicht und bei aller! seinen Freunden und Bekannten aufrichtige Freude und Genugtuung erweckt. T. gilt Geschenk des Monarchen. Der Insasse Jakob K o l l m a n in Szered, 76 Jahre alt, hat seit Kriegsbeginn sieben Söhne im Felde, von 'denen zwei verwundet waren, jedoch bereits geheilt sind. Derzeit rveilen alle sieben wieder an der Front. Am 2. d. M. erschien der Bezirks-Oberstuhlrichter im Stadthause und überreichte dem alten Vater eine silberne Uhr mit der ungarischen Krone urrd dein Monogrannn Sr. Majestät, sorvie in Barern 500 Kronen als Geschenk des Königs. Mit Tränen in den Augen dankte der Greis für die Gnade Seiner Majestät. m - Aus dem Iekde der K1)re gefassen. Am Donnerstag, den 4. d. M., um IO1 /o Uhr vormittags, wurde der im Vorjahre in den Karpathen gefallene Kadettaspirant Herr Heinz K o ch, Beamter der Kredit-Anstalt, Professurskandidat, Ehren initglied der zion. Vereinigung absolvierter Handels- und Exportakaderniker „Neure Jehuda", in dein Heldengrab der hiesigen israel. Kultusgeineinde aus dem Zentralfriedhofe rnit militärischen Ehren und unter großer Beteiligung zur ewigen Ruhe bestattet. Nach den üblichen rituellen Gebeten, die Herr Oberkantor M a t y a s in feinfühlender Weise vortrug, hielt Feldrabbiner Dr. Frankfurter dem Verblichenen einen ehrenden Nachruf. Von Korporationen waren anwesend: Abordnungen der Kredit-Anstalt, der zion. Vereinigung absolvierter Handels- und sExportakademiker „Neure Jehuda", die jüd.- akad. Studenten-Verbindung „Jvria", der Elternverein „Pestalozzi", die Direktoren einiger Schulen, der Vorstand des Gremiums der Wiener Handelsagenten und der Vorstand der Krankenkafsa dieses Gremiums u. v. a. Emmerich Stern. Emmerich S t e r n hat sich im Alter von 17 Jahren im Dezember 1914 freiwillig zum Militärdienst gemeldet. Er tourde in das Honved-Jnfanterieregiment Nr. 10 cingerciht. Im März 1915 känrpfte er bereits auf dem russischen Kriegsschauplätze. Er nahm an den Durchbruch bei Gorlice teil. Inmitten der drei Monate währenden schweren Kämpfe wurde et verwundet, kam nach Haufe und kaum noch genesen, kehrte er auf den Kriegsschauplatz zurück. Er hatte teil an den heldenmütigen Kämpfen des Regimentes, und als er einmal als Patrouille; init vier seiner Kameraden mit einer größeren Anzahl russischer Gefangener in das Lager zurückkehrte, wurde er mit der silbernen Tapserkeitsmedaille 1. Klasse ausgezeichnet. Stolzersüllt, mit zitternder Hand schrieb er seinen Eltern von seiner Auszeichnung. Aber er konnte sich ihrer, wie „Egpenlöseg" berichtet, nicht lange erfreuen, denn er wurde am linken Fuß so schwer verwundet, daß ihm das Bein im Stanislaner Spital abaenommen wurde. Infolge der Operation starb er am 7. Dezember im neunzehnten Jahre seines Hebens den Heldentod. In einem warmenlpfundenen Briefe lvurde seinen Eltern die traurige Nachricht mitgeteilt. Sein Vater, Sigmund Ster u, versieht seit zwei Monaten als Fünfzigjähriger seinen Militärdienst. Verzeichnis der in den Festungsfpitütern der Stadt Przemyfl verstorbenen und gefallenen jüdischen Offiziere und Soldaten die auf dem Przemyster israel. Friedhöfe bestattet wurden. Hauptmann Sigmund Aschkenaz y, k. u. k. Infanterie- Regiment Nr. 77, 45 Jahre alt, gest. 10. September 1911. Soldat Georg Schön w a l d (verwundet), gest. 14. September 1914. Mohammedaner Omer Hadzik < Schutzverletzung), gest. 16. September 1914. Mohammedaner, Namen unbekannt (Schutzverletzung), gest. 15. Septenrber 1914. Infanterist Chaim Brenner (Schutzverletzung). ged. Bolechow, gest. 18. September 1914. Oberarzt des Garnisonspitals Dr. Oskar Bond h (Typhus), geb. Wien, gest. 26. September 1914. Infanterist Lazar P o l e n e c z a r. k. u. k. Jnfanterie-Regiment Nr. 66, 27 Jahre alt (Schutzwunde), gest. 2. Oktober 1914. Borgs Führer, russischer Kriegsgefangener (Schutzwunde), gest. 12. Oktober 1914. Mokim Koscieski, russischer Kriegsgefangener (Fuß schütz), geb. Podoler Gouv., gest. 12. Oktober 1914. Rubin K a s z y n, russischer Kriegsgefangener, 27 Jahre alt (Schutzverletzung), geb. Sumea (Nutzland), gest. 14. Oktober 1911. Kanonier Emil Me n cze r, k. u. k. Festungsarlillerie-Regiment Nr. 6, 30 Jahre alt (4->chutzoerletzung), geb. Budapest, gest. 14. Oktober 1914. Zugsführer Lajos G r o tz m a n n, k. ung. Jnfanteiie-Regiinent Nr. 10, 34 Jahre alt (Schutzoerletzung), geb. Eger, gest. 17. Oktober 1914. Landsturmmann Samuel Gabler, Infanterie-Regiment Nr. 33, 36 Jahre alt (Typhus), geb. Sambor, gest». 19. Oktober 1914. Infanterist Berl Lachner (gefallen bei einem Ausfall von der Festung), gest. 17. Oktober 1914. Infanterist Leibisch M e i s e l s, k. u. k. Landwehr-Jnfanterie- Regiment Nr. 35, 32 Jahre alt (Typhus), geb. Willkowa-nowy, gest. 23. Oktober 1914. Alfred ' Z e i s e l, 26 Jahre alt, geb. Buskowsk, gest. 25. Oktober 1914. Infanterist Schulim Feder, k. u. k. Infanterie-Regiment Nr. 80, 32 Jahre alt (Ruhr), geb. Powoszany (Bez. Zaborow), gest. 25. Oktober 1914. Jäger Karl Geller, k. u. k. Feldjäger-Bataillon Rr. 3, 25 Jahre alt (Typhus), geb. Bojan (Bez. Ezernowitz), gest. 25. Oktober 1914. Nachmen Fehlmann, russischer Kriegsgefangener (Schutzwunde), gest. 25. Oktober 1914. Infanterist Emil Klein, k. u. k. Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 9, 25 Jahre alt, geb. Lindau (Böhmen), gest. 26. Oktober 1914. Hersch Presser, russischer Kriegsgefangener, gest. 29. Oktober 1914. Eefreiter-Tit.-Korporal David T a m l e r, k. u. k. Infanterie- Regiment Nr. 18, 23 Jahre alt (Typhus), geb. Zaslawno (Bukowina), gest. 26. Oktober 1914. Infanterist Ede K r a u s z, k. u. k. Landsturm-Infanterie- Regiment Nr. 31, 39 Jahre alt (Typhus), geb. Nagy-Jgmand, gest. 1. November 1914. Infanterist Meier Jzak H o r o s z o w s k i, k. u. k. Infanterie- Regiment Nr. 77, 36 Jahre alt (Herzschlag), geb. Wolanka (Boryslaw), gest. 1. November 1914. Baruch B a l 1 m a n n, russ. Kriegsgef. vom russischen Infanterie-Regiment Nr. 309, 35 Jahre alt (Schuhwunde), geb. Willendryky (Wolyn-Rutzland), gest. 2. November 1914. Infanterist Jacob Z i m m e r ni a n n, k. u. k. Landsturm Jnsanterie-Regiment Nr. 19, 35 Jahre all (Typhus), geb. Mngierow (Rawa-Ruska), gest. 2. November 1914.