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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-04-28 · 17 (28.4.1916) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
17 (28.4.1916)
Date
1916-04-28
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 288 Tr. Bloch's Wochenschrift Nr. 17 3 peudc : Für ücopolb Hilsner, Strafanstalt Stein a. D., von Armine Cingcdent, Piruitz b. Jglau, Kr. 5. . Erlös der Broschüre „Tie Schuldtragenden", von Doktor sx E. Kaufmann. Rabbiner in Virovitica, zugunsten der notleidenden Juden in Galizien. Radivoj Hafner. Zagreb, Kr. 20.—; Hugo Schlesinger. Zagreb, 20.Oberleutnant Dr. Berthold Glanz, Virovitica-Wien, 10.—; Ernst Grunwald, Zagreb, 1.—; zusammen Kr. 51. . Dazu der früher ausgewiesene Betrag von Kr. 444. —, im ganzen Kr. 495.—. Den edlen Spendern wird hiermit der herzlichste Dank ausgesprochen. ..Trstrrrrichisch-Jsraelitisch? Union". Tie 30. ordentliche Generalversammlung der „Oesterreich isch-J s raelitisch en Union"' findet Samstag, den 29. April d. I., 1 *8 Uhr abends, im Restaurant Guth, 2. Bezirk, Stefaniestraße 14, statt. In derselben wird, da die vorjährige Generalversammlung infolge der Kriegsereigniise entfiel, der Bericht über eine zweijährige Tätigkeitsperiode erstatte^ werden, der unter den gegenwärtigen Umständen eilt hervorragendes Interesse bietet. Gäste sind herzlich willkommen. Ausruf und Bitte an jUlle Herren Hausbesitzer und Administratoren! Das von uns gemietete Lokal, die „S p e i s e st e l l e für H a n d e l s a n g e st e l l t e lt it b den Mittelstan d", 1. Bezirk, Franz Josefs-Kai 47, wurde uns gekündigt und müssen wir dasselbe mit 10. Mai a. c. verlassen. Wir richten daher an alle Herren Hausbesitzer und Administratoren die ergebene Bitte, uns im Kai-Viertel, Schottenring, Wipplingerstraße usw., leerstehende, größere Lokalitäten namhaft zu machen. Vielleicht findet sich ein edler Wohltäter, der uns ein derartiges Lokal über Kriegsdauer gratis oder zu mäßigein Zinse zur Verfügung stellt. Es wäre sehr zu bedauern, wenn diese eminent notwendige Einrichtung, in der wir täglich 500 bis 600 Personen verköstigen, mangels eines geeigneten Lokales 'ausgegeben werden müßte. Hochachtungsvoll Der Vo rstand des Vereines zur Errichtung von Volks küchen nach israel. Ritus, 2. Bezirk, Krummbaumgasse 8. Sederalrende für die Soldaten in der Israel. Volksküche, 2. Bez.. Krummbaumgasse 8. Wie zeit nunmehr 44 Jahren, so wurde auch heuer der Seder für die Soldaten in der Israelitischen Volksküche an beiden Abenden abgehalten. Allerdings unter ganz anderen Verhältnissen wie in früheren Jahren. Während in Friedenszeiten den jungen Soldaten, welche ihre Garnison in Wien hatten und den Seder nicht bei ihren Eltern und Angehörigen verbringen konnten, Gelegenheit geboten wurde, den Vorschriften ihrer Religion auch fern von der Heimat entsprechen zu können, machte das Bild an den diesmaligen Seder-Abenden einen ganz anderen Eindruck. Unter den jungen Soldaten sah man viele reise Männer, solche die fern von ihrer eigenen Familie, von Frau und Kinder, nun in unserer Küche dem heiligen Seder beiwohnten, und wohl bei allen wird an diesen Abenden der Gedanke an die Lieben in der Ferne geweilt haben. 600 Soldaten erhielten täglich während der ersten drei Pessachfeiertage in der Volksküche reichliche Feiertogsoerköstigung, und findet der Vorstand der Israel. Volksküche vollste Befriedigung für alle Mühe und Opfer, welche mit djxser Aktion verbunden war, in dem Bewußtsein, unseren Soldaten an diesen Tagen Gelegenheit geboten zu haben, das Pcssachfest, unseren Vorschriften entsprechend, würdig zu feiern. In den festlich geschmückten Räumen der Volksküche hielt am ersten Scder-Abcnd Herr k. u. k. Feldprcdiger Dr. Deutsch eine überaus empfindungsvolle Ansprache an die Soldaten, sowohl in deutscher als auch ungarischer Sprache. Er gedachte unseres gütigen, greisen Monarchen und brachte ein dreimaliges Hoch auf denselben aus, in welches die Anwesenden begeistert einstimmten. Die Zeremonie des Seders^ wurde sodann von einem hiefür von den Kameraden bestimmten Soldaten abgehalten, worauf reichlichste Bewirtung erfolgte. Am zweiten Seder-Abend hielt Herr Rabbiner Beresch-Winter eine formvollendete Ansprache an die Soldaten. Unter den vielen Gästen bemerkte man: Frau Dr. Kahn, Präsidentin des. Döblinger Frauen-Vereines, als Delegierte der „Weiblichen Fürsorge"; Frau Sofie Deutsch. Frau .Hedwig K n e p l e r, Frau Wilhelm G o l d s ch m i d. Frau Dr. Benedikt. Herrn Oberoffizial Hugo Weiß, für die israel. Kultusgemeinde, Herrn Offizial Fuchs, Herrn Adolf Moser, Herrn W. Bruckner u. a. m. Vom Vorstände waren anwesend: Die Präsidentin Frau Hermine K a d i s ch, Frau Rosa Moser, Herr Hugo K a d i s ch, Herr Dr. Hildesheimer, Herr Direktor Benno K a h a n e, sowie das gesamte Ehrendamenkomitee, welches in liebevollster Weise sich in den Dienst der guten Sache stellte, die Bewirtung der Soldaten übernommen und dieselben mit Zigarren und Zigaretten reichlich bedacht hat. Zum Schlüsse wurde das ganz imposante Bild des Soldaten-Seders auch Heuer, im zweiten Kriegsjahre, photographisch ausgenommen, zur bleibenden Erinnerung an diese historische Zeit. Oeffentlicher Dank. Der gefertigte Verein „Agudas Jisroel" delegierte auf Verlangen der in Bruck a. L. sich befindlichen jüdischen Soldaten den ehrwürdigen Rabbiner Leiter aus Trembowla in das dortige Lager, um bei der Installierung einer Koscher-Küche, insbesondere für Ostern, die rituell nötigen Anordnungen zu treffen. Die nachgenannten hochgeehrten Herren Offiziere in Bruck sind unserem Rabbiner mit einer überaus großen Zuvorkommenheit begegnet, und haben dessen Anordnungen mit der denkbar freundlichsten Art auszuführen gestattet, daß wir uns veranlaßt sehen, dafür unseren Dank öffentlich auszudrücken. Es sind dies die geehrten Herren Offiziere: k. u. k. Hauptmann v. Lancer, k. u. k. Oberleutnant W y k o p a l y, k. u. k. Oberleutnant Leitersd o r f!, k. u. k. Oberleutnant Iürke e, k. u. k. Leutnant B o b e l i k. Diese hochgeehrten und allgemein beliebten Herren Offiziere haben durch diese Toleranz der jüdischen Mannschaft gegenüber alle Juden zu Dank verpflichtet, Möge ihnen der 'Allmächtige für ihr gefühlvolles Vorgehen reichlichen Lohn zuwenden. „Agudas Jisroel". Wien. Im Bethaus „Mechisch Jeschua", 2. Bez., Josefinengasse 1, hielt der bekannte Rabbiner Herr Berisch-Steinberg aus Rzeszow, dem ein bedeutender Ruf vorangeht, über Einladung des Vorstandes am Sabbat, den 22. April, eine Drascha, die bei der aus diesem Anlaß zahlreich versammelten Zuhörerschaft lebhaften Beifall auslöste. Redner wandte sich an die Flüchtlinge mit innigen Trostworten, durchzuyalten in der Rot der Zeit, in der Zuversicht, die Vorsehung werde dem Vaterlande endlichen Sieg und seinen jüdischen Söhnen Hilfe und Rettung bringen. Er schloß mit einem Gebet für Kaiser, Vaterland und den endlichen Sieg unserer Heere. Vortrag des Fräulein Dr. .Hedwig Kuranda. Am 19. April hielt diese anmutige, junge Philosophin, die Enkelin von Ignaz Kuranda und Tochter des 'Bankdirektors 'Felix und der Frau Helene K u r a n d a, die in der Kriegsfürsorge als Leiterin der Ausspeisung im 18. Bezirk so hervorragend tätig ist, im Hörsaal 21 der Universität einen überaus zahlreich besuchten und von lautem Beifall begleiteten Vortrag über die Psychologie der Frau. Die junge Philosophin bewies, daß sie eine Ausnahme /von der von ihr ausgestellten Regel ist und die Frau sich nicht vor Abstraktion und Analyse scheut. Nicht nur die Fülle des vorgebrachten experimentellen, psychologischen Materials, sondern die seltene Objektivität und Vorurteilslosigkeit, mit der sie dieses wissenschaftliche Neuland beleuchtete, lassen uns hoffen, in Frl. Dr. Kuranda eine der ersten künftigen Dozentinnen ihres Faches begrüßen zu können. Wien. (Vortrag.) Auf Wunsch der „Urania" wiederholt Professor Dr. Moriz Benedikt am Sonntag, den 6. Wai. abends, seinen hochinteressanten Vortrag über die „Wünschelrute", da beim ersten Vortrage Hunderte von Personen keinen Platz mehr fanden.

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