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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-04-07 · 15 (7.4.1916) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
15 (7.4.1916)
Date
1916-04-07
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 15 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 241 läßt seit zwei Monaten nichts von sich hören; Alexander dient bei den Honved'husaren irr Budapest, Ludwig wird jetzt in Nagybecskerek abgerichter, während der Jüngste, der 18 jährige Julius, vor kurzen: nach Beszprem eingerückt ist. Geza V ö r ö s, Leutnant aus Kapolnyasnyek, ist anläßlich der ersten Mobilisierung mit seinen vier Brütz dern (gleichfalls Leutnants) eingerückt. Er machte die ersten Kämpfe in Serbien und Montenegro und auch die zweite große serbische Offensive mit. Im letzten serbitz scheu Feldzug führte er als KomPagniekommandant seine Leute mit solchem Erfolg zum Sturm, daß es ihm durch seine geschickte und umsichtige Voraussicht gelapg, etwa 500 feindliche Gefangene einzubringen. Nachdem diese entwaffnet waren, befahl er ihnen, ein im Sumpfe steckengebliebenes Geschütz flott zu machen, ums auch gelang. Sein Major hatte von einem Beobachtungsposten das Meisterstück des B ö r ö s durch den Feldstecher mitaugesehen. Vor einigen Tagen nun heftete ihm der Major nach einer belobenden Ansprache eigenhändig das Signum laudis all die Brust. Max Wirth, Pächter in Balaton-Szt. Györgp, hat sechs Söhne, von denen fünf Soldaten silld. Ernst und Friedrich, Oberleutnants, inr Privatleben Bankoberbeamte, wurden beide bei Schabatz verwundet. Ernst wurde für das Signum laudis vorgeschlagen. Wilhelm, Leutnant, kämpft auf den: russischen Kriegsschauplatz, ebenso sein Bruder, der Kadett Paul Wirth. Ter jüngste Bruder, Emmerich, gleichfalls Kadett, wird denlnächst an die Front abgehen. Simon K ramm er in Esztergom hat sechs Söhne beim Militär. Der älteste, Sigmund, 46 Jahre alt, ist vor kurzem eingerückt. Wilhelm, 42 Jahre alt, unb Ladislaus, 40 Jahre alt, dienen seit einem halben Jahre. Alexander, .37 . Jahre alt, rückte bei der ersten Mobilisierung ein, er war bereits zweimal auf dem Kriegsschauplatz. Rudolf, 34 Jahre alt, gleichfalls seit der ersten Mobilisierung im Dienste, kämpft schon zum zweitenmale auf dein nördlicher: Kriegsschauplätze. Cmanuel, welcher im August 1914 als Rekrut eingerückt ist, befindet sich in russischer Gefangenschaft. Tie in Arad angesehene Familie K o r n i ß hat sieben Brüder, von denen sechs aktiven Militärdienst leisten. Bernhard dient als Feldwebel in Dalmatien, Isidor und Armin sind in Serbien, Sigmund, welcher zweimal auf dem Kriegsschauplatz war und von dort schwerkrank heimgebracht wurde, Versieht jetzt Hilfsdienste; Martin. Oberleutnant, steht seit der Mobilisierung an der Front, wurde zweimal schwer verwundet und ist erst kürzlich mit einer schweren Krankheit vorn russisch-polnischen Kriegsschau>- platze nach Hause gebracht worden. Arpad, Honvedleutuant, geriet bei Przemyst in Gefangenschaft. Nun wird auch der siebente Bruder, nachdem er kurze Zeit enthoben war, au die Front abgehen. Ignatz L ö w'y, Kaufmann in Ujkecske, hat drei Söhne urrd zwei Schwiegerföhne, welche alle Felddienst rnacherr. Tr. Michael Löwy, Advokat, war seit Beginn des Krieges an der Front, hat an den großen Schlachter: bei Janow, Kalikow und Nimierow teitgenommen, gehörte dann der Besatzung von Przemyst an, rvo er bei einem Ausfall in Gefangenschaft geriet. Dr. Löwy, welcher Leutnant ist, war in seinem Regimente als unerschrockener und tapferer Offizier anerkannt. Der zweite Sohn. Bela B a r k o n y i, im Zivil Oberbeamter der Landesarbeiterversicherungskassa, Besitzer der kleinen und großen silberner: sowie der goldenen Tapserkeitsmedaille, ist gleichfalls seit der Mobilisierung im Kriege. Alexander V a rkonyi ist seit acht Monaten an der Front. Egyenlöseg.") Nach dem Jode ausgezeichnet. Das Armeeoberkommando hat dem vor den: Feinde gefallenen, aus Tarnow gebürtigen Kadetten d. R. Dr. Hermann B r o d e r, Ldw.-J. R., die silberne Tapferkeitsmedaille 2. Klasse verliehen. Ietdpikot Höerteutnant Mandl. Von einem höheren aktiven Offizier wird das „Fremdenblatt" (30. März 1916) um Veröffentlichung folgenden Nachrufes für den bei Görz gefallenen Feldpiloten Oberleutnant Hans Mandl gebeten: „Ter unerbittliche Sensenmann har ein neues, edles Opfer gefordert. Weit über die Gaue unserer Heimat hinaus hat der Name Hans Mandl einen guten Klang, war doch dieses junge Menschenleben vollausgefüllt von Pflichtersüllung und Heldentum. Tie Leistungen, die er für Kaiser und Reich vollbrachte, sind mit goldenem Griffel in der Geschichte der am Weltkriege so hervorragend beteiligten fünften Waffe eingezeichnet. Hans Mandl! Alle, die wir dich kannten, schätzten und liebten, sind erschüttert, uns bleibt nur die Erinnerung an deine liebenswürdige Persönlichkeit, die aber wollen wir treulich bewahren. An deinen: Grabe trauern zahllose Freunde, die Luftflotte, die einen ihrer Vornehmsten verloren, das ganze von dir so heiß geliebte und heiß verteidigte Vaterland!" Aus den Ietdpoltvriefen eines jüdischen Soldaten. Der Honved-Feldrabbiner Tr. Ketemen veröffentlicht im „Egyenlöseg" die folgenden Auszüge aus Feldpostbriefen des k. u. k. Arkilleriekadetten Ernst Schul, Jurist: Kriegsschauplatz, 14. Oktober 1915. Meine lieben, guten Ellern! Ein paar Zeilen von meinen sieben bedeuten für mich neue Lebenskraft. Es ist wohl wahr, ich habe einige Tage nicht geschrieben, aber ich hatte auch keine Möglichkeit, es zu tun. Heute ist der dritte Tag, datz wir im grotzen Kampfe stehen. Heber Befehl ging ich mit sechs meiner Leute in den Jnfanterieschützengraben als Schutzbeobachter. In der Nacht wurden wir von den Komitatschis im Rücken angegriffen. Einer meiner Leute fiel und drei wurden verwundet. Der Führer der Infanterie, Oberleutnant welcher lange Zeit Richter beim Gerichtshof in Brasso war, erhielt einen «treisschutz. Nach einer langen qualvollen Nacht, begann es zu dämmern, und da ging erst die Hölle los. Wie wahre Helden schlugen wir uns in der Schwarmlinie, begleitet von der Musik von 120 Geschützen, und Gott war mit uns Alles ist in fabelhafter Ordnung. 15. Januar 1916. Ich melde eine grotze Freudenbotschaft. Meine Brust schmückt die silberne Tapserkeitsmedail'le 2. Klasse. Es ist wohl wahr, datz ich für die Tapferkeitsmedaillb 1. Klasse vorgeschlagen wurde, aber ich glaube zuversichtlich, datz auch diese bald kommen wird. Aber ich arbeite nicht für Namen und Ruhm, sondern zum Wöhle meines teuren Baterlandes, ich fühle es, datz mich Euer Gebet, Euer Segen begleitet. Ist es da nicht natürlich, datz jeder meiner Wege, alle meine Unternehmungen schon wegen Eurer bangenden Liebe von Erfolg gekrönt sein werden. Binnen kurzem werden wir den Ziegenhirtenkönig begrühen, dessen Vertrauen im Loocen liegt, während meine und meiner Kameraden Zuversicht Gott ist. Es ist mein heiliger Glaube, datz der Sieg nicht nur hier, sondern auf der ganzen Linie unser sein wird. Gott ist mit uns! Dies möge meine guten Eltern beruhigen, und auch die Wahrheit: „Wer nicht für das Vaterland zu sterben weih, der verdient nicht, auf dieser schönen Erde zu leben." Aus einem Iekdpoflörief. ., Februar 1916. Früh 6 Uhr erhalte ich den Befehl: „ Szilagqi zieht mit 50 Mann und 4 ^Unteroffizieren auf den . Punkt der Landstratze zwischen R .... und B .... und lätzt von dem von der Brücke bis zum Kreuz hinziehenden Strahenkörper den Schnee wegräumen. Durchführen!" Lautlos schleichen wir durch den Laufgraben und marschieren in der bezeichneten Richtung. Wir durchziehen eine herrliche Gegend,

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