Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 28 (9.7.1915)
- Date
- 1915-07-09
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Nr. 28 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 523 Wien. (Spende n.) Bon der Firma Theodor Etti, I., Akademiestraße, sind uns durch Herrn S. Wag schal Kr. 50.— für das „Armenambulatorium des zionistischen Zentralkomitees für Kriegsflüchtlinge" und Kr. 50.— für die Flüchtlingsausspeisung durch Herrn Dr. Gustav Kohn zugekommen. Verein „Machsike hadath“ Wien, II., Ob. Augartenstraße 40. Zugunsten der Ausspeiseaktion sind für die notleidenden Flüchtlinge nachstehende Spenden zugekommen: Israelitische Allianz zu Wien Kr. 200.—; Svnagogenverein Beth Jssael, für eingegangene Spenden 123.—; I. G. durch Frau Edelstein 20.—; S. Sparer 20.—; Sommer 10.—; Professor Dr. Gersuni 1-0.—; Bahnhofrepauration Hullin D. Huppert 10.—; Moses Sternberg, Krakau, durch Frau Sternberg 10.—; Moritz Eger, Wien 5.—; Dr. Friedjung 2—; insgesamt Kronen 410.—. Spenden für. den Verein. werden gebeten an unseren Kassier Herrn Simon S t e r n b e r g, 2. Bez.. Rembrandtstraße 39, oder durch Postsparkassen-Erlagschein Nr. 108.318 zu überweisen. Wien. (Spenden). Zwecks Beschaffung von Ritualien (Gebetriemen, Schaufädenkleider, Taschengebetbücher) für verwundete Israel. Soldaten sind eingegangen bei Frau Dr. Ludwig Rieß, 9. Bezirk, Alserstraße 50: R. Baumgartner diverse hebräische Bücher; Dr. Josef Pick 25 Gebetbücher; Bernhard Amster 1 Talis; N. 'Jf. durch den Patriotischen Hilfsverein vom Roten Kreuze 2 Paar Tefilin; Brüder Hümburger Leinen für Schaufädenkleider; Ronai Tivadar 20 Gebetbücher. — Alte Talesim, Tefilin sind zu senden an Frau Dr. Ludwig'Rieß, 9. Bez., Alserstraße 50. In Loko wird auf Wunsch abgeholl. _ Nachahmenswert! Die von uns an dieser Stelle ausgewiesenen, aus freudigen Anlässen uns gewidmeten Spenden finden fortgesetzt Nachahmung. So hat das Ehepaar Julius und Rosa Silberberg Wien, I., Salzgries 10, anläßlich seiner silbernen Hochzeit fünfzig Kronen gespendet. Wir sprechen dem hochherzigen Spenderpaar öffentlich unseren innigsten Dank aus. Jüdischer Verein „Einheit". Wien. Der israelitische Bethausverein „Agudas Achim", vormals „Spieglschul", Wien, 2. Bez., Hammerpurgstallgasse 5, hat nach vorausgegangener Probepredigt den Rabbinatskandidaten Herrn Samuel Neuwirth aus NagyMegyer, Absolventen der Preßburger und Frankfurter Rabbinatsschule, als Vereinsrabbiner akzeptiert. Derselbe hat bereits am 18. v. M. seine Antrittsrede gehalten, welche allgemeinen Beifall gefunden hat und eine schöne Zukunft für sein Wirken erhoffen läßt. Er hält nach jeden Abendgottesdienst im Vereinstempel Vorträge aus dem Talmud und trägt somit viel bei, um dem Bethause neue Andächtige zuzuführen. Wien. Der Religionsprofessor Dr. Heinrich R e d i s ch vom Akademischen Gymnasium in Wien wurde in die siebente Rangsklasse befördert. v Wien. Im Kaiser Franz Josef I.-Huldigungstempel, II., Paznuknitengaffe 6, fand anläßlich der goldenen Hochzeit des aus Groß- Meseritsch in Mähren stammenden, hier schon seit Jahrzehnten ansässigen allgemein geachteten Herrn Jakob Saphier und seiner Gattin Katharine eine erhebende interne Feier statt, an der viele Freunde des Jubelpaares beim Sabbatgottesdienste am 3. d. M. teilnahmen. Professor Moritz Antscherl, vom Bethausvorstande geladen, hielt eine an die Sidra sich anlehnende warpie Ansprache an das Jubelpaar und Kantor und Tempelchor sangest eine schöne hebräische Hymne. Die große Zahl der Bethausbesucher hatte sich zu Ehren der Gefeierten von ihren Plätzen erhoben und überbrachte nach dem Gottesdienste dem Jubelpaare, das sich besonderer Sympathien erfreute, die besten Wünsche. Wien-Ottakring. Zu der silbernen Hochzeitsfeier des Ehepaares Herrn und Frau Hermann Rosenbaum, die am 19. v. M. im Ottakringer Tempel stattfand, hielt nach der Rede des Ehrwürden Herrn Rabbiners Dr. Bach und des Obmannes des Betbausvorstandes Herrn Hofu. Kammer-Photographen S. Weitzmann auch der Obmann der Chewra-Kadischa Herr Siegstied Stein an das Jubelpaar eine herzliche Ansprache, in welcher er Namens seines Vereines gratulierte und demselben ein Ehrengeschenk überreichte. Es sei hervorgehoben, daß Herr Siegfried Stein sich durch sein wohltätiges Wirken im Bezirke sich vielfach verdient gemacht und sich besonders in der Flüchtlingssürsorge ausgezeichnet hat. Theodor Herzl-Gedenkfeiern. Am 3. Juli jährte sich zum elften Male der Tag, an dem der Begründer des modernen Zionismus, Dr. Theodor Herzt, entschlafen war. Aus diesem Anlaß fanden, wie alljährlich, eine Reihe von Trauer Kundgebungen statt. Donnerstag, den l. Juli, fand im Ggmeindetempel in der Tempelgasse der Trauergottesdienst statt. Eine taufendköpsige Trauergemeinde lauschte den herrlichen synagogalen Gesängen des Oberkanrors Morgenstern und der von hohem Schwung getragenen Predigt des Gemeinderabbiners Dr. Max G r u n w a l d. Samstag abends fand im Festsaal des Hotels „Continental" eine Versammlung statt, in welcher nach rin leitenden Worten des Herrn Taubes Herr Rabbiner Dr. OsiaS Thon aus Krakau das Andenken des verstorbenen Meisters in einem glänzenden, teilweise hebräischen, teilweise deutschen Vortrag Weierle, woraus Herr- Adolf Stand ein begeistertes Schlußwort sprach. Sonntag, um 9 Uhr früh, erschienen die Schomrim (Pfadfinder) am Grabe HerzlS und Dr. Thon aus Krakau nahm in einer innigen Ansprache die Weihe der neuen Schomrimfahne vor. Um 10 Uhr zogen die Zionisten Wiens zum Grabe Theodor HerzlS am Döblinger Friedhof. Der Zug, der ungefähr 5000 Teilnehmer zählte, rangierte sich vor oer Hochschule für Bodenkultur. Voran schritten der jüdische Wanderbuud „Blau-Weiß" mir der Fahne, der galizische Jugendbund „Zeire Zion", die Schomrim, der Wiener Herzl-Klab; eS folgten die zionistische Parteileitung in corpore und eine unübersehbare Herzlgemeinde. Stumm defilierte der Zug vor dem Grabe Herzls. Während Oberkanror M o r g e nl'tern. am Grabe die Totengebete verrichtete, versammelte sich die Jugend vor dem Friedhofseingang und Dr. Karl P o l l a k sprach markige Worte der Erinnerung an den toten Führer. _ Vierter Tätigkeitsbericht des Armen-Ambulatoriums des Zionistischen Zentr-U- Komitees für Kriegsflüchtlinge, 2. Bezirk, Taborstratze 20 a. In der Berichtszeit vom 1. Mai bis 30. Juni 1915 wurden behandelt in der Ambulanz für: Augen kranke 612; Brillenbostimmungen 131; Chirurgie 809; Frauenkrankheiten 596; Haut- und Geschlechtskranke 830; 1. Interne 552; 2. Interne 514; 3. Interne 757; Kinder 540; Nasen- und Kehlkopf 505; Nerven 209; Ohren 455; Orthopädie 308; Zahnheilkunde und Zahnersatz 569; zusammen 7387 Patienten; seit dem Bestände des iHnr bulatoriums 25.079 Patienten. Die Ordination für Sprachstörungen wurde aufgelassen, dagegen eine zweite Ambulanz für Kinderkrankheiten errichtet, da sich dies als dringend notwendig erwies. Primarius Dr. Ludwig Stricker, verantwortlicher Leiter. Dr. Karl Pollak, Präsident deS Kuratoriums, Leiter-Stellvertreter. Wien. Samstag, den 26. Juni l. I., 10 Uhr vormittags, fand in der Synagoge des Vereines „Beth Israel", Wien. 2. Bez., Leopoldsgasse 29, anläßlich der Wiedereroberung Lembergs ein feierlicher Dankgottesdienst mit patriotischer Festpredigt statt. Nachdem Kantor und Chor Psalm 21 rezitierten, verrichtete über Einladung des Vorstandes an Stelle des auf Urlaub sich befindenden Sr. Ehrwürden Herr Rabbiner Mayersohn, kaiserl. Rat Ehrwürden Herr Rabbiner Aron L e w i n aus Sambor an der Bundeslade das Gebet für unsere tapferen Vaterlandsverteidiger, woraus er dann von der Kanzel herab an die zahlreich versammelten Andächtigen den überwältigenden Eindruck der Wiedereroberung Lembergs auf die ganze Monarchie und den gerechtfertigten Jubel der von der schweren Bedrückung der zarischen Barbaren befreiten galizischen Judenschaft schilderte. Redner nennt den Krieg als