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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-04-09 · 15 (9.4.1915) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
15 (9.4.1915)
Date
1915-04-09
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 268 Dr. Bloch's Wochenschrift Tage erhalten hat — ist längst ausposaunt worden und kann motzt nur noch Zum geringsten Teile im Ursprungslande selbst angetrosien werden. Das Aegyptische Museum in Kairo mir seinen Funden würde kaum eine solche Reise rechtfertigen. Die ungeheuren, spitzzulaufenden Königsgräber, die Pyramiden und die an dieselben angrenzenden, vom Wüpensande aufgezchrten Götterhäuser sind es, denen wir unsere ganze Aufmerksamkeit widmen. Die schattenarmen Palmen mit ihrem jugendlich schlanken, hoch, in die Lüfte ragend eit Wüchse und den im Sommer noch gar unreifen Datteln und die von kunstgerecht verschlungenen, mannshohen Weinreben gebildeten Laubgänge vermögen uns kaum noch im Gedächtnis zu verbleiben. Alles, die lärmenden Städte mit der arabisch sprechenden Ortsbevölkerung und den beinahe ausschließlich! italienisch sprechenden Franken — denn das Französische und das Englische sind Luxus und werden nur künstlich vermittelt, den höheren Schulen (der Medresse) aufgepfropft, — selbst das Geklingel der elektrischen Tramway, welche von Kairo bis zu in Beginn der Sandwüste, des Gefildes, wie es arabisch genannt wird, der Sahara, bis zum Fuße der Pyramidenhügel hinaufführt, alles schwmdet und verrinnt. Alles, was dort gegenwärtig lebt, was ist, ist uns im Grunde gleichgilrig, es ist alltäglich, und. interessiert uns nicht. Rur das Tote, das Gewesene umgarnt uns mit den mächtigen Fäden stimmungsvoller Andacht. In den Strahlen der untergehenden Sonne gebadet, stehen wir auf den Stufen des riesenhaften Gheopsgrabdenkmals — das Gesicht nach dem Westen gewendet und tief sinnend lauschen wir den ab sterbenden Tönen des schwindenden Sonnenglanzes. Was vor kurzem gelebt und gewerkt, verblaßt und stirbt. Vor unseren Augen nimmt die Todesblässe zu. Von den schwarzen Schwingen der Heranschleichlenden Nacht bedrückt, versiegt der letzte Helle Schimmer, so gcht.ein Reich unter, dachten wir. -Srnist ein Reich untergegangen, dieses Reich, auf dessen erhaltenen Ueberbleibseln wir stehen. Wehmütige Gedanken über die Unbeständigkeit irdischer Macht und irdischer Wohlfahrt beschleichen uns. Es wird kühl. In uns gekehrt, von Erwägungen bestürmt, verlassen wir diese Stadt, diese Stätte des Todes. Literatur. Kriegsgedeukblätter. Das zweite Heft der vom Schriftsteller Moritz Frühling berausgegebeneu, für die jüdische Geschichte so wertvollen „jüdischen Kriegsgedeukblätter" ist soeben erschienen. Wie das erste Heft ist auch das zweite prachtvoll ausaestattet, auf vierzig Seiten Quartformat, auf Kunstdruckpapier, mit Titelbild „Ruhm und Ehre" (Freskogemälde von Rahl). DaS zweite Heft enthält zwanzig ausführlich und geradezu mit Liebe behandelte Gedenkblätter mit den Porträts gefallener jüdischer Offiziere und Aerzte. Unter anderen finden wir die Herren Doktor Richard Subak, Dr. Leo Richard Grünfeld, Ernst Epstein, BankdirektorSsohn in Prag, und Dr. Hugo Zuckermann, den Autor der so berühmt gewordenen Soldatenlieder. Bei vier dekorierten Offizieren stad die bezüglichen Orden abgebildet. Unter dem Titel „Aus jüdischen Federn" ist ein stimmungsvoller Artikel aus der Feder des Herausgebers abgedruckt. „Ein Kaiserin Elisabeth-Kadifch am Schlachtfelde", ferner drei Tagebuchskizzen mit Porträt vom Feldrabbiner Dr. Samuel Guttmann. Es sind Zeitdokumente im wahrsten Sinne des Wortes und bilden ein bleibendes Denkmal an dem Anteil der für Kaiser und Vaterland gefallenen jüdischen Offiziere. Preis Kr. 2.—. Zu beziehen vom Herausgeber Redakteur M. Frühling, Wien, Il/1, Taborstraße Nr. 4/5. Lamm's Jüdische Feldbücherei. Nr. 2—3: Die Psalmen in deutscher llebertragung von Dr. Michael Sachs. — Nr. 4: MaÜabäa Jüdisch-literarische Sammlung von Louis Lamm. Verlag Louis Lamm, Berlin C. 2. Nr. 15 Notiz. Union-Bank. Die fünfundvierzigsie ordentliche Generalversammlung der Aktionäre der Union-Bank findet Montag, den 19. April 1915, um 11 Uhr vormittags, im Anstaltsgebäude, I., Renngasse rN. 1, statt. Tagesordnung: 1. Bericht des Verwaltungsrates und Vorlage des Bilanzabschlusses pro 1914; 2. Bericht des Reoisionsausschussss und Beschlußfassung hierüber,- 3. Beschlußfassung über die Verwendung des Reingewinnes; 4. Antrag des Verwaltungsrates auf eventuelle Heranziehung des Kapitals-Reservefondes im Sinne des § 38 der Statuten und Beschlußfassung hierüber; 5. Wahl in den Verwaltungsrat; 6. Wahl des Reoisionsausschusses für das Jahr 1915. Die stimmberechtigten Herren Aktionäre, welche an der Generalversammlung teilzunehmen wünschen, wollen ihre Aktien in Gemäßheit des § 27 der Statuten spätestens am 12. April d. I. deponieren, und zwar: in Wien bei der Liquidatur der Union- Bank, in Triest bei der Filiale der Union-Bank, in Berlin bei der Dresdner Bank, in Frankfurt a. M bei der Deutschen Effekten- und Wechsel-Bank oder bei der Dresdner Bank in Frankfurt a. M., in M ü n ch e n bei der Bayerischen Hypotheken- und Wechsel-Bank oder bei der Dresdner Bank, Filiale München, in Nürnberg bei der Dresdner Bank, Filiale Nürnberg, in Basel, Genf, St. Gallen und Zürich bei dem Schweizerischen Bankverein oder bei der Eidgenössischen Bank <A-G ). Die Aktien sind unter Anschluß von Konsignationen zu erlegen, welche vom Einreicher eigenhändig zu unterzeichnen und für Wien in zwei Eremplaren, für die anderen Erlagsteilen in drei Eremplaren auszufert'gen sind. Ein Exemplar der Konsignationen erhält der Deponent mit der Empfangsbestätigung versehen zurück; nach abgehaltener Generalversammlung werden die Aktien gegen Rückstellung dieser Konsignationen ausgefolgt. Das Stimmrecht kann vom Aktionär oder von dessen gesetzlichem Vertreter persönlich oder durch Bevollmächtigung eines anderen stimmberechtigten Aktionärs ausgeübt werden. (§ 28 der Statuten.) Wien, 2. April 1915. Union-Bank. Zur gefälligen Beachtung! Wir er fach LN unsere gesüistzlen Abonnenten um rechtzeitige Einsendung der lausenden Abonnemrntsgebühr, damit die Zusendung des Blattes keine Unterbrechung erleide. Zur Einsendung der Beträge wolle man stck des der vorigen Nummer beigelegten Posteriagscheine» bedienen. Die Administration. Intelligentes Fräulein, tüchtig, sucht als Gesellschafterin oder Wirtschafterin unterzukommen. Auch für Auswärts. Gefällige Zuschriften an »A. 8 « II., Schmelzgasse 7, 3. Stock, Tür 16. G. Ausgelernte Weissnäherin, auch Kinder gern, sucht Stellung in nur gutem Hause. Beste Referenz steht zur Verfügung. Zuschriften erbeten unter »Treu« an die Administration des Blattes. G. pnri/1 "py,41 gewandter und geübter Redner, sucht bis ^dilxlA* AT1A11. zum i Mai oder 1. Juni 1915 eine Stelle als Lehrer in einer Gemeinde, ev. als Hauslehrer, Sekretär, Vorleser. Vorgezogen wird eine Stelle in einer Gemeinde. Gehalt nach Übereinkommen. Gefl. Anträge an »M. Spitzer« Baden bei Wien, Grabengasse 15, G. Angenehmste Wolmgelegenlielt! Radiumkurort St. Joachimstal bei Karlsbad. Pension Fakten Tabakfabriksgasse 766 Schmackhafte, streng fHüO Küche. Erstklassige Wohnzimmer iri sonniger, duftender Lage. Lift, elektr. Licht, Bäder iTlptt Im Zentrum des Kurortes. ’ Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Dr. Josef S. Bloch. — Druck von L. Beck L Sohn, Wien, VII,

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