Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 13 (26.3.1915)
- Date
- 1915-03-26
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Äcite 246 Dr. Bloch's Wochenschrift ' Nr. 13 Wien. «Spende.- Für das „Iüd. Volksheim für den XVI. und XVII. Bezirk" sind uns von Herrn Moriz Winter, I., Gonzagagasse 21, Kronen 10.— zugegangen. Spenden. Bei der Redaktion der „Oestcrr. Wochenschrift" sind eingelaufen: von Herrn Carl Rosen man n aus Unterach für die Pessachaktion der „Weiblichen Fürsorge" Kr. 100.—; für die Ausspeisungsaktion der Frau Dr. Sofie Grünfeld Kr. 50.-; für die Ausspeisung des Vereines „Machsike Hadath" Kr. 50. —; zusammen Kr. 200.—. Vortrag. Im „V e r e i n zur A b w c 1) r des A n t is e m i t i S m u s" findet Mittwoch, den 3!. März l. I., seitens des bekannten Geschichtsforschers Pros. Dr. Maser B a l a b a n ein Vortrag unter dem Titel „A n jenem P a s s a h - A b e n d" «Historische Untersuchungen) im Festsaale des .Hotel Post, I., Fleischmarkt Nr. 24 (Eingang Drachengasse Nr. 1 >, abends halb 8 Uhr statt. Gäste bestens willkommen, Einritt frei. Kaiser Frauz-Josefs-Jubiläums Tempel V., Siebenbrunnengasse l a. Am Montag, den 29. März d. I., um 7 Uhr früh, findet ein S i j u m statt. Predigt am ersten und letzten Lag des Pcfiachfestes beim Vormittagsgvttesdienste. Beim Morgengottesdienste des letzten Pessachtages wird um ’ j? Uhr eine Haskarah abgchalten. Brockensammlung für. jüdische Arme. In der am DieitSLag stattgefundenen Verteilung konnten, dank der reichen Zusendungen und Spenden, mehr als 200 Flüchtlinge mit Kleidern, Wäsche ufiv. beteilt werden. Unser Appell an daS edle Wiener Herz hatte gute Wirkung. Große Nachfrage war nach Betten, Tis ch e n, Stüchlen, Kästen. Jetzt vor Pessach, wo in jeder Haushaltung gemustert und geräumt wird, dürfte eS ein Leichtes sein, vielen der Armen, die tatsächlich it ichtS a l S einen St roh sack ihr eigen nennen, ein bescheidenes Heim einzurichten. Wer bei der Verteilung am 16. d. M. gesehen hat, wie sie um einen Stuhl, eine Matratze, einen alten Tisch bitten, und diejenigen, die solch ein Möbel erhalten, beneiden, wird gern aus seinem Uebersluß etwas beisteuern, damit die armen Flüchtlinge zu den Feiertagen wenigstens ihren Tisch, ihr Bett haben. Eine Frau, die mir klagte, daß sie mit ihren fünf Kindern in einem Kabinett schlafe, nur ein Polster, einen Strohsack, einen Sessel habe, - nicht einmal ein-: Tisch , erhielt, was sie brauchte; es war rührend, ihre Freude mit anzusehen. Freuden dieser Art möchten wir noch Vielen bereiten, die in ähnlicher Lage sind. Für die Verteilung am nächsten Dienstag sind wieder 200 Flüchtlinge, die Gesuche einaereicht haben, geladen. E d l e F r a u e n Wiens? Helft uns, diesen Armen hilfreich zu sein? Spendet, was Euch entbehrlich! Schauet am Boden nach, in unbenützlen Wohnräumen? Da liegt viel, das Ihr entbehren könnet! Gedenket der Armen, die auf Stroh liegen, ihre Feiertage in elenden Räumen verbringen, denen alles fehlt, was zu einem menschenwürdigen Dasein gehört. Was entbehrlich, bittet man den Armen zuzuwen den; Herr Obntann S. Bauer, Lerchenfelderstr. 71, sorgt fiür Abholung der Sachen. Eine Karte aenü-it. Möge es uns vergönnt sein, den armen Flüchtlingen das schwere Los, das sie dulden, zu erleichtern? Jda Barber. Jung-jüdischer Abend. Dir Direktion der „Jüdische Bühne", II., Tabvrstraßc 12, veranstaltet unter der Leitung des Schriftstellers I. A. L o u b e tz k y eine Reihe jung-jüdischer literarischer Abende. Der erste Abend findet Donnerst a g, den l. SX pril, um 8 Uhr abends, statt. Znr AuMhrung gelangt S ch'm a I i s r o e l von Ossip Dymow. Eingeleitet wird der Abend mit einer Konferenz des Herrn I. A. L o u b e tz k y. Karten ä Kronen 3. -, 2.—, 1.40 und —.80 erhältlich in der Buchhandlung. L ö w i t, I., Rotenturmstraße, und an der Tageskasse. Isidor Kaufmann. In vollster geistiger Frische und regster Schaffenslust feierte am 22. März Herr Isidor K a u f m a n n seinen 60. Geburtstag. Wer kennt nicht seine Schöpsun gen aus dem Leben des östlichen Judentums? Es sind Genre- und Kulturbilder zugleich, die, meisterhaft gemalt, dem Künstler einen glänzenden Namen und eine schöne Popularität geschasst haben. Er spezialisiert sich heute auf diesen Stoff — begonnen hat er als Historienmaler, der dann lzum Porträt, wir erinnern an die reizenden, miniaturhaft ausgeführten Genrebildnisse, die vor Jahren im Künstlerhans von ihm zu sehen waren, und zum Genre überging —.in dem er als ein Vertreter der sogenannten „Schwarzschule" Ausgezeichnetes leistete Tann entdeckte er sein jetziges Arbeitsgebiet. In Galizien fand er die Typen und die Stoffe, die er in unvergleichlicher Weise zu behandeln verstand. Die patriarchalischen Szenen aus dem Leben der galizischen Juden, die originellen Figuren und — nicht zum geringsten — Studien aus alten jüdischen Synagogen gaben ihm Themen, deren Reiz wir in jeder neuen Ausstellung im Künstlerhaus kennen lernen. Er ist in Arad geboren, lebt aber seit vielen Jahrzehnten, in Wien, wo er Schiller besonders Aigners und Trenkwalds war. Persön lich in Fachkreisen ebenso wie als Künstler geschätzt, hat Kaufmann zu seinem Geburtstage von vielen Seiten aufrichtige. Glückwünsche empfangen. „Für das Kind" ist die Devise, des zugunsten der artnen Flüchklingskinder in den Barackenlagern zu Nikolsburg, Pohrlitz, Gaya k. und der Wiener Brockensammlung für jüdische Arme, nächsten Samstag, den 27. März, um halb 8 Uhr abends, im Großen Musikvereinssaale, veranstalteten großen Wohltätigkeits-Akademie. (Kabarettabend). In liebenswürdiger Weise haben sich erstklassige Kunstkräfte der Wiener Theater und Kabaretts in den Dienst der Hilfsaktion gestellt. Ihre gefällige Mitwirkung sagten zu: Opernsängerin Frau Raje Barber-Waldberg; Herr Komponist Emund Eysler; Homunkulus (Dr. Robert Weil, k. u. k. Kriegsfreiwilliger); Pianistin Frau Libowitz-Götzl; Frl. Gisela Marion nim Bürgertheater; Fräulein Mimr Mar ow; Herr Paul Morgan; Diolinv r uosin Frau Geltende Popper-Ianowitzer; Frl. Else Salden, vom Etablissements Heinrich ^Lisenbach; Opernsänger Herr Paul Schwarz, Tenor des Hamburger Stadttheaters, k. u. k. Kriegsfreiwilliger; Kapellmeister Ernst Steffen; Frau Trude Voigt; Herr Theodor Weiß vom Deutschen Volkstheater; Frau Gisela Werbeziel vom Iosefstädter Theater; Herr Dr. Benno Wünsch von den Vereinigten Theatern in München u. a. Karten im Komiteelokal: Baukanzlei Sig. Bacher, 9. Vez., Universitätsstraße 4, Tel. 23193. Wien. Der am Purim 1915 stattgesundene Kriegsgojtesdienst wurde vom Residenz-Atelier, L, Rotenturmstraße, photographiert. Bilder sind zum Preise von Kronen 3. — in der Buchhandlung Jos. S ch l e s i n g e r, lSeitenstcttengasse l, zu haben. Der Reinertrag ist zur Anschaffung von Ritualien (Gebetriemen, Schaufädenkleider, Taschengebetbücher» für verwundete, und wieder ins Feld ziehende israel. Soldaten bestimmt. Spenden und Ueberzahlnngcn für genannten Zweck sind zu senden an Frau Dr. Ludwig R i e ß, Wien, IX., Alserstraßc 50.