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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-10-30 · 43 (30.10.1914) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
43 (30.10.1914)
Date
1914-10-30
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Nr. 48 S.tte 752 Dl. Bloch'S Wien. <K a nz 1 e ie rö ffn u n g.> Dr. Einil Brod, Hof- und Gerichtsadvokat in Wien, hat seine Kanzlei im 1. Bezirk, Weihburggaffe Nr. 9, eröffnet. Wien. (2 pende n.) Zu der Sammlung des-Herrn Salomon Herzl, Seniorchef der Edelsteinfirma Brüder Herzl in Wien, haben gespendet: Herr Baron Louis v. Rothschild 1000 Kronen, die Niederösterreichifche Escomptegesellschaft 1000 Kronen. Wien. (Spende.) Der isr. Frauen-Wohltätigverein für die Bezirke Wieden und Margareten, 5. Bez., Siebenbrunnengasse 1 a, hat auf Grund eines Vorstandsbeschlusses an der Kassa der Wiener isr. Kultusgemeinde einen Betrag von 2000 Kronen Rente mit der Bestimmung erlegt, daß hievon 1000 Kronen für die Notstandsaktion der Kultusgemeinde und 1000 Kronen für die galizifchen Flüchtlinge verwendet werden. Wien. (Spende.) Für die jüdischen Flüchtlinge find uns durch Herrn Kultusrat S. Brod von Herrn Eh. Schapira, II., Rembrandtstraße 41, 20 Kronen zugegangen. Oberlehrer Josef Friedl s. A. Am 25. d. M. wurde der verdienstvolle, langjährige Oberlehrer der städtischen Mädchen-Volksschule Wien, II., Leopoldsgasfe, der vor nicht langer Zeit in den wohlverdienten Ruhestand getreten war, auf dem Wiener Zentralfriedhofe unter großer Teilnahme von Verehrern und Freunden zu Grabe getragen. Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Max G r u n w a l d hielt eine tiefempfundene Grabrede, der sich warme Worte des Inspektors Herrn Prof. Kanitz würdig anschlossen. Herr Erster Kantor Jurberger trug die vorgeschriebenen Gebete, assistiert vom Tempelchor, innig vor und am Grabe nahmen Herr Oberlehrer Ascher, der Obmann des Lehrervercines im 2. Bezirke — welch letzterem der Verewigte viele Jahve als Präses -angehört hatte — und, Prof. A n t s ch e r l rührenden Abschied vom Entschlafenen, der nicht nur als Pädagoge, sondern auch als pädagogischer Schriftsteller einen klangvollen Namen besaß. Die tieftrauernde Witwe, die ihn liebevoll bis zu seinem am 23. d. M., frühmorgens eingetretenen sanften Tode gepflegt, und ein Bruder mit den Verwandten — der einzige Sohn, Dr. Arthur Fried l, ein renommierter Chemiker, weilt seit vielen Jahren in angesehener Stellung in England und konnte gar nicht heimkommen — beweinen in Oberlehrer Friedl einen besonders anhänglichen Angehörigen und werden auch die Lehrerwelt und die vielen Schüler und Schülerinnen seiner in Ehren stets gedenken. In den letzten Jahren schrieb er mit Vorliebe jüdische Aufsätze und Schilderungen aus dem jüdischen Familien- und Gemeindeleben. Wir erwähnen noch, daß er am 6. April 1837 zu Kanitz in Mähren geboren wurde und, nachdem er als junger Lehrer an der dortigen jüd. Schule gewirkt, nach Wien ging, um seine Lehrtätigkeit hier fortzusetzen. Ueber ein halbes Jahrhundert wirkte er eifrig im Lehramte. Ehre seinem Andenken! Wien. (Todesfall.) Am 2. Oktober 1914 starb hier im Alter von 58 Jahren Frau Hermine Dunkelblau, Gattin des Herrn Doktor Isidor Dunkelblau, Vorsteherin dees Frauen-Wohltätigkeitsvcreines im 8. Bezirk. Die Heimgegangene, ausgezeichnet mit Gaben des Geistes und des Herzens, genoß in weiten Kreisen viele Sympathien, die sich auch in der zahlreichen Beteiligung am Leichenbegängnis, das am 4. Oktober stattfand, kundgab. Herr Rabbiner Dr. M. Bauer hielt der Verstorbenen einen würdigen Nachruf. Der Familie der Verstorbenen sind aus Anlaß dieses Trauerfalles zahlreiche Beweise der Teilnahme zugekommen. Wir heben Wochenschrift ein Schreiben des Herrn Oberrabbiners Dr. M. G ü d e m a lt n, des Herrn - Kultusvorstehers Salomon B r o d. Das „Kaiser Franz Josef-Ferienheim" schrieb an die Familie: „Von aufrichtiger Trailer erfüllt, gibt der Vorstand des „Kaiser Franz Josef-Ferienheims" seiner schmerzlichen Allteilnahme an dem schweren Verluste Ausdruck, den Sie durch das Ableben Ihrer teueren Mutter, Frau Hermine Dunkelblau, erlitten haben. Wir beklagen in der Dahingeschiedenen den Verlust einer Gönnerin und eines langjährigen Mitgliedes unserer Institution und betrauern mit Ihnen den Heimgang einer edlen Frau, die durch ihren hohen Sinn und ihre Herzensgüte die Sympathien aller besaß, die sie näher kannten. Mögen Sic in der allgemeinen Anteilnahme, die sich Ihnen in diesen schweren Tagen zuwendet, Trost und Linderung finden; in unserem Vorstand wird das Andenken der Verblichenen stets in Ehren gehalten werden. Genehmigen Sie mit unserem herzlichen Beileid die Versicherung vorzüglichster Hochachtung, mit welcher zeichnen für den Vorstand des Ferienheims: Caroline Brünn-Rothbcrger. Adele Zilis, Schriftführerin, Jenny Frank, Kasfierin." Auch der Verein zur Hebung der Gewerbe sandte der Familie der Heimgegangenen ein herzliches Kondolenzschreiben. Isr. Tempel- und Schulverein, VI., Stumperg. 42. Herr Rabbiner Moritz F l e s ch hält -.folgende Vorträge: Samstag vor Mincha: Midrasch, Sonntag vor Mincha: Psalmen, allabendlich vor Mincha: R a s ch i z. Pentateuch. Fürforgeaktion des Frauenihilsskomitees im 10. Bezirke. Die Nähe des Ostbahnhofes hat es bewirkt, daß viele der in "Angst und Hast vor dem Feinde geflüchteten jüdischen Familien aus Galizien auch im 10. Bezirke Zuflucht gesucht haben. Trotz der großen staatlichen Hilfe haben kinderreiche Familien Hunger gelitten, mußten sie, notdürftig bekleidet, auf dem nackten Fußboden schlafen und konnten für ihre kleinen Binder keine warmen Kleider und Decken erhalten. Denn ach der Weg in die Leopoldstadl ist weit für den Fußgänger und das Fahrgeld konnten sie ja kaum bezahlen. — Da hat sich denn ein rühriges Frauenhilfskomitee im 10. Bez. unter Leitung der Frau Rabbiner Dr. A. L. Mandel und Frau Fanni Sieger gebildet, welches seit Ende September im Restaurant Hahn eine rituelle Ausspeisung für Erwachsene und Kinder mit bestem Erfolge durchführt. Etwa fünfzehn junge Mädchen der besten jüdischen Kreise, an ihrer Spitze Fräulein Olga S e I i g m a n n und Frk. Fanni Klein, haben sich in Liebenswürdigster Bereitwilligkeit den Damen zur Verfügung gestellt und betätigen sich mit ihnen in hingebungsvollster Weife bei der Ausspreisung selbst, bei Recherchen, bei der Wäsche- und Kleiderverteilung, bei dem von den Flüchtlingen sehr geschätzten 1 Kilo-Tage und bei der Michfürsorge. Zahlreiche Helfer und Helferinnen aus dem Bezirke stehen diesem Komitee tätig zur Seite, besonders Herr Ludwig Mayer und Herr med. T a g I i ch t, die sich um die Wohnungsfürsorge, um die Herbeischaffung von Betten, Decken und notwendigstem Hausgerät besonders verdient gemacht haben. Aerzte üben in humanster Weise ihre Kunst an den armen Kranken und ein Apotheker gewährte ihnen gratis alle Medikamente. So nehmen an dem edlen Wettstreit der Betätigung leuchtendster Menschenliebe alle Stände, alle Bewohner des Bezirkes teil und jeder trägt sein Scherflein mit frohem Herzen bei. Manch heiße Dankesträne, manch froher Blick aus dunklen Kinderaugen lohnt all die edlen Spender, die -in aufopferndster Weise das Komitee mit monatlichen und einmaligen Geldbeiträgen, mit Kleidern und Wäsche, mit Naturalien und Wohnungen unterstützen, die das gute Werk fördern, damit es mit rechtem Erfolge wsitergeführt werden kann. Ja Dank, tausendfachen Dank all' unseren Gönnern und Freunden, Dank auch für die kleinste Gabe! Sie hat gewiß in einer Stunde der Not einem armen, unglücklichen Menschenherzen Trost und Balsam gespendet. Denket auch weiter daran! Noch stehen die Heimatstätten der anderen Flüchtlinge leer, noch gilt es, weiter zu wirken, alles aufzubieten, um die Armen, so schwer Heimgesuchten zu unterstützen, sie vor Not und Kälte zu schützen. Darum richten wir die heiße, innige Bitte an alle, die

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