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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1912-01-12 · 2 (12.1.1912) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
29 (1912)
Issue
2 (12.1.1912)
Date
1912-01-12
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 2 Dr. Bkochs WochMfchkist Seite 31 unserer Ahnen war im grossen und ganzen in sämtlichen »Kehi'las« Mährens und Böhmens gleich. Durch seine von fast jugendlichem Temperament durchglühten und von einer umfassenden Kenntnis der jüdischen und deutschen Literatur zeugenden Schilderungen dieses Lebens und Treibens hat der greise Verfasser einen dankenswerten Beitrag für die Kulturgeschichte der Juden im vier en Dezennium des 19. Jahrhunderts, also knapp bevor diese die Gleichberechtigung mit den übrigen Staatsbürgern erhielten, gegeben. Dass das Buch grosses lokales Inter sse finden wird, ist begreiflich; es hat aber auch Anspruch auf allgemeines Interesse, namentlich die Beschreibung des von der Chewra-Kadischa veranstalteten Brude mahles (Kap. I), einer Familianten- und Emigrantentrauung (Kap. 11), des Wochenplanes einer jüdischen Familie (Kap. XII), der besteh* nden Gebräuche, der Leipniker Jescbiba (Kap. XIV) u. a. Aus der Schilderung des Rosch-Haschonoh und des Jaumkipur sei hier folgende drollige Erzählung wiedergegeben: Am Rosch-Haschonoh und- Jaumkipur konnte der Chasan schon aus physisch, n Gründen das Vorbeten alle n nicht besorgen. Da behalf man sich, indem man stimmbegabte, würdige Balbatim, denen Noten eine »terra incognita« waren, mit dem Vorbeten der drei Musafim — zwei am Rosch - Haschonoh und einen am Jaumkipur — betraute. Ein derartiges Vorbeten galt für den Betreffenden als eine grosse Ehrung und Auszeichnung und es gab iele Intriguen, um solcher Auszeichnung würdig bezw. teilhaftig zu werden. Da die »gottbegnadeten Sänger«, als solche mieten sie sich, schon mehrere Wochen vorher wussten, welches Mussaf sie vorbeten werden, so hatten sie genügend Zeit, steh gesanglich vorzubereiten. Die Vorbereitung bestand darin, dass sie während dieser Zeit dem Spiel der christlichen Musikanten und den Leierkästen mit Aufmerksamkeit zuhörlen. Infolgedessen geschah es nicht selten, dass sie den »Mechalkel-chajim« mit einer Me odie aus den »Lustigen Weibern yon Windsor« oder aus »Dm Juan«, den »ILmezane Ta kef« nach der Melodie des Krönungsmarsches im »Propheten« od* r der »Zauberflöte« und die »Keduscha« mit der Arie aus »Rigoletto« oder nach dem Scherzo aus dem »Sommprnachtstraum« vortrugen. Die Familiengeschichte des Verfassers ist gleichzeitig die Geschichte einer vornehmen jüdischen GhePolämilie. Dass sich vie e der mitgeteilten Er ähiungen dun h Tradition erhalten haben, weiss ich am besten, da ich sie heute noch von meiner Grossmutb*r, der Gattin des auf S. 33 des besproch nen Buches eiwähnten jüdischen Bäckers, bei dem »trotz der Ab/eichen auf den Geschirren Verwechslungen des Schalet Vornamen«, zu hören bekomme. Der Wunsch des Verfassers, »auch das Interesse weiterer Kreise für sein Buch zu erw cken«, wird hoffentlich in Erfüllung gehen. Es sei noch darauf hingewiesen, dass der Reiner.rag des Buches für die Chewra-Kadischa in Olmütz bestimmt ist. Josef Bonfils (Tobh Elem) und sein Werk Sophnath Pane ah. Ein Beitrag zur Peutatenctiexe^ese des Mittelalters Vom Unive - sitäts Dozenten Dr. D. Herzog, Rabbiner für Steiermark, Kärnten un i Kram in Graz. Erster Halbband. Herausgegeben mit Unterstützung der „Gesellschaft zur Pördarung deutscher Wissenschaft, Kunst und Literatur in Böhmen“. Hei >elberg 1911. Carl Winters Universitätsbuchhaudlung. Preis Mark 15. giruflmfttttt Dr. S. M Humpoletz. Wenden Sie sich an Dr. P. Heinrich (Friedhotam ), Wien, 1, Scitrimettrngasse 4. Dr. S. M. Die Ja-gonzeitung „Die Stimme" ist ein bekanntes Miisionsolatt und iollte in keinem jüd schen Hruse geduldet werden. Die geschäftige Judenmission, von deren Geld, wie viele andere seeleniängeriiche P eßprodukte, auch „D»e Stimme" erhalte« wird, hängt bloß ew palästinafreundliches Mäntelchen um, weil sie glaubt, auf diese W-nse dte Idealist sche jüdische Jugend leicöfer in ihr N tz emfangen su tonnen. Da . der amenkani'che Pastor Russell feinen N imn zur P opaganda für „Die Stimme' hergibt, ift nur etn neueihctjer Beweis dafür, daß er selbst B'-nifsmiisionär ist. Sie tun also gut daran, wenn Sie sich von dem E > fl ff dufer B älter und Traktätchen fe'nhalteu und auch m Ihrem Kiene in dieser Richtung aufklännd w rkeu. Eldorado. Wrr w ff-n es, daß man über den Wert der Veröffentlichung rer U bertriiteitfte nicht übercü de,selben Meinung ist. S-e nennen Wien das „Eldo ado der Tanflastigen". Dies ist nur insoferne richtig, als W en eine Großstadt ist. in welcher der F emde leicht unbemerkt bleibt u> d die über ies wwobl für Galizien a.S auch für Rußland und Rumänien die nächstlieg nde G oßstodt ist, in welcher ausländische Juden sich ungestö t auftmlie» können. D sbalb kommen so viele Juden aus anderen Städten und Ländern, d e sich unai ffäll'g aus dem Judentum schleichen wollen, nah Wien, um die Liste der Tiufluige zu vergrößern. Dies auf das Ko,to der Wien rJrioenichnft zu setzen, wä e sicherlich u'gerecht. Uebeidies wü de eine g ünouche Statistik, deren Veröffentlichung allerdings erwünscht wäre, sicherlich ergeben, daß die „Austritte" zum verhältnismäßig großen Teil „Rücktritte zum Christentum" sind. Die betreffenden Personen, die seinerzeit» w-'il es ihnen wahischeinuch nicht so angenehm als nützlich erschien, zum Judentum üZertraten und nun, da die Utilitätsgtüade wegflelen» wieder zum Chrlstentum zmücktreten. Notiz. Jüdische Bühne. Direktion: M. Siegler. „Hotel Stefanie*, II., Tavorurnße 12 Ab Freitag den 12. Männer und täglich: Neu! „Tante Z l p o j r e". Neu! — Sonntag den 14. Jänner, nachmittag halb 4 llyr: „Das Tojrale", Operette von I. Peer. — Dienstag den irt. Jänner: „D er Ieschiwe Bocher", Lebensbild von N. Rakow. — Mittwoch den 17. Jänner: „Opferung I f a k s vo A. Goldfaden. — Donnerstag den 18. Jänner (Wodltätigk irsvorsfillung) : „Der Jüdische Hamlet" von Salotorcwski. Theodor Herzl, Feuilletons Soeben erschienen die berühmten Herzl'iche» Feu lLtons ,u zweiter Äuflige und verweisen wir unsere Leser auf den beiliegenden Prospekt der bestbekanmen Buchhandlung R. Lowrt, Wien. I., Rstenturmst aße 22. Au unsere geehrten Aholluellten! Wir bittei um rechtzeitige Erneuerung ds* Abonnements, damit in der Zusendung d.s Blattes keine Verzögerung eintrete. Die geehrten A o inenten wardm enucht, bei Einsendung des Abonnementsbetrages den zugesandten Posterlagschein zu benützen. Bezugspreise r Für Oesterreich-Ungarn: Ganzjährig K 16.—, halbjährig K 8 —, vierteljährig K 4.—. Für Deut chland und alle übrigen Länder: Ganzjährjq K 21.—, halbjährig K 10.—, vierteljährig K 5.—. IMe Administration. Vorstand der israelrtisrhen KuituSgemernde Wie». Auf Grund des Statutes der israelitischen Kultusgemeinde Wien hat in der Plenarsitzung vom 7. Jänner 1912 die Wahl der B'ze.Präfidenten und der Vertreter stattgefunden. Das Berit eter-KoÜegium besteht nunmehr aus nachbenannte» Herren: Präsident Dr. Alfred Stern (gewählt in der Plenarsitzung vom 6. Jänner 1910 für eine 3 jähcige Funktionsdauer). I. Vize-Präsident Dr. Gustav Kohn; II. Vrze-Präfident k. k. Hofrat Dr. Benjamin Rappaport; Vertreter: Salo Cohn, Mox Frank, Dr. Leopold Kohn, kais. Rat Siegmund K a u d e r s, Wilhelm K u f f n e r, Univ.'Prof. Dr. Josef Pollak, Dr. Markus Spitzer, Dr. Maximilian Steiner. Dr. Theodor Lieben Der Präsident: Ester Sekretär. Dr. Alfred Stern. KONKURS. Der israelitische Tempelverein in Witkowitz sacht einen Kantor and Schochet der auch die Eignung besitzt, als Religionsieht er an den unteren Volkssc mlklatseu zu uuterricuten. Musikalische Bewerber, welche einen Chor leiten können, werden t-evorzngt. Offerte mit Photograph'e und Gehaltsausprachen sind bis znm 15. Febmar 1912 zu richten an den israelitischen Tempelverein in Witkowitz (Mähren). Für den Vorstand des israel. Tempelvereines Witkowitz (Mähren): Eme.-ich Rosen!)er g. Singer Latzi. TnnrrOT» Monvi absolvierter Mittelschüler, der dentlu.dillll »cueu, polnischen und englischen Sprache in Wo t und Schrift vollkommen mächtig, bittet nm passende Beschäftigung. — Gell. Zuschriften an Pb. Keifer, XX., Treustrasse 47/17. G.

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