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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-01-21 · 3 (21.1.1910) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
3 (21.1.1910)
Date
1910-01-21
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Sette 54 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. 3 schütze. In ebenso herzlicher, wie launiger Weise sprach der Bürgermeister zu den Schulkindern und gab seine besondere Zufriedenheit mit ihren gesanglichen und deklamatorischen Vorträgen kund. Zum Schluß gedachte er in patriotischen, warmen Worten unseres Kaisers und pries ihn als den treuen Hüter und Förderer.des österreichischen Schulwesens. Im weiteren Verlaufe des Festes wurden seitens der einzelnen Redner die Verdienste des Jubilars hervorgehoben - insbesondere seitens des Landesschulinspektors Hofrates Dr. Karl Ri eg er und des Bezirksschulinspektors August Hofer, die beide der Wirksamkeit des Oberlehrers Weber im Verein zur Unterstützung taubstummer Kinder gedachten. Volkstümlich-literarische Vorstellungen im „Jüdischen Theater". (II., Taktstraße 13, Hotel Stefan-e.) ' Der akademische Verein „Jüdische Kultur" hat das Arrangement einer Reihe von volkstümlichen Vorstellungen im „Jüdischen Theater" übernommen. Der Zweck dieser Vorstellungen ist. dem jüdisch verstehenden Publikum künstlerisch abgerundete Vorstellungen bei ermäßigten Preisen zu bieten. Die erste Vorstellung findet Sonntag den 33. Jänner 1910. um 3V- Ubr nachmittags statt. Zur Aufführung gelangt „Sappho", Drama in 4 Akten von Jakob Gordin. Es ist zu erwaäen, daß diese Vorstellungen einen zahlreichen Besuch aufweisen werden, um auf diese Weise es zu ermöglichen, daß ein auf künstlerischen Grundsätzen basierendes jüdisches Theater in Wien seinen Eingang findet. Die Vorstellungen beginnen mit einem Zyklus aus den Werken Jakob Gordins. Wien. Montag den 31. Jänner 1910, 8 Uhr abends, findet in Brosche Hotel „Zum weißen Engel". X1II/1, Hietzinger Hauptstraße 3, die ordentliche Generalversammlung des Tempelvereines XIII. Bezirk statt. Wien. Im „Kaiserin Elisabeth-Lehrmädchen und Arbeiterinnenheim" findet ein armes isr. Mädchen im Alter von 14—16 Jahren, welches sich der Hauswirtschaft widmen will, vollkommen unentgeltlich Unterkunft und Verpflegung während der für 1 Jahr berechneten Dauer ihres Lernzeit. Gesuche bis längstens 28. Jänner 1910 an das Präsidium des Vereines, II.. Malzgasse 7. Verein der Sabbatfreunde „Schomre-Schabbos". Zu dem am 24. d. M., 8 Uhr abends, im Festsaale des „Hotel Central", II., Taborstraße 8, stattfindenden Vortrage des Herrn Jakob R o s e n h e i m aus Frankfurt a. M. ladet die Vercinsleitung hiemit ein P. T. Publ-kum ein. Thema: „Zeitgemäße Betrachtungen beim Scheine der Sabbathlichter." Dem Vortrage schließt fich eine Diskusson an und wird ausdrücklich bemerkt, daß separate Einladungen diesmal nicht ergehen. Wien. Der Allgemeine Krank enun teerst ützungsvereiu „M enschenliebe", Wien, IX., versendet soeben seinen Jahresbericht pro 1909. Wie wir demselben entnehmen, hat dieser Verein seit seinem kurzen Bestände über K 20.000.— für rein humanitäre Zwecke verausgabt und verfügt schon über das namhafte Vermögen von nahezu X 7000.— (darunter um K 4500.— Lose, an deren eventuellen Gewinnsten die Vereinsmitglieder partizipieren). Einen Auszug aus dem Jahresberichte bringen wir im heutigen Blatte. Wien. Der Verein zionistischer Hochschüler „Theodor Herzl" veranstaltet, wie bereits mitgeteitt, Sonntag den 23. Jänner im Kursalon einen jüdisch-literarischen Abend. Die Veranstaltung, deren Zweck es ist, ein Bild jüdisch-literarischen Schaffens im Osten und Westen zu geben, hat folgendes im Programm: Vortrag Martin Bubers (Berlin) über das jüdische Kulturproblem, Vorlesung Jakob Wassermanns gedruckter und ungedruckter Dichtungen, Rezitation oj.jüdischer Dichter vom k. k. Hofburgschauspieler Konrad Loewe. Der Kartenverkauf hat bereits begonnen. Karten zum Preise von K 10, 6, 4, 3, 2.50 oder K 2 sind zu beziehen durch Guttmanns Hofmusikalienhandlnng und durch den Verein, Vlll, Alserstraße 7, täglich von 7 bis 9 Uhr abends. Wien. (B eth aus-Verein „Montefiore", II., Taborstraße 38.) Samstag, den 22. Jänner d. I., vormittag 10 Uhr wird Herr Rabbiner cand. Dr. Moritz F l e s ch einen Vortrag hallen. Gäste willkommen. Wien. (Israelitischer Bethausverein „Am Volkert".) Der israelitische Bethausverein „Am Volkert" beruft für Dienstag den 25. Jänner 1910, abends präzise halb 8 Uhr, die 33. ordentliche Generalversammlung im Restaurationslokale II., Mühlfeldgasse Nr. 1, mil der üblichen Tagesordnung ein. Wien. (Lese- und Redehalle jüd. Hochschüler in Wien.) Herr Koll. cand. phil. Fritz Frankl hält Samstag, den 22. Jänner, 71f9i Uhr abends einen Vortrag: „Apion als Jüdenhasser." Gäste herzlich willkommen. Ort: Lese- und Redehalle jüd. Hochschüler, IX., Hahngasse 15. Wien. Das Vorkränzchen der „Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler in Wien", das am 1i. d. M. im Saale des „Hotel Post" stattfand, nahm einen glänzenden Verlauf. Es waren Vertreter fast sämtlicher jüdisch-akademischer Verbindungen und Korporationen erschienen. Das Tanzarrangement lag in den Händen des bewährten Tanzlehrers Rudolf H eimann, In animiertester Stimmung verliefen die Stunden und .mit dem Bewußtsein, sich sehr gut unterhalten zu haben, verließen in den Morgenstunden die Gäste den Tanzsaal. Die Wohltätigkeitsakadeutie, deren Neinerträgnis größtenteils der neuerrichteten, jüdischen Mensa und armen jüdischen Hochschülern zufließt, findet am 25. d, M. im Kursalon statt. Ihre Mitwirkung haben zuaesagt: Herr Klaviervirtuose Alfred Grünfeld. Fräulein Hedwig Frauekllo-Kanffman von der. Hofoper, Fräulein Grete Bock und Herr Gustav Morgan vom Josefstädter Theater, sowie Herr Konzertmeister Berthold Salander Der Kartenvorverkauf bat bereits begonnen und herrscht nach den Karten rege Nachfrage. Die noch vorhandenen Karten sind bei den Komiteemitgliederntäglich in der Zeit von 5 bis 7 Uhr abends in der Halle, IX., Hahngasse 15, und in Gutmanns Hofmusikalienhandlung, I., Operngaffe l, erhältlich. Wien. Dienstag, den 25. Jänner 1910, präzise 8 Ilhr abends, findet im Lehrsaale des jüdischen Schulvereines, X., Hasengasse 7, die 34. ordentliche Generalversammlung des Isr. Tempelvereines für den X. Gemeindebezirk Wien (Kaiser Franz Josefs-Iubiläumstempel) statt. Sl Wien. Der humanitäre Geselligkeitsverein.der „P o h r l;i tz e r" in Wien veranstaltet Samstag den 29. d. M. in den Sälen des „Hotel Central", II., Taborstraße, ein Kostümekränzchen, zu welchem Freunde und Gönner des Vereines höflichst geladen werden. Das Reinerträgnis fließt zur Gänze dem Unterstützungsfond des Vereines zu. Karten sind bei den Ausschußmitgliedern und an der Kasse erhältlich. Wien. (Beth-HamidraschTalmud-Thora, II. Bez., Malzgasse 16.) Freitag den 21. Jänner 1910, abends halb 8 Uhr, findet daselbst ein Vortrag des Herrn Oberlehrers Jakob Kohn statt. Thema: „Die Juden am Ausgange des Mittelalters". — Samstag den 22. Jänner 1910. 3 Uhr nachmittags Vortrag Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Armand Kaminka. Thema: „Der Amoräer R. Jochanan und R. Simon b. Lakisch". Talmud-Thora-Schule. Mit diesen Zeilen will ich es versuchen, eine alte Schuld zu tilgen. Seinerzeit trug ich mich gegen die Talmud-Thora-Schule mit gewissen Vorurteilen, so daß ich, wo immer ich Einfluß zu nehmen hatte, vom Besuche dieser Anstali abriet und abhielt. Wie ein oberflächliches Aburteilen in die Irre führen kann, habe ich da erfahren. Seit zwei Jahren habe ich Gelegenheit, diese Anstalt genau kennen zu lernen und kann nicht bloß ihre Leistungen, sondern die gesammte Führung und Ordnung, die mitunter musterhafte Disziplin nicht genug anerkennen. Dennoch, die Schule krankt, sie krankt an unserer allgemeinen Teilnahmslosigkeit, krankt an den mangelhaften, zur Verfügung stehenden Mitteln, die eine Entwicklung des Institutes verhindern. Die Talmud-Thora- Schule beruht teils auf Subventionen, teils auf Mitgliederbeiträgen (7 Kronen pro Jahr) und endlich auf dem Ertrage des sehr niedrig gehaltenen Schulgeldes. Mit Mühe und unter steten Sorgen halt der sehr würdige Vereinsvorstand den Bestand der Schule aufrecht, besserer Zeiten harrend. Nötig wäre die Ausgestaltung der bisher fünfklassigen Volksschule zu einer Volks- und Bürgerschule; es hat wenig Sinn und Nutzen, die Knaben bis zur 5. Klasse im Geiste der Anstalt zu unterweisen, üm sie dann dem fremden Elemente auszuantworten, gerade in den Jahren, in denen die Urteilsfähigkeit reist, die Eindrücke sich festigen und maßgebend werden können für das ganze Leben. Eine solche achtklassige Unterrichtsanstalt wäre insbesondere eine treffliche Vor- und Pflanzschule für künftige Lehrer und Theologen; das hebräische Wissen muß von srühauf miterlebt werden, soll es nicht ein Afterwissen sein. Für die gegenwärtigen Lehramts-

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