Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 26 (1909)
- Issue
- 48 (26.11.1909)
- Date
- 1909-11-26
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3020846-3021818-3021867--18825-3043774- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 48 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 731 Literatur. Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde. Herausgegeben von Dr. M. Gr unw aid. 32. Heft. Leipzig 1909. M« W. Kaufmann. In diesem Schlußheft des 12. Jahrgavges der Grunwaldschen Mitteilungen besinnt Dr. W a ch st e i n eine für Wien besonders interessante Veröffentlichung über die Gründung der Wiener C h e w r a - K a d ischa im I a hre 1763. Der auf dem Gebiete der Wiener jüdischen Familiengesd ichte gründlich bewanderte Verfaffer liefert hier einenbedeursamen Ausschnitt aus dem wechselreichen Bild der Vorzeit unserer Kullusgememde. Fast das ganze Heft ist übrigens der Kulturgeschichte der Juden Oesterreichs gewidmet. Der Galizianer Wölwel Zbarazer wird von Professor Weißberg in einem stimmungsvollen Aufsatze vorgeführt, Dr. Marmorstein spricht die Vermutung aus, daß Eisak Tyrnau nicht, wie bisher angenommen wird, ein Ungar, sondern ein Oesterreicher war. I. Krampfliczek gibt einige Notizen über Austerlitz, Landsberger, Lewin und Fürst steuern Notizen bei, die zum Teile auf frühere Hefte der „Mitteilungen" bezug nehmen, Z e i t l i n verzeichnet ein chassidisches Exlibris. Das Hrft bietet außer dem Porträt Zbarazers auch eine vhotographische Aufnahme des Bittbriefes der Wiener Gemeinde an die in Venedig im Jahre 1670. Das Versehen des Druckers beim Einsetzen dieses Klisches wird durch die Nachlieferung der betreffenden Seite in richtiger Ausführung durch den Verlag ausgeglichen. Wir können auch dieses Heft mit wärmstem Glückwunsch begleiten. R. 8. Max Brod, Die Erziehung zur Hetäre, Verlag Axel Junker Berlin-Stuttgart-Leipzig 1909. — Umschlagszeichnung von Luzian Bernhard. 153 Seiten, Preis broschiert 2 Mk. 50 Pf. (gebunden Mk. 3-50). In den beiden Erzählungen „Die Erziehung zur Hetäre" und „Ausflüge ins Dunkelrote", die uns Dr. Max Brod in seinem neuesten Werke darbietet, ist das Thema: Der Sieg der unverfälschten Natur Über alle Künstelei . . . Der junge Dichter geht auch in diesem an feinen und spannenden Episoden reichen Buche seine eigenen Wege, und man darf begierig sein, wohin sie ihn noch führen werden. — Der klare, schöne Druck verdient Anerkennung. Mr. Dr. August Wünsche. Aus Israels Lehrhallen. Band 4. Kleine Midraschm zur jüdischen Ethik, Buchstaben und Zahlen-Symbolik, zum ersten Male übersetzt. Leipzig. Verlag von Eduard Pfeiffer. 1909. Preis broschiert M. 7.80, gebunden M. 8.80. Kriefkaste«. Wir erhalten folgende Berichtigung: An die Redaktion Dr. Blochs „Oesterreichische Wochenschrift", Wien. In Ihrer Nummer 45 brachten Sie unter „Briefkasten" eine Notiz „National", wonach Sie es für nicht genug wichtig halten, es hervorzuheben, daß sich in der letzten Austrittsliste ein gewesener Präses der „Unitas" befindet. Unter Berufung auf § 19 Pr.-G. berichtigen wir, daß weder in der letzten Austrittsliste noch auch in einer der vorhergehenden ein Präses oder sonst ein Mitglied der „Unitas". weder ein derzeitiges noch ein gewesenes, enthalten war. Für die Jüdisch-akademische Verbindung „Unitas", kl.gr. E. Weiß, lech. Dr. Wolf, dz. * dz. *** Von anderer Seite werden wir ersucht, zu konstatieren, daß Dr. Walter Nagelstock, derzeit Arzt rn Bad Ischl, ein führendes Mitglied der jüdisch-akademischen Verbindung „Unitas" war und häufig bei Kommersen die jüdisch-nationale Tendenzrede hielt. „8tufi. philos." Wir können Ihnen nur bestätigen, daß Professor Herzen in Lausanne ein Enkel des berühmten Alexander Herzen, der einer altrussischen Familie entstammte, ist. Der bekannte Strafrechtslehrer Profeffor v. Liszt entstammt einer alten katholischen Familie. B. I. Die gewünschte Adresse ist: II., Obere Donaustraße 85. „Kunstjünger." Die Gravierkunst war von jeher bei den Juden heimisch. Ja, Schudt will sogar Lewin Josef, den Graveur König Friedrichs I., als den Erfinder der Kunst, in Diamant zu stechen und Figuren darauf zu schneiden, ausgeben. Interessant ist es aber, was I. G. Meusel in seinen „Miszellen artistischen Inhalts" (Berlin 1785) darüber schreibt. Er behauptet, daß „die Methode, mit Diamantenpulver Figuren in Stein zu schneiden, in den Abendländern nicht eher bekannt wurde, als nachdem das Geschlecht der wahren Künstler unter der Regierung der römischen Kaiser bereits gestorben war. Ein Teil der Juden zu Alexandrien war bekayntermaßen lange Jahre hindurch gewohnt, sich mit Edelsteinschleifen und -faffen zu ernähren und sich vorsichtshalber nackt ausziehen zu laffen, wenn sie von der Arbeit nach Hause gehen wollten. Als ihnen dort nach und nach das Handwerk gelegt wurde, verbreiteten sie sich in die übrigen Provinzen des römischen Reiches, und diesen Flüchtlingen haben wir vermutlich die Handgriffe des heutzutage üblichen Steinschneidens zu danken." Es ist das ein sehr dankenswertes Verdienst, das sich die Juden um die Verbreitung eines wichtigen Kunstzweiges erworben haben ^nd das in der Geschichte unerwähnt blieb. Man hat bisher geglaubt, daß bei den Juden die Entwicklung dieser Kunst schon durch ihren Kultus gehindert war, wie es in dem Artikel „Steinschneidekunst" in Brockhaus' Konversations-Lexikon heißt. Das ist ein Irrtum. Gustav S. Unbedingt notwendig, aber nicht gefährlich. Direktor M. L. in Lemberg. Die historische Veranlassung, daß die Preßburger jüdische Gemeinde dem Kaiser alljährlich Martinigänse mittelst einer Deputation überreicht, genau festzustellen, ist bis jetzt nicht aelunaen. Jul. K., St. Pölten. Spanische Juden sind nach ihrer Ausweisung aus Spanien nach Galizien nicht gekommen. R—ch. Bei dem Baue des Suez-Kanals war auch ein Oesterreicher, und zwar der vor einigen Jahren in Wun verstorbene Ingenieur Moriz Bader hervorragend tätig, und zwar vom Beginne bis zur Vollendung desselben. Ingenieur Bader hat auch durch eine Reihe von Jahren, nachdem er durch Verleihung des Franz Josiph-Ordens ausgezeichnet worden war, die Stelle eines österreichisch-ungarischen Konsuls bekleidet Ida Schönhauser Hermann Tauber k. k. Steueramtsasaistent Ung.-Brod Pohrlitz Verlobte. Elisabeth Ungar-Stiftung fOr Rabbinatskandldaten. Anzahl der Plätze: Unbestimmt in Beträgen von K 200 bis K 500 zusammen K 2400.—. — Bewerbungsberechtigt sind: 1. ordentliche Hörer a) der isr. theolog. Lehranstalten in Wien oder anderer israel. theol. Lehranstalten der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder ohne Rücksicht auf die Staatsbürgerschaft, b) einer in Ungarn oder in Deutschland befindlichen israel. theolog. Lehranstalt, vorausgesetzt, dass nach dem Lehrplane und den Hinrichtungen dieser Anstalt der Unterricht des Talmuds daselbst für alle Hörer und in allen Jahrgängen einen obligaten Lehr- und Prüfungsgegenstand bildet; 2. absolvierteHörer der vorbezeichueteu Lehranstalten, insofeme seit Ablauf der vorgeschriebenen Studienzeit in der betreffenden Lehranstalt ein Zeitraum von zwei Jahren noch nicht verstrichen ist, die Absolventen die Rabbinatsprütung noch nicht abgelegt und das Amt eines Rabbiners noch nicht bekleidet haben oder bekleiden; 3. sonstige israelitische Studierende, welche sich durch ein Zeugnis eines in amtlicher Stellung befindlichen Rabbiners über eingehende Kenntnisse des Talmuds, sowie mit glaubwürdigen Bestätigungen darüber auszuweisen vermögen, dass sie sich für den Beruf eines Rabbiners heranbilden. Bewerber, welche als ordentliche Hörer eine der sub 1 b bezeiehneten Lehranstalt besuchen oder absolviert haben, sowie Bewerber dev sub 3 bezeichneten Kategorie müssen dem österreichischen Staatsverbande angehören. — Gesuchsbeilagen: Geburtsschein, Mittellosigkeitszeugnis, Nachweis über sittlich-religiösen Lebenswandel, sowie die für die Kompetenzberechtigung im Sinne der vorstehenden Bestimmungen erforderlichen Studiennachweise. — Letzter Tag der Einreichungsfrist: 20. Dezember 1909. — Einreichstelle: L, Seitenstettengasse 4, II. Stock (Einreichungs - Protokoll). — Näheres in den von der Einreichsteile unentgeltlich erhältlichen Gesuchsbögen. Wien, 20. November 1902. Der Vorstand _der israelitischen Kultusgemeinde Wien. Danksagung» Für den seitens eines anonymen „Verehrers“ mir übermittelten Betrag von K 100 zur Anschaffung eines Ornates, spreche ich dem Spender öffentlich meinen herzlichsten Dank aus, wobei ich bemerke, dass mich weniger die materielle Spende als solche, als vielmehr die damit zum Ausdruck gebrachte Ehrung meines Standes und meiner Wirksamkeit hoch erfreut hat. Olmütz, im November 1909. Dr. B. Oppenheim, Rabbiner. Ziniz-Stiftung. Die Zunz-Stiftung unterstützt nur diejenigen unsredruckten Arbeiten durch eine Beihilfe zu den Druckkosteu, welche in philologisch-historischer Methode die Wissenschaft des Judentums fördern. Die Antragsbriefe sind in deutscher Sprache und begleitet von der ganzen Arbeit oder von einem für eine Beurteilung ausreichenden Teile, bis zum 1. April 1910 dem Vorsitzenden einzureichen. Für 1910 sind 1200 Mark verfügbar. Berlin, Bendlerstr., 10. November 1909. F. Liebermann, Dr. H. V. Simon, Vorsitzender. Justizrat.