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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1907-06-28 · 26 (28.6.1907) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
24 (1907)
Issue
26 (28.6.1907)
Date
1907-06-28
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 26 Dr. Llvcb's MocbenscbrM. Sette 433 und Forschung gefährde und daß im Zionismus klerikale Tendenzen vorwalten. Dies ist im Allgemeinen eine Unwahrheit, die eine totale Unkenntnis der zionistischen Bewegung verrät, gegenüber Dr. Mahler eine bewußte tendenziöse Herabsetzung. Wer für freie Forschung und Wissenschaft ist, darf eine ehrliche, politische und nationale Gesinnung eines freiheitlich gesinnten Dozenten nicht zum Gegenstände einer unwürdigen Hetze machen. Wir erblicken und achten in Dr. Mahler den ehrlichen, stolzen Juden, der ohne jede Feindschaft gegen ein anderes Volk nur als das gelten will, was er ist, und mutig die Interessen seiner Nation vertritt. „Bar-Giora", „Bar-Kochba",' „Esperanza", „Jüdische Kultur", „Jvria", „Kadimah", „Makkabaea", „Theodor Herzl", „Unitas", „Zephyra" (Wien), „Barisfia", „Bar-Kochbar" (Prag), „Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler", „Veritas" (Brünn), „Hasmonäa" (Krakau), „Emunah", „Judäa" (Lemberg), „Emunah", „Hasmonäa", „Hebronia", „Zephyra" (Czernowitz). Wien- (Auszeichnung.) Anläßlich der am 23. Juni 1907 abgehaltenen Schlußfeier der fachlichen Fortbildungsschule für Uhrmacher in Wien wurde der Lehrling Rudolf L ö w y, Sohn des bekannten Uhrmachermeisters Emanuel Löwy, Wien, 1., Dorotheergasse 8, mit dem ersten Preise, der silbernen Medaille der Niederösterreichischen Handels- und Gewerbekammer, ausgezeichnet. Wien. Herr Rabbiner Jg. Schulhof (IX., Universitätsstraße 8) feierte am 21. Juni mit seiner Gemahlin Julie das Fest der silbernen Hochzeit im engsten Familienkreise. Erweiterungsbau des israelitischen Versorgunzshauses. Die israelitische Kultusgemeinde plant seit Langem eine Erweiterung des Alterversorgungshauses in der Seegasse im IX. Bezirk. Das Baukomitee hat in der Sitzung vom 17. d. M. den Erweiterungsbau konform nach den Plänen des k. k. Baurates W. Stiaßny beschlossen. Von den fünf eingelangten Offerten fiel die Wahl auf das des Stadtbaumeisters Arnold B a r b e r. Der Bau wird noch in diesem Jahre ausgeführt und vollendet und wurde dem Stadtbaumeister Arnold Barber übertragen. Klara Selzer. Am 23. Juni wurde hier Frau Klara Selzer, städtische Lehrerin erster Klasse, zu Grabe getragen. Die Verblichene stand im 50. Lebensjahre und wirkte seit 1874 im städtischen Dienste, seit 1878 an der Mädchenschule in der Novaragasse. Obwohl seit fünf Jahren leidend, oblag sie trotzdem mit unentwegter Pflichttreue ihrem schweren Berufe. Zu Beginn des laufenden Jahres verschlimmerte sich das Leiden derart, daß ein operativer Eingriff vorgenommen werden mußte. Trotzdem wurde das Uebel immer schlimmer und nach mehrmonatlichem, furchtbarem Leiden erlag die arme, schwergeprüfte Dulderin am 21. Juni der tückischen Krankheit. Die Hingeschiedene hing mit hingebungsvoller Liebe an ihrem heiligen Berufe und allerseits wurde ihre unentwegte Pflichttreue im Amte und die unbegrenzte Liebe zur Schuljugend gerühmt und anerkannt. Als Gattin und Mutter war sie von staunenswerter Aufopferung und Selbstverleugnung, die die Bewunderung aller erweckte, die das Glück hatten, dieser seltenen trefflichen Frau näher zu stehen. Mit jedem Blutstropfen, mit jeder Fiber ihres treuen Herzens hing sie an den Glauben ihrer Väter, erzog sie ihre Kinder im Geiste der jüdischen Religion. So bescheiden und anspruchslos sie im Leben war, so einfach und würdig gestaltete sich das Leichenbegängnis. Kein Prunk, kein Pomp, kein Aufsehen — das war ihr Wunsch. Trotzdem fanden fich zahlreiche Freunde und Freundinnen, Kollegen und Kolleginnen, sowie zahlreiche Schülerinnen in Begleitung ihrer Eltern zur letzten Ruhestätte ein. Der Lehrkörper der Anstalt mit seinem Oberlehrer Herrn Ignaz Weber gab der geliebten Kollegin korporativ das letzte Geleite. Große Bewegung wurde allgemein bemerkbar, als der k. k. Bezirksschulinspektor Herr Professor Karl Schwalm erschien, der den weiren Weg nicht scheute, um der braven jüdischen Lehrerin die letzte Ehrung zu erweisen. Dank, besten Dank sei ihm hiefür namens aller Leidtragenden, wie nicht minder seitens der Lehrerschaft ausgesprochen.*) An der Bahre pries Herr Oberlehrer Weber in tiefbewegten, ergreifenden Worten die großen Verdienste und Vorzüge der Verblichenen. Am Grabe nahm Lehrer Schulhof namens der Schuljugend mit warmen Worten Abschied von der geliebten Lehrerin und Kollegin. Friede ihrer Asche! Ehre ihrem Angedenken! Leopold Schulhof. Bildungsanstalt für Kindergärtnerinnen und Kinderpflegerinnen. An der mit der israelitischen Kinderbewahranstalt, II., Schiffamtsgaffe 15, vereinigten und mit dem Oeffentlichkeitsrechte versehenen Ersten Bildungsanstalt für Kindergärtnerinnen fanden am 18. Juni d. I. unter dem Vorsitze des Herrn k. k. Landesschulinspektors Dr. Karl Rieger die Befähigungsprüfungen statt, bei welchen sämtliche erschienenen Kandidatinnen approbiert wurden. Anmeldungen für den 40. Jahreskurs der Bildungsanstalt für Kindergärtnerinnen und den mit dieser verbundenen Bildungskurs für Kinderpflegerinnen (erforderliches Alter: das vollendete 16, bezw. 14. Lebensjahr) werden bei der Direktion entgegengenommen, welche auch über Wunsch Prospekte versendet. Bisenz. Hier wurde unter der Beteiligung der gesamten jüdischen Einwohnerschaft der 86jährige emeritierte Rabbiner und Religionslehrer am Gymnasium zu Ung.-Hradisch Dr. Jakob Grünwald zu Grabe getragen. Die irdische Hülle des Verblichenen wurde erst in den Tempel und dann auf dem Friedhofe gebracht, wo Rabbiner Herr Dr. Hoff eine tiefempfundene Ansprache hielt, während Herr Oberkantor Weiß die kantoralen Funktionen übernommen hatte. Herr Dr. Hoff hob in ergreifender Weise die großen Verdienste des Verewigten als Schriftgelehrten und Jugendbildner hervor und ließ auch die vor einem Jahre Heimgegangene edle Gattin desselben nicht unerwähnt, mit deren Hilfe der nun Entschlafene Kinder erzogen hat, die an Geistes- und Herzensbildung, sowie an kindlicher Treue ihresgleichen suchen und von denen die einen mit beispielloser Aufopferung den durch Alter und Schicksalsschläge, besonders aber durch den Tod seines braven ältesten Sohnes, des seligen Rabbiners Dr. Moriä G r ü n w a l d, tiefgebeugten, kranken Vater pflegten, während die anderen jedes Jahr aus allen Ecken der Welt zusammen kamen, nm die greisen Eltern zu sehen und zu ehren. Nun haben, sie ihm in seltener, rührender Kindestreue die letzten Ehren erwiesen. Prestburg. (Allerhöchste Auszeichnung.) Se. Majestät unser König hat den Honorär-Oberphyfikus des Pozsonyer Komitates Dr. Leopold Stein in Anerkennung feiner Verdienste um das Gesundheitswesen und die öffentliche Wohltätigkeit das Ritterkreuz des Franz Joseph-Ordens verliehen. Es braucht wohl nicht gesagt zu werden, daß diese Allerhöchste Auszeichnung wohlverdient ist, denn Dr. Stein erfreut sich in Pozsony und im Komitate der allgemeinsten Wertschätzung und der größten Sympathien. Dr. Stein hat fich während seiner nahezu 47jährigen ärztlichen Tätigkeit nicht nur durch die selbstlose, uneigennützige ärztliche Behandlung tausender armer Kranker, durch feine nahezu 30jährige Mitwirkung im Komitat und im städtischen Sanitätsausschuß große Verdienste erworben, sondern er nimmt im gesellschaftlichen Leben unserer Stadt eine hervorragende Position ein, die er in erster Linie dazu benützt, die verschiedensten Humanitären Bestrebungen werktätig zu fördern. Die israel. Volksküche, das israel. Mädchen-Waisenhaus, die Kinderbewahranstalt, sowie eine Reihe gemeinnütziger An- *) Während der vielbeschäftigte k. k. Bezirksschulinspektor Zeit fand, den Manen der jüdischen Lehrerin Rechnung zu tragen, hat der jüdische Ortsschulrat des II. Bezirkes durch seine Abwesenheit geglänzt. Bei Jubiläen und Leichenbegängnissen christlicher Lehrpersonen hat Herr K l e b i n d e r noch nie gefehlt. Der Einsender.

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