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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1904-12-30 · 53 (30.12.1904) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
21 (1904)
Issue
53 (30.12.1904)
Date
1904-12-30
Page
– (sequence 5)
Language
German
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'Jtr. 53 Dr. Blocb's MocbenscbrM. Seite 853 Beendigung des Krieges mit kaiserlichen Auszeichnungen bedacht. So stoßen wir schon in der Kriegschronik des Jahres 1814 auf einen jüdischen Namen. Korporal Aron Kares erhielt für die während eines Gefechtes bewiesene Unerschrockenheit die silberne Tapferkeitsmedaille. Im Jahre 1848 finden wir das Regiment in Italien. Da heißt es unter anderem: Gemeiner Chie Bohrer der 6. Kompagnie deckte den Rückzug der sich zurückziehenden Abteilung mit dem Gemeinen I. Moor so lange, bis dieselbe 300—350 Schritte rückwärts, also aus dem wirksamsten Feuerbereiche entfernt war. Mit Bajonett und Kolben verteidigten sich diese braven Soldaten gegen die Uebermacht, und als sie umgangen und von allen Seiten eingeschlossen waren, brachen sie sich mit dem Bajonette Bahn, wobei Gemeiner Moor tätlich verwundet wurde. Gemeiner Chie Bohrer erhielt die silberne Tapferkeitsmedaille II. Klasse. Wegen der in der Schlacht bei Novara bewiesenen Tapferkeit und Kaltblütigkeit erhielten Tambour Samuel Fischblatt und Korporal Menasse Vierer eine öffentliche Belobung im Armeebefehle. Das Regiment beteiligte sich im folgenden Jahre an der Niederwerfung des ungarischen Ausstandes. Gefreiter Wolf Alter der 16. Kompagnie hatte sehr viel Mut und Entschlossenheit an den Tag gelegt, seine Untergebenen beim Sturme durch sein gutes Beispiel um so mehr angeeifert, als er, am linken Unterschenkel verwundet, den Gefechtsplatz nicht verließ, sondern mit seiner nicht unbedeutenden Blessur bis zur Beendigung des Gefechtes kämpfend ausharrte. Er erhielt die silberne Tapferkeitsmedaille I. Klasse. Unter den im Gefechte bei Jhaczi Verwundeten befand sich der Unterleutnant Samuel Tarler. Die ruhmreichsten Erinnerungen des Lemberger Hausregimentes datieren aus der Zeit des Schleswig-Holstein'schen Krieges. In einem der Hauptgefechte erfaßte Feldwebel Samuel Einschlag das stürzende Pferd seines verwundeten Hauptmannes bei den Zügeln, hob denselben herunter, trug ihn bis zum Verbandsplätze und kehrte sofort wieder zu seiner Kompagnie zurück. Einschlag erhielt die silberne Tapferkeitsmedaille II. Klasse. — Für sein aneiferndes und kühnes Benehmen erhielt Führer Jsak Bloch dieselbe Auszeichnung. — Führer Jakob Grünthal wurde am Schenkel verwundet, blieb jedoch trotzdem bei seiner Abteilung in erster Reihe, zeigte viel Kaltblütigkeit und wurde erst tags darauf ins Spital gebracht. Ihm wurde die belobende Anerkennung ausgesprochen. — Feldwebel Moses Mayer zeichnete sich nicht nur durch sein kühnes Vorgehen und Aneifern der Mannschaft während des ganzen Gefechtes aus, sondern auch dadurch, daß er mit dem unter seinem Kommando stehenden dritten Zuge, welcher während der vielen Stürme auf die vom Feinde besetzten Knicks hart mitgenommen und bereits erschöpft war, noch freiwillig einen Angriff auf eine doppelt überlegene feindliche Abteilung unternahm und dieselbe durch sein mutiges und entschlossenes Vorgehen aus seiner Stellung vertrieb. Sein tapferes Benehmen verdient eine umso größere Anerkennung, als er zwei Tage vor dem Gefechte vom Regimentsarzte ins Spital bestimmt wurde, weil seine Gesundheit durch die Strapazen herabgekommen war. Er bat aber, ihn nicht ins Spital zu senden, damit er an dem zu gewärtigenden Gefecht teilnehmen könnte. Er erhielt die silberne Tapferkeitsmedaille!. Klasse. — Gemeiner Jankel Schäffer war ebenso mutig als findig, er war stets guter Laune und ein nachahmungswürdiges Beispiel für die Mannschaft bei allen Bewegungen und Angriffen. Auf die feindlichen Plänkler schoß er mit großer Kaltblütigkeit und Sicherheit. Er erhielt die silberne Tapferkeitsmedaille II. Klasse. Während des Gefechtes bei Oberselk machte gegen Abend eine Abteilung Dänen einen Vorstoß. Führer Wolf Träger befand sich in unmittelbarer Nähe, sammelte entschloffen die in der Nähe befindliche Mannschaft, empfing die Stürmenden mit heftigem Feuer und warf sie mit Verlust zurück. Er erhielt die belobende Anerkennung. — Gefreiter Jossel Storch eilte, als Hauptmann Planner, auf einer Anhöhe stehend, die Fahne entfalten wollte und dabei nach jemanden rief, der ihm helfen sollte, sogleich, des heftigen Kugelregens nicht achtend, herbei und eiferte durch dieses Beispiel die übrige Mannschaft zur Unerschrockenheit an. Er erhielt die belobende Anerkennung. Gemeiner Naftali Axhaben weckte durch Aneiferung und verwegenes Vorgehen die Kampflust seiner Kameraden und erhielt die silberne Tapferkeitsmedaille II. Klasse. — Führer Adolf Glaser wurde durch einen Streifschuß an der Brust leicht verwundet, fiel zu Boden, raffte sich jedoch nach einer kurzen Weile wieder auf und trat, obgleich stark blutend, in seine Abteilung. Bei den späteren Angriffen zeichnete er sich, stets an der Spitze seines Zuges, durch vortreffliche Haltung und rastlose Aneiferung der Mannschaft aus. Er erhielt die silberne Tapferkeitsmedaille I. Klasie. — Während des Feldzuges von 1866 nahm das Regiment am Gefechte bei Podol Anteil und es erhielten für ihr tapferes und unerschrockenes Benehmen die silberne Tapferkeitsmedaille II. Klasse: Führer Nussim Schimmel, Gemeiner Osias Wallach, Führer Salomon Peretz; ferner für seine im Treffen bei Jiein an den Tag gelegte Tapferkeit Korporal Simon Jütkes die belobende Anerkennung und für sein hervorragend gutes Benehmen in der Schlacht bei Königgrätz der schon früher belobte Führer Jakob Grünthal ebenfalls die silberne Tapferkeitsmedaille!I. Klasse. Korrespondenzen. Die „Verlassenen Kinder" nnd die Bezirkskommissionen. Nach einem jüngst gefaßten Beschlüsse will der Kultusvorstand die Beaufsichtigung der sogenannten „verlassenen Kinder" hinfort an die Bezirkskommissiouen übertragen. Es ist dies von doppelter Bedeutung, zunächst weil die „verlassenen Kinder" eiucc intensiveren Aufsicht bedürfen, sodann weil diese Kommissionen endlich zu gemeinnützigen Agenden herangezogen werden. Unter der Bezeichnung „verlassene Kinder" sind jene verwaisten oder des Ernährers entbehrenden Kinder zu verstehen, welche ehemals bei christlichen Pflegeparteien, aber durch die Intervention des Kultusvorstandes, seit etwa 10 Jahren bei jüdischen Pflegepurteien untergebracht sind. Die Kosten der Verpflegung werden durch den Magistrat oder durch Vereine unter ansehnlicher Zuzahlung der Kultusgemeinde bestritten. Durch die so erhöhte Zahlung und durch die seitens des Kultusvorstandes geübte Aufsicht sind die diesfälligen Zustände merklich verbessert und zunächst die Kinder vor der Taufe bewahrt worden. Um aber erziehliche Erfolge zu erzielen, reichten die bisherigen Einrichtungen nicht aus. Die Pflegeparteien sind naturgemäß arme Leute: Hausierer, Handwerker, Bedienstete und sohin wenig geeignet, pädagogisch einzuwirken, zumeist auch außer Stande, hygienisch selbst nur dem Notwendigsten zu entsprechen- Um solchen Mißständen zu begegnen, bedürfte es einer anderen Organisation, daher es zu begrüßen ist, wenn durch die Heranziehung der Bezirkskommissionen eine größere Anzahl vertrauenswerter Personen für die Beaufsichtigung jener Kinder interessiert wird. Will man mit bescheidenen Geldmitteln pädagogisch und hygienisch Besseres leisten, so muß vor Allem die Aufsicht eine permanente sein; es wird beabsichtigt, den einzelnen Kommissionsmitgliedern nur je 2, höchstens 3 Kinder zur Aufsicht anzuvertrauen. Eine so bescheidene Aufgabe kann selbst ein vielbeschäftigter Mann erfüllen; wem eine solche Minimalleistung zu viel scheint, der soll überhaupt jene Aufgabe nicht übernehmen. Sache der einzelnen Kommissionen

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