Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1904)
- Issue
- 48 (25.11.1904)
- Date
- 1904-11-25
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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Sette 762 Dr. Bloch's Wochenschrift. Nr. 48 wörtlich. Die Verwaltungsunfähigkeit des Generals KlingenbergW trat jedoch mit besonderer Deutlichkeit in den letzten WochenW zu Lage. Die einberufeneu Reservisten haben bekanntlich imH Gouvernement Mohilew besonders blutige Ausschreitungen veran-' % stallet, unter denen fast ausschließlich die jüdische Bevölkerung i! zu leiden hatte. In Mohilew selbst und fast in allen Städten '! und Städtchen im Gouvernement wurdet! alle den Juden gehörende Häuser und Geschäfte demoliert und geplündert und viele Juden schwer mißhandelt. General Klingenberg tat nichts, um die Unruhen zu unterdrücken und die Ordnung wiederherzustellen. Der neue rustische Minister des Innern, Fürst Swiatopolk-Mirsky, welcher mit den Traditionen des Ministers v. Plehwe auf der ganzen Linie brechen will, hat nunmehr den General Klingenberg seines Amtes enthoben. — Die „Köln. Ztg." meldet aus Kowno: Am 28. v. M. ließ der Polizeimeister von Mohilew, Rodjonow, unter der Landbevölkerung verbreiten, daß in einigen Tagen Unruhen stattfinden würden, bei denen sich die Polizei ruhig verhalten wolle. Sonntag den 5. d. M. begannen tatsächlich russische und jüdische Arbeiter, die letzteren jedoch nur in ganz geringer Zahl, eine Kundgebung gegen den Krieg und gegen den Absolutismus zu veranstalten. Darauf gab Gouverneur Staatsrat Klingenberg den Befehl, man solle die Juden Niederschlagen! Wer dieser „man" ist, vermag man nicht zu sagen, jedenfalls machte sich eine große Anzahl von Bauern auf, mißhandelte die Juden, Weiber, Kinder und Greise, in barbarischer Weise und plünderte 100 Häuser und 25 Geschäfte. Unerhört war das Verhalten Rodjonows. Bei der Fahrt durch die Stadt kam er an einem Hause vorüber, das zu plündern eben ein Dutzend Männer beschäftigt war. Als der Polizeimeister herankam, standen sie stramm und riefen ihm das übliche: „Wir wünschen Gesundheit Euer Hochwohlgeboren" zu. Ein ganz blutig geschlagener Jude kam zu einem Polizeioffizier und bat um Schutz. „Wenn man anfängt, euch totzuschlagen, dann wollen wir schen, was sich machen läßt," lautete die Antwort. Es hat indes den Anschein, als ob es sich bei diesen Vorkommnissen weder um eine ernsthafte Judenverfolgung noch um Ausschreitungen Betrunkener handle, sondern um einen Protest der reaktionären Partei gegen das liberale Vorgehen Swiatopolk- Mirskys. Während der Unruhen wurden nämlich nur Juden verhaftet, die sich zur Wehre gesetzt hatten. An den Minister wurde berichtet, daß das Volk von den obenerwähnten Ruhestörern gegen die Juden aufgereizt worden sei. Die Clique in Petersburg hat unter den Gouverneuren noch viele Anhänger. Klingenberg gehört zu diesen. Jetzt sucht diese Clique zu beweisen, daß nur sie allein in der Lage sei, den Bestand des Waatzes anftrchtzuerhalten, während sich Fürst Swiatopolk-Mirsky auf falscher Bahn befinde. Hoffentlich behält der Minister die Energie, mit der er gegen Klingenberg auftrat, den er seines Amtes entsetzte. VermLscbtes. Krauzablösuugsfpenden zu guuste» der Chetvra-Kadischa Wien, I., Seitenstettengaffe 4 für arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Adolf Rosenbaum: Von Siegftied Rosenbaum K 100.— , Personal der Firma Adolf Rosenbaum X 30.—, Heinrich Schwarz, Brünn X 30.—, Hermann Engel X 20.—, Samuel Adler X 20.—, Alexander Winterberg X 20.—, Benno Rothziegel X 10.-, S. Heit X 10.—, Jakob Kann X 10.—, S. Steiner K 10.—, Salomon Simon X 10.—, Jakob Hirsch X 10.—. Ludwig Herzfeld X 10.-, Moritz Fried X 10.—, Gustav Schlesinger X 10.—, Wilhelm Hahn und Frau X 10.—, Heinrich Bück X 10.—, Gustav Wallis X 10.—, Alexander Korwill XuO.—, Emil Eisner X 10.—, Moritz Weldler X 10.—, Viktor Löbl und Frau X 10.—, Markus Strompf X l0 —, Samuel Bernhardt und Frau X10.—, Arthur Kary X 10. -, Dr. Josef Winternitz X 10.—; zusammen X 420.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Vinzenz Freiherrn von Schey: Von Charlotte Prfibram X 40. . Anläßlich des Ablebens der sel. Frau Jeanette Goldschmidt: Von Viktor Schäffer, Bielitz X 10.—. g Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Edmund F a n t o: Von »Friedrich Fanto X 50.—, David Fanto X 50.—, Ernö Straßer »X 20.—, Julius Sauerbrunn X 20.—, F. G. X 15.—, Friedrich FFraukl X 10.—, Sandor Frankl X 10.—, Bernhard Goldbach X 10.—, -^Ernestine Miselbach K 10.—, Adolf Fanto K iO.—, Dr. Emil Fanto :X 5.—, Sandor Frankl X 5.—, Jakob Brand X 6.—; zusammen X 221.-. f Anläßlich des Ablebens der sel. Frau Hermine Bauer: Von Arthur Löbl X 10. . Anläßlrch des Ablebens des sel. Herrn Dr. Josef L ö w: Von Hermann König X 10.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Frau Julie M ä r i s ch l: Von Leopold Spira X 10.—, I. Spira X 10.—, Sigmund Schneck K 5.-, Heinrich Spira X 5—, Hermann Schneck X 4.—, Felix Wohlmuth X 2.—; zusammen X 36.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Alexander Scharf: Von Adolf Lichtblau X 20.—, I. Kremeneczky 20.—, Dr. Max Roth X 10.—, Julius Löwit X 10.— Ignaz Bauer, Oberinspektor X 5.—, Dr. Max Robitschek und Dr. Löwenstamm X 5.—; zusammen X 70.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Michael Steiner: Von Leopold Landeis X 10.—, Albert Steiner X 10.—; zusammen X 20.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Frau Fanni Rebensaft: Ungenannt X 10.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Eduard B o s ch a n: von Max Schweiger X 10.—. Anläßlich des Ablebens des sel Herrn Samuel Kranzthor: Von S. Simon X 10. . Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Simon Ko res: Von Charlotte Hirsch X 10.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Frau Mathilde Singer: Von Gustav Bauer, Jglau X 20.—, Eduard Singer X 6. —; zusammen X 26.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Angelus Mayer: Von Familie Schütz X 30.-, Alois Lemberger X 20.—, Theodor und Klara Wahle X 20.—, Emma und Emil Bondy X 10.—, Leopold und Alice Specht X 10.—; zusammen X 90.-. Spenden. Von Herrn Salo Cohn X 205.—, M. F. Abeles X 50.—, Jsak Schüller 20.—, Josef Broch X 10.- , L W. W. X 10.—, Samuel Patak X 5.—, E. B. W. X 5.—, M. L. statt eines Kranzes auf die Gruft des sel. Herrn Ignaz Lustig X 10. -. Bortrag aus jüdischer Geschichte. Der erste Vortrag in dieser Saison findet Donnerstag den 1. Dezember d. I., präzise halb 8 Uhr Abends, im Festsaale des Ingenieur- und Architekten-Vereines, I., Eschenbachgasse 9 statt, und zwar durch Herrn Dr. Max Grunw ald über das Thema: „Gabriel Riesser", mit Vorführung von Lichtbildern. Eintritt frei ohne Karten. Wien. (Verlobung.) Fräulein Elisabeth Peters e l f (4 Tochter des Herrn Max Peterselka, erster Kantor der israelitischen Knltnsgemeinde, hat sich mit Herrn Hermann R o s e n b l u m verlobt. Wien. (Trauun g.) Dienstag den 6. Dezember l. I. um 1 Uhr Nachmittags findet im Tempel der Seitenstettengasse die Trauung des Frl. Alice Frankl, Tochter des Herrn Regierungsrates Frankl, mit dem Rechtsanwalt Herrn Dr. Moritz Bing statt. Wien. (Trauung.) Sonntag den 27. d. M., 3Va Uhr nachmittags, findet im Tempel, X VI., Hubergasse 8, die Trauung des Frl. Paula Weiler, Tochter des Kaufmannes und Präses des Vereines „Chewra-Kadischa" für die Bezirke XVI und XVII Herrn Sigmund Weiler, mit Herrn Hugo Angemahr statt. Wien. (Verein zur AbwehrdesAntisemit i s m u s.) Freitag den 2. Dezember d. I., Abends halb 8 Uhr, veranstaltet der Verein zur Abwehr des Antisemitismus im Festsaale des „Hotel Central", Wien, II., Taborstraße 8 abermals einen Vortrag, und zwar wird Herr GR. O. Hohens i n n e r über „Streifzüge durch den Antisemitismus" sprechen. Eintritt nur Vereinsmitgliedern oder von solchen eingesührten Gästen gestattet. Wien. Dienstag den 15. November 1904 um 4 Uhr nachmittags fand im Saale des kaufmännischen Vereines, I., Johannesgasse 4, die von dem Josefstädter Frauen-Wohltätigkeitsvereine veranstaltete Kinderbekleidung statt, bei welcher über 100 Kinder mit warmer Winterkleidung versehen wurden. Eingeleitet wurde die Feier mit einer schwungvollen Rede, die Herr Rabbiner Dr. Bauer hielt; in derselben hob er die