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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1904-11-25 · 48 (25.11.1904) · page 1

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
21 (1904)
Issue
48 (25.11.1904)
Date
1904-11-25
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Ur. 48 Dr. Bloch’s Centralorgsn für die grsammten Interessen des U- A. kr. Postsparrassen-Nurk Clearing-Verkehr Nr. 810.976. Ardarlion und Administration: 1/ Wien IX/1, Berggaste Nr. 89. Telephon Nr. 14.847. Wien, 33. November 1904. — i^> i — Lrsch eint jeden Freitag. Brief-Adresse: Wien, IX/I, Berggaffe 39. Telegramm-Adresse: Bloch's Wochenschrift» Wien. Jahrgang Hl G Jndenthums. % M Bt|nßapreia flir Veflrrrrich: Halbjährig 8 Krone«. Einzelexemplare 56 Helle«. Wr's Ausland: Halbjährig 10 Kronen. Ganzjährig 20 » Anzeigen: Die 4mal gespaltene Prtitzeile 24 Heller. * M -mm-sB—BBSmme—mob Inhalt: Leitartikel: Wähler, Glaubensgenossen! Wählerversammlung der israelitischen Kultusgemeinde. — Vom Jahrmarkt des Lebens: Glossen zur Tagesgeschichte. — Das große Bibelmysterium. — Korrespondenzen: Wien. Eine Raschi- Stistung. Wien, Prag, Budapest, Agram, Petersburg. — Vermischtes: Kranzablösungsspenden zu Gunsten der Ehewra-Kadischa in Wien. Wien, Saaz, Budapest, Groß-Kanizsa, Linz, Innsbruck. — Feuilleton: Warum? Darum! — Briefkasten. — Inserate. Wähler, Glanbensgenosten! Zum viertenmale seit der Wirksamkeit unseres neuen Gemeindestatuts zur Vornahme der gesetzmäßigen Wahlen berufen, mahnen wir Euch, werte Glaubens- und Gesinnungsgenossen, hiermit an die Ausübung Eueres Wahlrechtes, an die Erfüllung Euerer Wahlpflicht. Wir lassen diesen Ruf an Euch ergehen, auf daß durch Euere einheitliche und verläßliche Betätigung und Mitwirkung bei der Wahl unser vereinigter Wille zur Geltung komme, die Ehre und den Frieden in unserer Mitte hochzuhalten und unserer großen jüdischen Gemeinde ihren ruhigen B estand und ihre aufblühende Entwicklung und Entfaltung zu wahren. Um dieses großen Zweckes willen wollen und dürfen wir nur solche Männer in den Kultusvorstand entsenden, welche volle Gewähr leisten, daß sie auf dem Gebiete des j ü d i s ch e n K u l t u s und unserer religiösen Bedürfnisse, auf dem Gebiete der Humanität und Schule, der Administration und wirtschaftlichen Ordnung, aber auch in allen sich ergebenden Fragen und Belangen zur Hochhaltung und Befestigung der Würde des Judentums, zur Belebung und Kräftigung unseres S t a m m e s b e w u ß t s e i n s ihr Bestes einsetzen und alle Gemeindemitglieder durch das Band der Brüderlichkeit und mittelst Förderung der Schwachen durch die Starken zu vereinigen bemüht sein werden. Was wir überdies an organischen und fortschrittlichen Aenderungen und Besserungen in unserer Gemeinde — systematisch und erfüllbar — derzeit verlangen, werden wir in dem Programme zum Ausdrucke bringen, ohne hiermit unsere Wünsche und Anforderungen zu erschöpfen. Vieles und Wichtiges kann, dafern man nicht bloß der Begehrlichkeit schmeicheln oder nur die Phantasie walten lassen will, lediglich in stufenweisem, geläutertem Fortschritte, Manches nur unter dem Schutze geänderter politischer Verhältnisse angestrebt und erreicht werden, — und dazu zählen wir mit einem Ausblicke in eine kaum ausbleibliche bessere Zukunft ganz besonders eine rechtliche Ausgestaltung der Verfassung der jüdischen Kultusgemeinden in Oe st erreich, deren derzeit isolierte Bestände unter einander in einen organischen Zusammenhang gebracht werden sollen, der in einer legalen und legitimen Vertretung der ganzen österreichischen I u d e n h e i t seine Krönung zu finden hätte. Wähler und Glaubrusg^nuflen! Den Männern, die wir Euch als die geeigneten und berufenen Bewerber um die durch Euch a m 2 7. N o v e m b e r d. I. zu verleihenden zehn Mandate im Kultusvorstande empfehlen, Männern, die teils schon durch vieljährige Tätigkeit an dieser Stelle erprobt und bewährt sind, teils neu ihre Kräfte in den Dienst der Gemeinde zu stellen bereit sind, diesen Kandidaten, welche unser Programm als Richtschnur für ihr Wirken angenomnlen haben, gebet einmütig Euere Stimme und verhelfet dadurch unseren uns Allen gemeinsamen Bestrebungen und Prinzipien zu dem wohlverdienten Siege, den wir herbeiwünschen im Interesse unseres großen Gemeinwesens, welches in erster Linie berufen ist, der ideellen und werktätig e n Verherrlichung jener nunmehr auch unter dem falschen Scheine der Wissenschaftlichkeit angefeindeten Religion zu dienen, welche durch das unverlierbare Vorrecht geheiliget ist, bereits vor Jahrtausenden der gesamten Menschheit das Gebot der Nächstenliebe, der Gleichheit Aller vor dem Rechte und die unwandelbaren Gesetze der Moral und Ethik als unveräußerliches und ewig nachwirkendes Besitztum geschaffen und gespendet zu haben.

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